TARGO Factoring GmbH
Selbe AdresseInstitute für Factoring-Geschäfte
Grundlegende Informationen zum Unternehmen
Kennzahlen extrahiert aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Öffentliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister
Gesetzliche Vertreter dieser Organisation
| Name | Rolle |
|---|---|
Gerald Norman Ludwig seit 7.7.2022 | Prokura |
Janni-Marie Elze seit 6.1.2022 | Prokura |
Daniel Simon Joseph Klein seit 13.4.2021 | Prokura |
Thorsten, geb. Paust Beyerstedt seit 13.4.2021 | Geschäftsführer |
Ulrich Wöhrle seit 13.4.2021 | Prokura |
Johann Lachenmayer seit 13.4.2021 | Prokura |
Claudia Anita Jost seit 13.4.2021 | Prokura |
Eberhard Walter Villmow seit 13.4.2021 | Geschäftsführer |
Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
Aareon AGMainzKonzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2020 bis zum 31.12.2020Konzernlagebericht 2020Grundlagen des KonzernsAareon - Anbieter von ERP-Software und digitalen Lösungen für die Immobilienwirtschaft und deren Partner - bietet ihren Kunden Software, Beratung und Services zur Optimierung der digitalisierten Geschäftsprozesse sowie zum Ausbau der Geschäftsmodelle. Für die Branche und deren Partner versteht sich Aareon als Dienstleister zur Unterstützung des digitalen Transformationsprozesses. Die Aareon Gruppe ist international mit 39 Standorten in bedeutenden europäischen Immobilienmärkten vertreten. Durch den länderübergreifenden Know-how-Transfer profitiert die Aareon Gruppe bei ihrer Forschung und Entwicklung von dem jeweiligen Expertenwissen. Dabei nutzt sie im Zuge des digitalen Transformationsprozesses die länderspezifischen Schwerpunkte der Digitalisierung für den Ausbau des Angebotsportfolios Aareon Smart World - das vernetzte Ökosystem mit einem umfassenden Lösungsportfolio für die Immobilienwirtschaft. Die Aareon AG ist eine Tochtergesellschaft des internationalen Immobilienspezialisten Aareal Bank AG, Wiesbaden. Im Laufe des Geschäftsjahres hat die Aareal Bank AG einen Teil ihrer Anteile an der Aareon AG, die sie zuvor zu 100 % hielt, an AI Houses (Luxembourg) S.à r.l., Luxemburg, ein Unternehmen von Advent International Corporation, Boston, USA, einem Finanzinvestor, veräußert. Somit hält die Aareal Bank AG nunmehr 70 % der Anteile und AI Houses (Luxembourg) S.à r.l. die restlichen 30 % der Anteile. Die Minderheitsbeteiligung wurde zum 1. November 2020 vollzogen und ein Partner von Advent International ist seit dem 3. November 2020 im Aufsichtsrat der Aareon AG vertreten. In der Aareal Bank Gruppe ist Aareon im Zuge der neuen Geschäftssegmentstruktur seit 2020 ein eigenständiges Segment. Angebotsportfolio von Aareon Kernstück des von Aareon angebotenen digitalen Ökosystems Aareon Smart World sind die länderspezifischen ERP-(Enterprise-Resource-Planning-)Systeme. Unsere ERP-Systeme unterstützen die Kunden bei ihren Geschäftsprozessen in der Immobilienwirtschaft, zum Beispiel der Prozesseffizienz und -qualität und der Geschäftssteuerung sowie des Risikomanagements. Neben den Kernprozessen lassen sich dabei auch alle wichtigen Abläufe der Kundenbeziehung und des Bestandsmanagements organisieren, zum Beispiel des Vertrags- und Forderungsmanagments sowie Reportinglösungen für gewerbliche Immobilienanbieter. Mit diesen ERP-Systemen möchte Aareon die Kundenbasis sichern und ein stabiles und langfristig robustes Geschäftsvolumen generieren, was sich in wiederkehrenden Umsätzen niederschlägt. Die Kundenbeziehungen bestehen oftmals seit Jahrzehnten. Die ERP-Systeme, die technologisch stetig weiterentwickelt werden, können mit den digitalen Lösungen, die weiter ausgebaut werden, vernetzt werden. Bestands- und Neukunden nutzen diese integrierten digitalen Lösungen für die Vernetzung von Stakeholdern wie Mitarbeitern (WRM - Workforce Relationship Management), Kunden (CRM - Customer Relationship Management) und Geschäftspartnern (SRM - Supplier Relationship Management) sowie technischen Geräten in Wohnungen und Gebäuden (BRM - Building Relationship Management). Dadurch können Prozesse neu gestaltet und optimiert werden. Die digitalen Lösungen helfen, durch die Verknüpfung aller Teilnehmer neue Geschäftsmodelle und damit neue Umsatzquellen zu erschließen und Kosteneinsparpotenziale zu erzielen. Die Berichterstattung des Aareon Konzerns erfolgt nach den zwei Geschäftssegmenten "DACH" und "Internationales Geschäft". Das Geschäftssegement DACH umfasst die Geschäftstätigkeit in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Sowohl in der DACH-Region als auch international bietet Aareon Softwarelösungen an, die in verschiedenen Betriebsarten genutzt werden können: Software as a Service (SaaS) und Hosting aus der exklusiven Aareon Cloud sowie Inhouse. Die Daten der Kunden befinden sich bei Hosting und SaaS im zertifizierten Aareon Rechenzentrum in Mainz, das Datensicherheit und -schutz auf hohem Niveau gewährleistet (s. S. 10). Der Kunde erhält nach erfolgreicher Beratung eine Lizenz zur Nutzung der Software. Implementierung und Schulung erfolgen in der Regel über ein Wartungsmodell, das den regelmäßigen Support der eingesetzten Software abdeckt und über die Laufzeit Umsätze generiert. In der Region DACH vertreibt Aareon ERP-Produkte für die Wohnungswirtschaft sowie die gewerbliche Immobilienbranche. In der Wohnungswirtschaft sind dies insbesondere die Produkte Wodis Sigma, die neue Produktgeneration Wodis Yuneo sowie SAP®-Lösungen und Blue Eagle. Das Bestandssystem GES wurde bis zum 31. Dezember 2020 im Aareon Rechenzentrum für die Kunden vorgehalten. Letzte Migrationen von GES auf andere ERP-Produkte erfolgten bereits zum 1. Juli 2020. Die ehemaligen GES-Kunden haben sich zum überwiegenden Teil für eines der modernen ERP-Systeme Wodis Sigma/Yuneo, SAP®-Lösungen und Blue Eagle oder RELion auf Basis von Microsoft® Dynamics 365 Business Central® entschieden. Im gewerblichen Immobilienmarkt und bei Kunden, die sowohl Bestände in der gewerblichen als auch in der wohnungswirtschaftlichen Immoblienbranche managen, ist Aareon insbesondere mit dem ERP-Produkt RELion vertreten. Darüber hinaus werden in der Region DACH Aareon Cloud Services und das Versicherungsmanagement mit BauSecura angeboten. Im Internationalen Geschäft bieten die Tochtergesellschaften jeweils länderspezifische ERP-Produkte an. In den Niederlanden vertreibt Aareon Nederland für die soziale Wohnungswirtschaft Tobias AX auf Basis von Microsoft® Dynamics® und hatte bereits im Vorjahr die neue ERP-Produktgeneration Tobias 365 auf Basis von Microsoft® Dynamics® 365 eingeführt. Im gewerblichen Immobilienmarkt wird die ERP-Lösung REMS vertrieben. Zudem bietet Aareon Nederland ihren Kunden Aareon Cloud Services an. In Frankreich werden die ERP-Produkte Prem'Habitat sowie PortalImmo Habitat vertrieben. Im britischen Markt bietet Aareon UK das ERP-Produkt Aareon QL an. Im skandinavischen Raum vertreiben Aareon Sverige und ihre Tochtergesellschaften Aareon Norge sowie Aareon Finland das ERP-Produkt Incit Xpand inklusive einer integrierten BIM-Lösung (Building Information Modeling). Darüber hinaus liefert Aareon Sverige ihren Kunden sogenannte Fact Books - Nachschlagewerke, die Standardinformationen zu Betriebs- und Wartungskosten enthalten. In der Aareon Smart World werden die angebotenen ERP-Produkte in der Region DACH und im internationalen Geschäft mit den digitalen Lösungen direkt oder über die digitale Plattform vernetzt. Das Angebot erstreckt sich über die Bereiche WRM (Workforce Relationship Management), CRM (Customer Relationship Management), SRM (Supplier Relationship Management) und BRM (Building Relationship Management). WRM-Produkte sorgen innerhalb der Immobilienunternehmen für mehr Prozesseffizienz und Vereinfachungen bei der täglichen Arbeit. Mobile Lösungen erleichtern den Mitarbeitern im Außendienst die Prozesse der Beauftragung, Verkehrssicherheitsprüfung, Wohnungsübergabe, Bestandsdatenpflege sowie die Bearbeitung von Kundenvorgängen. Ein digitales Dokumentenmanagement hilft Komplexität zu reduzieren, wenn der Zugriff auf Verträge und zugehörige Archive von mobilen Endgeräten jederzeit und überall möglich ist. Digitale Akten sorgen für ein zeitsparendes Arbeiten, da stets alle zu einem Vorgang vorhandenen Informationen aktuell verfügbar sind. CRM-Lösungen unterstützen und vereinfachen die Prozesse zwischen Mietern oder Eigentümern und den Immobilienunternehmen. Dies erstreckt sich von der Wohnungssuche über den Einzug bis hin zu Serviceanfragen und einem Wohnungswechsel. Die Aareon-CRM-Lösungen ermöglichen es Immobilienunternehmen, ihren Kunden Self-Services anzubieten, sodass diese auf Dokumente wie Mietvertrag, Antrag auf Haustierhaltung, Nebenkostenabrechnungen, Vertragsdaten zugreifen und Mieterbescheinigungen für die Meldebehörde ausdrucken können. Des Weiteren können Mieter Schadensmeldungen aufgeben, den Stand von Tickets abrufen und feststellen, wie weit ihr Anliegen schon bearbeitet ist. SRM-Produkte fördern die nahtlose Zusammenarbeit zwischen Servicepartnern. Mithilfe dieser digitalen Lösungen können die Auftraggeber zum Beispiel die Arbeit der Handwerker effizient koordinieren und sie über mobile Endgeräte mit allen Informationen versorgen, die sie vor Ort benötigen. Beauftragung, Dokumentation und Rechnungslegung der Servicepartner lassen sich online organisieren - papierlos, schnell und nachvollziehbar. Die integrierte Verwendung von Daten aus CRM- und ERP-Lösungen bietet Immobilienunternehmen zudem die Möglichkeit, aus dem digitalen Kundenkontakt heraus Beauftragungen für Partnerunternehmen auf den Weg zu bringen. Der Sachstand zum Beispiel von Reparaturaufträgen kann dann über das Portal an die Eigentümer zurückgemeldet werden. Kommunikation, Verwaltung und Instandhaltung gehen somit auf digitaler Basis Hand in Hand. Kunden sowohl aus den Bereichen Immobilien- als auch Energiewirtschwirtschaft können von diesem integrierten Angebotsportfolio profitieren. BRM-Produkte zielen auf das professionelle Gebäudemanagement ab. Mit diesen Lösungen können Immobilienunternehmen alle anfallenden Informationen rund um ihre Objekte einheitlich erfassen, auswerten und für Optimierungen nutzen. Die Daten helfen dem Unternehmen dabei, seinen Bestand in der Gesamtheit einfacher zu verwalten und für die Zukunft zu planen. Ein weiterer Vorteil der digitalen Anwendungen: Ist ein Mitarbeiter im Objekt unterwegs, greift er per Tablet oder Smartphone auf alle relevantenDaten zu und ist so genau über Ausstattungsmerkmale, Zustand und Wartungszyklus informiert. Zudem kann er in Echtzeit ersichtlich die Bestandsdaten aktualisieren. Darüber hinaus bietet Aareon UK im britischen Markt auch digitale Produkte von Partnern an. In den Niederlanden setzt Aareon Nederland das Produkt Trace & Treasury ein, welches für die Verwaltung von Vermögenswerten das Cashmanagement erlaubt und Geschäftspläne erstellt. Neben der Entwicklung innerhalb der Geschäftssegmente wird die Entwicklung in neue Produkte vorangetrieben. Mit dem Roll-out des auf künstlicher Intelligenz basierendenden Virtual Assistant Neela, der es Immobilienunternehmen ermöglicht ihr Kundenbeziehungsmanagement schneller und komfortabler zu gestalten, wurde in Deutschland, Großbritannien, den Niederlanden und Schweden begonnen. Darüber hinaus können Kunden auch von den Lösungen der PropTech-Partner profitieren. Hierzu zählen beispielsweise das intelligente schlüssellose Türzugangssystem KIWI (Deutschland), das in das Service-Portal Mareon (Handwerkeranbindung) integriert werden kann, die digitale Vermietungsplattform von Immomio (Deutschland) sowie die digitale Verkaufs- und Vermietungsplattform von OSRE (Niederlande). Bei den Mitbewerbern von Aareon handelt es sich um Anbieter eigenentwickelter Branchenprodukte, um SAP®-Partner und vermehrt um PropTech-Unternehmen, die einzelne digitale Lösungen anbieten. Zur weiteren Steigerung der Marktdurchdringung und zur Förderung der Digitalisierung wurden bereits im Jahr 2018 strategische Investitionen für die Folgejahre beschlossen (siehe folgendes Kapitel). Aareon sieht sich mit ihrem Angebotsportfolio - bestehend aus ERP-Produkten, vernetzten digitalen Lösungen, Aareon Cloud Services - und Beratungsangebot gut positioniert. Neben dem organischen Ausbau des Angebots hat Aareon zum Ziel, auch anorganisch zu wachsen. Im Geschäftsjahr 2020 wurde eine weitreichende Analyse des Umfelds durchgeführt und in Bezug auf mögliche Übernahmeziele verdichtet. Diese Möglichkeiten wurden im Rahmen des neu entwickelten Wertschöpfungsprogramms (Value Creation Program) - aufgegriffen und werden auch über den Berichtszeitraum hinaus weitergeführt (siehe Prognosebericht). Einen ersten Erfolg in diesem Prozess markiert die Akquisition der Gesellschaft Arthur Online Ltd., London, die das Angebotsportfolio von Aareon ab Februar 2021 ergänzt. Gleichzeichtig ist es die erste Akquisition unter der neuen Eigentümerstruktur der Aareon. Ziele und Strategien Aareon verfolgt eine profitable Wachstumsstrategie basierend auf dem Programm "Aareon Flight Plan", das jährlich gemäß neuesten Anforderungen weiterentwickelt wird. Mit diesem hat Aareon zum Ziel, der international führende Partner für die Immobilienwirtschaft und angrenzende Märkte zu sein. Innerhalb der Aareal Bank Gruppe ist der Aareon Flight Plan in das Zukunftsprogramm "Aareal Next Level" integriert. Bis 2025 und darüber hinaus soll sich auch durch den Beitrag des Wertschöpfungsprogramms (Value Creation Program) als Teil des Flight Plans das operative Potenzial voll entfalten. Im Zuge dessen wurde die Kenngröße "Rule of 40" eingeführt, die im Softwarebereich weitverbreitet ist und zur Bewertung der Leistungsfähigkeit von Technologieunternehmen herangezogen wird. Sie dient dazu, die Güte des Geschäftsmodells zu beurteilen, welche sich dann bei Erreichung in einer höheren Bewertung niederschlägt. Die Kennzahl wird aus Umsatzwachstum und EBITDA-(Earnings before Interest, Taxes, Depreciation and Amortization) Marge ermittelt, deren Summe 40 % betragen soll, um einen Kompromiss zwischen Wachstum und Profitabilität herzustellen.
