Longview Aviation Germany GmbH

Berliner Allee 65, 64295 Darmstadt, DEU

Stammdaten

Register
Amtsgericht Darmstadt HRB 102305
Eingetragen
2.5.2019
Branche
Reparatur und Instandhaltung von zivilen Luft- und RaumfahrzeugenErbringung von sonstigen Dienstleistungen für die Luftfahrt a. n. g.Vermietung von Luftfahrzeugen
Gegenstand
Bereitstellung von Flugzeugteilen sowie technische Unterstützung und Beratung von Luftfahrzeugbetreibern.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Matthew Carson
seit 10.5.2022
Geschäftsführer

Wirtschaftlich Berechtigte

0.00% identifiziert100.00% ungelöst

Ungelöste Beteiligungen (1)

NameAnteil
De Havilland Aircraft of Canada LimitedCAN
100.00%

Gesellschafter

1 Gesellschafter

GmbH-Struktur

De Havilland Aircraft of Canada Limited
Canada
25.000 €
100.00%

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

Longview Aviation Germany GmbH

Darmstadt (vormals: München)

Jahresabschluss zum 31. Dezember 2020 und Lagebericht

Lagebericht für das Geschäftsjahr 2020

1. GESCHÄFTSTÄTIGKEIT UND UNTERNEHMENSUMFELD

1.1 Unternehmensübersicht

De Havilland Aircraft of Canada Ltd. (DHC) ist ein Flugzeughersteller und Ersatzteilhändler mit Sitz in der Downsview-Gegend von Toronto, Ontario/Kanada.

Am 5. März 1928 gründete die De Havilland Aircraft Company aus England ein Tochterunternehmen in Kanada. Im Lauf der Jahre wurde aus dem kleinen Jungunternehmen einer der erfolgreichsten Flugzeugkonstrukteure und -hersteller der kanadischen Geschichte werden. Die DHC-1 Chipmunk, die für die Royal Canadian Air Force entwickelt wurde, war das erste rein kanadische Flugzeugdesign, das von De Havilland Canada entwickelt wurde, und trug dazu bei, das junge Unternehmen als führend in der nordamerikanischen Luftfahrtindustrie zu etablieren.

Im Laufe einer beeindruckenden 75-jährigen Geschichte, in der verschiedene Flugzeugmodelle in Kanada für die ganze Welt produziert wurden, war De Havilland für seine Anpassungsfähigkeit und für seine Zuverlässigkeit immer besonders bekannt. Mit der Verantwortung für die Entwicklung von etwa 3.500 Flugzeugen - einschließlich des modernsten Turboprop-Flugzeugs, das heute in der Luft ist - sind unsere Erfahrung und unser Fachwissen beim Bau der leistungsstärksten Flugzeuge in der Branche unübertroffen. Unsere Flugzeuge werden alle in unserem hochmodernen Werk in Ontario, Kanada, hergestellt und sind ein stolzes Symbol für kanadische Innovation und Leistung.

Unsere Dash 8-Serie präsentiert eine sehr große Vielseitigkeit und einen Mehrwert aufgrund der Möglichkeiten, steile Anflüge zu bewältigen und mehr Passagiere aufzunehmen. Außerdem bietet sie im Konkurrenzvergleich einen geringeren Treibstoffverbrauch und den Vorteil geringerer Anforderungen in Bezug auf Landebahnen.

Wir bieten erstklassigen Service für über 800 Dash 8-Flugzeuge von mehr als 60 Fluggesellschaften und Kunden rund um den Globus sowie Support für unsere 100-, 200- und 300-Modellreihen. Zuverlässigkeit ist in der Luftfahrt nicht nur von Vorteil, sie ist lebenswichtig.

Die Dash 8-400 ist die produktivste Turboprop-Maschine auf dem Markt. Aufgrund ihrer kurzen Start- und Landezeiten und ihres effizienten Regionalbetriebs ist sie als "Network Builder" bekannt. Sie verfügt über mehr Sitze, mehr Beinfreiheit, mehr Frachtkapazitäten und kann mehr Flüge pro Tag leisten. Dieses Flugzeug verbindet das Beste aus beiden Welten: langsamer fliegen, um den Treibstoffverbrauch zu minimieren, oder schneller, um die Produktivität zu maximieren. Es bietet die gleichen Betriebskosten wie konkurrierende Turboprops mit 76 Sitzen, kann aber bis zu maximal 90 Sitze konfiguriert werden (insgesamt somit 14 Sitze mehr). Im Vergleich zu einem größeren Düsenflugzeug sind die Betriebskosten um die Hälfte wesentlich geringer. Mit mehr Sitzen, mehr Flügen pro Tag und längeren Wartungsintervallen kann die Dash 8-400 einen Mehrwert von über 8 Mo. USD pro Flugzeug bringen.

In den 1980er Jahren privatisierte die kanadische Regierung die DHC und verkaufte das Flugzeugunternehmen 1986 an die damalige Boeing aus Seattle. DHC wurde schließlich 1992 von Bombardier Aerospace mit Sitz in Montreal übernommen. Im Jahr 2006 erwarb Viking Air aus Victoria, British Columbia, die Musterzulassungen ("type certificates") für alle nicht mehr in Produktion befindlichen de Havilland-Designs (DHC-1 bis DHC-7). Im November 2018 gab die Holdinggesellschaft von Viking Air, Longview Aviation Capital Corp., die Übernahme des Q400-Programms zusammen mit den Rechten an dem Namen und der Marke de Havilland bekannt. Der Deal, der am 31. Mai 2019 nach der behördlichen Genehmigung abgeschlossen wurde, brachte die gesamte de Havilland-Produktlinie zum ersten Mal seit Jahrzehnten unter ein gemeinsames Dach des neu gegründeten Unternehmens, De Havilland Aircraft of Canada Limited.

1.1.1 Longview Aviation Germany GmbH

Die Longview Aviation Germany GmbH ist eine hundertprozentige Tochtergesellschaft der DHC, die am 27. März 2019 in München, Deutschland, gegründet wurde (Verlegung des Sitzes nach Darmstadt am 29. Juli 2021). Am 31. Mai 2019 erwarb die Longview Aviation Germany GmbH bestimmte Vermögensgegenstände des Q400-Geschäfts von der Bombardier Inc. Zu den von der Gesellschaft erworbenen Vermögensgegenstände gehörten insbesondere Vorräte im Wert von ca. 24 Mio. USD, die sich in einer angemieteten Lagereinrichtung in Frankfurt a.M. befinden. Im Rahmen des Transitional Services Agreement erbrachte Bombardier seit dem Erwerb in 2019 weiterhin alle logistischen Dienstleistungen in Bezug auf die Ersatzteilverkäufe und Lagerbewegungen für die Longview Aviation Germany GmbH.

