Stammdaten

Register
Amtsgericht Mainz HRB 5693
Vorher
Allgemeine Kredit Coface Finanz GmbH
Eingetragen
19.7.1995
Branche
Institute für Factoring-GeschäfteKreditinstitute des SparkassensektorsBeteiligungsgesellschaften
Gegenstand
Der Kauf von Forderungen aus Warenlieferungen und Dienstleistungen, die Bevorschussung angekaufter Forderungen, der Kauf von Not leidenden Forderungen sowie alle mit diesem Unternehmensgegenstand zusammen hängenden Geschäfte. Die Gesellschaft ist ein Finanzdienstleistungsinstitut im Sinne des KWG.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Jan-Willem Kuppens
seit 22.4.2025
Prokura
Tamara Fohrer
seit 30.4.2024
Prokura
Christine Werner
seit 15.11.2023
Prokura
Ralph Cohausz
seit 17.11.2022
Prokura
Daniel Dussa
seit 17.5.2022
Prokura
Thomas Urhahn
seit 17.5.2022
Prokura
Olaf Hantzsche
seit 11.3.2021
Prokura
Ursula Hildner
seit 11.3.2021
Prokura
Nadine Schöck
seit 21.7.2020
Prokura
Timo Müller
seit 19.3.2020
Prokura
Andreas Prescher
seit 29.7.2019
Geschäftsführer
Ansgar Kugelstadt
seit 29.7.2019
Geschäftsführer
Christian Stoffel
seit 29.7.2019
Geschäftsführer
Alexander Dr. Lampe
seit 29.7.2019
Prokura
Geschäftsführer
Alexander Lutz
seit 9.2.2017
Prokura
Dominic Lörsch
seit 23.11.2015
Prokura
Marc Heiden
seit 25.9.2015
Prokura
Stefan Niewiadomski
seit 10.2.2015
Prokura
Martina Przybysz
seit 2.7.2014
Prokura
Prokura
Beate Drung
seit 4.7.2007
Prokura
Wilhelm Kleine-Horst
seit 27.3.2007
Prokura
Madlen Davison
seit 27.3.2007
Prokura
Michael Thomas Runge
seit 27.3.2007
Prokura

Wirtschaftlich Berechtigte
Beta

0.00% identifiziert100.00% ungelöst

Ungelöste Beteiligungen (1)

NameAnteil
Compagnie française d'assurance pour le commerce extérieur (Coface) S.A.FRA
100.00%

Gesellschafter
Beta

1 Gesellschafter

GmbH-Struktur

Name
Ort
Betrag
Anteil
Compagnie française d'assurance pour le commerce extérieur (Coface) S.A.
France
5.000.000 €
100.00%

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

Coface Finanz GmbH

Mainz

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die Coface Finanz GmbH, Mainz

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der Coface Finanz GmbH - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Coface Finanz GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2023 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d. h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Unternehmens.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Frankfurt am Main, 27. Februar 2024

Mazars GmbH & Co. KG
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
Steuerberatungsgesellschaft

Steffen Neuweiler, Wirtschaftsprüfer

Michael Skall, Wirtschaftsprüfer

Jahresbilanz zum 31.12.2023

der Coface Finanz GmbH, Mainz

Aktivseite

31.12.2023 31.12.2022
EUR EUR
1. Forderungen an Kreditinstitute
täglich fällig 27.711.826,81 74.000.700,24
2. Forderungen an Kunden 1.146.491.432,36 1.058.912.885,04
3. Sachanlagen 2.503,50 6.260,30
4. Sonstige Vermögensgegenstände 302.441.664,04 291.124.902,51
1.476.647.426,71 1.424.044.748,09

Passivseite

31.12.2023 31.12.2022
EUR EUR EUR
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
a) täglich fällig 166.451.335,88 236.634.349,15
b) mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist 131.236.767,24 111.087.964,02
297.688.103,12 347.722.313,17
2. Verbindlichkeiten gegenüber Kunden
andere Verbindlichkeiten
474.690.307,39 416.633.900,87
3. Sonstige Verbindlichkeiten 671.230.044,60 628.059.950,10
4. Rechnungsabgrenzungsposten 400.172,45 85.460,40
5. Rückstellungen 8.632.741,83 7.537.066,23
6. Eigenkapital
a) eingefordertes Kapital
gezeichnetes Kapital 5.000.000,00 5.000.000,00
b) Kapitalrücklage 18.000.000,00 18.000.000,00
c) Gewinnrücklagen
andere Gewinnrücklagen 1.006.057,32 1.006.057,32
d) Bilanzgewinn 0,00 0,00
24.006.057,32 24.006.057,32
1.476.647.426,71 1.424.044.748,09

Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 01.01.2023 bis 31.12.2023

2023 2022
EUR EUR EUR EUR
1. Zinserträge aus Kredit- und Geldmarktgeschäften 160.961.951,39 84.702.867,28
2. Zinsaufwendungen 110.145.527,26 41.034.115,67
darunter:
Negativzinsen 0 EUR (Vorjahr: EUR -1.561.253,92)
3. Provisionsaufwendungen 4.568.589,67 4.426.875,35
4. Sonstige betriebliche Erträge 9.723.921,23 9.829.393,52
5. Allgemeine Verwaltungsaufwendungen
a) Personalaufwand
aa) Löhne und Gehälter 7.167.005,62 6.852.655,42
ab) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 1.208.697,87 8.375.703,49 1.137.978,05
darunter:
für Altersversorgung EUR 92.546 (Vorjahr: EUR 86.545)
b) andere Verwaltungsaufwendungen 17.116.413,10 16.845.554,89
25.492.116,59 24.836.188,36
6. Abschreibungen und Wertberichtigungen auf immaterielle Anlagewerte und Sachanlagen 3.756,80 5.458,92
7. Sonstige betriebliche Aufwendungen -115.206,96 18.135,88
8. Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Forderungen und bestimmte Wertpapiere sowie Zuführungen zu Rückstellungen im Kreditgeschäft 9.774.231,62 17.510.854,74
9 Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 13.000,00 65.000,00
10 Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit 20.803.857,64 6.635.631,88
11 Auf Grund eines Gewinnabführungsvertrags abgeführte Gewinne 20.803.857,64 6.635.631,88
12 Jahresüberschuss 0,00 0,00
13 Gewinnvortrag aus dem Vorjahr 0,00 0,00
14 Bilanzgewinn 0,00 0,00

Anhang für das Geschäftsjahr vom 01. Januar bis 31. Dezember 2023

1. Allgemeine Angaben

Die Coface Finanz GmbH (Coface Finanz), Mainz, ist eine 100%ige Tochtergesellschaft der Compagnie Française d'Assurance pour le Commerce Extérieur (Coface) SA, Bois Colombes/ Frankreich (Coface Europe).

Die Coface Finanz wird in den Konzernabschluss und Konzernlagebericht der Coface SA, Bois Colombes/Frankreich (Coface SA), als Muttergesellschaft der Coface Europe einbezogen. Es handelt sich hierbei um den kleinsten Kreis von Unternehmen, in den die Coface Finanz einbezogen ist. Der Konzernabschluss ist am Sitz der Coface SA erhältlich.

Gemäß § 1 Abs. 1a KWG ist die Gesellschaft ein Finanzdienstleistungsinstitut. Finanzdienstleistungsinstitute haben ihren Jahresabschluss nach den ergänzenden Vorschriften für Kreditinstitute und Finanzdienstleistungsinstitute gemäß §§ 340 ff. HGB in Verbindung mit der Verordnung über die Rechnungslegung der Kreditinstitute und Finanzdienstleistungsinstitute (RechKredV) zu erstellen.

Die Coface Finanz GmbH ist im Handelsregister B des Amtsgerichts Mainz unter der Nummer HRB 5693 eingetragen. Es besteht ein Ergebnisabführungsvertrag mit der Coface, Niederlassung in Deutschland mit Sitz in Mainz (Coface Deutschland).

2. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Im vorliegenden Abschluss wurden die Rechnungslegungsvorschriften des Handelsgesetzbuchs (HGB) unter Beachtung der RechKredV angewendet.

Grundlage für die Umrechnung in Euro bei erstmaligem Ansatz sind die Kurse am Transaktionstag. Auf fremde Währung lautende Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten werden zum Bilanzstichtag mit dem Devisenkassamittelkurs in EUR umgerechnet. Für Posten mit einer Restlaufzeit von einem Jahr oder weniger wird gemäß § 256a Satz 2 HGB das Realisations- und Anschaffungskostenprinzip nicht angewendet. Die Voraussetzungen der besonderen Deckung gemäß § 340h HGB liegen nicht vor. Entsprechende Umrechnungsgewinne und -verluste werden im sonstigen Ergebnis ausgewiesen.

Zwischen der Coface, Niederlassung in Deutschland als Organträger und der Coface Finanz als Organgesellschaft besteht eine körperschaftsteuerliche und gewerbesteuerliche Organschaft.

Künftige Steuerbe- oder -entlastungen aus temporären Differenzen zwischen den handelsrechtlichen Wertansätzen und den korrespondierenden steuerlichen Wertansätzen sind daher nicht im Jahresabschluss der Organgesellschaft angesetzt.

In Folge der kaufmännischen Rundung können in den Jahresabschlussangaben Rundungsdifferenzen in Höhe von +/- einer Einheit auftreten.

Aktivseite

Die Forderungen an Kreditinstitute und Kunden werden mit ihren Nominalbeträgen abzüglich der Einzelwertberichtigungen zuzüglich anteiliger Zinsen ausgewiesen. Allen erkennbaren Ausfallrisiken wurden mit entsprechender Risikovorsorge Rechnung getragen.

Zwischen der Coface Finanz und der Coface, Niederlassung in Deutschland bestehen Kreditversicherungsverträge, die das Delkredere- und Veritätsrisiko umfassend absichern. Die Bildung der Einzelwertberichtigungen erfolgte unter Berücksichtigung der bereits erhaltenen Versicherungsentschädigungen. Die Ansprüche auf Versicherungsentschädigungen aus dem Veritäts- und Debitorenrisiko werden unter den sonstigen Vermögensgegenständen ausgewiesen.

Geldeingänge auf unsere oder an uns abgetretene Konten, die zum Bilanzstichtag noch nicht eindeutig zugeordnet werden können, werden vorübergehend sogenannte Zahlungseingangsverrechnungskonten gebucht. Die Zuordnung erfolgt regelmäßig nur wenige Tage später und wird uns bereits mit dem nächsten Forderungsverkauf gemeldet. Zum Abschlussstichtag belaufen sich diese betreffenden Geldeingänge auf TEUR 235.780 (Vorjahr TEUR 174.148). Sie werden mit den Forderungen an Kunden verrechnet.

Sachanlagen sind zu Anschaffungskosten abzüglich planmäßiger Abschreibungen ausgewiesen. Die geringwertigen Wirtschaftsgüter, die für das einzelne Wirtschaftsgut EUR 250, aber nicht EUR 1.000 übersteigen, werden aktiviert und im Jahr der Bildung und in den folgenden vier Wirtschaftsjahren mit jeweils einem Fünftel gewinnmindernd aufgelöst. Die geringwertigen Wirtschaftsgüter unter EUR 250 wurden im Jahr der Anschaffung in voller Höhe abgeschrieben.

Die sonstigen Vermögensgegenstände sind zum Nennwert bilanziert und haben eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr.

Passivseite

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten, Kunden und die sonstigen Verbindlichkeiten werden mit ihrem Erfüllungsbetrag inklusive anteiliger Zinsen ausgewiesen.

Der passive Rechnungsabgrenzungsposten beinhaltet vereinnahmte Zinsen und Gebühren, die Ertrag für eine bestimmte Zeit nach dem Abschlussstichtag darstellen. Die Auflösung erfolgt der Laufzeit entsprechend.

Die Rückstellungen berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen und sind in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrages angesetzt und gegebenenfalls abgezinst.

Die Bilanzierung der Rückstellung für Jubiläumszuwendungen an Arbeitnehmer erfolgte unter Verwendung eines versicherungsmathematischen Gutachtens mit der projizierten Einmalbeitragsmethode (Projected-Unit-Credit-Methode "PUC") als Bewertungsmethode und den Heubeck-Richttafeln 2018 G als biometrische Rechnungsgrundlagen. Der Rechnungszinsfuß wurde unter Anwendung des § 253 Abs. 2 Satz 2 HGB mit 1,76 % p.a. sowie der Gehaltstrend mit 2,25 % p.a. angenommen. Der Trend der Beitragsbemessungsgrenze (BBG-Trend) wurde mit 2,25% angenommen.

Die Bewertung der Rückstellung für Altersteilzeitverpflichtungen für eine einzelvertragliche Vereinbarung erfolgte auf Grundlage eines versicherungsmathematischen Gutachtens nach den Regelungen der Verlautbarung IDW RS HFA 3 unter Verwendung der Heubeck-Richttafeln 2018 G, einem Rechnungszinsfuß von 1,00 % p.a. und einem Gehaltstrend von 2,25 % p.a..

Auf eine Angabe des Gesamthonorars für die im Geschäftsjahr 2023 erbrachten Leistungen des Abschlussprüfers wurde unter Anwendung der Befreiungsregel des § 285 Nr. 17 HGB in Verbindung mit §§ 340 Abs. 4, 340a Abs. 1 HGB verzichtet.

3. Erläuterungen zur Bilanz und zur Gewinn- und Verlustrechnung

Aktivseite

Forderungen an Kreditinstitute

Die Forderungen an Kreditinstitute betreffen täglich fällige Guthabensalden bei Kreditinstituten von TEUR 27.712 (Vorjahr TEUR 74.001). Die Einlage von TEUR 2.000 (Vorjahr TEUR 2.000) zur Sicherung sämtlicher Ansprüche der Commerzbank AG, Frankfurt/Main, aus dem Vertragsverhältnis zwischen Coface Finanz und FCT VEGA ist auf einem täglich fälligen Guthabenkonto hinterlegt. Ferner beinhaltet dieser Posten Salden in Fremdwährung von TEUR 5.180 (Vorjahr TEUR 1.063).