Zentrale strategische Felder des Aareon Flight Plan sind:
Steigerung des Mehrwerts für Kunden und des Markterfolgs Lösungen und Services von Aareon sind nutzerorientiert und bieten den Kunden sowie deren Partnern und Kunden Mehrwerte. Schon bei der Produktentwicklung fließen daher Kundenanforderungen ein. Dabei profitiert das Unternehmen von den bestehenden Kundenbeziehungen, der Kundenbeiratsarbeit, spezifischen Kundenveranstaltungen, der Zusammenarbeit mit Verbänden sowie der Anwendung nutzerzentrierter Ansätze wie Design Thinking. Um diesen Markterfolg nachhaltig zu verankern, verfolgt Aareon eine Wachstumsstrategie basierend auf organischem und anorganischem Wachstum. Durch die Minderheitsbeteiligung von Advent International wird Aareon zusätzlich unterstützt, ihre Marktposition weiter auszubauen. Denn Advent International bringt als langfristig orientierter Finanzinvestor mit seiner breiten Expertise im Technologiesektor, und seiner M&A-Expertise die Voraussetzungen mit, um die Wertsteigerung von Aareon zu beschleunigen und zu einem Rule-of-40 Unternehmen zu werden. Mit Blick auf potenzielles anorganisches Wachstum hat das Aareon-Management bereits eine umfassende Auswertung über mögliche Akquisitionsziele durchgeführt und Opportunitäten identifiziert, die nun systematisch weiterverfolgt werden, um durch den Ausbau des Produktportfolios den Kunden Mehrwerte zu bieten. In diesem Kontext wurde auch die organisatorische Aufstellung optimiert und der Bereich Transaction & Corporate Development gegründet. Darüber hinaus wurden relevante Kapazitäten, wie in den Bereichen Finanzen und Recht, aufgebaut. Aareon unterzeichnete den Vertrag zur Übernahme des Geschäftsbetriebs der damaligen CalCon Holding GmbH, München, im Rahmen eines Asset-Deals sowie zum Erwerb deren Tochtergesellschaften mit Wirkung zum 1. Januar 2020. Der Abschluss der Transaktion ("Closing") erfolgte am 20. Februar 2020. Diese Akquisition unterstützt die Wachstumsstrategie von Aareon und den Ausbau des digitalen Angebotsportfolios. Das Produkt epiqr® zur Bauzustandsbewertung und die neue Produktgeneration AiBATROS® von CalCon wurden in die Aareon Smart World integriert, und zwar in das digitale Lösungsangebot BRM (Building Relationship Management), welches das digitalisierte Gebäudemanagement umfasst. Das Projekt zur Integration der CalCon-Gruppe wurde abgeschlossen und die Produktintegration in die Aareon Smart World vorangetrieben. Wachstum der führenden ERP-Lösungen Die ERP-Lösungen sind der Kern des Angebotsportfolios von Aareon und bieten signifikantes Cross-Selling-Potenzial. Denn Kunden ergänzen ihre ERP-Systeme in der Regel sukzessive um weitere digitale Lösungen und bauen so ihre unternehmenseigenen digitalen Ökosysteme auf. Aareon investiert in die stetige technologische Weiterentwicklung ihrer ERP-Software-Lösungen. Die zukünftigen ERP-Produktgenerationen der Aareon Gruppe sollen Cloud-fähig, mit neuen Technologien (Business Intelligence, künstliche Intelligenz, Machine Learning, Robotics) kompatibel und nutzerorientiert sein sowie neue - zum Beispiel selbstlernende - Funktionalitäten bieten. Hierzu wurde eigens das unternehmensweite Projekt "ERP 2025" aufgesetzt. Nachdem im Jahr 2019 bereits die neue ERP-Produktgeneration Tobias 365 in den Niederlanden eingeführt worden war, wurde im September 2020 in Deutschland die neue Produktgeneration Wodis Yuneo angekündigt (s. S. 38) und es wurden bereits fast 300 neue Abschlüsse gewonnen. Weitere ERP-Produktgenerationen befinden sich bereits in der Entwicklung. Daüber hinaus werden für die bestehenden Produktgenerationen in allen Ländern regelmäßig neue Releases realisiert. Auch im gewerblichen Immobilienmarkt soll die Marktdurchdringung gesteigert werden. Neue Kunden konnten insbesondere mit dem Produkt RELion, das in das digitale Ökosystem Aareon Smart World integriert ist, gewonnen werden. Der Markteintritt in die Schweiz wurde 2019 durch die Gewinnung eines Großkunden für die ERP-Lösung RELion geschafft. Im Oktober 2020 folgte dort die Gründung einer Zweigniederlassung. Vorantreiben der digitalen Transformation Aareon treibt die digitale Transformation in der Immobilienwirtschaft voran. Insbesondere infolge der Covid-19-Pandemie sieht Aareon in der Branche eine gestiegene Bedeutung der digitalen Lösungen, welche die Arbeitswelt ungleich digitaler machen. Aareon hat hier mit digitaler Beratung (Green Consulting), mit Lösungen für die Arbeit im Homeoffice sowie der Berücksichtigung gesetzlicher Anforderungen in den Systemen ihre Kunden in der Pandemie unterstützt. Um die sich bietenden Potenziale der digitalen Transformation auszuschöpfen, wird in den Ausbau der digitalen Lösungen investiert. Diese Lösungen werden durch eigene Forschungs- und Entwicklungsteams ausgebaut, sodass ein gruppenweiter Wissenstransfer stattfindet. In diesem Kontext arbeitet Aareon auch nutzerorientiert mit Kunden und Partnern zusammen. Weitere Produktentwicklungen zur Umsetzung der digitalen Wachstumsstrategie befinden sich in der Validierungsphase bzw. stehen kurz vor der Vermarktung, wie beispielsweise die vorausschauende Wartung. Ein weiterer relevanter Aspekt zum Ausbau des digitalen Angebots ist die Zuammenarbeit mit Start-ups. Diese erfolgt in drei Ansätzen: Mitbegründung von Ventures: Mit ihrer Tochtergesellschaft Ampolon Ventures (AV Management GmbH) ist Aareon Teil der Gründerszene und Mitbegründer eigener Ventures. Als erstes Venture wurde 2019 die OFI Group GmbH, Frankfurt am Main, gegründet. Das Unternehmen bietet die Plattform Ophigo für die digitale Bürovermietung an. Im Jahr 2020 folgte die Gründung der Refurbio GmbH, Berlin, die den digitalen Einrichtungsberater foxxbee entwickelt hat, und der Ecaria GmbH, Berlin, mit dem gleichnamigen Produkt Ecaria, das pflegende Familienangehörige digital beim Planen und Organisieren von Pflegeleistungen unterstützt. Beteiligungen an Start-ups und Acceleratoren: In Deutschland ist Aareon unmittelbar an dem PropTech Immomio (digitale Vermietungsplattform) und in den Niederlanden an OSRE (digitale Plattform für Immobilientransaktionen) beteiligt. Zudem hält Aareon Anteile an den strategischen Partnern blackprint Booster und blackprint Booster International, die zukunftsfähige Start-ups im immobilienwirtschaftlichen Umfeld fördern. Mitarbeiter zum Erfolg befähigen Aareon ist auf Wachstumskurs. Zur Unternehmensstrategie zählt daher zum einen die Gewinnung neuer qualifizierter Mitarbeiter, zum anderen die Bindung qualifizierter Aareon-Mitarbeiter (s. S. 22). Um neue Mitarbeiter zu gewinnen, wurden unter anderem die Social-Media-Aktivitäten in der Aareon Gruppe koordiniert und gestärkt. In den Ländermärkten wurden Kampagnen mit Videos und Testimonials durchgeführt. Zudem betreibt Aareon seit Juni 2020 in Ergänzung zu dem klassischen Recruiting-Prozess Active Sourcing, um Talentpools aufzubauen. Dabei geht es um die Direktansprache potenzieller Kandidaten, die jetzt und in Zukunft zu Aareon passen und ihre Fähigkeiten einbringen können. Im Zuge der weiteren Internationalisierung wurde der "OneAareon"-Gedanke zunehmend als Teil des unternehmenskulturellen Verständnisses umgesetzt. Dabei hat das interne digitale Kollaborationstool die Transparenz deutlich gesteigert und das Wir-Gefühl gestärkt. Dies kam der gesamten Unternehmengruppe insbesondere in der Covid-19-Pandemie zugute. Steigerung der organisatorischen Performance sowie der Profitabilität Eine effiziente markt- und kundennahe Organisation, wurde schrittweise seit April 2019 umgesetzt. Dabei hat sich die operative Organisationsstruktur mit den drei länderübergreifenden Ressorts Markt (Consulting und Vertrieb), Operatives (ERP-Lösungen und Aareon Cloud Services) sowie Digitale Lösungen und Ventures bewährt. Zur Verschlankung der Gesellschaftsstrukturen wurden im Laufe des Jahres 2020 die Aareon RELion Nord GmbH und Aareon RELion Süd GmbH auf die Aareon RELion GmbH verschmolzen. Zudem wurden die Gesellschaften CalCon Deutschland AG und epiqr Software GmbH auf die CalCon Ingenieurgesellschaft GmbH verschmolzen. Die neue Gesellschaft firmiert nun unter dem Namen CalCon Deutschland GmbH. In den Niederlanden wurde die Kalshoven Automation B.V. auf die Aareon Nederland B.V. verschmolzen. Darüber hinaus wurde die Steigerung der organisatorischen Performance vor allem durch die folgenden zentralen Projekte unterstützt:
Diese operativen Rationalisierungsprojekte dienen dem Zweck, die Mittelfristziele im Rahmen der "Rule of 40" Vorgabe zu erfüllen. Qualitäts- und Sicherheitsstandards Datenschutz und -sicherheit haben bei Aareon einen sehr hohen Stellenwert. Zahlreiche nationale und internationale Kunden nutzen die Aareon-Lösungen als Service aus der exklusiven Aareon Cloud - das heißt, die Daten werden ausschließlich in Deutschland im Aareon Rechenzentrum sowie in einer deutschen Ausweichlokation gespeichert. Der Betrieb des Aareon Rechenzentrums wird regelmäßig nach dem Prüfungsstandard PS 951 nF des Instituts der Wirtschaftsprüfer e.V. (IDW) testiert. Die TÜV Saarland Gruppe hat das Aareon Rechenzentrum erneut als "Geprüftes Verbund-Rechenzentrum - Ausfallsicher Stufe 4" bis Ende 2021 rezertifiziert. Bereits seit 2010 lässt Aareon regelmäßig freiwillige externe Datenschutz-Auditierungen nach § 9a Bundesdatenschutzgesetz (BDSG) durchführen. Im Jahr 2019 erfolgte die Rezertifizierung mit der TÜV Rheinland i-sec GmbH als Zertifizierungsanbieter: Das Zertifikat ist bis 2022 gültig. Die TÜV Rheinland i-sec GmbH zeichnete Aareon als "Dienstleister mit geprüftem Datenschutzmanagement" aus. Das Informationssicherheitsmanagement ist nach der international anerkannten ISO/IEC 27001:2013 zertifiziert. Das Überwachungsaudit erfolgte bereits 2017 und bestätigt die Zertifizierung bis Dezember 2023. Forschung und Entwicklung Das Fundament für die stetige technologische Weiterentwicklung sowie den Ausbau des digitalen Ökosystems Aareon Smart World bilden die kollaborativen Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten. Diese sind nutzerorientiert aufgestellt, und der Mehrwert für Kunden und Partner steht im Mittelpunkt. Als international agierende Gruppe profitiert Aareon bei ihrer Forschung und Entwicklung von den länderspezifischen Schwerpunkten der Digitalisierung und der damit verbundenen Expertise. Um frühzeitig intensive Tests vornehmen zu können und möglichst schnell von der Idee zum Prototyp zu gelangen, setzt Aareon auf einen agilen Entwicklungsansatz. Die länderübergreifend tätigen Entwicklungsteams berücksichtigen die gesellschaftlichen, rechtlichen und wirtschaftlichen sowie technischen Einflussfaktoren und integrieren sie in bestehende und neue digitale Lösungen. Gemeinsam mit den Immobilienunternehmen und Partnern arbeitet Aareon nach dem Design-Thinking-Ansatz. Diese Vorgehensweise zur nutzerzentrierten Problemlösung ist auch die methodische Grundlage des Aareon DesignLab. Das Angebot der Design-Thinking-Workshops, die von ausgebildeten Spezialisten in den Räumlichkeiten des Aareon DesignLab durchgeführt werden oder in Zeiten der Covid-19-Pandemie auch virtuell stattgefunden haben, wird von Kunden genutzt. Zusätzlich unterstützt der Kundendialog im täglichen Geschäft die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten. Kundenanforderungen werden im kontinuierlichen Austausch, zum Beispiel in Gremien wie Kundenbeiräten, aufgenommen und durch die immer wieder durchgeführte gruppenweite Kundenbefragung erhoben. Neue Technologien werden bei der Forschung mit Blick auf ihren Nutzen für die Immobilienwirtschaft und ihre technische Integrationsmöglichkeit berücksichtigt. Im Ergebnis wurde 2020 der Virtual Assistant Neela vermarktet. Neela basiert auf der neuesten Technologie für kognitive Prozesse und Spracherkennung und wurde in einer ersten Stufe als Chatbot eingeführt. Mit Neela können Immobilienunternehmen ihr Kundenbeziehungsmanagement schneller und komfortabler gestalten. In Deutschland wurde im September die neue ERP-Produktgeneration Aareon Wodis Yuneo eingeführt - als Nachfolger des etablierten, marktführenden Systems Wodis Sigma. Wodis Yuneo ermöglicht, neue Technologien wie Business Intelligence, künstliche Intelligenz, Big Data oder Robotik zu nutzen. Die neue Produktgeneration hat zudem eine optimierte Benutzeroberfläche. Das Arbeiten funktioniert über wenige Bedienmuster intuitiv. Das barrierefreie System lässt sich sowohl per Maus, Tastatur und Touch als auch per Sprache navigieren. Darüber hinaus bietet Wodis Yuneo auf Basis webbasierter Technologie ein hohes Maß an Flexibilität. Die Anwender können alle Daten jederzeit im Büro, im Homeoffice oder mobil abrufen. Das ERP-System kann als Software-as-a-Service-(SaaS-)Lösung in der exklusiven Aareon Cloud aus dem mehrfach zertifizierten Rechenzentrum oder als Inhouse-Lösung betrieben werden. Die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung unterteilen sich in die Entwicklung von Updates, Wartung und Pflege bestehender Funktionen sowie die stetige Entwicklung neuer Funktionen und die Schaffung neuer Produkte. Die Gesamtaufwendungen der Teams für Forschung und Entwicklung beliefen sich im Jahr 2020 auf 41,9 Mio. € (2019: 38,0 Mio €). Die Investitionen zur Entwicklung neuer Funktionen und Produkte für unsere Kunden waren zum Teil aktivierungspflichtig. Die Aktivierungsquote bezogen auf die Gesamtaufwendungen liegt bei 31 %. Die Abschreibungen der aktivierten selbst erstellten Software betrugen 4,9 Mio. €. WirtschaftsberichtGesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen Konjunktur Die Covid-19-Pandemie, die sich im ersten Quartal 2020 weltweit ausbreitete, führte in einer sehr kurzen Frist zu einem dramatischen Einbruch der Wirtschaftsleistung. Zahlreiche Volkswirtschaften wurden in der ersten Jahreshälfte vor enorme Belastungen gestellt, wie sie teilweise seit dem Zweiten Weltkrieg noch nicht zu beobachten waren. Als Folge der Infektionsschutzmaßnahmen, die das öffentliche Leben in zahlreichen Ländern komplett zum Erliegen brachten und verschiedenene Dienstleistungen zeitweise untersagten sowie durch den Zusammenbruch verschiedener Lieferketten, stürzte die Weltwirtschaft ab März in eine tiefe Rezession. Das zweite Halbjahr zeigte eine deutliche Erholung, die sich im Zeitverlauf verlangsamte und durch erneute Lockdowns in vielen Ländern am Ende des Jahres zum Erliegen kam. Staatliche Hilfsmaßnahmen und die sehr lockere Geldpolitik milderten die negativen Effekte auf die Wirtschaftsteilnehmer in Teilen ab. In der Eurozone ging die Wirtschaftsleistung infolge der Covid-19-Pandemie in 2020 um 7,1 % gegenüber 2019 zurück. Im ersten Halbjahr lag der Rückgang noch bei 15,0 % im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Im dritten Quartal erholte sich die Wirtschaft mit 12,5 % gegenüber dem zweiten Quartal. Durch erneute Lockdowns im vierten Quartal zeigte sich in einzelnen Euroländern ein erneuter Rückgang. Dabei wurde der Dienstleistungssektor am stärksten getroffen, die Industrieproduktion zeigte sich dabei stabiler. Zur Abmilderung der Folgen setzten die Staaten verschiedene Hilfs- und Unterstützungsmaßnahmen ein, die von Zahlungsmoratorien bis hin zu direkten Hilfszahlungen reichten. Die Maßnahmen unterschieden sich dabei in den jeweiligen Ländern. Insgesamt beliefen sich die Hilfsmaßnahmen auf 4,5 % des Bruttoinlandsprodukts der Eurozone. Länder, die nicht der Eurozone angehören, zeigten teilweise einen etwas milderen Abschwung. Insbesondere in Schweden war der Rückgang der Wirtschaftsleistung milder als im Rest der EU. Im Vereinigten Königreich machte sich neben der Pandemie auch der Brexit weiter bemerkbar. Zum Ende des Jahres war die Übergangsphase nach dem Austritt des Vereinigten Königreichs aus der EU am 31. Januar 2020 abgeschlossen. Dabei konnte mit der EU Ende Dezember ein Handelsabkommen getroffen werden, sodass ein harter Brexit mit vielen Handelsbeschränkungen abgewendet wurde. Das Handelsabkommen sichert dabei u. a. Zollfreiheit und unbegrenzten Warenverkehr, allerdings mit erhöhten bürokratischen Hürden. Zudem endete auch im Vereinigten Königreich das Jahr mit einem harten Lockdown, was belastend wirkte. Insgesamt ging das Bruttoinlandsprodukt im Jahresverlauf um 10,3 % gegenüber dem Jahr 2019 zurück. Infolge der Rezession kam es weltweit zu einem erheblichen Beschäftigungsabbau. In vielen fortgeschrittenen Volkswirtschaften wurde jedoch der Anstieg der Arbeitslosigkeit durch Kurzarbeitsprogramme oder andere staatliche Maßnahmen abgemildert.