Die Umsatzerlöse der Longview Aviation Germany GmbH setzten sich aus Ersatzteilverkäufen an Drittkunden und aus Ersatzteilverkäufen an verbundene Unternehmen zusammen. Darüber hinaus erbrachte die Longview Aviation Germany GmbH für ihre US-amerikanischen und anderen im Ausland ansässigen Kunden technische Dienstleistungen und andere Unterstützungsleistungen, wie z. B. die Bearbeitung von Garantieansprüchen.

1.1.2 Unternehmensstruktur

Nachfolgend ist die Teilorganisationsstruktur dargestellt, die das Verhältnis zwischen DHC, Longview Aviation USA und der Longview Aviation Germany GmbH verdeutlicht.

1.2 Marktumfeld

Der Zustand der Weltwirtschaft und der einzelnen Länder ist ein Schlüsselfaktor für die Nachfrage nach Flugreisen. Daher hängt das Wohlergehen der Luft- und Raumfahrtindustrie von den allgemeinen wirtschaftlichen Bedingungen ab. Das reale BIP-Wachstum gilt als das weithin akzeptierte Maß für die Wirtschaftslage. Laut IWF betrug das BIP-Wachstum im Jahr 2020 -3,1 %. Der IMF-Bericht vom Oktober 2021 prognostiziert für das Jahr 2021 ein Wachstum von 5,9 % und für das Jahr 2022 ein Wachstum von 4,9 %.

1.3 Strategische Ausrichtung und Ziele

Die Dash 8-Flugzeuge sind weltweit im Einsatz und bieten wichtige regionale Flugdienste für mehr als 45 Millionen Passagiere jährlich (in "normalen Zeiten" ohne Pandemieeffekte). Unsere Dash 8-Flugzeuge unterstützen auch eine Vielzahl von Spezialeinsätzen wie Brandbekämpfung aus der Luft, Such- und Rettungseinsätze, medizinische Evakuierung, Aufklärung und Küstenüberwachung.

Durch die Nutzung eines Netzwerks von strategisch günstig gelegenen Ersatzteilvertriebszentren in Chicago und Frankfurt sind wir in der Lage, unser Fachwissen als Erstausrüster (OEM) zur Optimierung der Leistung von Dash 8-Flugzeugen anzubieten. Unser Transitional Service Agreement mit Bombardier für Lager- und Vertriebsunterstützung wird voraussichtlich in der ersten Hälfte des Jahres 2022 auslaufen. Wir haben beschlossen, unser Inventar von Chicago nach Calgary zu verlagern und Calgary als unser nordamerikanisches Lager- und Vertriebszentrum einzurichten, sowie unser Inventar von Frankfurt nach Amsterdam zu verlagern und Amsterdam als unser europäisches Lager- und Vertriebszentrum einzurichten.

Unser Support deckt alle Flugzeugstrukturen und -systeme der Dash 8-Serie ab, wodurch wir unseren Betreibern einen außergewöhnlichen Wert bieten und gleichzeitig das Erlebnis für Reisende weltweit verbessern.

1.4 Rechtliche Rahmenbedingungen

Die Aktivitäten der Longview Germany GmbH werden von der Europäischen Agentur für Flugsicherheit (EASA) reguliert. Das Unternehmen stellt auch die Einhaltung aller relevanten Vorschriften und Gesetze sicher, die von den Zollbehörden, Handelsbehörden und staatlichen Institutionen in Deutschland auferlegt werden.

2. LAGE DES UNTERNEHMENS

Dieser Bericht stellt nur die Aktivitäten und die Lage der Longview Aviation Germany GmbH, München (ab 29. Juli 2021 Darmstadt) dar. Alle Beträge sind in Euro ausgedrückt, und alle Beträge in den Tabellen sind in Millionen Euro, sofern nicht anders angegeben. Dieser Lagebericht liegt in der Verantwortung des Managements und wurde von der Geschäftsführung geprüft und genehmigt.

Die Darstellung der Finanzlage erfolgt in Übereinstimmung mit den deutschen Rechnungslegungsvorschriften. Rundungsdifferenzen sind bei einzelnen Summen, Zwischensummen und Prozentangaben möglich.

2.1 Geschäftsverlauf

Die Entwicklung des Unternehmens im Jahr 2020 wird in der nachstehenden Tabelle anhand bestimmter Indikatoren dargestellt:

2020 2019 *
Nettoumsatz EUR m 40,8 62,6
Materialaufwand EUR m 38,3 55,4
in Prozent des Gesamtumsatzes % 93,9 88,5
Personalaufwand EUR m 0,67 0,26
in Prozent des Gesamtumsatzes % 1,6 0,4
Eigenkapital EUR m 9,7 9,5
in Prozent des Gesamtkapitals und der Verbindlichkeiten % 7,9 10,4

* Zu beachten ist, dass die hier dargestellten Erlöse bzw. Aufwendungen betreffend das Rumpfgeschäftsjahr 2019 wirtschaftlich im Wesentlichen erst mit Abschluss und Durchführung der Geschäftsübernahme im Rahmen eines Asset Deal ab Ende Mai bzw. Anfang Juni 2019 anfielen.

Die einzelnen Kennzahlen werden im weiteren Verlauf dieses Berichts näher erläutert.

Es ist zu beachten, dass wir Währungsschwankungen aus der Umrechnung von Umsatzerlösen, Aufwendungen sowie Vermögenswerten und Schulden aus unseren ausländischen Aktivitäten in Nicht-Euro-Währungen (vor allem US-Dollar, Canadian Dollar und anderen Transaktionen in Fremdwährung) unterworfen sind. Der zum 31. Dezember 2020 verwendete Fremdwährungskurs lautet USD 1,2271 (in 2019 USD 1,1234).

2.2 Kundenbestellungen

Der Hauptteil des Flugzeugteilegeschäfts der Longview Aviation Germany GmbH basiert auf kundenseitigen Bestellungen von Flugzeugteilen, die in der Regel innerhalb eines kurzen Zeitraums bedient werden.

Das Flugzeugteilegeschäft machte im Geschäftsjahr 2020, genau wie im Rumpfgeschäftsjahr 2019, 99 % des Umsatzes und der Geschäftstätigkeit aus.

Die Hauptkunden sind große kommerzielle Fluggesellschaften. Um die Verfügbarkeit von Teilen und Dienstleistungen im gesamten Konzernnetzwerk zu verbessern, enthalten die Umsatzerlöse auch einen großen Anteil an Transaktionen mit verbundenen Unternehmen.