Forderungen an Kunden

Die Höhe dieses Bilanzpostens setzt sich ausschließlich aus werthaltigen Forderungen an Kunden aus dem Factoring von TEUR 1.146.491 (Vorjahr TEUR 1.058.913) zusammen, wovon wiederum mit TEUR 1.136.523 (Vorjahr TEUR 1.046.801) der größte Teil auf das echte Factoring entfällt. Der bilanzwirksame Forderungsverkauf im Rahmen des ABS-Programm FCT VEGA hat eine Höhe von TEUR 1.167.263 (Vorjahr TEUR 1.368.059). Für die Sicherstellung des fortlaufenden Verbriefungsprogrammes gewährt die Coface Deutschland eine Ausfallbürgschaft in Höhe von MEUR 1.262 gegenüber FCT VEGA.

Sämtliche Forderungen an Kunden haben eine Restlaufzeit von bis zu drei Monaten. Der Bilanzposten enthält Fremdwährungsbeträge von TEUR 522.344 (Vorjahr TEUR 571.332).

In diesem Bilanzposten sind ferner notleidende Forderungen aus dem Debitorenrisiko und dem Kundenrisiko ausgewiesen. Diese sind in voller Höhe wertberichtigt. Es bestehen Erstattungsansprüche gegen die Coface, Niederlassung in Deutschland sowie gegen dritte Kreditversicherungen, die unter den sonstigen Vermögensgegenständen ausgewiesen sind:

TEUR 31.12.2023 31.12.2022
Notleidende Forderungen Debitorenrisiko 81.359 84.182
Erhaltende Versicherungsleitungen und Einzelwertberichtigungen -79.822 -82.622
Erstattungsansprüche an Kreditversicheurngen -1.680 -1.615
Summe -143 -55
Notleidende Forderungen Kundenrisiko -9.940 -26.543
Einzelwertberichtigung 1.955 1.953
Ersattungsansprüche an Kreditversicherung
Summe -7.985 -24.590

Die sonstigen Vermögensgegenstände betreffen im Wesentlichen ein Darlehen an die Coface Poland Factoring Sp. z.o.o., Warschau/Polen (Coface Polen) in Höhe von TEUR 242.390 (Vorjahr TEUR 235.815) für die EUR-Forderungen und in Höhe von TEUR 42.784 für die USD-Forderungen , das für den Erwerb von Forderungen aus FCT VEGA gewährt wird. Der Zinsanspruch hierauf beläuft sich zum 31.12.2023 auf TEUR 12.314 (Vorjahr TEUR 4.049). Die Erhöhung resultiert aus der höheren durchschnittlichen Ausnutzung und ist bedingt durch die Zinsentwicklung im abgelaufenen Jahr. Des Weiteren werden aus dem Debitoren- und Kundenrisiko Erstattungsansprüche an Kreditversicherungen in Höhe von TEUR 9.706 (Vorjahr TEUR 26.303) ausgewiesen. Die Entwicklung ist rückläufig, da für einige größere Schäden aus den Vorjahren Versicherungsentschädigungen geflossen sind.

Der Gesamtbetrag der Fremdwährungsposten auf der Aktivseite beträgt TEUR 528.394 (Vorjahr TEUR 572.676 ). Das Geschäft in Fremdwährungen wurde weiter ausgebaut.

Sachanlagen (Entwicklung des Anlagevermögens)

Betriebs- und Geschäftsausstattung in EUR 2023 2022
Anschaffungskosten 01.01. 627.558 627.558
Zugänge 0 0
Abgänge 0 0
Umbuchungen 0 0
Anschaffungskosten 31.12. 627.558 627.558
Abschreibungen kumuliert 01.01. 621.297 615.839
Zugänge 3.758 5.458
Abgänge 0
Umbuchungen 0
Abschreibungen kumuliert 31.12. 625.055 621.297
Buchwert 31.12. 2.503 6.261

Passivseite

Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten

Die täglich fälligen Verbindlichkeiten beinhalten Kontokorrentinanspruchnahmen bei Banken und betragen im Berichtsjahr TEUR 166.451 (Vorjahr TEUR 236.634). Die verringerte Inanspruchnahme resultiert im Wesentlichen aus einer Verschiebung der Refinanzierung zu den Commercial Papers. Die Verbindlichkeiten mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist von TEUR 131.237 (Vorjahr TEUR 111.088 ) bestehen aus Ziehungen von Geldmarktlinien, jeweils mit einer Restlaufzeit von bis zu drei Monaten.

Der in Fremdwährung geführte Bestand der Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten beträgt TEUR 107.545 (Vorjahr TEUR 218.050).

Verbindlichkeiten gegenüber Kunden

Die täglich fälligen Verbindlichkeiten gegenüber Kunden, welche aus der Abrechnung von Forderungsankäufen resultieren, betragen TEUR 237.575 (Vorjahr TEUR 195.148). Die Verbindlichkeiten gegenüber Kunden mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist in Höhe von TEUR 237.116 (Vorjahr TEUR 221.486 ) stellen den einbehaltenen Kaufpreisanteil der von den Factoringkunden angedienten Forderungen dar und haben eine Laufzeit bis zu drei Monaten.

Durch eine Ausweitung des Geschäfts beinhaltet der Posten Fremdwährungsbeträge einen Betrag von TEUR 99.481 (Vorjahr TEUR 72.971).

Die sonstigen Verbindlichkeiten beinhalten zum größten Teil eine Darlehensgewährung der Coface SA von TEUR 646.285 (Vorjahr TEUR 615.819) im Rahmen des Commercial Paper Programms. Das Commercial Paper Programm ist nach dem Forderungsverkauf an FCT VEGA die bedeutendste Refinanzierungsquelle. Insgesamt enthält diese Position Fremdwährungspositionen in Höhe von TEUR 97.298 (VJ TEUR 108.913).

Der passive Rechnungsabgrenzungsposten für im Voraus entrichtete Zinsen und Gebühren unserer Factoringkunden von TEUR 400 (Vorjahr TEUR 85) enthält keine Fremdwährungsbeträge.

Die Rückstellungen haben sich im Vergleich zum Vorjahr erhöht und wurden für folgende Sachverhalte gebildet: noch nicht berechnete Aufwendungen TEUR 3.985 (Vorjahr TEUR 3.460), Tantiemen TEUR 781 (Vorjahr TEUR 806), Jubiläumszuwendungen TEUR 947 (Vorjahr TEUR 845), Bonuszahlungen an Factoringkunden TEUR 1.205 (Vorjahr TEUR 913), Personalkosten TEUR 327 (Vorjahr TEUR 289), ABS-Kosten (VEGA) TEUR 550 (Vorjahr TEUR 24), Altersteilzeit TEUR 166 (Vorjahr TEUR 119), operationelle Risiken TEUR 45 (Vorjahr TEUR 45) und Archivierung TEUR 37 (Vorjahr TEUR 37). Für die Reorganisation wurden Rückstellungen in Höhe von TEUR 670 (Vorjahr TEUR 999). Bis auf die Jubiläumsrückstellung, die Rückstellung für Altersteilzeitverpflichtungen und die Archivierungsrückstellung haben die Rückstellungen eine Restlaufzeit von weniger als einem Jahr.

Das Eigenkapital beträgt nach Abführung des Jahresüberschusses weiterhin TEUR 24.006 (Vorjahr TEUR 24.006).

Der Gesamtbetrag der Fremdwährungsposten auf der Passivseite beträgt TEUR 304.323 (Vorjahr TEUR 399.935).

Gewinn- und Verlustrechnung

Die Zinserträge aus Kredit- und Geldmarktgeschäften von insgesamt TEUR 160.962 (Vorjahr TEUR 84.703) setzen sich aus Zinserträgen von TEUR 129.162 (Vorjahr TEUR 54.717), Factoringgebühren von TEUR 31.022 (Vorjahr TEUR 29.722) und sonstigen Factoringerträgen von TEUR 778 (Vorjahr TEUR 264) zusammen. Von den Zinserträgen sind TEUR 57,362 (2022: TEUR 20.773) und von den Factoringebühren sind TEUR 12.397 (2022: TEUR 9.008) im Ausland entstanden.

Die Zinsaufwendungen von insgesamt TEUR 110.146 (Vorjahr TEUR 41.036) beinhalten im Wesentlichen die zu entrichtenden Zinsabschläge an FCT VEGA von TEUR 67.588 (Vorjahr TEUR 29.344).

Die Provisionsaufwendungen von insgesamt TEUR 4.569 (Vorjahr TEUR 4.427 ) beinhalten Provisionen an Makler und Banken.

Die sonstigen betrieblichen Erträge von TEUR 10.404 (Vorjahr TEUR 10.294) fallen höher aus. Hier ist die Gebühr für die Service-Tätigkeiten der Coface Finanz im Auftrag von FCT VEGA von TEUR 6.323 (Vorjahr TEUR 6.705) enthalten. Weiterhin sind Limit-Gebührenerträge von TEUR 1.206 (Vorjahr TEUR 1.205), Erträge aus Kostenweiterbelastungen von Außenprüfungsgebühren TEUR 479 (Vorjahr TEUR 465) sowie Erträge aus Auflösung freigewordener Rückstellungen TEUR 501 (Vorjahr TEUR 9) ausgewiesen.

Der Personalaufwand ist mit TEUR 8.451 (Vorjahr TEUR 7.991) leicht erhöht.

Die anderen Verwaltungsaufwendungen beinhalten insbesondere Konzernumlagen in Höhe von TEUR 11.166 (Vorjahr TEUR 10.598), wovon TEUR 5.602 (Vorjahr TEUR 4.482) auf weiterbelastete Entwicklungs- und Nutzungskosten sowie Abschreibungen für die Factoring-Software Magellan entfallen. Weiterhin sind in diesem Posten Beratungsaufwendungen von TEUR 1.054 (Vorjahr TEUR 915) enthalten.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen beinhalten die realisierten Fremdwährungsdifferenzen mit TEUR 68 (Vorjahr TEUR 35). Darin enthalten sind in diesem Jahr Aufwendungen für die Zinsaufwandskomponenten aus den Regelzuführungen der Jubiläumsrückstellung von TEUR 12 (Vorjahr Ertrag TEUR 11) und der Rückstellung für Altersteilzeitverpflichtungen von TEUR 5 (Vorjahr TEUR 0,3).

Die Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Forderungen und bestimmte Wertpapiere sowie Zuführungen zu Rückstellungen im Kreditgeschäft (Risikoergebnis) setzen sich folgendermaßen zusammen:

TEUR 31.12.2023 31.12.2022 abs.Abw. rel. Abw.
Risikokosten 5.518 10.868 -5.350
Debitorenkosten 382 -69 451 -654%
Kunden-und op. Risikokosten 2 -6 8 -132%
Risikokosten FCT VEGA 2.994 8.851 -5.857 -66%
Bürgschaften 2.139 2.092 47 2%
Prämien für Kreditversicherung 3.649 5.569 -1.920 -34%
Absicherung Debitorenrisiko 1.864 1.999 -135 -7%
Absicherung Kundenrisiko 1.785 3.570 -1.785 -50%
Limit-Gebührenaufwand 601 1.075 -474 -44%
Gesamtergebnis 9.768 17.513 -7.745 44%

Das Risikoergebnis liegt mit einem Aufwand von TEUR 9.768 unter dem Vorjahr (EUR 17.513). Wesentliche Abweichungen zum Vorjahr gab es in der Höhe der zu entrichtenden Prämien für die Kreditversicherungen von TEUR 3.649 nach TEUR 5.569 im Vorjahr. Auch sind die Risikokosten bei FCT VEGA auf TEUR 2.994 (Vorjahr TEUR 8.851) gesunken, da die Forderungsausfallrate, die von der Coface Finanz an FCT VEGA entrichtet wird und die erwarteten Ausfälle widerspiegeln soll, niedriger war als der tatsächliche Verbrauch.

Der Gewinn von TEUR 20.804 (Vorjahr TEUR 6.636) wird nach Feststellung gemäß Ergebnisabführungsvertrag an die Coface Deutschland abgeführt. Der rasante Zinsanstieg in Verbindung mit einem ausgeweiteten Geschäftsvolumen führte zu einem wesentlich höheren Zinsertrag. Dies führte zum im Vergleich zum Vorjahr höheren Gesamtergebnis.

4. Sonstige Angaben

Die Gesamtzahl der durchschnittlich beschäftigten Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen betrug ohne Geschäftsführer 93 (Vorjahr 93).

Auf einen Ausweis der Angaben gemäß § 285 Nr. 9a und 9b HGB wird unter Anwendung des § 286 Abs. 4 HGB verzichtet.

Der §340a Abs. 1 HGB zu Pauschalwertberichtigungen findet keine Anwendung, da die Coface Finanz GmbH gemäß §1 Abs 1a Ziffer 9 KWG ein Finanzdienstleister ist.

Es besteht eine Haftung aus der Bestellung von Sicherheiten für fremde Verbindlichkeiten im Rahmen der Verpfändung eines Girokontos mit einer Höhe von TEUR 2.000 bei der Commerzbank AG, Frankfurt am Main, welches zur Sicherung sämtlicher Ansprüche der Commerzbank aus dem Vertragsverhältnis zwischen Coface Finanz und FCT VEGA abgestellt wurde. Wir schätzen die Wahrscheinlichkeit der Inanspruchnahme zum Bilanzstichtag und in den Folgeperioden als gering ein, da sowohl die Coface Finanz, abgesichert durch eine Bürgschaft der Coface Deutschland, als auch das Verbriefungskonstrukt FCT VEGA über ausreichend Liquidität verfügen, um laufenden Kosten und Verpflichtungen im Rahmen des Forderungsverkaufs nachzukommen.