Veränderung des Realen Bruttosozialproduktes 1) Vorläufige Zahlen; 2) Angepasst an finale Zahlen Branchenentwicklung Der digitale Transformationsprozess in der Immobilienwirtschaft in den für uns relevanten Märkten setzt sich weiter fort. Gerade die Covid-19-Pandemie hat zu einer deutlichen Beschleunigung der Digitalisierung der Arbeitswelt geführt. Dies gilt auch für die Immobilienwirtschaft. Der Aufbau eigener unternehmensspezifischer digitaler Ökosysteme hat weiter an Bedeutung gewonnen. Dabei hat sich der Trend, die Software komfortabel als Service aus der Cloud zu beziehen, fortgesetzt. Neben der Vernetzung der Immobilienunternehmen mit Geschäftspartnern und Mietern/Eigentümern rückt die Vernetzung mit dem Gebäude bzw. mit technischen Geräten im Gebäude immer mehr in den Fokus. Neue Technologien wie künstliche Intelligenz und Big Data eröffnen hier insbesondere im Bereich der vorausschauenden Wartung Potenziale. Zusätzlich zu den etablierten Unternehmen der sogenannten Old Economy rund um immobilienwirtschaftliche IT-Lösungen sind zahlreiche PropTech-Unternehmen in den letzten Jahren in den Markt getreten. Sie bieten in der Regel einzelne digitale Lösungen für die Immobilienwirtschaft an. Aareon ist mit Ampolon Ventures (AV Management GmbH) Teil der Gründerszene und hat bereits drei Ventures gegründet. Darüber hinaus ist Aareon strategischer Partner des blackprint PropTech Booster (s. S. 35) und hat Beteiligungen an PropTech-Unternehmen bzw. kooperiert mit diesen. Leistungsindikatoren Als bedeutsamste finanzielle Leistungsindikatoren, die zur internen Steuerung dienen, nutzt Aareon die Leistungsindikatoren Umsatz und seit diesem Geschäftsjahr die in der Softwarebranche häufig anzutreffende Erfolgsgröße Adjusted EBITDA (Earnings before Interest, Taxes, Depreciation and Amortization). Diese löst die vorige Erfolgsgröße EBIT (Earnings before Interest and Taxes) in der externen Kommunikation ab. "Adjusted" bezeichnet Anpassungen, die einen einmalig und außergewöhnlichen Charakter haben. Dies betrifft in der Regel akquisitionsbezogene Aufwendungen, wie zum Beispiel Due-Diligence-Kosten, oder Aufwendungen aus Rechtsstreitigkeiten. Außerdem sind Investitionen in das Wertschöpfungsprogramm, in neue Produkte und in Venture-Aktivitäten von Aareon nicht enthalten. Geschäftsverlauf Das Geschäftsjahr 2020 - insbesondere das zweite Quartal - war von der Covid-19-Pandemie geprägt. Zeitweise arbeiteten nahezu alle Mitarbeiter von Aareon, über 1.700, im Homeoffice und hielten den Geschäftsbetrieb aufrecht. Die Anzahl der "Green Consulting Days", d.h. Consulting-Personentage, die nicht vor Ort beim Kunden geleistet wurden, belief sich im Geschäftsjahr 2020 auf weit mehr als 31.000 Tage (2019: 17.000 Tage). Dank des hohen Digitalisierungsgrads und flexibler Arbeitsmodelle verlief die Umstellung aus Sicht des Managements problemlos. Aareon unterstützte - auch mit speziellen Produkt- und Serviceangeboten sowie zahlreichen Webinaren - ihre Kunden in der Krise dabei, ihren Geschäftsbetrieb digital fortsetzen zu können. Kunden mit einem höheren Digitalisierungsgrad waren hier bereits im Vorteil. Kundenveranstaltungen wurden soweit möglich online durchgeführt, größere Veranstaltungen, wie insbesondere der Aareon Kongress als deutscher Branchenevent, wurden abgesagt. Im September veranstaltete Aareon in Deutschland das Online-Branchenevent Aareon Live mit mehr als 1.600 registrierten Teilnehmern. Insgesamt hat die Digitalisierung in der Immobilienwirtschaft durch die Covid-19-Pandemie nochmals weiter an Bedeutung gewonnen. Geschäftssegment DACH In der DACH-Region konnten weitere Kunden für die ERP-Lösung Wodis Sigma sowie für die im September eingeführte neue Produktgeneration Aareon Wodis Yuneo gewonnen werden. Die Variante, Wodis Sigma und Wodis Yuneo als Service aus der exklusiven Aareon Cloud zu nutzen, wurde weiterhin wie erwartet bevorzugt. Die Migrationsprojekte wurden während der Covid-19-Pandemie auch remote fortgesetzt. Letzte Migrationsprojekte von GES auf andere ERP-Lösungen wurden zum 1. Juli 2020 abgeschlossen. Zum 31. Dezember 2020 stellte Aareon den Betrieb von GES im Aareon Rechenzentrum planmäßig ein. Das Geschäftsvolumen sowohl von Wodis Sigma/Wodis Yuneo als auch von SAP®-Lösungen und Blue Eagle wurde unter anderem auch bedingt durch die GES-Migration entsprechend gesteigert. Darüber hinaus wurde die Umstellung der Kunden auf die SAP®-S/4HANA-Datenbank eingeleitet. Der Consulting-Umsatz war hingegen im Vorjahresvergleich aufgrund der Covid-19-Pandemie rückläufig, auch wenn "Green Consulting" verstärkt nachgefragt wurde. Im gewerblichen Immobilienbereich konnten weitere Kunden für die ERP-Lösung RELion gewonnen werden, sodass hier Lizenz- und Consulting-Erlöse anstiegen. Die positive Entwicklung des Geschäfts mit Aareon Cloud Services setzte sich deutlich fort. Das Versicherungsgeschäft von BauSecura bewegte sich über Vorjahresniveau. Immer mehr Kunden ergänzen ihr ERP-System um integrierte digitale Lösungen und entwickeln damit ihr eigenes digitales Ökosystem, sodass das Geschäftsvolumen mit den digitalen Lösungen im Jahr 2020 weiter gesteigert werden konnte. Im Geschäftssegment DACH sind weiterhin die WRM-, CRM-, und SRM-Lösungen stark gefragt. Die im vierten Quartal 2019 eingeführte Aareon Smart Platform wurde weiter vermarktet. Im zweiten Quartal 2020 kündigte Aareon in Deutschland den KI-basierten Virtual Assistant Neela (CRM-Lösung) an und startete die Vermarktung (s. S. 11). Im deutschen Markt der Energieversorger haben sich weitere Kunden für Lösungen aus dem SRM-Angebotsportfolio entschieden. Das Projekt zur Integration der CalCon-Gruppe wurde abgeschlossen und die Anbindung ihrer Lösungen (vor allem die neue Produktgeneration AiBATROS®) an die Aareon Smart World vorangetrieben. Die OFI Group, als erstes Venture der Tochtergesellschaft Ampolon Ventures, hat erste Transaktionen mit der Plattform Ophigo erfolgreich realisiert. Darüber hinaus hat Ampolon Ventures als weitere Ventures Refurbio mit der Plattform foxxbee - ein digitaler Einrichtungsberater - und Ecaria mit der Plattform Ecaria - zur digitalen Unterstützung der Pflege in den eigenen vier Wänden - im Jahr 2020 mitbegründet. Darüber hinaus wurde Aareon im zweiten Quartal Konsortialpartner im Projekt "ForeSight". Das vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) geförderte Forschungs- und Entwicklungsprojekt verfolgt das Ziel, eine Plattform für kontextsensitive, intelligente und zukunftsorientierte Smart Living Services zu schaffen. Ebenso ist seit diesem Geschäftsjahr Aareon Mitglied bei DigiWoh. Das DigiWoh Kompetenzzentrum Digitalisierung ist ein von Wohnungsunternehmen gegründeter Verein und hat das Ziel, die Digitalisierung in der Wohnungs- und Immobilienbranche voranzubringen. Geschäftssegment Internationales Geschäft Das Geschäftsvolumen im Internationalen Geschäft konnte im Vorjahresvergleich leicht gesteigert werden. Die Auswirkungen der Covid-19-Pandemie waren in den verschiedenen Ländern in unterschiedlichem Ausmaß zu verzeichnen. Im internationalen ERP-Geschäft konnten insbesondere die wiederkehrenden Erlöse wie Wartungs- und SaaS-Erlöse aufgrund der Produktivsetzung von Kunden gesteigert werden. Dies zeigt sich besonders in den Niederlanden, wo die Transformation des Geschäftsmodells zu einem SaaS-Betrieb Fahrt aufgenommen hat. Die Vermarktung der neuen ERP-Produktgeneration Tobias 365 auf der Basis von Microsoft® Dynamics® 365 wurde fortgeführt, und zwei Pilotkunden wurden bereits produktiv gesetzt. Die niederländische ERP-Lösung REMS für den gewerblichen Immobilienbereich hat sich umsatzseitig stabil entwickelt, und ein für uns bedeutender Neukunde wurde planmäßig produktiv gesetzt. Auch in Frankreich hat sich ein Großkunde für einen Platinum-Wartungsvertag des neu am Markt eingeführten Releases von Prem'Habitat entschieden. Aareon UK verzeichnete viele Vertriebserfolge mit Neu- sowie Bestandskunden - darunter ein bedeutender Großkunde - mit dem ERP-Produkt QL. In den nordischen Ländern führte eine Intensivierung der Vertriebsaktivitäten zur Gewinnung von Neukunden. Wesentliche Kundenverluste sind aus unserer Sicht nicht zu verzeichnen. Auch international hat sich das Geschäftsvolumen mit digitalen Lösungen weiter positiv entwickelt. Sowohl in den Niederlanden, in Großbritannien als auch in den nordischen Ländern wurde der Umsatz gesteigert. Lediglich in Frankreich lag das Umsatzvolumen aufgrund der Covid-19-Pandemie auf Vorjahresniveau. Viele französische Kunden haben sich in der aktuellen Phase mehr auf ihre ERP-Lösung fokussiert. In den Niederlanden hat Aareon Nederland eine App für die digitale Wohnungsübergabe (WRM-Lösung) auf den Markt gebracht, an der Interesse bei den Kunden besteht. Ebenso in den Niederlanden etablierte sich das SRM-Angebotsportfolio, innerhalb dessen die 1.000.000ste Bestellung durchgeführt werden konnte. In Frankreich wurden bestehende digitale Lösungen, aber auch neue Produkte wie die Aareon Smart Platform als Cloud Service vertrieben. In Großbritannien wurde bei den digitalen Lösungen vor allem die mobile Lösung der WRM-Produkte nachgefragt. Zudem hat Aareon UK erstmals ein SRM-Produkt verkauft. In den nordischen Ländern wurden sowohl bestehende digitale Lösungen als auch neue nachgefragt. Insbesondere konnten für den Cloud Service Aareon Smart Platform und für den Virtual Assistant Neela aus dem CRM-Angebotsportfolio Pilotkunden gewonnen werden. Wirtschaftliche LageErtragslage Seit diesem Geschäftsjahr nutzt Aareon neben dem Leistungsindikator Umsatz die Erfolgsgröße Adjusted EBITDA (Earnings before Interest, Taxes, Depreciation and Amortization), (s. S. 14). Ihren Konzernumsatz steigerte Aareon in 2020 um 2,4 % auf 258,1 Mio. € (2019: 251,9 Mio. €). Das Geschäftsvolumen mit den digitalen Lösungen ist im Vorjahresvergleich weiter stark um rund 19,0 % angewachsen. Das Adjusted EBITDA von Aareon lag mit 62,1 Mio. € (-2,8 %) leicht unter dem Vorjahreswert (2019: 63,9 Mio. €). Die ursprünglichen Prognosen zum Konzernumsatz (272,0 Mio. € bis 276,0 Mio. €) sowie zum Adjusted EBITDA (68,0 Mio. € bis 71,0 Mio. €) wurden aufgrund der Covid-19-Pandemie nicht erreicht. Nichtsdestotrotz war der Einfluss der Covid-19-Pandemie auf das Adjusted EBITDA deutlich niedriger als zu Beginn der Pandemie veranschlagt. Statt der zunächst angenommenen ca. 10,0 Mio. € belief sich die Auswirkung auf ca. 7,0 Mio. €. Neben den Investitionen in die Produktentwicklung innerhalb der Geschäftssegmente DACH und Internationales Geschäft wurde die Entwicklung der strategischen Investitionen - aufgeteilt in neue Produkte und anorganisches Wachstum - vorangetrieben. Das Adjusted EBITDA aus den genannten Wachstumsbereichen fiel mit -8,0 Mio. € erwartungsgemäß aus. Seit dem Geschäftsjahr 2020 trägt Aareon die Kosten für die Venturing-Aktivitäten ihrer Tochtergesellschaft Ampolon Ventures (AV Management GmbH). Nachdem die Aareal Bank die Finanzierung in diesem Bereich in der Vergangenheit unterstützt hatte, hat Aareon diese nunmehr komplett selbst übernommen. Sondereffekte in Höhe von 1,5 Mio. € entstanden 2020 insbesondere durch das neu initiierte Wertschöpfungsprogramm (Value Creation Program) sowie eine Belastung aufgrund eines Projekts in Finnland (2019: akquisitionsbezogene Aufwendungen in Höhe von 0,4 Mio. €).
Der deutliche Anstieg der Investitionen im Jahr 2020 ging einher mit einer Erhöhung der aktivierten Eigenleistungen auf 8,2 Mio. € (2019: 6,6 Mio. €). Der Ausbau des digitalen Lösungsportfolios und die Weiterentwicklung der ERP-Produkte erfolgten zum Teil über externe Berater. Die hier angefallenen Kosten wurden direkt aktiviert. Die sonstigen Erträge beliefen sich auf 4,8 Mio. € (2019: 4,4 Mio. €). Auflösungen aus akquisitionsbedingten Kaufpreisverbindlichkeiten fielen in 2020 höher aus. Gegenläufig wirkten geringere Erlöse aufgrund abgesagter physisch stattfindender Veranstaltungen als Folge der Covid-19-Pandemie. Der Gesamtaufwand im Konzern stieg um 8,0 % von 224,1 Mio. € im Vorjahr auf 242,0 Mio. €. Der Materialaufwand erhöhte sich um 3,4% auf 45,3 Mio. € (2019: 43,8 Mio. €) und geht einher mit dem gestiegenen Umsatzniveau. Der Anstieg des Personalaufwands um 11,1 % auf 142,7 Mio. € (Vorjahr: 128,6 Mio. €) ist im Wesentlichen auf die aus dem organischen Wachstum resultierende höhere Mitarbeiteranzahl und die Integration der Mitarbeiter von CalCon seit diesem Geschäftsjahr zurückzuführen. Im Geschäftssegment DACH konnte der Umsatz um 3,0 % auf 163,9 Mio. € (2019: 159,2 Mio. €) gesteigert werden. Die ursprüngliche Prognose in Höhe von 173,0 Mio. € bis 176,0 Mio. € wurde aufgrund der Covid-19-Pandemie nicht erreicht. Ursächlich hierfür war insbesondere der rückläufige Consulting-Umsatz (-7,6%). Diese Entwicklung konnte durch die gestiegene Nachfrage nach Green Consulting (Online-Beratung) nur teilweise kompensiert werden. Das Umsatzwachstum mit ERP-Produkten wurde insbesondere durch einen Anstieg der Wartungs- und SaaS-Gebühren sowie vermehrtes Outsourcing-Geschäft getragen. Trotz des Ausbaus des SaaS-Geschäfts konnte der Lizenzumsatz durch einige Lizenzneukunden sowie Nachlizenzierungen und Zukäufe von Modulen gesteigert werden. Dazu trug vor allem die neue Produktgeneration Wodis Yuneo bei. Außerdem stiegen die Kommissionserträge im Versicherungsgeschäft mit BauSecura. Deutlich stärker wuchs das Geschäftsvolumen mit digitalen Lösungen. Aufgrund der Integration von CalCon, und der gestiegenen Durchdringungsrate, insbesondere bei den CRM sowie den WRM-Produkten (Aareon Archiv kompakt und mobile Lösungen), erhöhten sich besonders die wiederkehrenden Erlöse. Die Umsatzsteigerung trotz der Covid-19-Pandemie sowie ein aggregierter Kostenanstieg aus einerseits niedrigeren Reise- und Marketingaufwendungen und andererseits höheren Personalaufwendungen durch den Wachstumskurs sowie der CalCon-Integration und einem Anstieg der aktivierten Eigenleistung führte dazu, dass das Adjusted EBITDA im Geschäftssegment DACH mit 40,7 Mio. € auf Vorjahresniveau (2019: 40,5 Mio. €) lag. Der Umsatz im Geschäftssegment Internationales Geschäft stieg um 1,6 % auf 94,2 Mio. € (2019: 92,7 Mio. €). Die ursprüngliche Prognose in Höhe von 98 Mio. € bis 100 Mio. € konnte auch hier aufgrund der Covid-19-Pandemie und deren Auswirkung insbesondere auf die Consulting-Erlöse nicht erreicht werden. Die Umsätze mit ERP-Produkten lagen dennoch auf Vorjahresniveau. Zuwächse waren bei den wiederkehrenden Erlösen in Frankreich und den Niederlanden zu verzeichnen. In den Niederlanden geht dies insbesondere mit der Transformation des Geschäftsmodells zum SaaS-Business einher, sodass hier aufgrund des rückläufigen Lizenzgeschäfts erwartungsgemäß kurzfristig geringere Umsätze realisiert wurden. Bei den digitalen Lösungen war ein starkes Wachstum zu verzeichnen. Einen großen Anteil hierzu trugen die WRM-Produkte in Großbritannien und die CRM-Produkte in den Niederlanden bei. In Frankreich konnte das margenträchtige Wartungsgeschäft ebenfalls bei digitalen Produkten weiter gesteigert werden. Aufgrund der Effekte der Covid-19-Pandemie sowie der Transformation des niederländischen Geschäftsmodells ergab sich eine Verringerung des Adjusted EBITDA um 9,3 % auf 21,4 Mio. € (2019: 23,6 Mio. €). Vermögenslage Die Bilanzsumme von Aareon betrug im Jahr 2020 380,0 Mio. € und ist im Vorjahresvergleich um 7,9 % gestiegen (2019: 352,3 Mio. €). Die langfristigen Vermögenswerte bewegten sich mit 264,7 Mio. € um 13,0 % über dem Vorjahresniveau (2019: 234,2 Mio. €). Der Anstieg resultiert im Wesentlichen aus den Zugängen im Rahmen der Erstkonsolidierung von CalCon sowie einem Anstieg der selbst erstellten immateriellen Vermögenswerte aufgrund der gesteigerten Entwicklungstätigkeiten. Die kurzfristigen Vermögenswerte sind um 2,3 % auf 115,4 Mio. € gegenüber dem Vorjahr (2019: 118,1 Mio. €) gesunken. Aufgrund einer geringeren Anzahl noch nicht abgeschlossener Projekte im Vergleich zum Vorjahr verringerte sich der Stand der Vertragsvermögenswerte. Die Kundenforderungen sanken aufgrund strikteren Forderungsmanagements. Der Anstieg der Ertragssteuerforderungen ergibt sich durch höhere Vorauszahlungen. Das steuerlich zugrunde liegende Ergebnis war 2020 aufgrund der hohen Investitionen deutlich geringer.