2.3 Ertragslage

Hinweis: In den folgenden Erläuterungen werden die Aufwendungen und Erträge "im Vorjahreszeitraum" angegeben. Formell umfasst dies den Zeitraum vom 27. März bis 31. Dezember 2019. Allerdings ist zu beachten, dass die im Vorjahreszeitraum angefallenen Aufwendungen und Erträge im Wesentlichen nach Abschluss des Asset Deal Vertrags und Aufnahme der operativen Geschäftstätigkeit Ende Mai bzw. Anfang Juni angefallen sind.

Im 12-Monatszeitraum des Geschäftsjahres 2020 wurden Umsatzerlöse in Höhe von EUR 40,8 Mio. erzielt. Im Vorjahreszeitraum beliefen sich die Umsatzerlöse auf EUR 62,6 Mio somit sind die Umsatzerlöse in Folge der COVID-19 Pandemie signifikant gesunken.

Der Materialaufwand lag bei 93,9 % der Umsatzerlöse und umfasste im Wesentlichen die Kosten für den Einkauf und die Lieferung von Flugzeugteilen. Der Personalaufwand machte 17,2 % im Verhältnis zum Rohergebnis aus. Dieser relativ geringe Anteil ist darauf zurückzuführen, dass die Gesellschaft Geschäftspartner für die Lagerverwaltung und die Flugzeugteilelieferung einsetzt.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen in Höhe von EUR 2,0 Mio. (im Vorjahreszeitraum EUR 5,2 Mio.) beinhalten im wesentlichen Währungsanpassungen und Wertberichtigung auf Forderungen.

Das Betriebsergebnis (Ergebnis ohne Finanzergebnis und vor Steuern) betrug EUR 1,2 Mio. (im Vorjahreszeitraum EUR 1,7 Mio.).

Die Finanzaufwendungen bestehen aus Zinsen, die auf konzerninterne Darlehen der De Havilland Aircraft of Canada entfallen. Der Gesamtbetrag der Zinsaufwendungen belief sich auf EUR 0,8 Mio. (im Vorjahreszeitraum EUR 0,5 Mio.).

2.4 Vermögenslage

2.4.1 Vermögen

Die Bilanzsumme von EUR 122,7 Mio zum 31. Dezember 2020 (im Vorjahr: EUR 91,0 Mio.) setzt sich im Wesentlichen wie folgt zusammen.

Vorräte

Zum 31. Dezember 2020 belaufen sich die Vorräte, die aus fertigen Erzeugnissen und Waren bestehen, auf EUR 24,0 Mio. (im Vorjahr: EUR 23,7 Mio.).

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände betragen EUR 96,7 Mio. (im Vorjahr: EUR 66,0 Mio.). Sie umfassen im Wesentlichen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von EUR 3,9 Mio. (im Vorjahr: EUR 10,2 Mio.), Forderungen gegen verbundene Unternehmen in Höhe von EUR 92,5 Mio. (im Vorjahr: EUR 48,2 Mio.) und sonstige Vermögensgegenstände in Höhe von EUR 0,3 Mio. (im Vorjahr: EUR 7,6 Mio.).

2.4.2 Eigenkapital und Verbindlichkeiten

Eigenkapital

Das Gezeichnete Kapital beträgt unverändert gegenüber dem Vorjahr EUR 25.000. Die Kapitalrücklage der Longview Germany GmbH beläuft sich auf EUR 8,6 Mio. Aufgrund des Jahresüberschusses von EUR 0,3 Mio. (im Vorjahr EUR 0,9 Mio.) und des Gewinnvortrages von EUR 0,9 Mio. beträgt das Eigenkapital EUR 9,7 Mio. (im Vorjahr EUR 9,5 Mio.).

Rückstellungen und Verbindlichkeiten

Die Verbindlichkeiten beinhalten unverändert ein langfristiges Darlehen gegenüber verbundenen Unternehmen in Höhe von EUR 13,4 Mio. Weitere langfristige Verbindlichkeiten bestanden nicht, da die wesentlichen Vermögenswerte im Umlaufvermögen liegen und somit keine langfristige Finanzierung erfordern.

31 Dez 2020 31 Dez 2019
EUR m in Prozent der gesamten Schulden
%
EUR m in Prozent der gesamten Schulden
%
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 13,4 11,9 13,4 16,4
Summe langfristige Verbindlichkeiten 13,4 11,9 13,4 16,4

Die kurzfristigen Rückstellungen und Verbindlichkeiten setzen sich wie folgt zusammen:

31 Dez 2020 31 Dez 2019
EUR m in Prozent der gesamten Schulden
%
EUR m in Prozent der gesamten Schulden
%
Sonstige Rückstellungen und Steuerrückstellungen 1,2 1,1 2,0 2,5
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 1,5 1,3 6,0 7,4
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 96,8 85,7 59,8 73,3
Sonstige Verbindlichkeiten 0,0 0,0 0,3 0,4
Summe kurzfristige Verbindlichkeiten 99,5 88,1 68,1 83,6

Die kurzfristigen Verbindlichkeiten bestehen hauptsächlich aus Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, Rückstellungen sowie Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen aus dem Lieferungs- und Leistungsverkehr.

2.5 Finanzlage

Die liquiden Mittel der Gesellschaft beliefen sich zum 31. Dezember 2020 auf EUR 2,0 Mio. (im Vorjahr EUR 1,3 Mio.).

Die Gesellschaft verfügt über keine eigenen Kreditlinien bei Banken. Die benötigten Finanzmittel werden vollständig durch das Liquiditätsmanagementsystem der De Havilland Aircraft of Canada bereitgestellt.

Insgesamt war das Unternehmen stets in der Lage, seinen finanziellen Verpflichtungen nachzukommen.

2.6 Gesamtaussage zur Ergebnislage des Unternehmens

Die Umsatzerlöse beliefen sich im Geschäftsjahr 2020 auf EUR 40,8 Mio. (im Vorjahreszeitraum EUR 62,6 Mio.). Dies ist hauptsächlich auf das Flugzeugteilegeschäft zurückzuführen. Der Rückgang der Umsatzerlöse und des Betriebsergebnisses ist im Wesentlichen auf die Auswirkungen der COVID-19 Pandemie auf die Geschäftstätigkeit des Unternehmens zurückzuführen.

Das Betriebsergebnis (Ergebnis ohne Finanzergebnis und vor Steuern) belief sich auf EUR 1,2 Mio. (im Vorjahreszeitraum EUR 1,7 Mio.).