Bei den sonstigen finanziellen Verpflichtungen handelt es sich um mehrjährige Zahlungsverpflichtungen von insgesamt TEUR 26.733, von denen TEUR 28.246 an verbundene Unternehmen zu entrichten sind. Der Großteil der sonstigen finanziellen Verpflichtungen entfällt auf noch ausstehende Nutzungsgebühren für Magellan von TEUR 23.492.

Nach dem Bilanzstichtag haben sich keine Vorgänge von besonderer Bedeutung ereignet.

5. Geschäftsführung

Katarzyna Kompowska

 

Geschäftsführerin der Coface Finanz GmbH

 

Geschäftsführerin der Coface Debitorenmanagement GmbH

 

Geschäftsführerin der Coface Rating Holding GmbH

 

Geschäftsführerin der Coface Rating GmbH

 

Hauptbevollmächtigte der Coface, Niederlassung in Deutschland

 

Regional Manager Northern Europe Region

 

zuständig für Personal, Revision und Finance & Controlling Revisionsbeauftragte der Coface Finanz

Christian Stoffel

 

Geschäftsführer der Coface Finanz GmbH

 

zuständig für Commercial und Marketing

Ansgar Kugelstadt

 

Geschäftsführer der Coface Finanz GmbH

 

zuständig für Internationalisierung und Business Development

Andreas Prescher

 

Geschäftsführer der Coface Finanz GmbH

 

zuständig für Risikomanagement, Underwriting, Risikocontrolling, Operations, Compliance & Geldwäsche und IT-Sicherheitsbeauftragter der Coface Finanz GmbH

6. Ergebnisverwendung

Der im Geschäftsjahr 2023 erwirtschaftete Gewinn von EUR 20.803.857,64 wird gemäß Ergebnisabführungsvertrag nach Feststellung an die Coface, Niederlassung in Deutschland abgeführt.

 

Mainz, den 27. Februar 2024

Katarzyna Kompowska

Christian Stoffel

Andreas Prescher

Ansgar Kugelstadt

Lagebericht 2023

Coface - "For Trade"

Im Jahr 2023 hat die Coface Gruppe ihren strategischen 3-Jahresplan "Build to Lead", welcher die zwei folgenden Säulen im Fokus hatte, erfolgreich abgeschlossen:

1.

Ausbau unserer Führungsposition in unserem Kerngeschäft Warenkreditversicherung

2.

Stärkung angrenzender Spezialgeschäfte: Factoring, Investitionskreditversicherung, Garantiegeschäft und Informationsdienste.

Um unsere Führungsposition in der Warenkreditversicherung auszubauen, möchte die Gruppe das operative Modell weiter optimieren und im Rahmen dessen die Qualität des Kundenservice weiter ausbauen sowie Innovationen und Technologie für mehr Effizienz nutzen. Weiterhin soll die Risikoinfrastruktur gestärkt und dadurch eine Marktdifferenzierung sowie eine Erhöhung unserer Resilienz erreicht werden. Zu guter Letzt soll die differenzierte Wachstumsstrategie, die nach Geografie und Branche unterscheidet, weiter erfolgreich praktiziert werden.

Die zweite Säule fokussiert sich auf die vier angrenzenden Geschäftsbereiche und möchte durch die bestehende weite Infrastruktur sowie den großen Umfang unserer Daten nutzen, um durch Cross-Selling bestehende Kundenbeziehungen zu erweitern oder sogar neue Kundenkategorien zu erschließen. In diesem Zusammenhang wurden insbesondere die Informationsdienstleistungen, die im letzten Geschäftsjahr in einen vollwertigen Geschäftsbereich umgewandelt wurden, weiter ausgebaut.

Die Schadenquote betrug 35,5% im Geschäftsjahr 2023 und lag somit über der Quote von ca. 25% des Vorjahres. Dies zeigt eine fortgesetzte Normalisierung der Schadenssituation, die durch eine Verschlechterung des wirtschaftlichen Umfeldes geprägt war und ihre Ursache u.a. in hohen Energiepreisen, ausgelöst durch den russischen Angriffskrieg auf die Ukraine und eine damit einhergehende hohe Inflation hat. Gleichwohl liegt die Schadenquote weiterhin unter den historischen Durchschnitten von ca. 40-45%. Trotz der unterschiedlichen externen Krisen stabilisierte sich die Combined Ratio (verbundene Kosten-/Schadenquote) der Coface Gruppe zum Ende des dritten Quartals weiterhin auf einem sehr guten Niveau von 66,0% i(Vorjahr 65,7%). Das Nettoergebnis der Coface Gruppe belief sich in drei Quartalen auf 189,7 Mio. Euro (Vorjahr 185,8 Mio.). Dies entspricht einer Eigenkapitalrentabilität auf Basis des RoATE (Return on Average Tangible Equity ) von 14,1 % (Vorjahr 12,7 %), was im Wesentlichen auf eine sehr hohe Kundenbindungsrate (93,9 %) in einem anspruchsvollen Marktumfeld zurückzuführen ist.

Der Umsatz der nordeuropäischen Region, zu der die deutschen Einheiten gehören, erhöhte sich von 369,9 Mio. Euro im Jahr 2022 auf 376,6 Mio. Euro im Jahr 2023. Wesentlicher Treiber dieser Entwicklung waren zum einen das Ergebnis der Factoring-Einheit, sowie das Informations- und Inkassogeschäft. Die Prämienentwicklung war quasi unverändert gegenüber dem Vorjahr (+0,2%), nachdem die Kundenaktivität im Rahmen der allgemeinen wirtschaftlichen Schwäche der Volkswirtschaften in Nordeuropa deutlich rückläufig war. Die Schadenquote war 2023 mit 31,4% rückläufig im Vergleich zum Vorjahr (34%) und lag damit weiterhin unter dem historischen Durchschnitt von 40-45%.

Aufgrund der hohen finanziellen Stabilität und Stärke der Compagnie Française d'Assurance pour le Commerce Extérieur SA, Paris/Frankreich (Coface) und ihrer Niederlassungen, sowie der weiterhin positiven operativen Geschäftsentwicklung hob Moody's am 11. Oktober 2023 sein Rating von A2 auf A2+ an. Das Rating von Fitch ist weiterhin stabil bei AA-.

I. Wirtschaftsbericht

Die Wirtschaft in Westeuropa war 2023 von einer globalen Nachfrageschwäche geprägt. Zu Anfang des Jahres spielte eine mögliche Gas-Knappheit eine entscheidende Rolle, welche die Energiepreise bereits im Herbst 2022 in die Höhe schnellen ließen. Damit startete die europäische Wirtschaft mit einer Inflationsrate von 8,6% (zum Vorjahr) in das Jahr. Diese nahm zwar über das Jahr bis zu einem Stand von 2,9% im Dezember ab 1 , schmälerte aber deutlich die Kaufkraft der Verbraucherinnen und Verbraucher in Europa. Zusammen mit einer geringeren Investitionstätigkeit von Unternehmen und auch Privatpersonen aufgrund der hohen Zinslast, blieb die Wirtschaftsaktivität eher gering und sollte für den Euro-Raum lediglich um 0,6% zum Vorjahr im Jahr 2023 gewachsen sein 2. Dies wäre mit Ausnahme des Pandemiejahres 2020, die niedrigste Wachstumsrate seit der europäischen Staatsschuldenkrise im Jahr 2013 (-0,2% zum Vorjahr) 3. Auch die chinesische Wirtschaft wies trotz der Öffnung des Landes 4 von allen Pandemiemaßnahmen ihre Schwächen auf. Der IWF schätzt, dass die chinesische Wirtschaft trotz der Aufholeffekte vom Jahr 2022 nur um 5% zum Vorjahr gewachsen sein soll. Dies wäre mit Ausnahme der Pandemiejahre 2020 bis 2022, das niedrigste Wachstum des Landes seit 1990 5. Die USA zeigten sich im Jahr 2023 entgegen diesem Trend relativ robust mit ihrem Wirtschaftswachstum von etwa 2,1% zum Vorjahr. Dies liegt nur leicht unterhalb des 5-Jahresdurchschnitt vor der Pandemie von 2,4%6. Der IWF schätzt insgesamt, dass nach einem Plus von 6,3% in 2021 und 3,5% in 2022 im letzten Jahr die globale Wirtschaft nur noch um 3,0% gewachsen ist 7.

Nachdem die Zentralbanken im Jahr 2022 bereits ihre Leitzinsen erheblich angehoben haben, setzen sie den Kurs der restriktiven Geldpolitik im Jahr 2023 fort. Die Bank of England hob ihren Leitzins um weitere 1,75 Prozentpunkte auf 5,25% bis August 2023 an und beließ das Niveau bis zum Ende des Jahres unverändert auf dem höchsten Stand seit 2009 8. Aufgrund einer etwas besseren konjunkturellen Entwicklung fiel in den USA der Zinsanstieg der Federal Reserve mit 1 Prozentpunkt etwas geringer aus. Auch hier blieb ab dem Sommer (Juni 2023) der Leitzins auf unverändert hohem Niveau von 5,5%. In den USA ist dies das höchste Zinsniveau seit 2001 9. Zusätzlich wurde weiterhin die Bilanzsumme geschrumpft, in dem innerhalb des Anleiheankaufprogrammes Wertpapiere im Umfang von 95 Milliarden USD pro Monat nicht reinvestiert werden 10.

1 Eurostat: Inflation in the euro area, https://ec.europa.eu/eurostat/statistics-explained/index.php?title=Inflation_in_the_euro_area .
2 EU-Komission: Autumn 2023 Economic Forecast: A modest recovery ahead after a challenging year, https://economy-finance.ec.europa.eu/economic-forecast-and-surveys/economic-forecasts/autumn-2023-economic-forecast-modest-recovery-ahead-after-challengingyear_en.
3 Trading Economics: Euro Area GDP Annual Growth Rate, https://tradingeconomics.com/euro-area/gdp-growth-annual .
4 ZDF-heute: Chinas Grenzen sind wieder geöffnet, https://www.zdf.de/nachrichten/panorama/corona-reisefreiheit-china-grenzoeffnung- 100.html.
5 IWF: World Economic Outlook Database October 2023, https://www.imf.org/en/Publications/WEO/weo-database/2023/October/weoreport?c=924.&s=NGDP RPCH,&sy=1980&ey=2024&ssm=0&scsm=1&scc=0&ssd=1&ssc=0&sic=0&sort=country&ds=.&br=1.
6 IWF: World Economic Outlook Database October 2023, https://www.imf.org/en/Publications/WEO/weo-database/2023/October/weoreport?c=111.&s=NGDP RPCH,&sy=2006&ey=2025&ssm=0&scsm=1&scc=0&ssd=1&ssc=0&sic=0&sort=country&ds=.&br=1
7 IWF: World Economic Outlook Database October 2023, https://www.imf.org/en/Publications/WEO/weo-database/2023/October/weoreport?a=1&c=001.&s=NGDP_RPCH,&sy=2016&ey=2026&ssm=0&scsm=1&scc=0&ssd=1&ssc=0&sic=0&sort=country&ds =.&br=1.
8 Trading Economics: United Kingdom Interest Rate, https://tradingeconomics.com/united-kingdom/interest-rate.
9 Trading Economics: United States Fed Funds Interest Rate, https://tradingeconomics.com/united-states/interest-rate.
10 Board of Governors of the Federal Reserve System: Plans for Reducing the Size of the Federal Reserve's Balance Sheet, https://www. federalreserve.gov/newsevents/pressreleases/monetary20220504b.htm

Die EZB verfolgte einen ähnlichen Kurs wie die Fed und die Bank of England. Die Europäische Zentralbank hob den Leitzins zwischen Januar und Juni 2023 um 2 Prozentpunkte auf 4,5% (Hauptrefinanzierungssatz) an. Dies entspricht ebenfalls dem höchsten Zinsniveau seit 2001 11. Während von der EZB die Papiere innerhalb ihres Pandemic Emergency Purchasing Programm bis Ende 2024 reinvestiert werden, begann im März 2023 der langsame Abbau der Wertpapiere im Asset Purchase Programm (APP). Hier wurden die auslaufenden Papiere zwischen März und Juni nur noch in Teilen reinvestiert. Ab Juli 2023, wurden auslaufende Papiere gänzlich nicht mehr reinvestiert 12.

Dass die Finanzmärkte vor allem zukunftsgetrieben sind, erkennt man deutlich an den Börsenbewegungen im letzten Jahr. Trotz der konjunkturellen Eintrübung legte der DAX 40 im Jahresverlauf erheblich zu, speziell nach der Beendigung des Zinsanhebungszyklus der EZB im Sommer und der Erwartung der Finanzmärkte auf mögliche baldige erste Zinssenkungen. Kurzfristig wurde sogar die Rekordmarke von 17.000-Punkten überschritten 13. Das Jahr beendete der Index bei 16.752 Punkten und legte damit um 20,3% zum Vorjahr zu 14. Der amerikanische Dow Jones Index legte nicht ganz so stark zu, konnte aber ebenfalls von den Erwartungen der Finanzmarktteilnehmenden zu Zinssenkungen profitieren. Am Ende stieg der Index um 13,7% im Jahr 2023 im Verhältnis zu 2022 15.