Finanzlage Kapitalstruktur Das Eigenkapital erhöhte sich im Vergleich zum Vorjahr um 7,4 % von 187,1 Mio. € auf 201,0 Mio. €. Dies ist im Wesentlichen auf die Zuführung des Konzernjahresüberschusses in Höhe von 17,9 Mio. € (2019: 25,9 Mio. €) zurückzuführen. Die langfristigen Schulden erhöhten sich auf 106,1 Mio. € (2019: 101,1 Mio. €), einem Anstieg von 4,9 %. Dieser wird insbesondere getrieben durch eine Erhöhung der Pensionsrückstellungen und der langfristigen Kaufpreisverbindlichkeiten sowie der passiven latenten Steuern im Rahmen der Erstkonsolidierung von CalCon. Die kurzfristigen Schulden liegen mit 73,0 Mio. € um 13,8 % über Vorjahresniveau (2019: 64,1 Mio. €). Der Anstieg resultiert im Wesentlichen aus einer Erhöhung der Vertragsverbindlichkeiten in den Niederlanden. Im Dezember 2020 wurden mehr wiederkehrende Umsätze (Wartung und SaaS) fakturiert als im Vorjahresmonat. Zur Finanzierung weiterer Akquisitionen ist ein Finanzierungsvertrag geplant, der voraussichtlich im Jahre 2021 unterschrieben wird.
Liquidität Die Liquiditätsanalyse erfolgt anhand der Kapitalflussrechnung. Der Finanzmittelfonds betrug 2020 50,4 Mio. € gegenüber 51,9 Mio. € im Vorjahr. Der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit liegt mit 55,0 Mio. € deutlich über dem Vorjahresniveau (2019: 43,9 Mio. €). Treiber für die Erhöhung des operativen Cashflows war die Entwicklung in den Niederlanden. Zum einen wurden offene Forderungen realisiert und mehr wiederkehrende Umsätze für 2021 fakturiert als zum Ablauf des letzten Geschäftsjahres. Zum anderen waren zum Ablauf des Geschäftjahres weniger Implementierungsprojekte anhängig als im Vorjahr. Der Cashflow aus Investitionstätigkeit ist mit -45,1 Mio. € gegenüber dem Vorjahr (2019: -22,2 Mio. €) angestiegen. Wesentliche Auszahlungen entstanden aufgrund von Auszahlungen aus dem Erwerb von konsolidierten Unternehmen in Höhe von -22,2 Mio. € (2019: -2,9 Mio. €). Der Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit beträgt -11,4 Mio. € (2019: -10,4 Mio. €) und ist im Wesentlichen durch die Leasingzahlungen aus der IFRS-16-Bilanzierung getrieben.
Unsere Mitarbeiter Die Mitarbeiter von Aareon mit ihren Ideen, Talenten, ihrer Begeisterungsfähigkeit und Inspiration sind - in Kollaboration mit Kunden und Partnern - der Motor für Pioniergeist und somit für unsere Innovationen. Gerade in der digitalen Arbeitswelt, die in der Covid-19-Pandemie deutlich an Bedeutung gewonnen hat, und im Zuge des digitalen Transformationsprozesses ist eine Personalpolitik wichtig, die den Mitarbeiter als Menschen in den Fokus stellt. Aareon verfolgt bereits seit mehreren Jahren eine nachhaltige lebensphasenorientierte Personalpolitik. Diese berücksichtigt die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben - auch unter Nutzung flexibler Arbeitszeit- und Arbeitsortmodelle - sowie die Leistungsfähigkeit des Menschen in seiner jeweiligen Lebensphase. Themen wie Wissen und Kompetenz, Gesundheit, Chancengleichheit und Diversität sowie die eigene berufliche Entwicklung sind wichtige Bestandteile, die auch den gesellschaftlichen Veränderungen Rechnung tragen. Hierzu zählen Digitalisierung, demografischer Wandel, späterer Beginn der Rentenzeit sowie Einwanderung. Vor dem Hintergrund der immer schnelleren technischen Weiterentwicklungen und Veränderungen ist agiles Handeln zunehmend wichtiger geworden. Flexibilität und lebenslanges Lernen sind erfolgskritische Faktoren und werden von Aareon personalpolitisch gefördert. Aareon führt bereits seit mehr als 15 Jahren jährlich eine konzernweite anonyme Mitarbeiterbefragung durch. Diese dient als "Stimmungsbarometer" und liefert Ansatzpunkte zur Realisierung konkreter Verbesserungsmaßnahmen. Die Rücklaufquote der Mitarbeiterbefragung in der Aareon Gruppe von 75 % zeigt, dass Mitarbeitern und Führungskräften die Beteiligung an der erfolgreichen Weiterentwicklung von Aareon wichtig ist. Die allgemeine Mitarbeiterzufriedenheit ist aus Sicht von Aareon auf hohem Niveau und lag im Ergebnis der Mitarbeiterbefragung 2020 auf dem höchsten Niveau, das jemals erzielt wurde. Während der Covid-19-Pandemie konnten die Mitarbeiter im Homeoffice arbeiten. Zeitweise waren Standorte komplett geschlossen bzw. die maximal mögliche Mitarbeiterpräsenz war auf bis zu 25 % reduziert. Dabei gab es trotzdem die Option, im Homeoffice zu arbeiten. Zudem wurden die Mitarbeiter mit Schutzmasken versorgt und für Hygiene- und Schutzmaßnahmen sensibilisiert. Zum 31. Dezember 2020 beschäftigte Aareon 1.795 Mitarbeiter (2019: 1.631), (s. S. 8f.). Die durchschnittliche Betriebszugehörigkeit liegt bei 9,9 Jahren (2019: 10,5 Jahre). Bei den internationalen Tochtergesellschaften sind 42 % der Mitarbeiter tätig (2019: 44,0 %). Aareon unterstützt flexible Arbeitsmodelle und hat bereits 2019 die Betriebsvereinbarung für mobiles Arbeiten eingeführt, sodass Mitarbeiter Teile ihrer Arbeit flexibel im Homeoffice oder mobil erledigen. In der Covid-19-Pandemie waren zeitweise fast alle Mitarbeiter im Homeoffice tätig. Der Anteil an Mitarbeiterinnen bei Aareon beträgt 34,4 % (2019: 33,1 %), der Anteil an Frauen in Führungspositionen 25,5 % (2019: 24,1%).
Qualifizierung und Weiterbildung Während der Covid-19-Pandemie wurde die Personalentwicklung digital fortgesetzt. Das Cornerstone Learning Management System wurde eingeführt. Hierüber wurden Trainings zu wohnungswirtschaftlichen Themen von der EBZ Bochum und zu Führung, agilem Projektmanagement, Softskills, Kommunikation und Gesundheit von der Pink University angeboten. Zu weiteren Trainingsmaßnahmen zählten ein IT Security Boot Camp, spezielle Consulting-Schulungen, ein mehrmonatiges digitales Coaching-Programm sowie Online-Sprachkurse. Das vierte Cross-Mentoring-Programm wurde abgeschlossen. Cross-Mentoring ist der gezielte Austausch von Mitarbeitern aus unterschiedlichen Unternehmen und eine Maßnahme der Personalentwicklung, um den Wissenstransfer zu fördern. Ausbildung und Nachwuchsförderung Neben Traineeprogrammen bietet Aareon das Duale Studium "Wirtschaftsinformatik" und das Duale Studium "Medien, IT und Management" sowie verschiedene Berufsausbildungen an: Kaufmann/-frau für Büromanagement, Fachinformatiker/-in für Anwendungsentwicklung bzw. Systemintegration. Zum Jahresende 2020 beschäftigte die Aareon Gruppe in Deutschland 16 Auszubildende und vier Studenten, die ein Duales Studium absolvieren. Im Zuge der Nachwuchsförderung unterstützte Aareon die Initiative JOBLINGE für junge Menschen mit schwierigen Startbedingungen. Zwischenzeitlich gehen bereits drei ehemalige JOBLINGE bei Aareon ihrer Ausbildung nach. Drei Aareon-Mitarbeiter unterstützen die Initiative JOBLINGE ehrenamtlich als Mentoren. Zudem führte Aareon zwei Bewerbertrainings für Teilnehmer der Initiative JOBLINGE durch. Zur Förderung von Nachwuchs und Wissenschaft kooperiert Aareon mit mehreren Hochschulen, bietet Praktika an und unterstützt Studenten im Rahmen des Deutschlandstipendiums an der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz. Wegweisende Unternehmenskultur Als innovatives Unternehmen, das den digitalen Transformationsprozess ganzheitlich vorantreibt und den damit verbundenen Veränderungsprozess für die Mitarbeiter steuert, hat Aareon bereits in der Vergangenheit im Rahmen des 2020 abgeschlossenen Projekts "work4future" zahlreiche Maßnahmen durchgeführt. 2019 wurde die Betriebsvereinbarung für mobiles Arbeiten umgesetzt, die die Arbeitsflexibilität für die Mitarbeiter weiter steigert. Für die interne Kommunikation wurde ein digitales Kollaborationstool eingeführt, das insbesondere auch in der Covid-19-Pandemie trotz sozialer Distanz die Mitarbeiter noch näher zusammengebracht hat. Unterstützt wurde dies von verschiedenen Aktionen und regelmäßigen Vorstands-Posts. Im betrieblichen Gesundheitsmanagement wurden 2020 - gerade auch vor dem Hintergrund der Covid-19-Pandemie - zahlreiche Maßnahmen zur Unterstützung der Mitarbeiter in einer digitalen Arbeitswelt umgesetzt. Die Raumkonzepte wurden entsprechend den Anforderungen in der täglichen Zusammenarbeit weiterentwickelt. Für die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben wurde Aareon bereits zum fünften Mal mit dem Zertifikat berufundfamilie ausgezeichnet. Zu den personalpolitischen Serviceleistungen in diesem Kontext gehören die Arbeitsflexibilisierung, die Zusammenarbeit mit einem Familienservice-Unternehmen, Eltern-Kind-Büros sowie Krippen- und Kindergartenplätze in einer Kindertagesstätte in Kooperation mit einem anderen Unternehmen in Mainz. Chancengleichheit ist bei Aareon fester Bestandteil der Personalpolitik. Frauen sind in verschiedenen Führungsrollen sowie im Vorstand vertreten. Darüber hinaus arbeiten viele Mitarbeiterinnen in Projekt- und Teilprojektverantwortung sowie Fachverantwortung. Aareon verfolgt das Ziel, hier eine noch größere Ausgewogenheit herzustellen. In diesem Kontext wurde bereits 2018 die gesetzliche Festlegung von Zielgrößen - basierend auf dem Gesetz zur Förderung des Anteils weiblicher Führungskräfte in Spitzenpositionen - für die Tochtergesellschaft Aareon Deutschland GmbH vorgenommen. Vergütungsgrundsätze Die Vergütungssysteme unterstützen die strategischen Ziele von Aareon. Ziel ist eine für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter attraktive und motivierende Vergütung, die positions-, markt- und leistungsorientiert ist. Dies schließt die gleiche Vergütung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bei gleichwertiger Tätigkeit ein und dient zudem der Gewinnung und Bindung hoch qualifizierter, engagierter und potenzialstarker Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Die Ausgestaltung der Vergütungssysteme auf der Basis dieser Grundsätze erfolgt eigenständig in den einzelnen Gesellschaften. Die jeweiligen Geschäftsleitungen tragen die Verantwortung dafür. Die Mitbestimmungsrechte der Arbeitnehmergremien in den Gesellschaften und die gesetzlichen Bestimmungen in den jeweiligen Ländern werden dabei berücksichtigt. Die Grundsätze für die Vergütungssysteme von Aareon werden in den Gesellschaften veröffentlicht. Internes KontrollsystemDas interne Kontrollsystem (IKS) von Aareon besteht aus systematisch gestalteten organisatorischen Maßnahmen und Kontrollen zur Einhaltung von Richtlinien im Unternehmen und zur Abwehr von Schäden, die durch das eigene Personal oder Dritte verursacht werden könnten (Compliance Management). Dabei hat Aareon einen risikoorientierten Ansatz gewählt. Die Aufgaben des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems liegen darin, die ordnungsgemäße rechtliche und wirtschaftliche Geschäftstätigkeit des Unternehmens sicherzustellen. Dabei sollen im Besonderen die Ordnungsmäßigkeit der internen und externen Rechnungslegungsprozesse gewährleistet und die maßgeblichen gesetzlichen Bestimmungen eingehalten werden. Neben den Kernprozessen Kunden und Produkte sind im Wesentlichen die Prozesse der Themenbereiche Liquidität, Personal und Recht betroffen. Der Vorstand der Aareon AG ist für die Konzeption, Einrichtung, Anwendung, Weiterentwicklung und Überprüfung eines angemessenen internen Kontrollsystems im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess verantwortlich. Die Steuerung der Prozesse zur (Konzern-)Rechnungslegung erfolgt bei der Aareon AG durch den Konzernbereich Corporate Finance. Dieser übernimmt auch die Konzernberichterstattung. In den Konzernabschluss werden sämtliche Tochtergesellschaften einbezogen. Der Konzernbereich Rechnungswesen und Vertragsmanagement übernimmt für die Aareon AG sowie für ihre Tochtergesellschaften Aareon Deutschland GmbH, phi-Consulting GmbH, Aareon RELion GmbH, AV Management GmbH sowie die CalCon Deutschland GmbH in Teilen die Finanzbuchhaltung einschließlich der Erstellung des Jahresabschlusses. Für die Finanzbuchhaltung von BauSecura ist die Funk Gruppe zuständig. Aareon UK, Aareon France, Aareon Nederland und die skandinavischen Gesellschaften haben eine eigenständige Finanzbuchhaltung. Alle Gesellschaften, außer CalCon, erfassen die Finanzdaten selbstständig in der Konzernsoftware SAP®. Im Geschäftsjahr 2020 übernahmen die Mitarbeiter des Finanzbereichs in Deutschland für die CalCon-Gesellschaften die Erfassung der gemeldeten Daten in die Konzernsoftware. Die Konsolidierung der gemeldeten Daten erfolgt dann auf Konzernebene. Für die Erstellung der Abschlüsse von Aareon sind interne Bilanzierungsanweisungen für den Rechnungslegungsprozess in einem Konzernhandbuch definiert. Diese Anweisungen werden allen Tochterunternehmen von Aareon zur Verfügung gestellt, regelmäßig überprüft und bei Bedarf aktualisiert. Im Rahmen der Abschlusserstellung erfolgen im Rechnungswesen der Tochtergesellschaften neben der Analyse wesentlicher Einzelsachverhalte zusätzlich Plausibilitätsprüfungen. Zudem gibt es einen Abschlussterminplan - eine Grundlage für den Abschlusserstellungsprozess -, nach dem alle Tochtergesellschaften ihre Abschlüsse termingerecht fertigstellen und der Konzernabteilung zur Erstellung des Konzernabschlusses zur Verfügung stellen. Angemessene Kontrollprozesse bei automatisierten und manuellen Buchungen sind implementiert. Ein Vier-Augen-Prinzip ist für die wesentlichen Vorgänge im Rechnungswesen umgesetzt. Um vor unberechtigten Zugriffen zu schützen, existiert ein Berechtigungskonzept für die Systeme des Finanz- und Rechnungswesens. Des Weiteren bedient sich Aareon externer Dienstleister, zum Beispiel für die Bewertung von Pensionsverpflichtungen. Die Einhaltung von Richtlinien und Arbeitsanweisungen wird regelmäßig im Rahmen des Compliance-Managements bei Aareon durch die verantwortlichen Stellen überwacht. Aareon hat ihre wesentlichen Kernprozesse in Form einer Matrix dargestellt. Sie hat die jeweils relevanten Kontrollziele und geeignete Kontrollaktivitäten erhoben. Die Durchführung der Kontrollaktivitäten und damit die Wirksamkeit der Kontrollen werden mithilfe unterschiedlicher Nachweise dokumentiert. Die Berichterstattung des Konzernergebnisses erfolgt quartalsweise an den Aufsichtsrat. Die interne Revision der Aareon AG hat eine prozessunabhängige Überwachungsfunktion. Sie ist dem Vorstand unmittelbar unterstellt und erbringt Prüfungs- und Beratungsdienstleistungen, die darauf ausgerichtet sind, die Geschäftsprozesse von Aareon hinsichtlich Ordnungsmäßigkeit, Sicherheit und Wirtschaftlichkeit zu überwachen. Aareon ist in die Finanzprozesse ihrer Muttergesellschaft Aareal Bank AG eingebunden. Die Aareon AG verfügt über ein Risikomanagementhandbuch, das die wesentlichen Elemente des Risikomanagementsystems beinhaltet. In diesem Zusammenhang verweisen wir auch auf unsere Ausführungen im Risikobericht. RisikoberichtWeit überwiegend war das Jahr 2020 geprägt von der Covid-19-Pandemie. Daher wurden unterjährig mehrere Szenarien erstellt, um die Auswirkungen dieser Pandemie auf die Aareon Gruppe zu untersuchen. So konnte im Verlauf des Jahres ein immer genaueres Bild der gesunkenen Consulting-Umsätze einerseits, aber auch der Kosteneinsparungseffekte (weniger extern beauftragte Berater sowie Verlagerung von Neueinstellungen in spätere Quartale sowie niedrigere Reisekosten) andererseits gezeichnet werden. Mit dem Angebot "Green Consulting" konnten wir zeigen, dass es möglich ist, den Geschäftsbetrieb vom Homeoffice aus zu erbringen und dennoch für die Kunden da zu sein. Neben diesen Maßnahmen zur Sicherung der Umsatzerlöse trat ein Pandemie-Kernteam zusammen, um Maßnahmen zum Schutz der Mitarbeiter zu erarbeiten und umzusetzen. Zur Überwachung und Kontrolle der Unternehmensrisiken setzt die Aareon AG ein konzernweites Risikomanagementsystem mit Frühwarnfunktion auf Basis der Standardsoftware R2C_risk to chance ein. Das Risikomanagementsystem sieht die regelmäßige Erfassung und Bewertung der Risiken - nicht jedoch der Chancen - durch die jeweils für Geschäftsbereiche, Beteiligungen und Projekte Verantwortlichen sowie die Ausarbeitung von Maßnahmen zum aktiven Risikomanagement vor. Dabei erfolgt die Bewertung der Risiken getrennt nach Auswirkung und Eintrittswahrscheinlichkeit. Zur Risikobewertung findet die Netto-Betrachtung Anwendung, das heißt, dass das nach Berücksichtigung geeigneter Maßnahmen verbleibende Restrisiko