2.7 Mitarbeiter

Im Durchschnitt des Geschäftsjahres 2020 arbeiteten sieben Mitarbeiter im Regionalbüro der Longview Aviation Germany GmbH. Seit der COVID-Pandemie (Anfang 2020) ist das Büro geschlossen und die Mitarbeiter arbeiteten von zu Hause aus. Darüber hinaus hat die Gesellschaft eine Vereinbarung mit der Bombardier Aerospace zur Nutzung des Frankfurter Depots und der dortigen Mitarbeiterkapazitäten. Alle Ersatzteile befinden sich im Frankfurter Depot.

2.8 Umweltschutz

De Havilland hat erfolgreich ökologisch innovative technische Lösungen entwickelt und umgesetzt. Wir arbeiten daran, die Anforderungen unserer Kunden an einen umweltfreundlichen Flugverkehr zu erfüllen, und unseren ökologischen Fußabdruck zu minimieren.

Als das weltweit fortschrittlichste Turboprop-Flugzeug produziert die Dash 8-400 deutlich weniger CO 2 -Emissionen und erzeugt weniger Lärm als konkurrierende Flugzeuge und minimiert so die Auswirkungen auf die Gemeinden rund um die Flughäfen sowie auf den Planeten insgesamt.

3. FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG

Die Gesellschaft betreibt keine spezifischen Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten in Deutschland. Diese sind auf Konzernebene in Kanada zentralisiert.

4. CHANCEN UND RISIKEN

Die nachfolgend beschriebenen Risiken haben einen wesentlichen Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage und werden daher ausführlich beschrieben. Dennoch können weitere Risiken und Unsicherheiten, die uns derzeit nicht bekannt sind oder die wir derzeit als unwesentlich einschätzen, unsere Geschäftstätigkeit ebenfalls beeinträchtigen. Soweit es möglich ist, führen wir Risikobewertungen durch und wenden Maßnahmen zur Risikominderung an, um Art und Umfang dieser Risiken auf ein für uns akzeptables Maß zu reduzieren.

4.1 Risikomanagement

Aktives Risikomanagement gehört zu unseren Prioritäten und ist ein wesentlicher Bestandteil unseres strategischen Rahmens. Das Risikomanagement ist ein integraler Bestandteil der Planung und Überwachung unserer Geschäftsstrategien und -ergebnisse. Um unsere Risikomanagementziele zu erreichen, haben wir die Risikomanagementaktivitäten in die operativen Verantwortlichkeiten des Managements eingebettet und diese Aktivitäten zu einem integralen Bestandteil der gesamten Führungs, Organisations- und Verantwortungsstruktur gemacht.

Das Risikoprofil des Unternehmens ist dynamisch und unterliegt daher Veränderungen, die kontinuierlich überwacht und überprüft werden müssen. Die Geschäftsleitung ist letztendlich für die Überprüfung der Risiken verantwortlich, denen das Unternehmen ausgesetzt ist. Die Risikobeschreibung bezieht sich hierbei im Wesentlichen auf die Longview-Aviation-Gruppe als Ganzes.

4.2 Risiken und Ungewissheiten

Wir sind in einem Branchensegment tätig, das eine Vielzahl von Risikofaktoren und Ungewissheiten aufweist. Bei den nachfolgend beschriebenen Risiken und Ungewissheiten handelt es sich um Risiken, die unsere Geschäftstätigkeit, unsere Vermögens-, Finanz- und Ertragslage sowie unsere Cashflows wesentlich beeinflussen könnten; es handelt sich dabei jedoch nicht notwendigerweise um die einzigen Risiken, denen wir ausgesetzt sind.

4.2.6 Allgemeines wirtschaftliches Risiko

Potenzielle Verluste aufgrund ungünstiger wirtschaftlicher Bedingungen, wie z. B. ein makroökonomischer Abschwung in Schlüsselmärkten, könnten dazu führen, dass potenzielle Käufer den Kauf unserer Produkte oder Dienstleistungen verschieben, dass die Verkaufspreise unter Druck geraten, dass die Lagerbestände steigen, dass Forderungen langsamer eingetrieben werden, dass die Vertriebstätigkeit reduziert wird, und dass unsere Lieferanten nachteilig beeinflusst werden.

4.2.2 Geschäftsumfeldrisiko

Das Geschäftsumfeldrisiko ist das Risiko eines potenziellen Verlusts aufgrund von externen Risikofaktoren. Insbesondere ist es aufgrund der Beschaffenheit der Luftfahrtbranche schwierig vorherzusagen, wann sich wirtschaftliche Abschwünge oder Erholungen auf die Branche auswirken, und die Konjunkturzyklen können länger als erwartet sein. Darüber hinaus könnten Terrorakte, Naturkatastrophen, globale Gesundheitsrisiken, politische Instabilität oder der Ausbruch eines Krieges oder anhaltende Feindseligkeiten in bestimmten Regionen der Welt zu negativen Auswirkungen auf unsere Geschäftstätigkeit führen. Die COVID-19-Pandemie hat sich insofern auf unser Geschäft ausgewirkt, als dass die Fluggesellschaften aufgrund von Reisebeschränkungen weniger Flugzeuge fliegen und infolgedessen die Nachfrage nach Teilen und Dienstleistungen in dieser Zeit deutlich zurückgegangen ist.