Die globale Konjunkturabkühlung hat Deutschland aufgrund seines hohen Exportanteils (Exporte haben einen Anteil von 50% des Bruttoinlandproduktes, abzüglich der Importe haben die Netto-Exporte einen Anteil von 5%) deutlich getroffen. Die wichtigsten Handelspartner (USA, China, Euro-Raum) wiesen alle eine schwächere Performance auf als vor dem Beginn der Pandemie. Neben dem Außenhandel, war auch der Private Konsum ein Faktor, der das Wirtschaftswachstum begrenzte. Zwar ist die jährliche Inflationsrate fast kontinuierlich im Jahr 2023 von 8,7% im Januar auf 3,7% im Dezember gefallen 16 , allerdings war das nun das dritte Jahr in Folge mit einer hohen Inflationsrate 17. Die Inflation war so hoch, dass sie die Nominallohn-Anstiege in den letzten Jahren in Deutschland überkompensiert hat. Erst seit dem zweiten Quartal 2023, sind die inflationsbereinigten Reallöhne wieder zum Vorjahr gewachsen. Mit einem Plus von 0,1% und 0,6% zum Vorjahr 18 , blieben sie allerdings über das Sommerhalbjahr 2023 niedrig und steigerten die Kaufkraft der Verbraucherinnen und Verbraucher kaum. Auch wenn die Nominallöhne über das Jahr spürbar gestiegen sind, ist die Verhandlungsmacht der Arbeitnehmenden etwas zurückgegangen. So stieg die Arbeitslosenquote über das Jahr an und lag im Dezember 2023 nicht-saisonbereinigt 0,3 Prozentpunkte höher als im Vorjahr 19. Private Investitionen fielen trotz des hohen Zinsniveaus relativ robust aus 20. Die Bauinvestitionen gaben zeitweise etwas nach, aufgrund einer geringeren Wohnungsbauaktivität. Dies wurde allerdings vom Anlagenbau und öffentlichen Bau ausgeglichen. Insgesamt schrumpfte das deutsche Bruttoinlandsprodukt 2023 nach ersten Schätzungen des Statistischen Bundesamtes um -0,1% zum Vorjahr (preis- und kalenderbereinigt), nach einem Plus von 1,9% in 2022 und 3,1% im Jahr 2021 21. Das negative Gesamtjahresergebnis geht weniger auf die wirtschaftliche Entwicklung im Jahr 2023, sondern eher auf den Endpunkt des Jahres 2022 zurück. Durch das Minus von 0,4% im vierten Quartal 2022 (preis- und saisonbereinigt zum Vorquartal), entstand ein negativer Überhangeffekt für das Jahr 2023, welches über das Jahr nicht ausgeglichen werden konnte. Tatsächlich stagnierte die Wirtschaftsleistung in den ersten drei Quartalen des Jahres mehr oder weniger. Im ersten Quartal glich eine starke Entwicklung der privaten Investitionen zusammen mit einer guten Entwicklung des Außenhandels einen schwächere Dynamik des Privaten Konsums aus und das BIP stagnierte (preis- und saisonbereinigt, zum Vorquartal). Im zweiten Quartal legte das BIP mit 0,1% zum Vorjahr minimal zu, dank einer leichten Belebung des Privaten Konsums, während im dritten Quartal das BIP minimal zurückging um 0,1% zum Vorquartal. Im vierten Quartal sollte die Wirtschaft erneut ein leichtes Minus ausgewiesen haben (-0,1%), gegeben der Jahressrate (das Ergebnis für Q4 2023 wurde zum Zeitpunkt des Schreibens noch nicht veröffentlicht). Dies hatte sich in den schwächeren Zahlen der Industrieprodukten und des Außenhandels bereits angedeutet.

11 Trading Economics: Euro Area Interest Rate, https://tradingeconomics.com/euro-area/interest-rate.
12 EZB: Asset Purchase Programmes, https://www.ecb.europa.eu/mopo/implement/app/html/index.en.html.
13 Finanzen.net: Zinssenkungsfantasien treiben Dax erstmals über 17.000-Punkte-Marke https://www.finanzen.net/nachricht/aktien/zinssenkungsfantasien-treiben-dax-erstmals-ueber-17-000-punkte-marke-13116561.
14 Finanzen.net: DAX 40 Höchst-/Tiefstände, https://www.finanzen.net/index/dax/hochtief
15 Finanzen.net: Dow Jones 30 Industrial Höchst-/Tiefstände, https://www.finanzen.net/index/dow jones/hochtief.
16 Trading Economics: Germany Inflation Rate, https://tradingeconomics.com/germany/inflation-cpi.
17 Statistisches Bundesamt (Destatis): Verbraucherpreisindex Deutschland, Jahre, https://wwwgenesis.destatis.de/genesis/online?sequenz=tabelleErgebnis&selectionname=61111-0001&startjahr=1991#abreadcrumb.
18 Statistisches Bundesamt (Destatis): Reallöhne im 3. Quartal 2023 um 0,6% höher als im Vorjahresquartal, https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2023/11/PD23 456 62321.html
19 Statistisches Bundesamt (Destatis): Arbeitslosenquote Deutschland, https://www.destatis.de/DE/Themen/Wirtschaft/Konjunkturindikatoren/Arbeitsmarkt/arb210a.html.
20 Statistisches Bundesamt (Destatis): Verwendung des Bruttoinlandsprodukts, https://www.destatis.de/DE/Themen/Wirtschaft/Volkswirtschaftliche- Gesamtrechnungen-Inlandsprodukt/Tabellen/bruttoinlandsproduktverwendung-viertel-jahre.html.
21 Statistisches Bundesamt (Destatis): Bruttoinlandsprodukt im Jahr 2023 um 0,3% gesunken, https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2024/01/PD24 019 811.html

Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen in Deutschland im Jahr 2023 war geprägt von einem Normalisierungsprozess. Zwischen Januar und August ist die Anzahl der monatlichen Insolvenzen fast kontinuierlich gestiegen und haben sich über den Sommer auf einem erhöhten Niveau stabilisiert (aktueller Stand im Januar 2024). In den ersten zehn Monaten des Jahres 2023 lag die Zahl der Unternehmensinsolvenzen bei 14.751, was einem Plus von 24,1% zum Vorjahr entspricht 22. Damit ist die Zahl der Insolvenzen im vergangenen Jahr deutlich gestiegen und hat sich in der zweiten Jahreshälfte dem Vor-Pandemieniveau von 2019 angepasst 23. Der Schaden in Form von voraussichtlichen Forderungen aus den Insolvenzen ist noch einmal stärker gestiegen. Nach den Jahren 2020 und 2021 mit extrem hohen Forderungen (44,1 Mrd. Euro und 48,3 Mrd. Euro), gingen die Forderungen im Jahr 2022 deutlich zurück mit 14,8 Mrd. Euro. Im Jahr 2023 deutet sich eine Normalisierung auf erhöhtem Niveau an. Bislang (Januar bis Oktober) steht ein Schaden von 22,6 Mrd. Euro zu Buche. Dies entspricht einem Anstieg von 104% zum Vorjahr 2022, ist aber grob im Bereich der Zahlen von 2016, 2017 und 2019.

Die konjunkturelle Eintrübung führte zu ordentlichen Sparmaßnahmen, die auch im Geschäft der Kreditversicherung sichtbar wurde. Der Wettbewerb hat spürbar zugelegt. Gemessen an Beitragseinnahmen legte in Deutschland das Kreditversicherungsgeschäft, das Hauptgeschäftsfeld der Coface-Gruppe, im Jahr 2023 nach Hochrechnung des GDV in der Sparte Warenkredit/Delkredere-Versicherung nur noch um 3% 24 zum Vorjahr zu (nach einem Plus von 11,0% im Jahr 2022 25 und 9,5% im Jahr 2021) 26. Im Bereich der Kautionsversicherung stiegen die Beitragseinnahmen hingegen deutlich stärker um 9,0% zum Vorjahr (nach einem Plus von 10,0% in 2022). Das Factoring-Geschäft entwickelte sich im ersten Halbjahr 2023 solide, konnte aber ebenfalls die 2022er-Zahlen nicht halten. Der Deutsche Factoring-Verband e.V., Berlin, meldet, dass die Umsätze (Volumen angekaufte Forderungen) der Mitgliedsunternehmen im ersten Halbjahr 2023 um 5,7% zum Vorjahreszeitraum auf 192,8 Mrd. Euro gestiegen sind 27. Im ersten Halbjahr 2022 hatte der Anstieg noch bei 24,5% zum Vorjahr gelegen 28.

22 Statistisches Bundesamt: 12,3% mehr beantragte Regelinsolvenzen im Dezember 2023 als im Dezember 2022, https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2024/01/PD24_016_52411.html.
23 Statistisches Bundesamt GENESIS-Datenbank: Voraussichtliche Forderungen (Unternehmen): Deutschland, Monate, Wirtschaftszweige (Abschnitte), https://www-genesis.destatis.de/genesis//online?operation=table&code=52411- 0012&bypass=true&levelindex=0&levelid=1641483216746#abreadcrumb
24 GDV: Zahlungsausfälle und Insolvenzen steigen - Kreditversicherer spüren Wachstumsschwäche Deutschlands, https://www.gdv.de/gdv/medien/medieninformationen/kreditversicherer-zahlungsausfaelle-steigen-118766.
25 GDV: Kreditversicherer: Zahlungsausfälle steigen, https://www.gdv.de/gdv/medien/medieninformationen/kreditversichererzahlungsausfaelle-steigen-118766.
26 GDV: Wirtschaftliche Erholung steht auf tönernen Füßen, Wirtschaftliche Erholung steht auf tönernen Füßen (gdv.de).
27 Deutscher Factoring Verband e.v.: Factoring in 2023: Solides Wachstum im ersten Halbjahr, 20230801 - finale PM 1 Halbjahr 2023.pdf (factoring.de).
28 Deutscher Factoring Verband e.v.: Factoring in 2022: Halbjahresbericht seigt starken Zuwachs - aber dunkle Wolken voraus, https://www.factoring.de/factoring-2022-halbjahresbericht-zeigt-starken-zuwachs-aber-dunkle-wolken-voraus.

Prognose

Das Jahr 2024 dürfte von Risikoseite ähnlich verlaufen wie die zweite Hälfte des Jahres 2023. Der Krieg in der Ukraine sowie die Spannungen in den Beziehungen zwischen China und Taiwan bleiben bestehen, dürften aber nach Coface-Erwartungen nicht weiter eskalieren. Eine Ausweitung des Nahost-Konfliktes ist ebenfalls nicht Teil des Basisszenarios von Coface, kann aber nicht ausgeschlossen werden. Während Lieferkettenprobleme im Jahr 2024 keine größere Rolle mehr spielen sollten (hängt auch von der Entwicklung des Nahost-Konfliktes ab), bleibt der Fachkräftemangel global ein Problem. Zudem sollten die Auswirkungen des Klimawandels noch spürbarer auch für die globale Wirtschaft werden. Insgesamt bleibt die globale Wirtschaft auf Wachstumskurs im Jahr 2024, Coface erwartet aber, dass die Wachstumsrate nur noch bei 2,2% zum Vorjahr liegen dürfte (nach 2,4% im Vorjahr 2023) und damit deutlich unterhalb des durchschnittlichen Vor-Pandemieniveaus 29 wächst. Die etwas geringere Wachstumsdynamik sollte von den USA her kommen, die ihre robuste Entwicklung aus dem Vorjahr wohl dieses Jahr nicht halten werden können. So wird für die USA vor allem ein geringeres Wachstum des Privaten Konsums erwartet, nachdem im letzten Jahr wohl das stärkere Konjunkturwachstum hauptsächlich auf einen Abbau der Ersparnissen der Privaten Haushalte zurückging. Dagegen dürften die Konjunkturdynamik in den Emerging Markets noch stärker anziehen. Dies geht weniger auf China und Emerging Asia zurück, da diese hauptsächlich ihre Wachstumsraten halten werden, sondern mehr auf Lateinamerika und Afrika. Auch die entwickelten Volkswirtschaften werden wohl etwas stärker wachsen. Dazu gehört die Wirtschaft des Euro-Raums, die nach einem Wachstum von 0,6% im Jahr 2023 (preis- und kalenderbereinigt) um 1,2% zum Vorjahr zulegen sollte.

Die Phase der extrem hohen Inflationsraten sollte 2024 vorbei sein. Angesichts der hohen Auslastung der Gasspeicher, sind extreme Preisanstiege bei der Gasversorgung unwahrscheinlich. Anstiege des Ölpreises aufgrund einer möglichen Eskalation des Nahost-Konfliktes können nicht ausgeschlossen werden, sind aber nicht Teil des Coface-Basisszenarios. Die Lohnforderungen der Gewerkschaften dürften zum Jahresanfang hoch bleiben aufgrund der starken Marktmacht der Arbeitnehmenden, trotz einer leicht zunehmenden Arbeitslosenquote. Dies gilt generell im Euro-Raum. In Deutschland kommen als Inflationstreiber die Anhebung des CO 2 -Preises von 30 Euro pro Tonne auf 45 Euro pro Tonne 30 , sowie die Zurücksetzung der Mehrwertsteuer für Gas/Fernwärme 31 und für die Gastronomie auf 19% 32 hinzu. Diese Preisfaktoren werden dazu führen, dass die Inflationsrate im Euro-Raum sowie in Deutschland über das Jahr 2024 nur langsam fallen sollte und wohl oberhalb des 2%-Inflationsziels der EZB liegen 33. Die Europäische Zentralbank sollte den Leitzins innerhalb dieses Umfeldes noch länger auf dem aktuell hohen Niveau halten und erste Zinssenkungen ab Mitte des Jahres vornehmen. Die Senkung des Leitzinses dürfte allerdings nur in kleinen Schritten erfolgen und damit das Zinsumfeld generell erhöht bleiben. Der Zeitpunkt für den ersten Zinsschritt nach unten und den Umfang dessen, bleibt jedoch abhängig von der Inflationsentwicklung und dem konjunkturellen Umfeld im Euro-Raum. Bei den Anleiheankaufprogrammen sollten die auslaufenden Wertpapiere innerhalb des PEPP (Pandemic Emergency Purchase Programme) vollständig reinvestiert werden bis Ende des Jahres. Die Papiere des APP werden dagegen, wie schon im Jahr 2023, nicht mehr reinvestiert.