angegeben wird. Neben den allgemeinen Unternehmensrisiken sind die Informationssicherheitsrisiken als besonderer Fokus in einem separaten Informationssicherheitsinventar erfasst und bewertet. Während die allgemeinen Unternehmensrisiken unmittelbar in das Risikomanagementsystem einfließen, werden die Informationssicherheitsrisiken in aggregierter Form berücksichtigt. Die so generierten Risikoberichte werden vom Konzernbereich Recht, Risikomanagement und Compliance konsolidiert und bilden die Grundlage für das quartalsweise Risikoreporting. Dieses wird regelmäßig in den Gremiensitzungen behandelt und ist ebenso Teil des Quartalsreportings für den Aufsichtsrat der Aareon AG. Mit dem Risikoreporting schafft Aareon Transparenz über die Risikosituation des Unternehmens und liefert eine Entscheidungsbasis hinsichtlich der von der Unternehmensleitung zu ergreifenden Maßnahmen. Zu den Risiken des jeweils aktuellen Quartals mit den zehn höchsten Erwartungswerten (Produkt aus Eintrittswahrscheinlichkeit und Auswirkung) werden die von den Risikoverantwortlichen angegebenen Maßnahmen im Risikoreporting dokumentiert, sofern der Erwartungswert dieser Risiken einen bestimmten Schwellenwert überschreitet. Zurzeit liegt der Schwellenwert bei 100 T€. In dem für den Abschlussstichtag maßgeblichen Reporting des vierten Quartals erfüllten zwölf Risiken dieses Kriterium auf Einzelrisikoebene. Zusätzlich zu der Dokumentation der Maßnahmen des aktuellen Quartals werden auch Maßnahmen zu Risiken dokumentiert, die in einem der vorangegangenen drei Quartale zu den Risiken mit den zehn am höchsten bewerteten Erwartungswerten zählten. Diese Nebeneinanderstellung von Risiken und Maßnahmen dient sowohl der besseren Nachvollziehbarkeit der Risikoeinschätzungen als auch dazu, die Wirksamkeit der getroffenen Maßnahmen zu überprüfen. Darüber hinaus beschließen sowohl der Vorstand der Aareon AG als auch die Geschäftsleitung der Region DACH Maßnahmen zu den Risiken, deren Erwartungswert jeweils einen weiteren definierten Schwellenwert überschreitet. Der Konzernbereich Innenrevision der Aareon AG führt Überprüfungen des Risikomanagementsystems durch. Dabei wird die Einhaltung der gesetzlichen Rahmenbedingungen und der konzerneinheitlichen Richtlinien, die im Risikomanagementhandbuch dokumentiert sind, kontrolliert. Zusätzlich prüft ein Kontrollverantwortlicher in einem internen Audit gemäß IDW PS 951 nF, ob die eingerichteten internen Kontrollen im Risikomanagement wirksam sind. Die Risikokategorien von Aareon sind Finanz- und Marktrisiken, Risiken der Führung und Organisation, Umwelt- und Umgebungsbedingungen sowie Produktionsrisiken. In der Kategorie Finanzrisiken werden Liquiditäts-, Kosten- und Umsatzrisiken betrachtet. Zu den Marktrisiken gehören die Kunden- und Wettbewerbsrisiken, Risiken der Meinungsführung der Verbände und Beiräte sowie Lieferantenrisiken. Unter Führung und Organisation sind Risiken zu Personal sowie zu internen Prozessen zusammengefasst. Die Kategorie Umwelt- und Umgebungsbedingungen beinhaltet die rechtlichen Risiken, Risiken aus dem Bereich Politik und Regulation sowie Compliance-Risiken. Die Produktionsrisiken umfassen Produkt- und Projektrisiken sowie Risiken der Informationssicherheit. Zwischen den einzelnen Risiken bestehen Interdependenzen. Auf der Ebene der Risikokategorien wird kein Gesamtwert der Risiken ermittelt. Der Planungszeitraum beträgt auf dieser Ebene ein Jahr. Durch die Einführung von Kategorien und Subkategorien wird zunächst ein einheitlicher Risikoatlas und damit auch eine einheitliche Betrachtungsweise erreicht. Der Risikoatlas gibt einen Überblick über die von den einzelnen Bereichen bzw. Gesellschaften überwachten Risiken und Indikatoren. Bei wesentlichen Änderungen organisatorischer, strategischer oder steuerungspolitischer Art, die im Rahmen der Gremiensitzungen beschlossen werden, wird der Risikoatlas durch das zentrale Risikomanagement angepasst. Im Durchschnitt der Quartals-Risikoeinschätzungen wurden die Risiken im Jahr 2020 insgesamt in moderatem Umfang höher eingeschätzt als im Vorjahr. Insgesamt gab es keine bestandsgefährdenden Risiken bzw. Risiken, die einen wesentlichen Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage von Aareon hatten. Im Folgenden werden die für den Abschlussadressaten wesentlichen Risiken beschrieben. Finanzrisiken Um Liquiditätsrisiken in der gesamten Aareon Gruppe zu vermeiden, erfolgen im Inland Überwachung und Steuerung anhand einer wöchentlichen und monatlichen Liquiditätsplanung. Kurzfristige Schwankungen im Cashflow werden tagesgenau beobachtet und geeignete Maßnahmen im Bedarfsfall ergriffen. Im Ausland erfolgt die Liquiditätsvorausschau auf monatlicher Basis. Bei der Aareon AG steigt aufgrund des starken Wachstums der Kapitalbedarf stetig. Die Deckung dieses Kapitalbedarfs erfolgt durch die enge Zusammenarbeit mit der Aareal Bank Gruppe. Darüber hinaus wurden in den letzten beiden Jahren die Beschlüsse gefasst, die Gewinne auf neue Rechnung vorzutragen. Währungsrisiken können sich durch Transaktionen in Fremdwährung ergeben. Diese werden kontinuierlich überwacht und an den Vorstand Finanzen der Aareon AG berichtet. Das Management der Währungsrisiken erfolgt zentral. Konzernweit werden Währungsrisiken im Bedarfsfall durch den Abschluss von Sicherungsgeschäften abgesichert. Um bei der Vielzahl von Implementierungsprojekten die Erreichung des Umsatzziels sicherzustellen, werden mithilfe eines Ressourcenmanagement-Planungstools die verfügbaren Consulting-Ressourcen mit ihrem jeweiligen Know-how den abzuarbeitenden Projekten zugewiesen. Darüber hinaus erfolgt ein präzises Controlling der Projekte, um Abweichungen über den Plan bzw. Forecast hinaus früh zu erkennen. Sowohl durch anorganisches Wachstum im Zusammenhang mit Akquisitionen als auch durch die zunehmende Komplexität der Geschäftsvorfälle steigt das steuerliche Risiko. Dieses kann sich beispielhaft aus Nachforderungen aus Betriebsprüfungen oder aus Verlusten, die nicht als Verlustvorträge genutzt werden können, ergeben. Um den steigenden Risiken entgegenzuwirken, wurde ein Tax-Compliance-System eingerichtet. Gegenüber dem Vorjahr haben sich die inhaltlich unveränderten Finanzrisiken nicht erhöht. Marktrisiken Dem Risiko, die geplanten Preise am Markt nicht durchsetzen zu können, begegnet Aareon mit einem regelmäßigen Reporting der Marktsituation an das Management Board. Die Aareon Gruppe setzt sich auch mit den allgemeinen Marktrisiken auseinander. Dazu zählen Indikatoren, wie beispielsweise die Abwanderung von Kunden oder der Markteintritt von neuen Wettbewerbern. Dem Risiko der möglichen Verschlechterung der Kundenbeziehungen begegnet Aareon mit einer regelmäßigen Überprüfung der Kundenzufriedenheit. Im Rahmen der zum 1. Januar 2020 final implementierten neuen Organisationsstruktur (New-Governance) wurden neue Risikoverantwortliche für die jeweiligen Aareon-Vorstandsressorts in den Risikomanagement-Prozess eingebundenen. Diese haben die Marktrisiken im Vergleich zu der Vorjahreseinschätzung, als die Risiken noch auf der Ebene der Landesgesellschaften erfasst wurden, höher eingeschätzt. Führung und Organisation Um die sich wandelnden Kundenanforderungen zu erfüllen, müssen die notwendigen Mitarbeiter-Ressourcen mit den benötigten Qualifikationen an den richtigen Orten zu den entsprechenden Zeitpunkten bereitgestellt werden. Der zunehmende Fachkräftemangel, insbesondere im Umfeld der IT, macht die zeitgenaue Besetzung offener Stellen zur Umsetzung des Geschäftsbetriebs immer schwieriger. Diesem Risiko begegnet Aareon mit neuen Lösungsansätzen im Bereich Personalbeschaffung, wie z. B. Personalmarketing via Social Media und Employer Branding. Auch Substitute zu den traditionellen Beschäftigungsmodellen kommen zum Einsatz oder werden geprüft, wie z. B. der Ausbau von Nearshoring oder Outsourcing. Gegenüber dem Vorjahr hat sich die Risikoeinschätzung in der Kategorie Führung und Organisation nicht erhöht. Umwelt- und Umgebungsbedingungen Umwelt- und Umgebungsbedingungen werden bei Aareon als rechtliche Risiken, als Risiken aus Politik und Regulation sowie als Compliance-Risiken erfasst. Als IT-Dienstleister ist Aareon insbesondere mit Risiken aus Verstößen gegen IT-relevante Vorschriften konfrontiert. Diese werden in mindestens einem der Managementsysteme der Bereiche Informationssicherheit (IS), Datenschutz oder Compliance verarbeitet. Deshalb arbeiten diese Bereiche eng zusammen, um den Risiken wirksam und effizient zu begegnen und dabei Widersprüche bei der Bewertung von IT-relevanten Bedrohungen zu vermeiden. Das fördert den Einklang der Compliance-Maßnahmen mit den IS-Maßnahmen. Aareon legt einen besonderen Fokus darauf, die vorgenannten Managementsysteme kontinuierlich weiterzuentwickeln. Die dort entwickelten Überwachungs- und Kontrollmaßnahmen dienen mithin der kontinuierlichen Verbesserung der Compliance-relevanten Prozesse in der Aareon Gruppe. Um Risiken aus der Vertrags-Compliance zu managen, nutzt Aareon standardisierte Vertragsmuster, die kontinuierlich weiterentwickelt und an Änderungen der Produkte, Gesetze und Rechtsprechung angepasst werden. Zudem überwachen die Geschäftsführer mittels des etablierten Beschwerdemanagements die drohenden Schadensersatzansprüche, um diese weitestgehend vermeiden zu können, was der guten Reputation von Aareon als einem zuverlässigen Vertragspartner dient. Besondere Kundenanforderungen werden zudem mit den jeweiligen Vertragspartnern diskutiert und für die Zusammenarbeit konkretisiert und dokumentiert. Die sich aus der EU-Datenschutz-Grundverordnung (EU-DSGVO) ergebenden Auswirkungen auf das bei Aareon etablierte Risikomanagementsystem werden im Rahmen der für die gesamte Aareon Gruppe aufgesetzten Aareon-Datenschutz-Organisation berücksichtigt. Datenschutz ist Bestandteil des Aareon-Geschäfts. Die daraus erwachsenen Aufgaben zur Erhaltung des Datenschutz-Managementsystems werden ebenfalls kontinuierlich überwacht und weiterentwickelt. Durch die Einbeziehung neuer Risiken hat sich die Risikoeinschätzung in der Kategorie Umwelt- und Umgebungsbedingungen gegenüber dem Vorjahr erhöht. Produktionsrisiken Die Softwareentwicklung birgt - wie jedes Projekt - das Risiko, die Entwicklungsergebnisse nicht zu den geplanten Kosten, in der erwarteten Qualität oder innerhalb des vom Markt erwarteten Zeitrahmens erbringen zu können. Die Entwicklung erfolgt daher grundsätzlich auf international anerkannten Standards basierenden Entwicklungs- und Managementmethoden. Vorgehen und Standards werden durch eine einheitliche internationale Entwicklungsrichtlinie - mit besonderen Schwerpunkten auf Sicherheit und Datenschutz - geregelt. Sie berücksichtigt sowohl agile als auch klassische Entwicklungsmethoden. Entwicklungs- und Kundenprojekte werden zunehmend mithilfe agiler Methoden durchgeführt. Dadurch können Risiken frühzeitig erkannt und weiterverfolgt werden. Im Rahmen der Aufbauorganisation sind Verantwortlichkeiten für kontinuierliche Verbesserungsprozesse der Softwarequalität eingeführt worden. Besonderer Schwerpunkt ist hier die Investition in Sicherheit sowie in Testautomatisierung, um gleichmäßig hohe Qualitätsstandards bei reduziertem Aufwand zu schaffen. Das Informationssicherheits-Managementsystem ist auf Basis des international anerkannten Standards ISO 27001 aufgebaut und unterliegt einem kontinuierlichen, risikoorientierten Verbesserungsprozess. In diesem Rahmen wurden technische und organisatorische Kontrollen eingerichtet, um ein angemessenes Schutzniveau der Informationsverarbeitung zu gewährleisten. Dies betrifft nicht nur die Angriffsfläche in öffentlichen Netzen an sich, sondern auch den angemessenen, proaktiven Umgang mit Bedrohungen der Informationssicherheit in Bezug auf die Schutzziele Vertraulichkeit, Integrität und Verfügbarkeit. Im Zuge der kontinuierlichen Verbesserung wurden auf Basis der Aareon-Sicherheitsstrategie einheitliche Standards gemäß der Norm ISO 27001:2013 für das Sicherheitsmanagement gruppenweit eingeführt. Darüber hinaus wurden risikoorientiert Prozesse, Richtlinien und Kontrollen weiterentwickelt. Zur Minimierung der Risiken möglicher schwerwiegender Störfälle beim Betrieb der Kundensoftware werden praxisgerechte und dokumentierte Gegenmaßnahmen durchgeführt. Bisher wurden keine Störfälle, die zu einem längerfristigen Ausfall der Leistungen führten, registriert. Um das Risiko einer Störung der Anwendung durch unbefugte Ein- oder Zugriffe zu minimieren, wurden technische und organisatorische Maßnahmen getroffen, die im internen Kontrollsystem gemäß IDW PS 951 nF verankert sind, sowie angemessene Brandschutz-, Verlustsicherungs- und Katastrophenschutz-Maßnahmen umgesetzt. Ausfälle von einzelnen Systemen oder Komponenten werden durch interne Redundanzen abgefangen. Wesentlich war die Nutzung aktueller Technologien von der Gebäudeinfrastruktur mit Wärmerückgewinnung bis zur Datenspiegelung zwischen den beiden Rechenzentren über Glasfaserkabel mit modernster Verschlüsselungstechnik. Darüber hinaus sind umfassende Datensicherungsprozesse installiert, die jederzeit eine Rekonstruktion vollständiger oder partieller Datenbestände mit entsprechenden Zeitvarianten gewährleisten. Zur Verringerung des Haftungsrisikos wurde eine in Bezug auf Versicherungsumfang und Deckungssumme begrenzte Vermögensschaden-Haftpflichtversicherung abgeschlossen. Diese Versicherung bietet Schutz für den Fall, dass Aareon von einem Dritten wegen eines bei der Ausübung ihrer Tätigkeit als IT-Dienstleister entstandenen Vermögensschadens haftbar gemacht wird. Gegenüber dem Vorjahr hat sich die Risikoeinschätzung in der Kategorie Produktionsrisiken nicht erhöht. ChancenberichtChancen zu identifizieren, zu schaffen und zu nutzen, spielt in der Unternehmensstrategie von Aareon eine wichtige Rolle, um den digitalen Transformationsprozess zielgerichtet zu steuern. Dies erfolgt insbesondere durch die stetige Beobachtung und Analyse der Entwicklungen in der Immobilienbranche, der Informationstechnologie, im Wettbewerberumfeld und in der Gesellschaft sowie durch Forschung und Entwicklung bei Aareon. Die hieraus gewonnenen Erkenntnisse fließen in das Strategieprogramm Aareon Flight Plan ein. In dieses wird mit dem kommenden Jahr 2021 auch das zusätzliche Wertschöpfungsprogramm (Value Creation Program) integriert werden, das Aareon entwickelt hat. Die sich ergebenden Chancen, die teilweise miteinander korrelieren, werden wie folgt kategorisiert und sind in ihrer Ausprägung im Vergleich zum Vorjahr im Wesentlichen unverändert:
Bei der Wahrnehmung von Chancen wägt Aareon die diesen gegenüberstehenden Risiken ab. Chancen durch Kundenfokus Der Kunde steht bei Aareon im Fokus. Ziel ist es, mit dem Aareon-Angebotsportfolio den Mehrwert für die Kunden zu erhöhen. Die Beziehungen zu Kunden und zur Immobilienbranche sowie zu deren Partnern sind oftmals bereits über viele Jahre gewachsen. Das Unternehmen ist Mitglied in mehreren immobilienwirtschaftlichen Verbänden - unter anderem im GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen e. V. Darüber hinaus wird der konstruktive Dialog mit den Kunden systematisch in den Aareon-Kundenbeiräten sowie auf zahlreichen Veranstaltungen und in Kundengesprächen geführt. Aus dieser Branchen- und Kundennähe resultiert die Chance, Trends, Bedürfnisse und Anforderungen der Kunden frühzeitig zu kennen und bei der Weiterentwicklung und dem Ausbau des Angebotsportfolios zu berücksichtigen. In diesem Kontext nutzt Aareon auch agile Entwicklungsmethoden, wie Design Thinking, und arbeitet mit Kunden und Partnern in Pilotprojekten zusammen. Durch diese Vorgehensweisen kann der Nutzen für die Kunden weiter erhöht werden. Chancen durch wegweisende Lösungen Der digitale Transformationsprozess in Gesellschaft und Wirtschaft schreitet voran und wird durch neue technologische Möglichkeiten geprägt. Die Covid-19-Pandemie wirkt in diesem Kontext als zusätzlicher Beschleuniger. Die sich hieraus ergebenden Chancen integriert Aareon in ihre Produktstrategie: Das digitale Ökosystem Aareon Smart World mit den ERP-Systemen als Kern sowie integrierten wegweisenden digitalen und mobil nutzbaren Lösungen wird stetig weiterentwickelt und ausgebaut - auch mit Lösungen von PropTech-Partnern. Die Aareon Smart World vernetzt die Partner in der Immobilienwirtschaft. Die Kunden können mit einer Datenbasis komfortabel und prozesseffizient arbeiten, ihren eigenen Kundenservice ausbauen sowie Potenziale für neue Geschäftsmodelle realisieren. Bei der Nutzung der Lösungen als Software as a Service befinden sich die Daten in der exklusiven Aareon Cloud im zertifizierten Aareon Rechenzentrum. Rund um alle Produkte und Services bietet Aareon fundierte Beratungsleistungen an. Die Aareon-Berater unterstützen die Kunden bei der Erstellung einer digitalen Agenda, der Fokussierung auf die richtigen Produkte und Lösungen zur Optimierung ihrer Geschäftsprozesse und begleiten sie bei Implementierungsprojekten. Oftmals möchten Unternehmen ihre IT-Leistungen aufgrund der immer höheren Komplexität von einem einzigen Dienstleistungspartner erhalten. Chancen ergeben sich für Aareon im Wettbewerbsvergleich durch die Fähigkeit, Beratung, Software und Services aus einer Hand anzubieten. Dies entspricht der Unternehmensstrategie von Aareon, um ihre marktführende Position auszubauen. Das Wachstumspotenzial, das sich durch neue Trends und Anforderungen von Kunden und Markt ergibt, wird bei der stetigen Weiterentwicklung sowie bei Neuentwicklungen von Produkten und Services genutzt. Dabei spielen Forschung und Entwicklung von Aareon eine zentrale Rolle (s. S. 10 f). Hier arbeitet Aareon auch gemeinsam mit den Immobilienunternehmen nach dem Design-Thinking-Ansatz (s. S 34). Darüber hinaus kooperiert Aareon mit PropTech-Unternehmen und unterstützt als strategischer Partner den blackprint Booster Fonds (s. S. 8). Chancen durch aktives Markenmanagement Aareon steuert ihre Marke aktiv. Damit wird die Unternehmensidentität geschärft und das Unternehmen hebt sich vom Wettbewerb ab. Das ist zur Unterstützung der Wachstumsstrategie von zentraler strategischer Bedeutung, da es zur Kaufentscheidung der Kunden beiträgt. Aareon verfolgt den Anspruch, jedem Kunden die richtige Lösung bzw. das richtige Lösungspaket anzubieten. Durch die konsequente Umsetzung sieht Aareon die Chance, stärker als die Wettbewerber zu wachsen. Um diese Anprüche erfolgreich umzusetzen, nutzt Aareon systematisch Qualitätsmanagementinstrumente wie Kunden- und Mitarbeiterbefragung und lässt regelmäßig Audits und Zertifizierungen in verschiedenen Bereichen durchführen. Darüber hinaus werden die entwickelten IT-Lösungen in mehreren Qualitätssicherungszirkeln getestet und geprüft. Chancen als internationale Unternehmensgruppe Aareon ist eine international agierende Unternehmensgruppe und verfolgt einen internationalen Wachstumskurs. Die Digitalisierung in der Immobilienwirtschaft hat in den Ländern, in denen Aareon vertreten ist, unterschiedliche Schwerpunkte. Hieraus ergeben sich Chancen für den internationalen gruppenweiten Wissensaustausch und die Forschung und Entwicklung (s. S. 10 f), die Aareon für den weiteren Ausbau der Aareon Smart World nutzt und damit zusätzliche Wachstumspotenziale schafft. Neu entwickelte digitale Lösungen werden zudem sukzessive in allen Ländermärkten angeboten. Hierdurch können Synergien gehoben werden. Chancen als bevorzugter Arbeitgeber Im Zuge der demografischen Entwicklung nimmt der Wettbewerb um qualifizierte Arbeitskräfte zu. Darüber hinaus gilt es, den Veränderungsprozess in eine digitale Arbeitswelt zu steuern und dabei die Mitarbeiter mitzunehmen. Daher ist ein Erfolgsfaktor, das Profil als bevorzugter und attraktiver Arbeitgeber stetig zu schärfen. Aareon hat in den vergangenen Jahren zahlreiche Maßnahmen realisiert und baut diese weiter aus. Themenfelder sind ein innovatives und inspirierendes Arbeitsumfeld, die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben - auch durch mobiles Arbeiten -, eine lebensphasenorientierte Personalpolitik, Chancengleichheit, Diversity, Wissenstransfer sowie ein betriebliches Gesundheitsmanagement. Verbindliche Führungsleitlinien sowie Teamspirit zwischen Führungskräften und ihren Mitarbeitern sind weitere Bestandteile des Arbeitgeberprofils. Hieraus ergeben sich Chancen, die Mitarbeiterzufriedenheit und -bindung weiter zu erhöhen sowie die Gewinnung neuer qualifizierter Arbeitskräfte zu erleichtern. Im Wettbewerb um qualifizierten Mitarbeiternachwuchs setzt Aareon unter anderem auf ein Personalmarketing inklusive von Social-Media-Kanälen, das frühzeitig eine Bindung zu potenziellen Nachwuchskräften aufbaut. Chancen als nachhaltig agierendes Unternehmen Gemeinsam mit der Aareal Bank Gruppe verfolgt Aareon eine auf Nachhaltigkeit ausgerichtete Strategie mit dem Ziel, Umwelt- Sozial- und Governance- (ESG) Aspekte in den Wertschöpfungsprozessen zu verankern und bei unternehmerischen Entscheidungen zu berücksichtigen. Hieraus ergeben sich Chancen, die Zukunftsfähigkeit des Unternehmens mit langfristigem Blick zu gewährleisten sowie das Image von Aareon als verantwortungsvoll handelndes Unternehmen bei den Stakeholdern positiv zu besetzen. Die Aareal Bank Gruppe ist seit 2012 unter anderem mit dem "Prime Status" im Nachhaltigkeitsranking der renommierten ISS ESG Ratingagentur ausgezeichnet. Zentrale Nachhaltigkeitsthemen von Aareon sind ein zukunftsorientiertes, nachhaltiges Geschäftsmodell, die Aareon Smart World zur Nutzung der Potenziale der Digitalisierung mit kundenorientierten und qualitativ hochwertigen IT-Lösungen, ein hohes Datenschutz- und -sicherheitsniveau, eine verantwortungsvolle und lebensphasenorientierte Personalpolitik, die die Chancen der digitalen Arbeitswelt nutzt, sowie ein systematisches Ressourcenmanagement. Im jährlich erscheinenden Nachhaltigkeitsbericht der Aareal Bank Gruppe werden die Nachhaltigkeitsmaßnahmen von Aareon ebenfalls dargestellt. Alle Dienstreisen der Aareon werden über den entsprechenden Anbieter CO 2 kompensiert. Daneben ist die Aareon Mitglied in der Allianz für Klima und Entwicklung. PrognoseberichtAareon wird im Geschäftsjahr 2021 ihre Wachstumsstrategie fortsetzen und beschleunigen. In diesem Kontext wurde im vierten Quartal 2020 der Aareon Flight Plan 2021 entwickelt und verabschiedet (s. S. 5 f). Hierin integriert sind die Maßnahmen aus dem Wertschöpfungsprogramm (Value Creation Program) inklusive anorganischen Wachstums sowie Investitionen in bestehende und neue Produkte. Zu den Maßnahmen des Wertschöpfungsprogramms (Value Creation Program) zählen unter anderem eine Ausweitung der Vertriebsaktivitäten, die weitere beschleunigte Transformation von der Betriebsart Inhouse zur Betriebsart SaaS (Software-as-a-Service), Effizienzsteigerungen bei der Implementierung der Softwarelösungen, die weitere Optimierung der operativen Prozesse (Operations Excellence) in den Bereichen Entwicklung und Rechenzentrum sowie der Ausbau interner Reporting-Prozesse. Aareon will sich mittelfristig bis 2025 zu einem sogenannten "Rule of 40"-Unternehmen entwickeln. Diese Kenngröße ist im Softwarebereich verbreitet und kennzeichnet effiziente Wachstumsunternehmen, deren Summe aus Umsatzwachstum und EBITDA-Marge mindestens 40 % beträgt. Die Covid-19-Pandemie wird auch 2021 Auswirkungen auf die Aareon haben, insbesondere auf das Beratungsgeschäft, jedoch weniger ausgeprägt als noch im Jahre 2020. Mittelfristig erwarten wir, dass die Covid-19-Pandemie zu einem höheren Digitalisierungbedarf und somit zu einem deutlichen Anstieg der Nachfrage nach digitalen Lösungen und Beratungsleistungen führen wird. Insgesamt wird von einer signifikanten Erhöhung des Konzernumsatzes für 2021 auf 276,0 Mio. € bis 280,0 Mio. € (2020: 258,1 Mio. €) ausgegangen. So rechnen wir im Geschäftsjahr 2021 bei unseren digitalen Lösungen mit zweistelligen Wachstumsraten von über 20 % (2020: 19 %). Das Wachstum der Umsätze mit ERP-Produkten sollte im unteren einstelligen Prozent-Bereich liegen. Das Adjusted EBITDA dürfte mit 63,0 Mio. € bis 65,0 Mio € trotz der Investitionen in bestehende Produkte sowie möglichen Auswirkungen des erneuten Lockdowns im Zuge der Covid-19-Pandemie leicht über dem Vorjahr (2020: 62,1 Mio. €) liegen. Diese Prognose beinhaltet keine Effekte aus zukünftigen M&A-Transaktionen. Geschäftssegment DACH Es wird davon ausgegangen, dass der Umsatz 2021 im Geschäftssegment DACH deutlich auf 175,0 Mio. € bis 177,0 Mio. € (2020: 163,9 Mio. €) ansteigen wird. Das Adjusted EBITDA wird trotz der hohen Investitionen mit 42,0 Mio. € bis 43,0 Mio. € leicht über dem Vorjahr (2020: 40,7 Mio. €) erwartet. Für das ERP-Geschäft im Geschäftssegment DACH geht Aareon für 2021 von einem leichten Umsatzwachstum aus. Im Bereich des Consulting-Geschäfts wird zunächst im Zuge der Fortsetzung der Covid-19-Pandemie weiterhin insbesondere das Angebot Green Consulting nachgefragt und im Jahresverlauf werden auch wieder verstärkt klassische Consulting-Angebote genutzt werden. Daher erwarten wir, dass der Consulting-Umsatz deutlich über dem des Jahres 2020 liegen wird. Bedeutend für das ERP-Geschäft im Geschäftssegment DACH wird die Nachfrage zu der im Jahr 2020 eingeführten neuen Produktgeneration Aareon Wodis Yuneo sein. Bisher ist die Marktresonanz aus unserer Sicht sehr positiv, sodass wir einen weiteren Anstieg der Lizenz- und SaaS-Erlöse für 2021 erwarten. Für das Produkt SAP®-Lösungen und BlueEagle erwarten wir Erlöse auf dem Vorjahresniveau. Die ERP-Lösung RELion, deren Schwerpunkt auf dem gewerblichen Immobilienmarkt liegt, wird aufgrund gesteigerter Kapazitäten weiter wachsen. Das Geschäftsvolumen mit Aareon Cloud Services und dem Versicherungsmanagement mit BauSecura wird leicht über Vorjahresniveau liegen. Die digitalen Lösungen werden entscheidend zur Realisierung der Wachstumspotenziale im Geschäftssegment DACH beitragen. Für die BRM-Lösung der im Januar 2020 übernommenen CalCon gehen wir von einem starken Lizenz- und SaaS-Geschäft aus. Bei den WRM- und CRM-Produkten wird insbesondere ein Anstieg der SaaS-Erlöse aufgrund weiterer Produktivsetzungen erwartet. Eine Umsatzsteigerung mit SRM-Produkten soll durch eine gestiegene Anzahl an Handwerkeraufträgen, die über Mareon abgewickelt werden, sowie durch Neukunden für die Lösung Wechselmanagement erreicht werden. Um die Steigerung des Geschäftsvolumens zu erreichen, werden Kapazitäten ausgeweitet, sodass es zu höheren Material- und Personalaufwendungen kommen wird. Die sonstigen Kosten werden in 2021 - auch wegen der Investitionen in das Wertschöpfungsprogramm (Value Creation Program) - deutlich über dem Vorjahresniveau liegen. Geschäftssegment Internationales Geschäft Im Geschäftssegment Internationales Geschäft wird erwartet, dass im Jahr 2021 der Umsatz deutlich auf 101,0 Mio. € bis 103,0 Mio. € (2020: 94,2 Mio. €) ansteigen wird. Das Adjusted EBITDA wird trotz hoher Investitionen in bestehende Lösungen mit 21,0 Mio. € bis 22,0 Mio. € in 2021 (2020: 21,4 Mio. €) und somit auf Vorjahresniveau erwartet. Die Umsätze mit ERP-Produkten werden im Internationalen Geschäft deutlich über dem Vorjahr liegen. Hierzu trägt die Akquisition der Arthur Online Ltd., London, bei, die das Angebotsportfolio von Aareon ab Februar 2021 ergänzt. Arthur bietet eine cloudbasierte Softwarelösung für die Immobilienverwaltung an, die Immobilienverwalter, Eigentümer, Mieter und Auftragnehmer auf einer einzigen Plattform zusammenbringt. Die Beratungserlöse im Internationalen Geschäft werden ähnlich wie im Geschäftssegment DACH auch 2021 noch von der Covid-19-Pandemie beeinflusst sein, sich aber im Laufe des Jahres erholen und insgesamt deutlich zunehmen. Die Anzahl der Kundenprojekte zur Migration auf die neue ERP-Produktgeneration Tobias 365 in den Niederlanden sollte 2021 steigen. Bei dieser neuen Produktgeneration handelt es sich um eine reine SaaS-Lösung. Dies wird zu einem Rückgang der Lizenzerlöse führen, der erst mittelfristig durch die Steigerung der wiederkehrenden Erlöse ausgeglichen wird. In Frankreich wird erwartet, dass das Umsatzniveau von 2020 wieder erreicht wird. Im britischen Markt sollten sich insbesondere die Kundengewinne des Jahres 2020 positiv auf die wiederkehrenden Erlöse im Jahr 2021 auswirken. Aber es wird auch mit steigenden Lizenzerlösen durch die Gewinnung neuer ERP-Kunden gerechnet. In den nordischen Ländern gehen wir ebenfalls von einem Anstieg der SaaS-Erlöse mit Neu- und Bestandskunden aus. Die Umsätze mit digitalen Lösungen im Internationalen Geschäft werden deutlich über dem Vorjahresniveau erwartet. Wesentlicher Treiber wird das Cross Selling von digitalen Lösungen an unsere Bestandskunden sein. Bei den SRM- und CRM-Produkten sollte sowohl mit Lizenz- als auch mit wiederkehrenden Erlösen mehr Umsatz generiert werden. Für die WRM-Produkte wird ein moderater Anstieg bei den wiederkehrenden Erlösen erwartet. Die internationalen BRM-Produkte sollten höhere Lizenzerlöse verzeichnen. Auf der Kostenseite werden die Personalkosten aufgrund der Erhöhung des Personalbestands infolge des Ausbaus des Geschäftsvolumens ansteigen. Der Materialaufwand, der unter anderem die Kosten für externe Berater beinhaltet, wird annähernd auf Vorjahresniveau erwartet, da der Ressourcenaufbau im Wesentlichen über eigene Mitarbeiter abgedeckt werden soll. Die sonstigen Kosten werden wie in der Region DACH aufgrund der Annahme, dass unter anderem die Reisetätigkeiten wieder zunehmen, deutlich steigen. Zudem wird das Ergebnis durch die hohen Investitionen belastet. Investitionsvorhaben Die im Jahr 2019 gestartete Entwicklungsoffensive in neue Produkte und Services wird Aareon auch 2021 fortführen. Der Virtual Assistant Neela wird weiterentwickelt und um neue Funktionalitäten ergänzt. Neben der Region DACH wird das Produkt dann in allen Ländermärkten von Aareon angeboten. Der Marketing-Launch wurde bereits in allen Ländern, außer Frankreich vollzogen und erste Pilotkunden befinden sich derzeit in der Einführungsphase und werden 2021 produktiv gehen. Dies gilt ebenso für die Lösungen Aareon Smart Plattform und Smart Partner, die 2021 dann ebenfalls in allen Ländern angeboten werden sollen. Zudem sind 2021 weitere Entwicklungsaufwendungen für Back- und Front-End-Gestaltungen von Produkten im Bereich der vorausschauenden Wartung (BRM Definition s. S. 4) und zur Vernetzung von unter anderem Kunden, Ämtern und Versorgern auf einer digitalen Plattform sowie mobile Lösungen geplant. Daneben investiert Aareon weiterhin in die Erschließung neuer Geschäftsfelder über ihre Tochtergesellschaft Ampolon Ventures durch die Mitbegründung von Ventures. Darüber hinaus wurden Kapazitäten ausgebaut und ein eigener Konzernbereich geschaffen, um das anorganische Wachstum von Aareon zu forcieren (s. S. 8). Die Kosten aus den Investitionen in neue Produkte und anorganischem Wachstum werden auf einem Niveau von ca. -20,0 Mio. € erwartet. Hierin sind ebenfalls Maßnahmen aus dem Wertschöpfungsprogramm (Value Creation Program) enthalten. Konzernbilanz zum 31. Dezember 2020Aktiva
* Vorjahreszahl angepasst Konzern-Gesamtergebnisrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2020
* Die Sonstigen Steuern werden ab diesem Geschäftsjahr ebenfalls unter den Sonstigen Aufwendungen gezeigt; das Vorjahr wurde entsprechend angepasst. Entwicklung des Konzerneigenkapitals
Konzern-Kapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr 2020