4.2.3 Operatives Risiko

Das operative Risiko ist das Risiko eines potenziellen Verlusts aufgrund von Risiken, die mit der Art unserer Geschäftstätigkeit zusammenhängen. Die gesamte Longview-Aviation-Gruppe unterliegt auch Risiken im Zusammenhang mit Problemen beim Lieferkettenmanagement, der Abhängigkeit von Informationssystemen, der Abhängigkeit von geistigen Eigentumsrechten sowie der erfolgreichen Integration neuer Geschäftsvorhaben. Die Nichteinhaltung aktueller oder zukünftiger regulatorischer Anforderungen, die von verschiedenen Behörden, einschließlich der Europäischen Agentur für Flugsicherheit (EASA), Regulierungsbehörden oder anderen Aufsichtsbehörden auferlegt werden, könnte ebenfalls zu einer Unterbrechung des Betriebs unserer Produkte, geringeren Umsätzen, einer Verringerung des Bestandswertes oder einer Wertminderung von Vermögensgegenständen führen. Es könnte sich auch negativ auf uns auswirken, wenn wir nicht in der Lage sind, die Erwartungen an den Produktsupport zu erfüllen oder unsere internationale Präsenz für unseren vielfältigen Kundenstamm zu gewährleisten. Darüber hinaus können wir aufgrund der Art unserer Geschäftstätigkeit Haftungsansprüchen ausgesetzt sein, die sich aus Unfällen, Zwischenfällen oder Katastrophen ergeben, an denen unsere Produkte oder Produkte, für die die Gruppe Dienstleistungen erbracht haben, beteiligt sind, einschließlich Ansprüchen wegen schwerer Personenschäden oder Tod. Die gesamte Longview-Aviation-Gruppe kann erhebliche Verluste im Zusammenhang mit Rechtsstreitigkeiten erleiden, die über die Grenzen oder außerhalb der Deckung unserer Versicherungen liegen. Bei einigen unserer Produkte sind wir von einer begrenzten Anzahl von Kunden abhängig und wir gehen davon aus, dass wir auch in Zukunft von einer begrenzten Anzahl von Kunden abhängig sein werden. Folglich könnte der Verlust eines solchen Kunden zu einem Rückgang der Umsatzerlöse führen. Umweltrechtliche Anforderungen oder deren Durchsetzung könnten in Zukunft strenger werden, und uns könnten zusätzliche Kosten entstehen, um solche zukünftigen Anforderungen oder Durchsetzungsmaßnahmen zu erfüllen. Die Nichteinhaltung von Leistungsspezifikationen, Qualitätsstandards oder Lieferterminen durch einen oder mehrere Zulieferer könnte sich negativ auf unsere Fähigkeit auswirken, unsere Verpflichtungen gegenüber Kunden zu erfüllen.

Die operativen Aktivitäten der Longview Aviation Germany GmbH beziehen sich hauptsächlich auf das Flugzeugteilegeschäft, das auf der allgemeinen Unternehmensstrategie der Longview-Aviation-Gruppe basiert. Da hier kein Produktions- oder Fertigungsrisiko relevant ist, ist das operative Risikoniveau der Gesellschaft relativ gering.

4.2.4 Finanzierungsrisiko

Das Finanzierungsrisiko ist das Risiko eines potenziellen Verlusts im Zusammenhang mit liquiditätsnahen Vermögensgegenständen einschließlich des Bonitäts- und Kreditrisikos, im Zusammenhang mit dem Zugang zu Kapitalmärkten oder der finanziellen Unterstützung zugunsten bestimmter Kunden und aus staatlicher Unterstützung. Wir sind dem Bonitäts- und Kreditrisiko hauptsächlich durch sonstige Investitionen ausgesetzt, die in Verbindung mit unseren normalen Treasury-Aktivitäten getätigt werden, sowie durch unsere Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, die aus der normalen Geschäftstätigkeit entstehen. Darüber hinaus kann es sein, dass wir bei einer Verschlechterung der Kreditwürdigkeit unserer Kunden deren Kreditlimits reduzieren müssen, was sich negativ auf unsere Ertragslage auswirken könnte. Die Gesamtstrategie in Bezug auf das Finanzierungsrisiko wird auf Konzernebene gesteuert und regelmäßig neu bewertet. Da die Hauptfinanzierungsquelle der Longview Aviation Germany GmbH die kanadische De Havilland Aircraft ist, hat das Unternehmen keine externe Finanzierung für seine Aktivitäten abgeschlossen. Ihr Risikoniveau ist daher eng mit der Fähigkeit des Gesamtkonzerns verbunden, solche Risiken zu steuern.

4.2.5 Marktrisiko

Das Marktrisiko ist das Risiko eines potenziellen Verlusts aufgrund nachteiliger Bewegungen von Marktfaktoren, einschließlich Fremdwährungsschwankungen, sich ändernder Zinssätze, sinkender Restwerte der Vermögensgegenstände und steigender Rohstoffpreise. Ein erheblicher Teil unserer Umsatzerlöse und Betriebskosten wird in anderen Währungen als dem Euro realisiert, am häufigsten in US-Dollar und kanadischen Dollar. Unsere Geschäftsergebnisse werden daher von Schwankungen dieser Währungen beeinflusst. Signifikante Währungsschwankungen könnten daher einen erheblichen Einfluss auf unsere zukünftige Rentabilität haben. Änderungen der Zinssätze sollten keinen wesentlichen Einfluss auf die Longview Aviation Germany GmbH haben. Finanzielle Verbindlichkeiten mit variable Zinsanteil bestehen nicht.

Insgesamt hat die Geschäftsführung der Longview Aviation Germany GmbH geeignete Maßnahmen ergriffen, um diese Risiken zu mindern und ihre Auswirkungen auf die Geschäftstätigkeit zu minimieren. Die aus Verkäufen in USD vereinnahmten Devisen werden im Wesentlichen für Einkäufe in USD verwendet.

4.2.6 Risiko von Rechtsstreitigkeiten

Für das Unternehmen bestehen keine wesentlichen Risiken in Bezug auf rechtliche Fragen oder Streitigkeiten.

5. BERICHT ÜBER VORAUSSICHTLICHE ENTWICKLUNGEN

Die zukunftsorientierten Aussagen in diesem Abschnitt beruhen auf den folgenden Annahmen:

die weitere Einführung und Umsetzung von strategischen Initiativen;

unsere Fähigkeit hochqualifizierte Mitarbeiter zu rekrutieren und zu halten;

die Fähigkeit, die Zusagen gegenüber den Kunden in Bezug auf die Verfügbarkeit von Flugzeugteilen und Durchlaufzeiten zu erfüllen; und

die Stabilität der Fremdwährungskurse.

Zukunftsgerichtete Aussagen erfordern naturgemäß Annahmen und unterliegen wichtigen bekannten und unbekannten Risiken und Unsicherheiten, die dazu führen können, dass unsere tatsächlichen Ergebnisse in zukünftigen Perioden wesentlich von den prognostizierten Ergebnissen abweichen. Obwohl wir unsere Annahmen auf der Grundlage der uns derzeit zur Verfügung stehenden Informationen für vernünftig und angemessen halten, besteht das Risiko, dass sie sich aufgrund verschiedener Faktoren, die im Abschnitt "Risiken und Ungewissheiten" in diesem Bericht näher erläutert werden, als unzutreffend erweisen. Wir weisen werden darauf hin, dass die Liste der Faktoren, die das künftige Wachstum, die Ergebnisse und die Leistung beeinflussen können, nicht vollständig ist und dass man sich nicht in unangemessener Weise auf zukunftsgerichtete Aussagen verlassen sollte. Die hierin enthaltenen zukunftsgerichteten Aussagen spiegeln unsere Erwartungen zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts wider und können sich nach diesem Zeitpunkt ändern.