29 Coface: Barometer Country and Sector Risks Q3 2023, Oktober 2023: Macroeconomics put to the test by microeconomic deterioration, https://www.coface.com/news-economy-and-insights/country-and-sector-risk-barometer-q3-2023-macroeconomics-put-to-the-test-by-microeconomic-deterioration .
30 BR: Bundestag belschießt CO2-Preiserhöhung für 2024, https://www.br.de/nachrichten/wirtschaft/bundestag-beschliesst-co2- preiserhoehung-fuer-2024, TyV7MyL.
31 DIHK: Mehrwertsteuer auf Gas und Fernwärme soll früher steigen, https://www.dihk.de/de/themen-und-positionen/mehrwertsteuer-aufgas-und-fernwaerme-soll-frueher-steigen-104326.
32 Tagesschau: Mehrwertsteuer in der Gastronomie steigt wieder, https://www.tagesschau.de/wirtschaft/unternehmen/mehrwertsteuer-gastronomie-anhebung-100.html.
33 EU Komission: Autumn 2023 Economic Forecast, A modest recovery ahead after a challenging year, https://economy-finance.ec.europa.eu/economic-forecast-and-surveys/economic-forecasts/autumn-2023-economic-forecast-modest-recovery-ahead-after-challengingyear_en.

Die deutsche Wirtschaft sollte 2024 nur ein leichtes Wachstum zeigen. Dieses dürfte vom Privaten Konsum getragen sein, da die Inflation mit einer durchschnittlichen Jahresrate von 2,7% zum Vorjahr deutlich niedriger ausfallen dürfte als das Wachstum der Nominallöhne, welches die Bundesbank mit 5% kalkuliert 34. Die gestiegene Kaufkraft sollte in Teilen in einen höheren Konsum umgesetzt werden. Positive Effekte werden ebenfalls von der globalen Konjunktur und damit dem Außenhandel erwartet, speziell aus dem Euro-Raum, die sich allerdings eher in der zweiten Jahreshälfte einstellen dürften. Auch der private Anlagenbau sollte, wie schon im letzten Jahr mit trotz des hohen Zinsniveaus, positiv zum Wachstum beitragen. Die Baubranche könnte dagegen eher ein gemischt bis negatives Bild abgeben. Der private Wohnungsbau verzeichnet bereits seit Frühjahr 2022 einen spürbaren Rückgang bei den Baugenehmigungen 35. Dieses niedrige Niveau sollte sich weiter fortsetzten angesichts des weiterhin hohen Zinsniveaus. Der öffentliche und der gewerbliche Bau (speziell von Fabriken, weniger von Bürogebäuden) sollte aber wie schon im Jahr 2023 einen Teil dieses Rückgangs ausgleichen. Negativ auf das Wachstum werden wohl auch die staatlichen Ausgaben wirken, die angesichts der Haushaltskürzungen zum Anfang des Jahres 2024, geringer ausfallen dürften als noch im vergangenen Jahr. Zusammengenommen dürfte nach einem schwachen Jahr mit einem Wirtschaftswachstum von -0,1% zum Vorjahr (preis- und kalenderbereinigt) im Jahr 2023, in diesem Jahr ein Plus von 0,6% zum Vorjahr erreicht werden.

Coface erstellt derzeit keine Prognose für die Anzahl der Unternehmensinsolvenzen. Generell ist allerdings mit einem leichten Anstieg gegenüber dem Niveau von Herbst 2023 zu rechnen. Damit würden 2024 ungefähr eine ähnliche Zahl wie 2019 erreichen. Dies wäre das höchste Niveau seit Beginn der Pandemie, aber im Vergleich zum Vorpandemie-Niveau noch relativ niedrig.

34 Deutsche Bundesbank: Monatsbericht Dezember 2023, Sinkende Inflation, aber noch keine Entwarnung - Perspektiven der deutschen Wirtschaft bis 2026, https://www.bundesbank.de/resource/blob/920342/b4a237de9f9288ffa511a87e5ae75c73/mL/2023-12- prognose-data.pdf S. 26.
35 Statistisches Bundesamt (Destatis): Baugenehmigungen für Wohnungen im Oktober 2023: - 11,5% gegenüber Vorjahresmonat, https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2023/12/PD23_482_3111.html

II. Geschäftsentwicklung

Die Coface Finanz betreibt im Rahmen der von der BaFin erteilten Erlaubnis das Factoringgeschäft. Die Gesellschaft betreibt ihr Geschäft ausschließlich von ihrem Sitz in Mainz und unterhält keine Zweigstellen. Es werden insbesondere die Produkte TradeFactor und Full-Service-Factor am Markt angeboten. Daneben bestehen Lösungen für Unternehmen mit den Produkten ReverseFactor, CMPA- und CMPACoFactor. Die Akquisition neuer Anschlusskunden erfolgt im Wesentlichen über Banken, Berater, Makler sowie den Direktvertrieb durch eigene Mitarbeiter der Gesellschaft. Bei den Anschlusskunden handelt es sich zum 31. Dezember 2023 weiterhin überwiegend um inländische Kunden. Die wesentlichen Anschlusskunden im Ausland sind in den Niederlanden, den USA und Dänemark geschäftsansässig.

Das abgelaufene Geschäftsjahr 2023 stand für die Coface Finanz GmbH, Mainz (Coface Finanz), im Zeichen eines deutlichen Wachstums des Neukundengeschäfts sowie eines unterdurchschnittlichen Kündigungsvolumens. Das Bestandsgeschäfts sank hingegen, insbesondere in der zweiten Jahreshälfte deutlich, ausgelöst durch eine deutlich nachlassende gesamtwirtschaftliche Entwicklung sowie überwiegend sinkenden Rohstoffpreisen. Dies wurde kombiniert mit einer Fortsetzung der stringenten Ausrichtung auf ein risikoadäquates Portfolio unter Berücksichtigung des sogenannten selbstliquidierbaren Ansatzes sowie angestrebter Neugeschäfts- und Rentabilitätssteigerungen in den im strategischen Plan definierten Segmenten.

Gleichzeitig galt es weiterhin, das Portfolio basierend auf der zurückgehenden gesamtwirtschaftlichen Entwicklung risikoadäquat zu steuern. Vor dem Hintergrund sinkender Umsätze mit bestehenden Kunden sowie der starken Neukundenentwicklung und der Durchsetzung von breit angelegten Preiserhöhungen konnten die Factoringumsätze und das Ergebnis aus Factoring-Geschäften dennoch gesteigert werden.

Der Kundenbestand blieb im Geschäftsjahr mit 553 nach 559 recht stabil, was weiterhin auf die stringente risikoorientierte Ausrichtung zurückzuführen ist. Die Entwicklung der Nettoproduktion, die sich aus der Differenz der annualisierten Ertragswerte von Neukunden und Kundenabgängen berechnet erhöhte sich im abgelaufenen Geschäftsjahr deutlich und betrug in 2023 5,7 Mio. Euro (VJ: 0,3 Mio. Euro). Diese Entwicklung wurde durch das Neukundenwachstum überkompensiert, so dass der Gesamtumsatz der im Factoring abgewickelten Forderungen leicht um 2,0% gesteigert werden konnte.

Die Zins- und Gebührenmargen konnte im abgelaufenen Geschäftsjahr in der Portfoliobreite weiter optimiert werden und verbesserten den Gross Yield in 2023 leicht. Wie erwartet mussten in 2023 ebenfalls leicht höhere Zinsaufwendungen in der Refinanzierung verzeichnet werden. Durch die stringente Fortsetzung der Portfoliooptimierung und einem starken Fokus aller Geschäftsbereiche auf das Risikomanagement haben sich die Ausfälle im Portfolio auch in 2023, trotz einer sich eintrübenden Gesamtkonjunktur positiv entwickelt. Die Erwartung an das Risikoergebnis konnten übererfüllt werden. Dementsprechend konnte die Coface Finanz ein Jahresergebnis von 20,8 Mio. Euro im Geschäftsjahr erreichen, was über den Erwartungen liegt.

Vermögenslage

Die Vermögenslage der Coface Finanz wird insbesondere durch den Verlauf des betriebenen Factoringgeschäfts, durch FCT VEGA sowie durch die bestehenden Kreditversicherungen für Delkredere- und Veritätsrisiken bestimmt.

Die Forderungsbestände vor dem bilanzwirksamen Abgang an FCT VEGA sind mit 2.475 Mio. Euro im Vergleich zum Vorjahr (2.527Mio. Euro) auf stabilem Niveau geblieben. Nach Berücksichtigung des Bilanzabgangs betragen die Forderungen an Kunden zum Bilanzstichtag 1.046 Mio. Euro im Vergleich zu 1.059 Mio. Euro zum Ende des Vorjahres. Die Entwicklung ist im Wesentlichen auf die Regeln zur Kundenkonzentration zum Ankauf durch FCT VEGA. Der zur Verfügung stehende Finanzierungsrahmen über FCT VEGA wurde zum aktuellen Bilanzstichtag nicht vollständig ausgenutzt (87,6%).

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kunden sind gegenüber dem Vorjahr (416,3 Mio. Euro) mit 474,7 Mio. Euro erneut höher ausgefallen. Dieser Posten bewegt sich in eine ähnliche Richtung wie die Forderungskonten vor Verkauf an FCT VEGA und umfasst Kaufpreiseinbehalte, Sondersperrkonten und Guthaben auf Abrechnungskonten, in deren Höhe wir gegenüber unseren Kunden verpflichtet sind.

Der Entschädigungsanspruch gegenüber den Kreditversicherungen ist mit 8,8 Mio. Euro erneut und deutlich niedriger ausgefallen als im Vorjahr (25,6 Mio. Euro). Im Kundenbereich ist der Bestand an Entschädigungsansprüchen aufgrund mehrerer Entschädigungsleistungen weiter rückläufig.

Die sonstigen Vermögengegenstände werden wesentlich durch ein Darlehen an Coface Poland Factoring Sp. z.o.o ., Warschau/Polen (Coface Polen), für den Erwerb von Junior Notes von FCT VEGA beeinflusst, welches zum Bilanzstichtag einen Saldo von 285,2 Mio. Euro (Vorjahr 264,1 Mio. Euro) auswies.

Finanzlage

Unsere Refinanzierung basiert auf drei Säulen:

Refinanzierung über FCT VEGA;

Refinanzierung aus einem Commercial Paper-Programm, das uns über ein konzerninternes Darlehen zur Verfügung gestellt wird; und

Refinanzierung über unsere Drittbankenpartner.

Die Möglichkeit, Forderungen im Rahmen von FCT VEGA zu verbriefen und am Kapitalmarkt zu platzieren, wurde bereits im Jahr 2012 etabliert und im Geschäftsjahr 2019 bis zum Juli 2024 verlängert. Das saisonal schwankende Volumen der an FCT VEGA verkauften Forderungen führte im Jahresverlauf zu einer durchschnittlichen Linienausnutzung von 90% (Vorjahr 86,9 %).

Die mittelbare Emission von Commercial Papers, als weitere wesentliche Säule der Refinanzierung, ist bis zu einem Rahmen von 700 Mio. Euro in den Währungen Euro und US-Dollar verfügbar. Durchschnittlich wurde das Programm im Geschäftsjahr 2023 mit 559,7 Mio. Euro und 114,2 Mio. US-Dollar in Anspruch genommen. Zum Bilanzstichtag 2023 wurden 549 Mio. Euro (Vorjahr 508 Mio. Euro) in Anspruch genommen; und 97,3 Mio. Euro in US-Dollar (Vorjahr 107,8 Mio. Euro).

Die Vereinbarungen mit Drittbanken wurden im Berichtsjahr prolongiert.

Die Finanzlage der Gesellschaft ist geordnet. Sie verfügt über Kreditzusagen, die sowohl kurzfristige, als auch mittelfristige Schwankungen im Refinanzierungsmix ausgleichen können. Eine jederzeit zuverlässige Refinanzierung ist einer unser zentraler Erfolgsfaktoren. Mit großer Wertschätzung begegnen wir unseren langjährigen Refinanzierungspartnern für die Bereitstellung von Liquiditätsmitteln im benötigten Umfang.

Das Eigenkapital der Gesellschaft beträgt weiterhin 24 Mio. Euro. Darüber hinaus werden die Aktivitäten der Gesellschaft auf Ebene der Coface Gruppe gemäß der CRR-Regularien (Capital Requirements Regulation) mit Eigenkapital unterlegt. Entsprechend berücksichtigt die Coface Finanz auch die Kosten des auf Gruppenebene allokierten Eigenkapitals und erfüllt die damit verbundenen Renditeerwartungen.

Ertragslage

Unsere Kunden haben uns im abgelaufenen Geschäftsjahr ein Forderungsvolumen von 37,0 Mrd. Euro nach 36,3 Mrd. Euro im Jahr zuvor angedient. Der Anstieg steht im Zusammenhang mit den neu angebundenen Kunden.

Entsprechend der Erhöhung bei dem angekauften Forderungsvolumen und der durchschnittlichen Kundeninanspruchnahme stiegen die Zins- und Gebührenerträge auf insgesamt 160,9 Mio. Euro nach 84,7 Mio. Euro im Vorjahr. Neben dem bereits ausgeführten positiven Mengeneffekt, ist konnte die Zinsmarge bei 1,67% stabil gehalten werde. Der Gebührensatz blieb mit 0,09 % ebenfalls auf Vorjahresniveau.

Die Zinsaufwendungen von insgesamt TEUR 110.146 (Vorjahr TEUR 41.034) beinhalten im Wesentlichen die zu entrichtenden Zinsabschläge an FCT VEGA von TEUR 67.587,7 (Vorjahr TEUR 29.344). Die höheren Zinseinnahmen und -aufwendungen sind auf das allgemein höhere Zinsniveau in 2023 zurückzuführen. Auch das durchschnittliche Refinanzierungsvolumen ist mit 72% stark angestiegen.