* Vorjahr angepasst Anhang zum Konzernabschluss zum 31. Dezember 20201 Allgemeine AngabenDer Konzernabschluss der Aareon AG, Isaac-Fulda-Allee 6, 55124 Mainz, eingetragen in das Handelsregister beim Amtsgericht Mainz (HR B-Nr. 7713) wurde für das Geschäftsjahr 2020 nach den Vorschriften der International Financial Reporting Standards (IFRS), den Auslegungen des International Financial Reporting Interpretations Committee (IFRIC) und des ehemaligen Standing Interpretations Committee (SIC) erstellt, wie sie in der EU anwendbar sind, sowie den nach § 315e Abs. 1 HGB ergänzend anzuwendenden deutschen handelsrechtlichen Vorschriften. Alle für den Konzernabschluss zum 31. Dezember 2020 verpflichtend anzuwendenden International Financial Reporting Standards wurden berücksichtigt. Der Abschluss vermittelt ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Aareon Konzerns. Der Konzernabschluss wurde in Euro aufgestellt. Soweit nicht anders vermerkt, werden alle Beträge in Tausend Euro (T€) angegeben. Im Interesse einer besseren Klarheit und Übersichtlichkeit werden die nach den gesetzlichen Vorschriften bei den Posten der Bilanz und der Gesamtergebnisrechnung anzubringenden Vermerke, die wahlweise in der Bilanz bzw. Gesamtergebnisrechnung oder im Anhang anzubringen sind, insgesamt im Anhang aufgeführt. Soweit einzelne Posten in der Bilanz und Gesamtergebnisrechnung zusammengefasst werden, erfolgt eine Aufgliederung im Anhang. Die Aareon AG ist eine Tochtergesellschaft der Aareal Bank AG, Paulinenstraße 15, 65189 Wiesbaden, die 70 % der Anteile hält. Die restlichen 30 % der Anteile sind im Besitz von AI Houses (Luxembourg) S.à r.l., 2-4 rue Beck, 1222 Luxembourg, einem Unternehmen von Advent International Corporation, 800 Boylston Street, Boston, USA. Die Aareal Bank AG stellt den Konzernabschluss für den größten und zugleich auch kleinsten Kreis von Unternehmen auf. Die Einbeziehung der Aareon AG in den Konzernabschluss der Aareal Bank AG, der im Bundesanzeiger bekannt gemacht wird, erfolgt nach den Vorschriften der Vollkonsolidierung. 2 Angaben zu Bilanzierungs-, Bewertungs- und Konsolidierungsmethoden2.1 Rechnungslegungsgrundsätze Um die Vergleichbarkeit der Abschlüsse im Zeitvergleich zu gewährleisten, erfolgen die Anwendungen von Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden sowie die Darstellung des Abschlusses stetig. Bei der Angabe von Informationen wird der Grundsatz der Wesentlichkeit beachtet. Aus rechentechnischen Gründen können in den Tabellen Rundungsdifferenzen in Höhe von +/- einer Einheit auftreten. Die Gesamtergebnisrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren erstellt worden. Kurzfristige Vermögenswerte und Verbindlichkeiten haben alle eine Laufzeit von weniger als einem Jahr. Die Darstellung des Konzernabschlusses unterliegt den der Abschlusserstellung zugrunde liegenden Ansatz- und Bewertungsmethoden sowie der Unsicherheit künftiger Ereignisse von Schätzungen und Annahmen. Sind für die Bilanzierung und Bewertung Annahmen und Schätzungen erforderlich, werden diese in Übereinstimmung mit den jeweiligen Rechnungslegungsstandards vorgenommen und unterliegen verschiedenen Ermessensausübungen durch das Management. Die Schätzungen und Annahmen basieren auf historischen Erfahrungen und anderen Faktoren wie Planungen. Die Schätzungen und Beurteilungen sowie die zugrunde liegenden Beurteilungsfaktoren und Schätzverfahren werden regelmäßig überprüft und mit den tatsächlich eingetretenen Ereignissen verglichen. Nach unserer Ansicht sind die verwendeten Parameter auch unter Berücksichtigung der aktuellen Covid-19-Pandemie sachgerecht und vertretbar. Die zukunftsbezogenen Annahmen und Quellen von Schätzungsunsicherheiten, aufgrund derer ein hohes Risiko besteht, dass innerhalb des nächsten Geschäftsjahres eine wesentliche Anpassung der Buchwerte von Vermögenswerten und Schulden erforderlich sein wird, ergeben sich insbesondere bei der Ermittlung der Pensionsverpflichtungen, der Rückstellungen, bei der Bewertung von immateriellen Vermögenswerten, von Zeitwerten bestimmter Finanzinstrumente, bei der Beurteilung von Leasingverlängerungs- und Kündigungsoptionen sowie Steueransprüchen und -verpflichtungen. Ermessensentscheidungen und damit einhergehende Schätzunsicherheiten ergeben sich auch bei der Realisierung von Umsätzen (Aufteilung von Transaktionspreisen, Anwendung von Input-orientierten Methoden). 2.2 Konsolidierungsgrundsätze Die Abschlüsse der einzelnen Tochterunternehmen werden in den Konzernabschluss nach IFRS einheitlich - nach den von der Aareon AG vorgegebenen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - einbezogen. Bei den in den Konsolidierungskreis einbezogenen Tochterunternehmen werden die Anschaffungskosten nach der "Purchase-Methode" mit dem auf sie entfallenden zum Fair Value bewerteten Eigenkapital zum jeweiligen Erwerbszeitpunkt verrechnet. Hieraus verbleibende Geschäfts- oder Firmenwerte werden unter den immateriellen Vermögenswerten bilanziert. Forderungen, Verbindlichkeiten, Umsätze, Aufwendungen und Erträge zwischen den einbezogenen Unternehmen werden eliminiert. Für nicht dem Mutterunternehmen gehörende Anteile an voll konsolidierten Tochterunternehmen wird ein entsprechender Ausgleichsposten für Anteile anderer Gesellschafter gebildet. Diese werden grundsätzlich an den erfolgswirksamen Konsolidierungsmaßnahmen beteiligt und ihnen wird ein Ergebnis zugewiesen. Assoziierte Unternehmen werden nach der Equity-Methode in den Konzernabschluss von Aareon einbezogen. 2.3 Währungsumrechnung Die zur Aareon Gruppe gehörenden Gesellschaften sind selbstständige Teileinheiten. Abschlüsse, die nicht in Euro erfolgen, werden nach dem Konzept der "funktionalen Währung" in Euro umgerechnet. Die Posten der Gesamtergebnisrechnung werden zum Durchschnittskurs, alle monetären und nicht monetären Vermögenswerte sowie Verbindlichkeiten werden zum Bilanzstichtag umgerechnet. Durchschnitts- und Stichtagskurs werden anhand des Referenzkurses der Europäischen Zentralbank ermittelt. Die Differenzen, die das Eigenkapital betreffen, werden bis zum Abgang der Tochtergesellschaft erfolgsneutral in einem gesonderten Posten innerhalb des Eigenkapitals ausgewiesen. Dies gilt auch für die Abweichungen zwischen dem zum Stichtagskurs umgerechneten Bilanzgewinn und der sich auf Basis durchschnittlicher Kurse ergebenden Erfolgsgröße in der Gesamtergebnisrechnung. Die in die Kapitalkonsolidierung einzubeziehenden Bestandteile des Eigenkapitals werden mit historischen Kursen umgerechnet. Folgende Kurse wurden für die Umrechnung verwendet:
Die Berücksichtigung des Schweizer Wechselkurses CHF erfolgt, da die Aareon RELion GmbH seit 2020 mit einer Betriebsstätte in der Schweiz vertreten ist. 2.4 Konsolidierungskreis Zum Kreis der voll konsolidierten Unternehmen gehören neben der Aareon AG alle Tochterunternehmen, bei denen der Aareon AG unmittelbar oder mittelbar die Mehrheit der Stimmrechte oder das Recht, die Mehrheit der Mitglieder des Aufsichtsrats zu bestellen oder anderweitig Beherrschung über ein Unternehmen zu erlangen, zusteht (siehe Kapitel 5.5). Mit Kaufvertrag vom 26. November 2019 wurde der Geschäftsbetrieb der CalCon Holding GmbH, München, im Rahmen eines Asset-Deals mitsamt seiner Tochtergesellschaften zum 1. Januar 2020 von der Aareon Planungs- und Bestandsentwicklungs GmbH übernommen. Die Tochtergesellschaften CalCon Deutschland AG, epiqr Software GmbH, CalCon Ingenieurgesellschaft mbH, alle drei in München, und CalCon Austria GmbH, Wien, wurden zu 100 % übernommen. Die Anteilshöhe der übernommenen Tochtergesellschaft in Rumänien beträgt 83,3 %. Der Kaufpreis setzt sich aus einem Festpreis von 20.000 T€, der im Februar 2020 aus Barmitteln aufgebracht wurde, und einem bedingten Kaufpreis zusammen. Der bedingte Kaufpreis bemisst sich am Vergleich des realisierten und geplanten EBIT in den Jahren 2020 und 2021. Der Fair Value des bedingten Kaufpreises betrug zum Erwerbszeitpunkt 3.964 T€ und wurde mit einer unterstellten Zielerreichung von 100 % bewertet. Der maximale Betrag des bedingten Kaufpreises beträgt 6.000 T€. Die im Konzernabschluss 2019 genannte voraussichtliche Zahlung für das Net Cash wurde geringfügig auf 792 T€ angepasst und ausbezahlt. Der beizulegende Zeitwert der Vermögenswerte und Schulden wurde ebenfalls geringfügig angepasst und beträgt nun 11.596 T€. Die übernommenen Vermögenswerte und Schulden wurden mit folgenden Werten angesetzt:
Aus der Übernahme resultiert ein Geschäfts- oder Firmenwert in Höhe von 13.174 T€. Dieser beinhaltet Markt- sowie Synergiepotenziale und ergänzt das Produktportfolio der Aareon Smart World. Die Lösungen von CalCon ermöglichen es, eine effiziente, kostengünstige und objektive Bewertung des technischen Zustands und der Energieeffizienzmerkmale einer bestehenden Immobilie zu erhalten und einen detaillierten Wartungsplan sowie ein Budget zu erstellen. Durch die Akquisition kann Aareon auch weitere Geschäftspotenziale sowohl im öffentlichen Sektor als auch im gewerblichen Immobiliensegment in Deutschland und Österreich nutzen. Die Akquisition unterstützt die Wachstumsstrategie von Aareon. Seit dem Erwerbszeitpunkt trug die Akquisition mit einem Umsatz von 6.735 T€ und einem Jahresergebnis von 117 T€ zu den Ergebnissen des Aareon Konzerns bei. Am 23. Juli 2020 wurden die Refurbio GmbH, Berlin, und am 7. September 2020 die Ecaria GmbH, Berlin gegründet. An den Gesellschaften ist die Aareon Deutschland GmbH beteiligt und hält 18,4 % bzw. 19,99 % der Anteile. Die Gründungen der beiden Gesellschaften erfolgten im Rahmen des Venture-Programms von Aareon zusammen mit Gründern aus der Start-up-Szene. Aareon bilanziert die Gesellschaften als Equity-Beteiligung, da sie aufgrund der ausschließlich über die Aareon laufenden Finanzierungstruktur signifikanten Einfluss ausübt. Dies begründet einen wesentlichen Geschäftsvorfall zwischen der Aareon und den Beteiligungsunternehmen. Zur Vereinfachung der Unternehmensstrukturen der Aareon Gruppe wurden folgende Verschmelzungen zum 1. Januar 2020 durchgeführt: Am 6. Januar 2020 erfolgte die Verschmelzung der Kalshoven Automation B.V. auf ihre Muttergesellschaft Aareon Nederland B.V. Mit Eintragung in das Handelsregister am 23. Juli 2020 wurden die Aareon RELion Nord GmbH und die Aareon RELion Süd GmbH im Rahmen eines Down-Stream-Mergers auf die Aareon RELion GmbH verschmolzen. Beide Gesellschaften besaßen die aufnehmende Gesellschaft zu gleichen Teilen. Die Verschmelzung der CalCon Deutschland AG und der epiqr Software GmbH auf die CalCon Ingenieurgesellschaft mbH wurde als Side-Stream-Merger am 1. September 2020 ins Handelsregister eingetragen. Die Gesellschaft wurde gleichzeitig in CalCon Deutschland GmbH umbenannt. Am 23. Dezember 2020 hat die Aareon AG einen Vertrag zum Erwerb von 100 % der Anteile an der Arthur Online Limited ("Arthur"), London, Großbritannien, unterzeichnet. Der Erwerb fand mit Wirkung zum 29. Januar 2021 statt. Die Gesellschaft wird ab Februar 2021 in den Abschluss der Aareon Gruppe einbezogen. Der Kaufpreis setzt sich ausschließlich aus einem Festpreis von 19.422 T€ zusammen. Der Erwerb von 91,05% der Anteil wurde am 1. Februar 2021 aus Barmitteln in Höhe von 17.246 T€ aufgebracht. Zudem wurde eine Zahlung für das Net Cash der Gesellschaft in Höhe von 514 T€ geleistet. Die restlichen 8,95 % der Anteile an Arthur mit einem beizulegenden Zeitwert von 1.663 T€ werden durch Sacheinlage gegen Gewährung von Anteilen an der Aareon AG im Rahmen einer Kapitalerhöhung eingebracht. Die Kapitalerhöhung beträgt 48 T€. Der übersteigende Wert der Anteile wird in die Kapitalrücklage eingezahlt. Die Zeichnung der im Rahmen der Kapitalerhöhung neu ausgegebenen Aktien erfolgt durch die Gesellschaft Houses Nominee Ltd, London, in der die restlichen Anteile der Verkäufer von Arthur zuvor eingebracht wird. Der vorläufige beizulegende Zeitwert der Vermögenswerte und Schulden beträgt 3.772 T€. Die übernommenen Vermögenswerte und Schulden wurden mit folgenden Werten angesetzt:
Aus der Übernahme resultiert ein vorläufiger Geschäfts- oder Firmenwert in Höhe von 15.651 T€. Aareon tritt bei dieser Akquisition in das Geschäftsfeld mit kleineren und mittleren Immobilienverwaltern in Großbritannien ein. Dies eröffnet Aareon weitere Wachstumspotenziale. 2.5 Änderungen von Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden Folgende Änderungen der IFRS-Standards, die für nach dem 1. Januar 2020 beginnende Berichtsperioden anzuwenden sind, hatten keine Auswirkungen auf die Bilanzierung von Aareon. Dazu gehören:
Daneben wurden Änderungen zu IFRS 16 ("Leasingverhältnisse") eingeführt, die Leasingnehmern eine optionale Erleichterung bei der Beurteilung bieten, ob ein Mietzugeständnis im Zusammenhang mit Covid-19 eine "Modifikation" ist. Hiernach kann ein Leasingnehmer auf die Beurteilung, ob ein Mietzugeständnis in direktem Zusammenhang mit der Covid-19-Pandemie in Bezug auf Leasingzahlungen eine "Lease Modification" darstellt, verzichten und dieses stattdessen so abbilden, als handele es sich nicht um eine "Lease Modification". Im Aareon Konzern gab es keine Sachverhalte, die zur Anwendung dieser Änderung hätten führen können. Darüber hinaus wurden verschiedene neue Rechnungslegungsstandards und Interpretationen veröffentlicht. Diese sind jedoch für Berichtsperioden zum 31. Dezember 2020 nicht verpflichtend und wurden von Aareon nicht vorzeitig angewendet. Die Auswirkungen dieser neuen Regelungen auf die laufende oder auf künftige Berichtsperioden sowie auf absehbare künftige Transaktionen werden als nicht wesentlich angesehen. Zur Vereinheitlichung der Saldierungsregeln wurden ab dem aktuellen Berichtsjahr die latenten Steuern nach Rechtssubjekt saldiert ausgewiesen. Die Änderung betraf den deutschen Organkreis. Das Vorjahr wurde entsprechend angepasst. Des Weiteren wird seit dem aktuellen Berichtsjahr das Planvermögen zu den Pensionsrückstellungen offen ausgewiesen. Das Vorjahr wurde ebenfalls entsprechend angepasst (siehe Kapitel 5.14). 3 Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze3.1 Immaterielle Vermögenswerte Der Goodwill wird grundsätzlich jährlich im vierten Quartal im Rahmen eines Impairmenttests auf Werthaltigkeit hin überprüft. Basis für die Wertermittlung sind die Barwerte zukünftiger Zahlungsströme (Value in Use), die anhand mittelfristiger Planungen bestimmt werden. Dabei werden die geplanten Cashflows aus der vom Vorstand der Aareon AG verabschiedeten und vom Aufsichtsrat genehmigten Dreijahresplanung verwendet. Innerhalb der ersten drei Jahre erfolgt somit eine individuelle Planung der Erlös- und Aufwandspositionen. Die den wesentlichen Annahmen zugewiesenen Werte basieren auf internen und externen Faktoren sowie vergangenen Erfahrungen, wobei eine wesentliche Basis die Vorjahresplanung bildet. Der Umsatzplanung unterliegen im Wesentlichen Annahmen zu Neukundengeschäft sowie Vertragsverlängerungen und Zusatzgeschäft mit Bestandskunden. Diese stellen zugleich auch die wesentlichen Quellen von Schätzungsunsicherheiten dar. Regelmäßige Umsatzerlöse wie Wartung und Gebühren aus dem Bestandskundengeschäft unterliegen in der Regel keinen größeren Schätzungsunsicherheiten. Die Planung des Materialaufwands wird abgeleitet aus der Umsatzplanung. Die Personalaufwandsplanung berücksichtigt im Wesentlichen Mitarbeiterzahlen sowie Lohnentwicklung. Die sonstigen Kosten werden unter der Berücksichtigung bekannter Sondereffekte in der Regel basierend auf dem Vorjahr fortentwickelt. Schätzungsunsicherheiten auf der Aufwandseite ergeben sich durch nicht geplante Preiserhöhungen oder nicht planbare Sondereffekte. Grundsätzlich erhöht sich die Schätzungsunsicherheit, je weiter in der Zukunft die Annahmen liegen. Für die über den Zeithorizont von vier Jahren hinausgehenden Cashflows erfolgt in der Regel die Bewertung unter Berücksichtigung der ewigen Rente. Der Ermittlung der Barwerte zukünftiger Zahlungsströme wurde ein risikoadäquater Abzinsungsfaktor konzerneinheitlich von 7,62 % nach Steuern zugrunde gelegt. Der Abzinsungsfaktor ergibt sich aus einem risikolosen Basiszins von -0,03 % zuzüglich einem unternehmensspezifischen Risikozuschlag von 7,50 % multipliziert mit einem Beta-Faktor von 1,02. Angesichts der Planungsunsicherheiten über das dritte Jahr hinaus wird aufgrund einer vorsichtigen Betrachtung des Marktumfelds eine Wachstumsrate von 2 % unterstellt. Die erzielbaren Beträge weisen eine Überdeckung der Buchwerte auf. Bei einer signifikanten Änderung einer der oben beschriebenen wesentlichen Annahmen wie der Erhöhung des risikoadäquaten Abzinsungsfaktors um 1 %, der Reduzierung des in den Cashflow einbezogenen EBIT um 5 % oder der Verringerung der Wachstumsrate auf 1 % kommt es ceteris paribus betrachtet zu keiner Wertminderung. Im Berichtszeitraum ergab sich kein Wertminderungsbedarf. Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögenswerte, im Wesentlichen Software, werden zu Anschaffungskosten aktiviert und planmäßig entsprechend ihrer betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer linear abgeschrieben. Die Abschreibungsmethoden und Nutzungsdauern unterliegen einer jährlichen Überprüfung.