In Anbetracht der wirtschaftlichen Aussichten vor dem Hintergrund der fortschreitenden Impfkampagne in der Europäischen Union und in Nordamerika und der spezifischen Möglichkeiten des EMEA-Marktes rechnet das Management damit, dass das Umsatzniveau im Jahr 2022 wieder ansteigt aber das Niveau vor dem Ausbruch von COVID-19 nicht erreicht. Im Jahr 2020 war ein prozentualer Umsatzrückgang von nahezu 70 % zu beobachten (verglichen mit dem hochgerechneten Vorkrisenniveau auf Grundlage der seit Übernahme der Geschäftstätigkeit erzielten Aufwendungen und Erträge im Jahr 2019), zurückzuführen auf die Auswirkungen der COVID-19-Pandemie, da eine erhebliche Anzahl von Flugzeugen durch die Fluggesellschaften in Folge der signifikant gesunkenen Nachfrage nach Flügen am Boden gehalten wurden. Aufgrund der weiterhin bestehenden COVID-19 Pandemie wird für das Jahr 2021 ein ähnlich niedriges Umsatz- und Ergebnisniveau erwartet.

 

Darmstadt, 30. November 2021

Longview Germany GmbH

Die Geschäftsführung

Sean Marshman

Bilanz zum 31. Dezember 2020

Aktiva

31.12.2020
EUR
31.12.2019
EUR
A. Anlagevermögen
I. Sachanlagen
1. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 506,69 649,54
506,69 649,54
B. Umlaufvermögen
I. Vorräte
1. Fertige Erzeugnisse und Waren 23.952.557,37 23.721.332,53
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
- sämtlich mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr -
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 3.926.217,23 10.226.202,84
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 92.471.478,08 48.152.612,63
- davon gegenüber Gesellschafter: EUR 48.424.681,47 (im Vorjahr EUR 13.974.635,32)
3. Sonstige Vermögensgegenstände 336.469,11 7.611.382,33
96.734.164,42 65.990.197,80
III. Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten 2.017.396,01 1.300.872,88
122.704.117,80 91.012.403,21
122.704.624,49 91.013.052,75

Passiva

31.12.2020
EUR
31.12.2019
EUR
A. Eigenkapital
I. Gezeichnetes Kapital 25.000,00 25.000,00
II. Kapitalrücklage 8.594.460,21 8.594.460,21
III. Gewinnvortrag 866.614,07 0,00
IV. Jahresüberschuss 260.146,36 866.614,07
9.746.220,64 9.486.074,28
B. Rückstellungen
1. Steuerrückstellungen 524.026,00 374.692,00
2. Sonstige Rückstellungen 709.322,38 1.632.560,44
1.233.348,38 2.007.252,44
C. Verbindlichkeiten
1. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 1.485.670,64 5.966.446,20
- sämtlich mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr -
2. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 110.239.384,83 73.220.170,71
- davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr: EUR 96.812.881,40 (im Vorjahr EUR 59.793.597,28)
- davon mit einer Restlaufzeit mehr als einem Jahr: EUR 13.426.573,43 (im Vorjahr EUR 13.426.573,43)
- davon gegenüber Gesellschafter: EUR 33.515.265,15 (im Vorjahr EUR 67.982.686,19)
3. Sonstige Verbindlichkeiten 0,00 333.109,12
- sämtlich mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr -
111.725.055,47 79.519.726,03
122.704.624,49 91.013.052,75

Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar 2020 bis 31. Dezember 2020

1.1.2020 - 31.12.2020
EUR
27.3.2019 - 31.12.2019
EUR
1. Umsatzerlöse 40.842.027,19 62.585.355,53
2. Sonstige betriebliche Erträge 1.391.725,86 0,00
3. Materialaufwand
a) Aufwendungen für bezogene Waren -38.334.447,92 -55.386.242,34
4. Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter -575.225,73 -227.754,80
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung -93.934,63 -31.943,22
5. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen -142,85 -64,66
6. Sonstige betriebliche Aufwendungen -2.000.763,53 -5.212.013,61
7. Zinsen und ähnliche Aufwendungen -819.758,03 -486.030,83
- davon an verbundene Unternehmen EUR 819.471,20 (im Vorjahr: EUR 486.024,57) -
8. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -149.334,00 -374.692,00
9. Ergebnis nach Steuern 260.146,36 866.614,07
10. Jahresüberschuss 260.146,36 866.614,07

Anhang für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2020

Allgemeine Angaben

Die Gesellschaft wurde mit Gesellschaftsvertrag vom 27. März 2019 gegründet. Die Gesellschafterversammlung vom 25. Mai 2021 hat die Sitzverlegung von München nach Darmstadt beschlossen. Die Gesellschaft ist bei Amtsgericht Darmstadt unter HR B 102305 eingetragen (vorher Amtsgericht München unter HR B 248580).

Die Gesellschaft ist eine große Kapitalgesellschaft gemäß § 267 Abs. 3 HGB.

Der Jahresabschluss zum 31. Dezember 2020 ist nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches und des GmbH-Gesetzes aufgestellt. In Aufbau und Gliederung folgen Bilanz sowie Gewinn- und Verlustrechnung den gesetzliche Regelvorschriften. Der Gewinn- und Verlustrechnung wurde das Gesamtkostenverfahren zu Grunde gelegt.

Das vorangegangene Geschäftsjahr war ein Rumpfgeschäftsjahr (27. März bis 31. Dezember 2019). Von daher sind die Vorjahresvergleichsangaben nur eingeschränkt mit den Angaben des Geschäftsjahres 1. Januar bis 31. Dezember 2020 vergleichbar.

Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

Die Vermögensgegenstände des Anlagevermögens sind zu Anschaffungskosten aktiviert, vermindert um angemessene planmäßige Abschreibungen, die nach der linearen Methode berechnet werden. Die Nutzungsdauer beträgt 5 Jahre.

Das Vorratsvermögen wurde zu Anschaffungskosten bzw. dem niedrigeren beizulegenden Wert angesetzt.

Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenständen sind mit dem Nennwert bzw. dem niedrigeren beizulegenden Wert angesetzt.

Die liquiden Mittel sind zum Nominalwert angesetzt.

Das gezeichnete Kapital wird zum Nennbetrag angesetzt.

Bei der Bemessung der Rückstellungen ist den erkennbaren Risiken und ungewissen Verbindlichkeiten angemessen Rechnung getragen. Hierbei wurde der nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendige Erfüllungsbetrag gemäß § 253 Abs. 1 HGB angesetzt.

Die Verbindlichkeiten sind mit dem Erfüllungsbetrag passiviert.