Die sonstigen betrieblichen Erträge blieben mit 9,7 Mio. Euro leicht unter dem Vorjahr mit 9,8 Mio. Euro. Diese Erträge setzten sich aus Gebühren für Service-Tätigkeiten der Coface Finanz, Limit-Gebührenerträgen und Erträgen aus Kostenweiterbelastungen von Außenprüfungsgebühren zusammen.

Die allgemeinen Verwaltungsaufwendungen sind im Geschäftsjahr 2023 von 24,8 Mio. Euro auf 25,5 Mio. Euro angestiegen, was im Wesentlichen an den Personalaufwendungen (0,3 Mio. Euro) sowie aus einer Erhöhung der Rechtskosten um 0,2 Mio. Euro resultiert.

Das Risikoergebnis liegt mit einem Aufwand von 9,8 Mio. EUR deutlich unter dem Vorjahr (17,5 Mio. EUR). Wesentliche Abweichungen zum Vorjahr gab es in der Höhe der zu entrichtenden Risikokosten für FCT VEGA, die von 8,9 Mio. Euro auf 3,0 Mio. Euro reduziert werden konnten. Die Prämie für die Forderungsausfallrate, die von der Coface Finanz an FCT VEGA entrichtet wird und die erwarteten Ausfälle widerspiegeln soll, konnte aufgrund der geringen Forderungsausfälle in den letzten Jahren nach unten angepasst werden. Daneben konnten auch die Prämien für die Kreditversicherungen auf 3,6 Mio. Euro nach 5,6 Mio. Euro im Vorjahr verringert werden.

Die Coface Finanz hat im Berichtsjahr ein Ergebnis von 20,8 Mio. Euro (Vorjahr 6,6 Mio. Euro) erreicht, das nach Feststellung im Rahmen des bestehenden Ergebnisabführungsvertrags an die Compagnie Française d'Assurance pour le Commerce Extérieur SA, Niederlassung in Deutschland, Mainz (Coface Deutschland) abgeführt wird. Das höhere Zinsniveau führte zu einem wesentlich besseren Zinsergebnis, welches sich direkt im Ergebnis niederschlug.

Gesamtaussage zur wirtschaftlichen Lage

Die Geschäftsführung beurteilt die wirtschaftliche Lage zum Zeitpunkt der Aufstellung des Jahresabschlusses und Lageberichts insgesamt noch als zufriedenstellend, auch wenn sie sich im Vergleich zum Vorjahr spürbar eingetrübt hat.

Unsere Mitarbeiter

Die Coface Finanz beschäftigte am 31. Dezember 2023 99 Arbeitnehmer*innen. Der Personalstand gegenüber dem 31.12.2022 wuchs damit um 5 Mitarbeiter*innen.

Coface misst das Engagement der Beschäftigten mit einem 2021 neu eingeführten Tool namens MyVoicePulse, welches in vierteljährlichen Intervallen - erstmals im Oktober 2021 - mit unterschiedlichen Fragesets die Einstellung zum Unternehmen und die Zufriedenheit mit dem Arbeitgeber misst. In der letzten Runde nahmen 98% der Beschäftigten teil. Jede Führungskraft erstellt Aktionspläne für ihren/seinen Bereich und diskutiert diese mit den Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen. Die Ergebnisse werden auch als Net Promoter Score (NPS), ähnlich der ebenfalls bei Coface eingesetzten Kundenzufriedenheitsbefragung, angezeigt und helfen der Unternehmensleitung die Attraktivität als Arbeitergeber ständig zu verbessern.

Mit der Etablierung der Funktion "Client Relationship Manager Factoring" in der Coface Finanz und der damit verbundenen strukturellen, organisatorischen und funktionalen Änderungen der Bereiche Risk- und Account Management ist ein wesentlicher Baustein im Transformationsprozess der Coface Finanz in 2022 umgesetzt und in 2023 operativ verfeinert worden. Die neue Funktion folgt der Geschäfts- und Risikostrategie, die Risiken mit Factoringkunden ganzheitlich und aus einer Hand zu betrachten sowie auch die Kundenorientierung durch verbesserte Servicequalität zu steigern. Parallel dazu ist der Bereich Operations & Business Development geschaffen worden. Damit wird gewährleistet, dass die immer komplexer werdenden operativen Themenstellungen aus einem Verantwortungsbereich heraus gemanagt werden, ebenso wie die umfangreiche Projektpipeline rund um Prozessoptimierung, Digitalisierung und Weiterentwicklung der Coface Finanz.

Coface bietet internationale Mobilitätsprogramme an, die einen Austausch von Knowhow zwischen den Regionen ermöglichen, und für den einzelnen Mitarbeiter entsprechend attraktive Karriereangebote darstellen. In 2023 konnte die Anzahl von Entsendungen weiter gesteigert werden. Besonderer Wert wird auch auf die Förderung von weiblichen Talenten gelegt. Dies geschieht im Rahmen eines strukturierten Entwicklungsplanes, der gemeinsam mit dem Headquarter in Frankreich erarbeitet wird. Für Coface ist es wichtig, den Anteil der weiblichen Führungskräfte in den obersten Hierarchieebenen laufend zu steigern.

Das im Jahr 2022 während der COVID-19-Pandemie umgesetzte Konzept ,, Neue Arbeitswelten @ Coface" wird auch nach dem Ende der COVID-19-Pandemie aktiv von den Mitarbeitern* angenommen. Dieses Konzept setzt auf das zum mobilen Arbeiten mit dem Umbau unserer Zentrale in Mainz in 2021 aktivitätsbasiertes Arbeiten mit Desk-Sharing auf, um den Mitarbeitern* weitere Flexibilität geben zu können. Es werden unterschiedliche Arbeitsflächen für die Zusammenarbeit in Projekten und Teams, für konzentriertes Arbeiten und für die tägliche Büroarbeit bereitgestellt, so dass die Mitarbeiter ihren Arbeitsbereich entsprechend ihrer individuellen Bedürfnisse wählen können. Zudem ist das Arbeiten im Homeoffice an mehreren Tagen der Woche möglich. Die Coface Finanz sammelt derzeit in einer Pilotphase weiterhin praktische Erfahrungen mit einem neuen Arbeitszeitsystem, das es ermöglicht, einfach und flexibel verbunden mit der Individualisierung der Arbeitszeit (u.a. zur besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie und für mehr Flexibilität beim mobilen Arbeiten und im Homeoffice) zu arbeiten. Dabei soll die neue Arbeitszeitregelung im Einklang mit den Unternehmensanforderungen (u.a. Arbeitszeiten orientiert an den Kundenwünschen) gewahrt blieben.

Der Zusammenhalt unter der Belegschaft wurde von Coface mit unterschiedlichen virtuellen Formaten gefördert, auch um die fehlenden persönlichen Kontakte auszugleichen. Von regelmäßigen virtuellen Townhall-Meetings über eine virtuelle Diversity Week und eine virtuelle Nachhaltigkeitswoche, einem Sommerfest mit dem Thema "Festival der Farben" und einer Weihnachtsfeier in Mainz reichten die Maßnahmen, die interdisziplinär organisiert wurden.

III. Risiken und Chancen der künftigen Entwicklung

Risikobericht

Allgemeine und regulatorische Anforderungen

Die Coface Finanz GmbH betreibt das Factoring gemäß § 1 Absatz 1a Satz 2 Nr. 9 KWG und unterliegt als Finanzdienstleistungsinstitut im Sinne des KWG damit den Anforderungen des KWG.

Die Erbringung von Finanzdienstleistungen ist unweigerlich mit dem Eingehen von Risiken und möglichen Verlusten verbunden. Die Geschäftsführung ist gemäß § 25a Abs. 1 KWG für die ordnungsgemäße Geschäftsorganisation des Institutes verantwortlich und trägt die Gesamtverantwortung für die ordnungsgemäße Geschäftsorganisation und damit auch unabhängig von einer intern festgelegten Ressortzuständigkeit - für das Risikomanagement. Hierzu hat die Geschäftsführung ein Risikomanagementsystem eingerichtet, um Entwicklungen, die die Ertragskraft und den Fortbestand der Coface Finanz GmbH gefährden könnten, frühzeitig zu erkennen. Dabei wird das Risikomanagement kontinuierlich weiterentwickelt und an sich ändernde Marktbedingungen und dem regulatorischen Umfeld angepasst und ausgerichtet.

Kernaufgabe und Ziel des Risikomanagementsystems der Coface Finanz GmbH ist es Risiken

frühzeitig zu identifizieren,

zu bewerten, zu messen und zu kommunizieren,

sowie stets eine angemessene Steuerung und Überwachung, insbesondere der wesentlichen Risiken, zu gewährleisten, um Verluste zu aus eingegangen Risiken zu minieren.

Organisation des Risikomanagementsystems

Die Ausgestaltung des Risikomanagements der Coface Finanz folgt den von der BaFin veröffentlichten "Mindestanforderungen an das Risikomanagement" (MaRisk) in ihrer aktuellen Version von Mai 2023. Die MaRisk konkretisieren die qualitativen Anforderungen an eine ordnungsgemäße Geschäftsorganisation gemäß § 25a KWG und beinhalten Anforderungen an das Risikomanagement, die unter Berücksichtigung der Größe sowie entsprechend der Art, dem Umfang, der Komplexität und dem Risikogehalt der Geschäfte umzusetzen sind. Hierzu ist die Aufbau- und Ablauforganisation der Coface Finanz in einem 3-Lines-of-Defense-Modell aufgestellt. Das Risikomanagement folgt dabei klar definierten risikopolitischen Grundsätzen, welche verbindlich anzuwenden sind und deren Einhaltung fortlaufend überprüft wird, um eine angemessene und nachhaltige Unternehmens- und Risikokultur zu gewährleisten.

Den obersten Rahmen hierfür bildet eine konsistente Geschäfts- und Risikostrategie. Sie beschreibt den Aufbau des Geschäftsmodells im Sinne der regulatorischen Anforderungen und definiert die Leitplanken der geschäftlichen Aktivitäten. Die darin enthaltenen risikopolitischen Grundsätze bilden die Basis für eine angemessene Risikokultur im Unternehmen. Alle Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen sind angehalten ihr Handeln stets im Einklang an die strategische Ausrichtung auszurichten und Interessenskonflikte zu vermeiden. Das Management setzt sich laufend mit den Entwicklungen und Erwartungen des Marktumfeldes auseinander und nimmt bei Bedarf Anpassungen in den definierten Strategien vor. Die etablierte Aufbau- und Ablauforganisation folgt dem Grundsatz der Funktionstrennung. Im Geschäftsjahr 2023 wurden die Geschäfts- und Risikostrategie und das dazugehörige Risikoappetit und Limitsystem marginal gegenüber dem Vorjahr adjustiert.

Darüber hinaus ist die Coface Finanz GmbH elementarer Bestandteil der Konzernstrategie der Coface Gruppe und damit in diese eingebunden. Als Konzerngesellschaft ist sie ferner Teil der Gesamtrisikostrategie der Coface Gruppe.

Die Geschäftsstrategie der Coface Finanz sieht den Bezug von Leistungen und Kompetenzen aus dem Gruppenverbund oder von externen Dienstleistern vor. Dadurch ist die Gesellschaft in der Lage, flexibel auf sich ändernde Marktgegebenheiten zu reagieren und partizipiert darüber hinaus am vorhandenen Fachwissen spezialisierter, konzerninterner sowie externer Partner. Ein zentrales Auslagerungsmanagement im Bereich des Risikocontrollings ermöglicht ein einheitliches Vorgehen in der Steuerung und Überwachung bestehender und künftiger Auslagerungen.

Wichtiger Bestandteil des Risikomanagementsystems ist ein eingerichtetes internes Kontrollsystem auf drei Ebenen. Die erste Kontrollinstanz umfasst die prozessimmanenten Kontrollen, deren Effektivität regelmäßig durch unabhängige nachgelagerte Kontrollen (2nd Level) überwacht und turnusmäßig durch die interne Revision geprüft wird.

Das Risikomanagementsystem der Coface Finanz konkretisiert und operationalisiert sich über die schriftlich fixierte Ordnung aus Organisationsrichtlinien und Arbeitsanweisungen. Diese Organisationsrichtlinien stehen allen Mitarbeitern elektronisch zur Verfügung.

Risikoinventur

Grundlage für die Risikostrategie auf Institutsebene bildet die Risikoinventur, welche mindestens jährlich oder anlassbezogen durchgeführt wird, um das Risikoprofil der Gesellschaft zu ermitteln und zu bewerten. Auf Basis der identifizierten und mit dem Geschäftsmodell verbundenen wesentlichen Risiken erfolgt die Ausgestaltung des Risikomanagementsystems. Die Grundlage hierfür bildet das definierte Konzept zur Risikoinventur, gemäß welchem alle Fachbereiche - insb. die Compliance- Funktion und die Interne Revision - im Inventurprozess eingebunden sind. Das Ergebnis der Risikoinventur wird von der Geschäftsführung genehmigt.

Als Risiko versteht die Coface Finanz grundsätzlich negative Auswirkungen auf die Ertrags-, Vermögens oder Liquiditätslage infolge des Eintritts unsicherer zukünftiger Ereignisse verschiedenster Kategorien. Das Geschäftsmodell der Coface Finanz ist aufgrund seiner Ausgestaltung und Beschränkung auf das Anbieten von Factoringlösungen nur durch wenige Risikoarten geprägt. Die wesentlichen regelmäßig beobachteten Risiken sind:

Adressenausfallrisiken

Marktpreisrisiken

Liquiditätsrisiken

Operationelle Risiken

Risikoarten

Adressenausfallrisiken

Das Adressenausfallrisiko wird als das Risiko auf Grund des Ausfalls eines Geschäftspartners definiert und damit die Gefahr des vollständigen oder teilweisen Ausfalls von Zins-, Gebührenleistungen sowie Leistungen auf angekaufte Forderungen im Factoringgeschäft. Das Adressenausfallrisiko im Factoringgeschäft differenziert sich zwischen Debitorenrisiko (Abnehmerrisiko/ Delkredererisiko) sowie Kunden- bzw. Veritätsrisiko.