Geschäftsvorfälle in fremder Währung werden grundsätzlich mit dem historischen Kurs zum Zeitpunkt der Erstverbuchung erfasst. Kurzfristige Fremdwährungsforderungen (Restlaufzeit von einem Jahr oder weniger) sowie andere kurzfristige Vermögensgegenstände in Fremdwährungen werden zum Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag umgerechnet. Langfristige Fremdwährungsverbindlichkeiten werden zum Devisenkassamittelkurs bei Entstehung der Verbindlichkeit oder zum höheren Stichtagskurswert, unter Zugrundelegung des Devisenkassamittelkurses am Abschlussstichtag, bewertet (Imparitätsprinzip). Kurzfristige Fremdwährungsverbindlichkeiten (Restlaufzeit von einem Jahr oder weniger) werden zum Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag umgerechnet.

Erläuterungen zur Bilanz

Anlagevermögen

Die Entwicklung des Anlagevermögens ist in der Anlage zum Anhang in Form der erweiterten Bruttodarstellung aufgezeigt.

Umlaufvermögen

Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen resultieren sämtlich aus dem Lieferungs- und Leistungsverkehr. Darin enthalten sind Forderungen gegenüber dem alleinigen Gesellschafter in Höhe von EUR 48.424.681,47 (VJ TEUR 13.976).

Die sonstigen Vermögensgegenstände beinhalten Umsatzsteuerforderungen in Höhe von EUR 336.431,51 (VJ TEUR 7.338) sowie noch nicht fakturierte Leistungen in Höhe von EUR 0,00 (VJ TEUR 273).

Eigenkapital

Das gezeichnete Kapital in Höhe von EUR 25.000 (VJ TEUR 25) ist eingezahlt.

Der Gesellschafter hat eine Einlage in die Kapitalrücklage von EUR 8.594.460,21 (VJ TEUR 8.594) geleistet. Aufgrund des Erwerbs des Dash-8-Programms von Bombardier Inc. durch die Konzerngesellschaft Longview Aviation Capital Corporation in 2019 wurden die anteiligen Vermögensgegenstände und Schulden in die Longview Aviation Germany GmbH eingebracht; ein Teil des Kaufpreises wurde seitens des Gesellschafters übernommen und der Kapitalrücklage in Höhe von EUR 8.594.460,21 zugeführt.

Rückstellungen

Die sonstigen Rückstellungen betreffen im Wesentlichen Provisionen an Kunden, ausstehende Eingangsrechnungen sowie Jahresabschlussprüfungs- und sonstige Beratungskosten für das abgelaufene Geschäftsjahr.

Aufgrund der am Bilanzstichtag vorliegenden Erkenntnisse hinsichtlich der Rahmenpreisnachlässe werden entsprechende Risiken für Kundennachlässe berücksichtigt.

Verbindlichkeiten

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen in Höhe von EUR 110.239.384,83 (VJ TEUR 73.220) resultieren in Höhe von EUR 96.812.881,40 (VJ TEUR 59.794) aus Lieferungen und Leistungen und in Höhe von EUR 13.426.573,43 (VJ TEUR 13.427) aus einem verzinslichen Darlehen

Die Verbindlichkeiten gegenüber dem Gesellschafter bestehen in Höhe von EUR 33.515.265,15 (VJ TEUR 67.983), welche die Darlehensverbindlichkeit in Höhe von EUR 13.426.573,43 (VJ TEUR 13.427) beinhalten.

Die sonstigen Verbindlichkeiten bestehen zum 31. Dezember 2020 nicht. Im Vorjahr waren ausschließlich kreditorische Debitoren enthalten.

Die Verbindlichkeiten gliedern sich wie folgt auf:

In TEUR Gesamtbetrag 31.12.2020 Restlaufzeit < 1 Jahr Restlaufzeit > 1 Jahr Restlaufzeit > 5 Jahre
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 1.486 1.486 0 0
(davon im Vorjahr) (5.966) (5.966) (0) (0)
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 110.239 96.812 13.427 0
(davon im Vorjahr) (73.220) (59.793) (13.427) (0)
sonstige Verbindlichkeiten 0 0 0 0
(davon im Vorjahr) (333) (333) (0) (0)
Total 111.725 98.298 13.427 0
(davon im Vorjahr) (79.519) (66.092) (13.427) (0)

Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

Umsatzerlöse

Die Umsatzerlöse verteilen sich auf die folgenden Regionen (in Mio EUR):

1.1.2020 - 31.12.2020 27.3.2019 - 31.12.2019
Europa 13,7 18,8
Nordamerika 20,4 37,9
Afrika 4,9 3,7
Asien 0,6 1,9
Sonstige 1,2 0,3
Total 40,8 62,6

Zu beachten ist, dass die Umsatzerlöse im Rumpfgeschäftsjahr 2019 wirtschaftlich erst mit Abschluss und Durchführung der Geschäftsübernahme im Rahmen eines Asset Deal ab Ende Mai bzw. Anfang Juni 2019 erzielt werden konnten.

Sonstige betriebliche Erträge

Die sonstigen betrieblichen Erträge beinhalten Management Services in Höhe von TEUR 1.259, Umrechnungsdifferenzen in Höhe von TEUR 123 und andere betriebliche Erträge von TEUR 9.

Personalaufwand

Der Personalaufwand setzt sich aus Gehältern in Höhe von TEUR 575 (VJ TEUR 228) und sozialen Abgaben in Höhe von TEUR 94 (VJ TEUR 32) zusammen, davon für Altersversorgung TEUR 43 (VJ TEUR 15).

Sonstige betriebliche Aufwendungen

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen beinhalten Wertberichtigung auf Forderungen TEUR 266 (VJ TEUR 1.506), Rechts- und Beratungskosten TEUR 179 (VJ TEUR 56), Umrechnungskursdifferenzen TEUR 1.421 (VJ TEUR 561), Marketingkosten TEUR 94 (VJ TEUR 0) und übrige betriebliche Aufwendungen TEUR 41 (VJ TEUR 1).

Sonstige Zinsen und ähnliche Aufwendungen

In den Zinsen und ähnlichen Aufwendungen sind Zinsen für das vom Gesellschafter gewährte Darlehen in Höhe von TEUR 819 (VJ TEUR 486) enthalten.

Steuern vom Einkommen und Ertrag

Der Aufwand aus Steuern vom Einkommen und Ertrag betrifft das Geschäftsjahr 2020 i.H.v. EUR 149.334 (VJ TEUR 375).

Sonstige Angaben

Geschäftsführung

Herr Sean Marshman, North Saanich British Columbia/ Kanada, CFO Longview Aviation Capital, ist zum einzelvertretungsberechtigten Geschäftsführer bestellt. Die Angabe der Bezüge des Geschäftsführers gemäß § 285 Nr. 9a HGB unterbleibt gemäß § 286 Abs. 4 HGB.

Konzernzugehörigkeit

Den Konzernabschluss für den kleinsten Kreis von Unternehmen, in den die Longview Aviation Germany GmbH einbezogen wird, stellt die DeHavilland Aircraft of Canada Limited, Toronto/Kanada auf, während den Konzernabschluss für den größten Kreis von Unternehmen die Longview Aviation Capital Corp., Sidney, British Columbia/Kanada aufstellt. Der Konzernabschluss ist am Sitz der jeweiligen Konzerngesellschaft erhältlich.

Mitarbeiterzahl

Die durchschnittliche Mitarbeiterzahl betrug 7 (VJ: 3), wobei es sich ausschließlich um Angestellte handelt.

Abschlussprüferhonorar

Das Honorar des Abschlussprüfers gemäß § 285 Nr. 17 HGB für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2020 beträgt TEUR 40 und entfällt auf Abschlussprüfungsleistungen.

Ergebnisverwendung

Die Geschäftsführung schlägt vor, den Jahresüberschuss i.H.v. EUR 260.146,36 (VJ: TEUR 867) auf neue Rechnung vorzutragen.

Nachtragsbericht

Die Corona-Krise, die seit Beginn des Kalenderjahres 2020 andauert, stellt die Luftfahrtbranche vor drastische Herausforderungen.

Der Reiseverkehr und der Tourismus sind aufgrund von Krankheitsängsten und behördlichen Maßnahmen, die den Reiseverkehr kurzfristig komplett eingeschränkt hatten, stark zurückgegangen. Einige Fluggesellschaften hatten den Flugbetrieb eingestellt.

Als Zulieferer von Flugzeugteilen für DHC-8-Flugzeuge sind auch wir von den Änderungen durch COVID-19 in Bezug auf den Flugbetrieb betroffen. Zu Beginn der Pandemie waren nur etwa 30 % unserer Kunden in der Lage, den Flugbetrieb aufrechtzuerhalten. Im Jahr 2020 führte die Pandemie zu Umsatzeinbußen von fast 70 % auf einer vergleichbaren Ganzjahresbasis.

Aktuell konnten unsere Kunden den Flugbetrieb auf etwa 68 % erhöhen, was sich entsprechend positiv auf unseren Umsatz auswirken dürfte. Dennoch haben die immer wieder im Jahr 2021 auftretenden neuen Ausbrüche ("Wellen") der Corona-Pandemie gezeigt, mit welcher Unsicherheit Prognosen derzeit behaftet sind.

Des Weiteren wurde mit der Änderung des Gesellschaftsvertrages vom 25. Mai 2021 die Änderung des Geschäftsjahres beschlossen. Danach geht das Geschäftsjahr vom 1. November bis 31. Oktober des Folgejahres. Darüber hinaus wurde die Sitzverlegung von München nach Darmstadt beschlossen.

 

Darmstadt, den 30. November 2021

Longview Aviation Germany GmbH

Geschäftsführung

Sean Marshman

Entwicklung des Anlagevermögens im Geschäftsjahr vom 1. Januar 2020 - 31. Dezember 2020

(erweiterte Bruttodarstellung)

Anschaffungs- und Herstellungskosten
1.1.2020
EUR
Zugänge
EUR
Abgänge
EUR
31.12.2020
EUR
I. Sachanlagen
1. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 714,20 0,00 0,00 714,20
Summe Anlagevermögen 714,20 0,00 0,00 714,20
Kumulierte Abschreibungen
1.1.2020
EUR
Abschreibungen des Geschäftsjahres
EUR
Abgänge
EUR
31.12.2020
EUR
I. Sachanlagen
1. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 64,66 142,85 0,00 207,51
Summe Anlagevermögen 64,66 142,85 0,00 207,51
Buchwerte
31.12.2020
EUR
31.12.2019
EUR
I. Sachanlagen
1. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 506,69 649,54
Summe Anlagevermögen 506,69 649,54

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die Longview Aviation Germany GmbH, Darmstadt

Vermerk über die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der Longview Aviation Germany GmbH, München, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2020 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2020 bis zum 31. Dezember 2020 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Longview Aviation Germany GmbH, München, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2020 bis zum 31. Dezember 2020 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2020 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2020 bis zum 31. Dezember 2020 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Gesellschaft.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Hamburg, den 10. Dezember 2021

EBS GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
Steuerberatungsgesellschaft

Christian Entringer, Wirtschaftsprüfer

Henning Jensen, Wirtschaftsprüfer

Niederschrift der Versammlung vom Dec. 22, 2021

der Gesellschafter der Longview Aviation Germany GmbH

Die De Havilland Aircraft of Canada Limited, Suite 110-1962 Canso Road, V8L5V5 North Saanich BC, Canada, ist die alleinige Gesellschafterin der

Longview Aviation Germany GmbH

mit dem eingetragenen Sitz in Darmstadt (Amtsgericht Darmstadt, HRB 102305), deren voll eingezahltes Stammkapital EUR 25.000,00 beträgt (im Folgenden " Gesellschaft" genannt).

Unter Verzicht auf die Einhaltung aller durch Gesetz oder Gesellschaftsvertrag vorgeschriebenen Formen und Fristen der Einberufung, Ankündigung und Abhaltung wird hiermit eine

Gesellschafterversammlung

der Gesellschaft abgehalten und einstimmig was folgt beschlossen:

1.

Der von der EBS GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Steuerberatungsgesellschaft geprüfte Jahresabschluss für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2020 bis zum 31. Dezember 2020, der mit einer Bilanzsumme von EUR 122.704.624,49 und einem Jahresüberschuss von EUR 260.146,36 abschließt, wird hiermit festgestellt.

2.

Der Jahresüberschuss zum 31. Dezember 2020 in Höhe von EUR 260.146,36 wird auf neue Rechnung vorgetragen.

3.

Der Geschäftsführung wird für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2020 bis zum 31. Dezember 2020 Entlastung erteilt.

Damit endet die Gesellschafterversammlung.

Im Falle von Widersprüchen zwischen der deutschen und der englischen Fassung ist die deutsche Fassung maßgeblich.

 

De Havilland Aircraft of Canada Limited

Sean Marshman, CFO

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Gesellschafterliste
Aktueller Abdruck
Chronologischer Abdruck

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99 nahegelegene Organisationen

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