Das Debitorenrisiko besteht in mangelnder Zahlungsfähigkeit der Forderungsschuldner der angekauften Forderungen. Das Veritätsrisiko dagegen besteht in einer fehlenden oder eingeschränkten Werthaltigkeit bzw. Rechtsbeständigkeit der erworbenen Forderungen sowie durch unterlassene Zahlungsweiterleitungen des Factoring-Kunden.

Die Gesellschaft erwirbt regresslos nur Forderungen aus Lieferung und Leistung, die - abgesehen von vertraglich vereinbarten Selbstbehalten - vollständig gegen den Ausfall versichert sind. Auf Grund bestehender Warenkreditversicherungsverträge mit der Coface, Niederlassung in Deutschland oder anderen Kreditversicherungsunternehmen werden die sich ergebenden Debitorenrisiken vollständig abgesichert. In Einklang mit der Konzernstrategie überträgt die Coface Finanz damit das debitorische Ausfallrisiko vollständig auf die Coface, Niederlassung in Deutschland und andere Kreditversicherungsunternehmen.

Zur Begrenzung der Kundenrisiken hat die Gesellschaft Zielkundensegmente definiert, deren Kriterien bestimmte Eigenschaften des Forderungsverkäufers, der Branche, der Forderungen und der Debitoren einschließt. Ferner wird mit jedem Kunden individuell ein maximales Finanzierungslimit vereinbart, bis zu dessen Höhe Forderungsfinanzierungen vorgenommen werden. Die Vergabe der Finanzierungsrahmen unterliegt hierbei einem fest definierten und dokumentierten Vergabeprozess. Dabei wird bei der Beurteilung der Abnehmer- sowie Kundenrisiken auf vorhandene Strukturen, Expertise und Knowhow innerhalb der Coface Gruppe zurückgegriffen.

Die Bewertung des Kunden- und respektive Veritätsrisikos erfolgt durch ein internes Risikoklassifizierungsverfahren, wobei sowohl die Bonität der Factoring-Kunden als auch die Factorabilität der in die Factoring-Zusammenarbeit vorgesehenen Forderungen berücksichtigt werden. Die Ergebnisse unterliegen der kontinuierlichen Überwachung der jeweiligen Fachbereiche.

Ergänzt wird die Risikosteuerung durch zusätzliche Analyse- und Auswertungswerkzeuge zur detaillierten Bewertung des Veritätsrisikos. Zusätzlich nutzt die Coface Finanz Instrumente und Verfahren von anderen Konzerngesellschaften.

Mittels der monatlichen und vierteljährlichen Risikoberichterstattung an die Geschäftsleitung wird die Struktur des Risikos im Portfolio anhand folgender Faktoren dargestellt:

Analysen zu Ratingverteilungen, Vertragsstrukturen, Konzentrationen und Branchenstrukturen im Kunden- und Debitorenportfolio

Detailübersicht der Top 20 Kundengruppen, Focus- sowie Watchlistkunden

Altersgliederung des zum Stichtag angekauften Forderungsbestandes,

Über die aktuelle Entwicklung ausgewählter Engagements in der Intensivbetreuung, Sanierung und Abwicklung wird regelmäßig an die Geschäftsleitung berichtet.

Zur Beurteilung sonstiger Bonitätsrisiken verwendet die Gesellschaft konzerneinheitliche Bonitätseinschätzungen (Debtor Risk Assessment - DRA) die regelmäßig (mind. jährlich) und anlassbezogen durch eigene Einwertungen ergänzt werden.

Die im 2. Halbjahr 2019 begonnene Transformation der Risikosteuerung und -kultur wurde auch in 2023 konsequent fortgesetzt und bildete ein stabiles Fundament für ein agiles Management der Herausforderungen im Geschäftsjahr 2023. Neben einem klaren Fokus auf die Identifizierung und Steuerung der Veritätsrisiken, zur Vermeidung von Ausfällen bei Kundeninsolvenzen und zur Früherkennung von Betrugsaktivitäten durch die Factoringkunden, wurden weitere Veränderungen in der Aufbau- und Ablauforganisation vollzogen. Im Bereich Risikomanagement wurden die Funktionen Account Management und Risikomanagement zur Funktion Client Relationship Management auf der Marktfolgeseite zentralisiert. Darüber hinaus wurde im Geschäftsjahr 2023 ein mehrjähriges Projekt zur Weiterentwicklung und Verbesserung des Debitoren- und Limit Managements fortgesetzt.

Hinsichtlich der besonderen Lage in Osteuropa und Nahen Osten beobachtet Coface Finanz die Geschehnisse weiter aufmerksam, aufgrund des niedrigen Exposures in den Regionen ist die Situation jedoch von nur marginalem Risikogehalt. Es werden keine Geschäftsaktivitäten in den Regionen verfolgt. Vereinzelte Forderungsankäufe gegen Debitoren mit Sitz in Krisengebieten erfolgen restriktiv und unter der Bedingung einer staatlichen Ausfuhrpauschaldeckung.

Nachhaltigkeitsrisiken, als Einflussfaktor der Adressenausfallrisiken, werden auch für die Coface Finanz GmbH von zunehmender Bedeutung. Auch wenn aufgrund der vergleichsweisen kurzen Vertragslaufzeiten, wenig Einfluss auf das Risikoprofil auf Einzelengagementebene besteht, sind sie für die Coface Finanz GmbH von strategischer Bedeutung. Sie spielen eine wichtige Rolle hinsichtlich langfristiger und profitabler Kundenbeziehungen. In Einklang mit den Anforderungen zu ESG-Risiken aus der aktuellen MaRisk Novelle vom Mai 2023 erweiterte Coface Finanz die Methoden der Risikoinventur um ESG-Risiken und implementierte im Geschäftsjahr 2023 einen Ansatz zur Beurteilung der Nachhaltigkeitsrisiken der Factoringkunden im Neugeschäft. Die Nachhaltigkeitsbeurteilung von Bestandskunden folgt im Geschäftsjahr 2024. Auf Basis des ESG- Risikoprofils im Kundenportfolio wird Coface Finanz in den Folgejahren die strategische Ausrichtung im Umgang mit ESG-Risiken definieren, überwachen und bei Bedarf anpassen.

Marktpreisrisiken

Das Marktpreisrisiko wird als das Risiko einer negativen Abweichung der Ertragslage bzw. eines potenziellen Verlusts auf Grund von nachteiligen Veränderungen von Marktpreisen oder preisbeeinflussenden Parametern definiert. Im Wesentlichen unterliegt die Coface Finanz dem Zinsänderungsrisiko. Auch wenn die Coface Finanz GmbH sich grundsätzlich fristenkongruent refinanziert und keine nennenswerten Marktpreisrisiken eingeht, stuft sie das Zinsänderungsrisiko obligatorisch als wesentlich ein.

In Bezug auf Fremdwährungsrisiken wählt die Coface Finanz GmbH die Strategie Risikovermeidung und übernimmt daher keine Risiken aus Wechselkursschwankungen für angekaufte Forderungen. Finanzierte Fremdwährungsforderungen werden kongruent refinanziert. Offene Fremdwährungspositionen sind limitiert und werden kontinuierlich überwacht.

Liquiditätsrisiken

Die Coface Finanz definiert die Einzelrisiken der Liquiditätsbeschaffung und Refinanzierung wie folgt:

Zahlungsunfähigkeitsrisiko bzw. Liquiditätsrisiko im engeren Sinne als das Risiko Zahlungsverpflichtungen im Zeitpunkt der Fälligkeit nicht nachkommen zu können

Refinanzierungsrisiko als das Risiko den Liquiditätsbedarf nicht ausreichend bzw. nicht zu den erwarteten Konditionen zu decken

Im Wesentlichen betrifft dies ständig ausreichend Refinanzierungsmöglichkeiten zur Verfügung haben um die laufend fälligen Zahlungsverpflichtungen aus angekauften Forderungen nach zu kommen. Vor dem Hintergrund der Notwendigkeit der Refinanzierung des Geschäftsmodells stuft die Coface Finanz das Refinanzierungsrisiko als wesentlich ein.

Für das Liquiditätsmanagement bedient sich die Coface Finanz dem Bereich Finanzen der Coface, Niederlassung in Deutschland. In Abhängigkeit vom betrachteten Zeithorizont besteht für das Geschäft eine dezidierte Liquiditätsplanung und Liquiditätsdisposition. Den Rahmen hierfür bildet die mehrjährige Liquiditätsplanung. Unter Berücksichtigung der geplanten Geschäftsentwicklung werden ausreichend Liquiditätsspielräume vorgesehen. Die Refinanzierungsstrukturen und der Refinanzierungsbedarf unterliegen dabei einer täglichen Überwachung mittels geeigneter Indikatoren, sowie einer mindestens monatlichen Überprüfung der Ist-Situation und Zukunftsannahmen der Prognose, um ggf. kurzfristig auf aktuelle Gegebenheiten und Erwartungen reagieren zu können. Die Geschäftsleitung wird hierzu wöchentlich über die laufende Liquiditätssituation und die Auslastung der Refinanzierungsfazilitäten informiert. Im Falle von Grenzwertüberschreitungen der Frühwarnindikatoren kann ein Notfallplan mit zusätzlichen Handlungsmöglichkeiten in Kraft gesetzt werden.

Auf Grund der Bedeutung des ABS-Programmes für die Refinanzierung wird das Programm eng überwacht und mittels geeigneter Kennzahlen gesteuert. Es erfolgt eine spezifische monatliche Berichterstattung über den aktuellen Status und Auslastung des Programms.

Im Geschäftsjahr 2023 führten die hohen Inflationsraten zu einem deutlichen Anstieg in den Ankaufsvolumina und damit einhergehenden höheren Refinanzierungsbedarf. Coface Finanz reagierte hierauf frühzeitig mit einer strategischen Ausweitung und Diversifizierung der Refinanzierungsmöglichkeiten. Im Geschäftsjahr 2023 standen jederzeit Refinanzierungsmittel in ausreichendem Umfang zur Verfügung. Die Liquidität der Coface Finanz war stets gegeben und gesichert.

Operationelle Risiken

Coface Finanz definiert das operationelle Risiko als das Risiko von Verlusten, die durch die Unangemessenheit oder das Versagen interner Verfahren, von Menschen und Systemen, oder durch externe Ereignisse verursacht werden. Rechtsrisiken sind dabei eingeschlossen.

Operationelle Risiken werden im Rahmen der Risikoinventur überprüft und bewertet und sind Gegenstand des vierteljährlichen Risikoberichtswesens an die Geschäftsleitung.

Die Coface Finanz ist in den Risk-Mapping-Prozess für operationelle Risiken der Coface Gruppe eingebunden. Dabei werden prozessorientiert potenziell wesentliche operationelle Risikoereignisse (Risikosituationen) analysiert sowie die eingerichteten internen Kontrollen auf Wirksamkeit und Angemessenheit beurteilt und überwacht.

Alle Mitarbeiter und Führungskräfte sind angehalten eingetretene Schadenfälle zeitnah und unaufgefordert zur Erfassung in der Schadensfalldatenbank zu melden. Es ist hierbei von zentraler Bedeutung, dass innerhalb des Unternehmens eine Kultur des transparenten Umgangs mit Risiken gelebt wird. Die Auswertung der Schadenfalldatenbank gibt Hinweise zu notwendigen Prozessanpassungen und bildet die Grundlage für die Risikobewertung im Rahmen des Risk- Mappings und der Risikotragfähigkeitsrechnung.

Werden aus der Schadenfallanalyse Handlungsmaßnahmen abgeleitet, werden diese mittels Maßnahmenplänen dokumentiert und die Umsetzung nachgehalten.

Die Coface Finanz partizipiert an dem von der Compagnie Française d'Assurance pour le Commerce Extérieur SA, Paris, Frankreich (Coface Europe) implementierten IT-Notfallkonzept, welches konkrete Maßnahmen im Falle eines Notfalls definiert. Die Maßnahmen zum IT-Notfall werden regelmäßig überprüft.

Die Coface Finanz stellt über einen Notfallplan sicher, dass der Geschäftsbetrieb auch in Notsituationen binnen 24 Stunden wieder vollständig aufgenommen werden kann. Daneben ist die Coface Finanz in das Business Continuity Management der Coface, Niederlassung in Deutschland eingebunden. Die regelmäßige Überprüfung der Notfallplanung sowie der Maßnahmen im Notfall wird zentral über das Business Continuity Management der Coface, Niederlassung in Deutschland gesteuert.

Um den aktuellen Anforderungen und Herausforderungen sowie Bedrohungen im Bereich der IT- Sicherheit zu begegnen, unterstützt der Bereich Information Security der Coface Europe die Geschäftsführung aktiv. Die Einbindung der Coface Finanz GmbH in die IT der Coface Gruppe stellt sicher, dass an den passiven Sicherheitsvorkehrungen und aktiven Sicherungsmaßnahmen (Schulungen der Mitarbeiter, Informationen der Mitarbeiter zur IT-Security) partizipiert wird.

Die in den Prozessen der Coface Finanz zum Einsatz kommende individuelle Datenverarbeitung (IDV) wird mittels eines regelmäßigen Prozesses inventarisiert und der jeweilige Schutzbedarf ermittelt sowie die Umsetzung angemessener Schutzmaßnahmen nachgehalten.

Zur Vermeidung von Verlusten, Schäden oder Risiken aus Verzögerungen von wesentlichen Projekten bedient sich die Coface Finanz dem Projektportfoliomanagement der Coface, Niederlassung in Deutschland. Der aufsichtsrechtliche Änderungsprozess (im speziellen der Neue-Produkte-Prozess) unterstützt dabei, frühzeitig die Bedeutung von Projekten zu bewerten und den Bedarf zur Einbindung der besonderen Funktionen und der Geschäftsleitung zu bestimmen.

Das Geschäftsmodell der Coface Finanz sieht explizit die Nutzung von konzerninternen und externen Auslagerungen vor.

Zur Begrenzung und Steuerung von Risiken aus wesentlichen Auslagerungen werden im Auslagerungsvertrag Rechte und Pflichten der Vertragspartner festgelegt. Diese orientieren sich an den Anforderungen des § 25b KWG und den Anforderungen des AT9 r MaRisk. Die interne Auslagerungsrichtlinie der Coface Finanz regelt die erforderlichen Maßnahmen.

Vor Abschluss eines neuen Auslagerungsvertrages oder bei Änderungen zu einem bereits bestehenden Auslagerungsvertrag, sowie mindestens jährlich, wird eine Risikoanalyse durchgeführt. Dabei werden Auslagerungen nach Art, Umfang, Komplexität sowie Risikogehalt beurteilt. Ausgelagerte Aktivitäten (Outsourcing) werden mehrstufig durch den Auslagerungsverantwortlichen sowie durch das zentrale Auslagerungsmanagement, welches im Bereich Risikocontrolling angesiedelt ist, überwacht. Die Ergebnisse der Auslagerungsüberwachung werden regelmäßig im Rahmen der Risikoberichterstattung an die Geschäftsleitung berichtet.

Für alle wesentlichen Auslagerungen besteht ein umfangreiches Auslagerungscontrolling. Über die Ergebnisse der durchgeführten Kontrollen wird im Rahmen der Risikoberichterstattung an die Geschäftsführung berichtet.

Risikotragfähigkeit, Stresstest und Kapitalplanung

Die Risikotragfähigkeitssteuerung berücksichtigt Art, Umfang, Komplexität und den Risikogehalt der Geschäftsaktivitäten. Sie umfasst alle Elemente der Risikosteuerung - auf Unternehmens- und auf Einzelrisikoebene - sowie die risikopolitischen Grundsätze, das Risikomanagement und die Risikoüberwachung. Die Methodik der Risikotragfähigkeits-beurteilung basiert auf einem ergebnisorientierten Unternehmensfortführungsansatz mit einem Betrachtungshorizont von 12 Monaten. Das ermittelte Risikodeckungspotenzial berücksichtigt dabei Korrekturkomponenten als Ausdruck einer konservativen Planung. Neben den der Gesellschaft zur Verfügung stehenden Risikodeckungspotentialen bestehen mit dem Gesellschafter Absicherungsvereinbarungen und ein Ergebnisabführungsvertrag.

Die Berechnung der Risikotragfähigkeit wird quartalsweise durchgeführt und im Rahmen der Risikoberichterstattung an die Geschäftsleitung kommuniziert. Für die einzelnen Risikoarten hat die Coface Finanz Limite festgelegt und überwacht die Einhaltung kontinuierlich. Die Coface Finanz hat im Geschäftsjahr 2023 die Methoden zur Ermittlung der Risikotragfähigkeit weiterentwickelt und angepasst.

Zusätzlich werden quartalsweise Stresstests für alle wesentlichen Risikoarten in Einklang mit den aufsichtlichen Anforderungen durchgeführt. Die Coface Finanz stellt damit sicher, dass die Risikotragfähigkeit aller wesentlicher Risiken regelmäßigen einzeln sowie ganzheitlich in unterschiedlichen Stresssituationen gegeben ist. Ebenfalls wird mittels eines inversen Stresstests die Belastungsgrenze der Risikotragfähigkeit ermittelt. Den aufsichtlichen Anforderungen wird dabei stets gefolgt.

Die von der Geschäftsführung vorgegebenen Grenzen der Risikotragfähigkeit wurden in jedem Quartal eingehalten. Die Risikotragfähigkeit im Geschäftsjahr 2023 war jederzeit gegeben. Per 31. Dezember 2023 betrug die Summe der Risiko-Limite des Risikodeckungspotenzials EUR 18,2 Mio. Die Summe der Risikopotenziale auf Einzelrisikoebene betrug EUR 9,13 Mio.

Hinzuzurechnen ist ein pauschaler Aufschlag von 5% der des Gesamtrisikopotenzials für ESG Risiken von 457 TEUR.

Risikopotenzial Limit Auslastung
TEUR TEUR %
Zinsänderungsrisiko 5.970 12.693 47%
Adressenausfallrisiko 699 1.400 (vorl.) 50%
Liquiditätsrisiko 2.235 5.001 45%
Operationelles Risiko 226 549 41%
9.130 18.243 50%

Die Bewertung des Adressenausfallrisikos erfolgt pauschal für verbleibende Risiken nach Versicherungsleistung. Für Marktpreisrisiken, im Wesentlichen das Zinsänderungsrisiko, ermittelt die Coface Finanz die Veränderung des Zinsbuchbarwerts durch eine Parallelverschiebung der Zinsstrukturkurve.

Das Risikopotenzial des Liquiditätsrisikos im Sinne des Refinanzierungsrisikos wird mittels eines Liquidity at Risk-Ansatzes auf Basis des monatlichen Liquiditätssaldos ermittelt.

Operationelles Risiken werden auf Basis der vergangenen Schäden aus der Schadenfalldatenbank quantifiziert.

Die Ermittlung der Risikotragfähigkeit findet für alle Risikoarten mit einem Konfidenzniveau von 99,9% statt.

Der Kapitalplanungsprozess ergänzt das Konzept der Risikotragfähigkeit. Über den Betrachtungshorizont der Risikotragfähigkeit hinaus wurden geplante bzw. erwartete externe und interne Veränderungen bei der Planung des Kapitalbedarfs in einem zusätzlichen Horizont von weiteren zwei Jahren berücksichtigt.

Zusammenfassung und Ausblick

Im Ergebnis profitierte die Coface Finanz GmbH auch im Geschäftsjahr 2023 von der in 2019 initiierten und kontinuierlich fortgeführten Transformation im Risikomanagement. Die weiter verbesserten Möglichkeiten zur engeren Risikoüberwachung und frühzeitigen Risikoidentifikation, ermöglichte es Coface Finanz, trotz steigender Insolvenzzahlen, signifikante Veritätsschäden zu vermeiden.

Das Risikomanagementsystem sowie die eingerichteten Risikosteuerungs- und Risikocontrollingprozesse gewährleisten eine angemessene Identifizierung, Bewertung, Steuerung und Überwachung der mit dem Betrieb des Factoring-Geschäfts verbundenen Risiken. Die Verfahren werden regelmäßig hinsichtlich ihrer Wirksamkeit überprüft und kontinuierlich weiterentwickelt, um sie an die Erfordernisse des Geschäftsmodells und den allgemeinen Wandel des Umfeldes anzupassen.

Die Coface Finanz GmbH beobachtet weiter gezielt die Entwicklungen der geopolitischen Lage sowie deren Auswirkungen auf die relevanten Märkte, insb. Inflationsraten und Zinsniveaus, sowie das politische Weltgeschehen um jederzeit die Auswirkungen auf Lieferketten, Rohstoffpreise und - verfügbarkeiten, und das Factoringgeschäft angemessen zu beurteilen und ggf. notwendige Adjustierungen einzuleiten.

Auch durch Einbindung in die Coface Gruppe sieht sich die Coface Finanz GmbH gegenüber den globalen Herausforderungen und zukünftigen aufsichtsrechtlichen Anforderungen gut aufgestellt.

Chancen für die Geschäftstätigkeit

Infolge einer sich europäisch und international eingetrübt habenden wirtschaftlichen Umfelds, auch bedingt durch anhaltend hohe Leitzinsen und eine immer noch erhöhten Inflation, beweist Factoring auch weiterhin seine Stärke als attraktiver, alternativer Finanzierungsbaustein, insbesondere für mittelständige Unternehmen. Factoring hat sich in Deutschland, aufgrund seiner Flexibilität, als eine stabile Alternative zum herkömmlichen Bankkredit und zur Kapitalmarktrefinanzierung etabliert. Dies gilt für bonitätsschwächere Unternehmen, die die Zurückhaltung der Banken bei der Kreditvergabe besonders spüren und auch für Unternehmen mit guter Bonität, die über Factoring ihre Finanzierungsoptionen erweitern.

Die Marktdurchdringung (Factoringquote) in Deutschland ist im Vergleich zu den großen europäischen Nachbarn UK, Frankreich und Italien weiterhin geringer und eröffnet noch ausreichend Potenzial für künftiges Wachstum aller Marktteilnehmer. Der Gesamtumsatz der führenden deutschen Factoring-Anbieter, zu denen auch die Coface Finanz gehört, kann nach Angaben des Deutschen Factoring-Verbands e.V., Berlin, zur Jahresmitte 2023, eine solide Umsatzsteigerung von 182,4 Mrd. Euro auf 192,8 Mrd. Euro (5,7 %) verzeichnen. Der nationale Factoringumsatz wuchs um 12,6 % auf 142,0 Mrd. Euro. Der internationale Factoringumsatz sank hingegen um 9,7 % auf 50,8 Mrd. Euro. Die Anzahl der Factoringkunden wuchs leicht um 0,3 % auf 106.000.

Die sich eingetrübt haben den gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen sehen wir als Chance für unsere Neugeschäftsentwicklung, da Factoring in Krisenzeiten traditionell stärker nachgefragt wird. Wir begreifen sie als Chance für ein rentables Wachstum. Vor Herausforderungen stellt uns der sich konjunkturell und rohstoffpreisbedingt sinkende Umsatz mit unseren Bestandskunden, den wir versuchen über ein gutes Neukundengeschäft und geringe Abgänge bestehender Kunden zu kompensieren. Der Bedarf an rechtzeitigen und zuverlässigen Informationen über bestehende und potenzielle Kundenbeziehungen, an der Absicherung von Kundenforderungen, an der Erschließung von alternativen und krisenfesten Finanzierungsquellen über das Factoring und an professionellen Inkassodienstleistungen wird gerade in einem solchen Umfeld weiter wachsen. Die Coface Gruppe kann diese vollumfänglichen Dienstleistungen des Forderungsmanagements integriert aus einer Hand anbieten und steht gerade hierdurch "for Trade".

Speziell für mittelständische Unternehmen, aber auch für kundenspezifische Anforderungen und bedarfsgerechte Exportlösungen bietet die Coface Finanz darüber hinaus eine attraktive Produktauswahl. Dabei ist unsere Einbindung in ein weltumspannendes internationales Netzwerk von großem Wert und macht uns interessant für internationale Konzerne, aber speziell auch für mittelständische Unternehmen, die zunehmend global orientiert sind. Zusätzlich zu dem bereits bestehenden Produktportfolio erweitert Coface Finanz den Fokus des Factoringgeschäfts kontinuierlich um den Bereich Strukturierte Finanzierungen. Coface Finanz wird hierbei weiterhin Private Equity Unternehmen sowie deren Beteiligungen als starker Partner bei der operativen Unternehmens- sowie anteiliger Kaufpreisfinanzierung begleiten. Damit einhergehend stärkt Coface Finanz außerdem das eigene internationale Factoringangebot und baut die Zusammenarbeit insbesondere mit den internationalen Kunden der Coface Gruppe aus.

Die unsichere gesamtwirtschaftliche Entwicklung sowie die deutlich gestiegenen Leitzinsen führen derzeit zu einem leicht nachlassenden Margendruck der weiterhin eine risikoadäquate Preisgestaltung (in allen Geschäftsfeldern) ermöglicht. Zwischen den Einnahmen aus der Kundenbeziehung, der Verität des Forderungsbestandes und der Bonität des Debitorenportfolios besteht eine unmittelbare Beziehung. Die Konzentration auf profitables Geschäft und die Erschließung neuer Kundensegmente ermöglicht es uns, das Neukundengeschäft zu steigern und unsere Ertragskraft nachhaltig zu stärken.

Wir streben an, unsere Prozesse und Systeme im Zuge der Digitalisierung innovativ und flexibel mit dem Kunden im Mittelpunkt unseres Handelns auszurichten. Die langjährige Erfahrung unserer Mitarbeiter sehen wir hierbei als wesentlichen Erfolgsfaktor. In der Kombination aus menschlichem Know-How und technischen Innovationen, gepaart mit der notwendigen Sensibilität für Kosteneffizienz, sind wir davon überzeugt, unserer Geschäftsziele für das kommende Jahr zu erreichen.

Die Geschäftsführung geht davon aus, dass die Coface Finanz im Geschäftsjahr 2024 weiterhin eine führende Position im Factoringmarkt behaupten kann. Der Factoringumsatz wird aufgrund eines guten Neugeschäfts auf 37,0 Mrd. Euro bis 39,0 Mrd. Euro steigen. Damit einhergehend erhöhen sich im Vergleich zum Geschäftsjahr 2023 auch die Gesamteinnahmen aus Factoringgebühren und Zinsen. Wir rechnen mit einem Zins- und Gebührenergebnis im Bereich Zins- und Gebührenerträgen in einem Bereich von 75 Mio. Euro bis 79 Mio. Euro.

Durch ein fortgesetztes striktes Kostenmanagement und damit einhergehenden positiven Skaleneffekten erwarten wir für das Geschäftsjahr 2024 ein stabiles Jahresergebnis in Höhe von 18,0 Mio. Euro bis 21,0 Mio. Euro. Der Effekt der Risikokosten auf das Jahresergebnis 2024 wird dabei in einer ähnlichen Größenordnung wie für das Jahr 2023 angenommen.

 

Mainz, den 27. Februar 2024

Coface Finanz GmbH

Katarzyna Kompowska

Christian Stoffel

Andreas Prescher

Ansgar Kugelstadt

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