Forschungskosten werden entsprechend IAS 38 als laufender Aufwand behandelt. Entwicklungskosten für selbst erstellte Software werden aktiviert, wenn die Voraussetzungen für eine Aktivierung entsprechend IAS 38 vorliegen. 3.2 Sachanlagen Gegenstände des Sachanlagevermögens werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten einschließlich aktivierungsfähiger Rückbauverpflichtungen im Sinne von IAS 16 bewertet und - soweit abnutzbar - entsprechend der voraussichtlichen Nutzungsdauer der Komponenten linear abgeschrieben. Die Abschreibungsmethoden und Nutzungsdauern werden einer jährlichen Überprüfung unterzogen. Die Nutzungsdauern der wesentlichen Komponenten werden nachfolgend dargestellt:
Wertminderungen im Sinne von IAS 36 erfolgen, soweit der Ansatz mit einem niedrigeren Wert zwingend ist, d. h. wenn der Nettoveräußerungspreis bzw. der Nutzungswert des betreffenden Vermögenswertes unter den Buchwert gesunken ist. 3.3 Leasing Alle Leasingverhältnisse von Aareon und die damit verbundenen vertraglichen Rechte und Verpflichtungen mit einer Laufzeit von mehr als zwölf Monaten werden gemäß IFRS 16 in der Bilanz erfasst, es sei denn, es handelt sich um einen geringwertigen Vermögenswert (unter 4.000 €). Ist Aareon Leasingnehmer, wird ein Vermögenswert erfasst, der das Recht auf Nutzung des zugrunde liegenden Leasinggegenstands repräsentiert. Zudem wird eine Leasingverbindlichkeit erfasst, die die Verpflichtung zur Zahlung der Mietzahlungen darstellt. Zur Ermittlung des Barwerts werden die Leasingzahlungen mit dem Zinssatz abgezinst, der sich anhand des Grenzfremdkapitalzinssatzes im entsprechenden Laufzeitband und in der entsprechenden Währung ergibt. Die Laufzeit von Leasingverhältnissen wird anhand der unkündbaren Grundlaufzeit unter Einbeziehung von Verlängerungs- und Kündigungsoptionen des Leasingnehmers bestimmt, wenn diese hinreichend sicher ausgeübt werden. Ist Aareon Leasinggeber, gelten die Leasingverträge entweder als Finanzierungs- oder als Operating-Leasingverhältnisse. Die Folgebewertung erfolgt zu fortgeführten Anschaffungskosten. Die Nutzungsrechte werden linear über den Zeitraum der Vertragsverhältnisse abgeschrieben. Aareon wendet die Regelungen des IFRS 16 nicht auf Leasingnehmerverhältnisse über immaterielle Vermögenswerte an. Wenn Verträge neben Leasingkomponenten auch Nicht-Leasingkomponenten enthalten, wird von der Regelung in IFRS 16.15 Gebrauch gemacht, und es wird auf eine Trennung dieser Komponenten verzichtet. Die Nutzungsrechte wurden im Rahmen eines jährlichen Impairmenttests auf Werthaltigkeit hin überprüft. Die Vorgehensweise entspricht grundsätzlich der Vorgehensweise bei der Überprüfung des Goodwills (Kapitel 3.1). Auch hier ergab sich im Berichtszeitraum kein Wertminderungsbedarf. 3.4 Finanzielle Vermögenswerte und finanzielle Schulden Die Klassifizierung der finanziellen Vermögenswerte und Schulden richtet sich nach IFRS 9 nach dem jeweiligen Geschäftsmodell. Bei Fremdkapitalinstrumenten (z. B. Forderungen oder festverzinslichen Wertpapieren) können folgende Geschäftsmodelle vorliegen:
Bei Eigenkapitalinstrumenten unterscheidet IFRS 9 zwischen Geschäftsmodellen, bei denen das Instrument mit oder ohne Absicht zum Handel gehalten wird. Des Weiteren wird unterschieden, ob die finanziellen Vermögenswerte einem vertraglichen Zahlungsstrom unterliegen bzw. die Zahlungsströme ausschließlich Zins- und Tilgungsleistungen zu dem Vermögenswert darstellen. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Vertragsvermögenswerte und sonstige finanzielle Vermögenswerte sowie finanzielle Verbindlichkeiten klassifiziert Aareon als "Halten zur Erzielung vertraglicher Zahlungsströme". Die Bewertung erfolgt somit zu fortgeführten Anschaffungskosten. Die Option zur Bewertung zum Fair Value wird nicht ausgeübt. Bei Eigenkapitalinstrumenten entscheidet Aareon fallweise, ob das Wahlrecht auf erfolgsneutrale Bewertung ausgeübt wird. Ansonsten erfolgt die Bewertung erfolgswirksam zum Fair Value. Liegen Derivate vor, werden diese ebenfalls erfolgswirksam zum Fair Value bewertet. Die bei den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen inhärenten Ausfallrisiken werden niedrig eingeschätzt. Grundsätzlich zeichnet sich das Branchenumfeld - die Immobilienwirtschaft - als robust aus, was insbesondere während der Covid-19-Pandemie deutlich wurde. Zudem bestehen mit den circa 3.000 Kunden eine diversifizierte Kundenbasis ohne wesentliches Klumpenrisiko. Möglichen Risiken werden mittels Wertberichtigungen Rechnung getragen, die nach dem in IFRS 9 zulässigen vereinfachten Verfahren, dass heißt auf Basis der Restlaufzeit zu erwartenden Kreditverluste erfasst werden. Es kommen dabei sowohl pauschalisierte als auch individuellen Verfahren unter Berücksichtigung der Kundensituation und der Altersstruktur zum Einsatz. Hinsichtlich des bei Aareon etablierten Systems zur konzernweiten Messung, Limitierung und Steuerung von Risiken sowie der Angaben gemäß IFRS 7 zur Beschreibung und zum Umfang der aus Finanzinstrumenten resultierenden Risiken verweisen wir außerdem auf unsere Ausführungen im Risikobericht als Teil des Lageberichts. Niedrigverzinsliche Forderungen werden unter Berücksichtigung einer angemessenen Verzinsung mit dem diskontierten Betrag angesetzt. Fremdwährungsforderungen werden mit dem Bilanzstichtagskurs umgerechnet. Vertragsvermögenswerte aus zum Bilanzstichtag noch nicht abgeschlossenen Dienstleistungsaufträgen werden nach ihrem Leistungsfortschritt (Input-orientierte Methode) bilanziert. Der Leistungsfortschritt wird anhand des Vergleichs der bereits angefallenen Auftragskosten zu den insgesamt erwarteten Auftragskosten ermittelt. Übrige unfertige Kundenaufträge sind in Höhe der entstandenen Auftragskosten bilanziert, soweit diese voraussichtlich durch Erlöse gedeckt sind. 3.5 Vorräte Vorräte werden zu Anschaffungskosten angesetzt. Finanzierungskosten werden nicht berücksichtigt. Die Bewertung zum Bilanzstichtag erfolgt zum jeweils niedrigeren Wert aus Anschaffungskosten einerseits und realisierbarem Nettoveräußerungspreis andererseits. 3.6 Latente Steuern Latente Steuern werden gemäß IAS 12 für sämtliche temporären Differenzen zwischen den Wertansätzen der Steuerbilanz und der Konzernbilanz gebildet (Temporary-Konzept). Ebenso sind latente Steuern aus Verlustvorträgen zu erfassen. Bei der Berechnung der latenten Steuern wird die sogenannte "Verbindlichkeiten-Methode" (Liability Method) angewandt. Die Abgrenzungen werden in Höhe der voraussichtlichen Steuerbe- bzw. -entlastung nachfolgender Geschäftsjahre auf der Grundlage des zum Zeitpunkt der Realisation gültigen Steuersatzes vorgenommen. Die Berechnung der latenten Steuern erfolgt im Wesentlichen auf Basis der landesspezifischen Steuersätze, die zum Bilanzstichtag gültig oder angekündigt sind. Aktive latente Steuern werden in dem Maße bilanziert, wie es wahrscheinlich ist, dass ein zu versteuerndes Einkommen verfügbar ist, bei dem die temporären Differenzen und noch nicht genutzte Verlustvorträge gegengerechnet werden können. Die Buchwerte werden zu jedem Bilanzstichtag überprüft und gegebenenfalls angepasst. Wenn nicht mehr wahrscheinlich ist, dass ausreichende steuerpflichtige Gewinne zur Verrechnung zur Verfügung stehen werden, werden latente Steueransprüche entsprechend vermindert (Bewertungsabschlag). Soweit Einkünfte von Tochterunternehmen aufgrund besonderer lokaler steuerlicher Regelungen steuerbefreit und die Steuereffekte bei Wegfall der temporären Steuerbefreiung nicht absehbar sind, werden keine latenten Steuern angesetzt. 3.7 Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen Rückstellungen für Pensionsverpflichtungen werden hauptsächlich aufgrund von Versorgungsplänen für Zusagen auf Alters-, Invaliden- und Hinterbliebenenleistungen gebildet. Die versicherungsmathematische Bewertung der Pensionsrückstellungen beruht auf dem in IAS 19 vorgeschriebenen Anwartschaftsbarwertverfahren (Projected Unit Credit Method) für Leistungszusagen auf Altersversorgung. Es handelt sich in der Regel um leistungsorientierte Zusagen, d.h. die zugesagte Leistung an den jeweiligen Arbeitnehmer ist abhängig von der Entwicklung des Entgelts und der Anzahl der geleisteten Dienstjahre (Defined Benefit Obligation). Bei diesem Verfahren werden neben den am Bilanzstichtag bekannten Renten und erworbenen Anwartschaften auch künftig zu erwartende Steigerungen von Gehältern und Renten berücksichtigt. Die Rückstellung ist zum Barwert der erdienten Ansprüche der Berechtigten auf Versorgungsleistungen anzusetzen. Zu verrechnende "Plan Assets" sind bewertet mit ihrem "Fair Value" gegenzurechnen. Aufgrund der in der zweiten Märzhälfte 2020 - insbesondere durch die Covid-19-Pandemie bedingten - eingetretenen massiven Marktverwerfungen wurde ein geänderter Zuschnitt des Anleiheportfolios als Basis der Festlegung des Rechnungszinses nach IFRS herangezogen. Wäre nach dem alten Verfahren bilanziert worden, wären die Pensionsverpflichtungen von Aareon zum 31. Dezember 2020 um 4 % bis 5 % höher ausgefallen. 3.8 Ertragsteuerverbindlichkeiten Die Steuerrückstellungen enthalten Verpflichtungen aus laufenden Ertragsteuern. Latente Steuern werden in gesonderten Positionen der Bilanz und der steuerlichen Überleitungsrechnung ausgewiesen. 3.9 Sonstige Rückstellungen Die sonstigen Rückstellungen werden gebildet, wenn die Aareon Gruppe aus einem Ereignis der Vergangenheit eine gegenwärtige Verpflichtung hat und diese Verpflichtung wahrscheinlich zu einem Abfluss von Ressourcen führen wird. Die Rückstellungshöhe entspricht der bestmöglichen Schätzung des Erfüllungsbetrags der gegenwärtigen Verpflichtung zum Bilanzstichtag. Rückstellungen, die nicht schon im Folgejahr zu einem Ressourcenabfluss führen, werden mit ihrem Erfüllungsbetrag angesetzt, sofern sich kein wesentlicher Zinseffekt ergibt. Der Erfüllungsbetrag umfasst auch die am Bilanzstichtag zu berücksichtigenden Kostensteigerungen. Rückstellungen in Fremdwährung werden zum Stichtagskurs umgerechnet. 3.10 Verbindlichkeiten Verbindlichkeiten werden mit ihrem Rückzahlungs- oder Erfüllungsbetrag angesetzt. Verbindlichkeiten aus Leasing-Verträgen sowie die Kaufpreisverbindlichkeiten werden mit dem Barwert ausgewiesen. 3.11 Ertrags- und Aufwandsrealisierung Die Erfassung von Umsatzerlösen bzw. sonstigen Erträgen erfolgt, wenn die Leistungsverpflichtung erbracht bzw. die Waren oder Erzeugnisse und Dienstleistungen auf den Kunden übertragen wurden, d. h. der Kunde die Verfügungsmacht erlangt hat. Die Gesellschaft erzielt ihre Umsätze im Wesentlichen durch
Erlöse aus Lizenzverträgen im ERP-Geschäft betreffen insbesondere die Einräumung von Nutzungsrechten an Softwareprodukten, die von Kunden im Inhouse-Modell betrieben werden. Inhouse-Modell bedeutet, dass Kunden die Softwareprodukte von Aareon auf eigenen Servern nutzen und für deren Funktionstüchtigkeit verantwortlich sind. Das Nutzungsrecht wird in den überwiegenden Fällen zeitlich unbegrenzt gewährt. Lediglich bei dem Produkt Tobias AX ist die Gewährung zeitlich befristet, sodass die Kunden regelmäßig Lizenzverlängerungen erwerben müssen. Bei den Softwareprodukten handelt es sich um technische Lösungen, mit deren Hilfe die Kunden aus der Immobilienbranche ihre betrieblichen Abläufe organisieren und beispielsweise ihre Wohnungsbestände verwalten und steuern. Aareons Leistungsverpflichtung gegenüber den Kunden besteht in der Einräumung des Nutzungsrechts an den vorgenannten Softwareprodukten. Die Erlöse aus Lizenzverträgen gelten als realisiert, wenn ein beidseitig unterschriebener Vertrag ohne Rücktrittsrecht vorliegt, das Produkt vollständig ausgeliefert ist (z. B. über Lizenzschlüssel), die Lizenzgebühr feststeht und deren Zahlung wahrscheinlich ist. Der Kunde erhält damit die Verfügungsmacht über das ihm eingeräumte Nutzungsrecht. Die Zahlung erfolgt im Wesentlichen nach Abschluss des Lizenzvertrags oder nach erfolgreicher Implementierung der Software mit einem Zahlungsziel von bis zu 45 Tagen. Unter Beratungsleistungen fallen unter anderem Anpassungswünsche von Kunden hinsichtlich ihrer Produkte, Schulungsleistungen, wie die Software(-module) anzuwenden sind, oder Implementierungsleistungen für Migrationsprojekte. Die Umsatzrealisierung erfolgt nach erbrachter Leistung. Dabei werden auch Vermögenswerte erstellt oder verbessert, über welche die Kunden Verfügungsmacht haben. Die Umsatzrealisierung sowie die Bildung des Vertragsvermögenswertes erfolgen in diesen Fällen nach dem Leistungsfortschritt, dem eine Input-orientierte Methode zugrunde liegt. Der Leistungsfortschritt der Projekte wird hierbei anhand des Vergleichs der bereits angefallenen Auftragskosten - im Wesentlichen durch eingesetztes Personal/externe Berater - mit den insgesamt erwarteten Auftragskosten des Projekts ermittelt. Kunden leisten Anzahlungen für die von Aareon erbrachten Leistungen. Diese werden mit den zugehörigen Vertragsvermögenswerten saldiert oder als Vertragsverbindlichkeiten ausgewiesen, sofern die erhaltene Anzahlung den Vertragsvermögenswert überschreitet. Wartungsverträge werden abgeschlossen, wenn der Kunde einen Lizenzvertrag nach dem oben dargestellten Inhouse-Modell abschließt (d. h. der Kunde betreibt die Software auf eigenen Servern und ist somit auch für deren Funktionstüchtigkeit verantwortlich). Zu den Leistungen von Aareon gehören bei der Wartung die regelmäßige Bereitstellung von Updates sowie Support-Services zum laufenden Betrieb der Software. Bei SaaS-(Software-as-a-Service-)Verträgen wird das Softwareprodukt nicht inhouse, also vom Kunden selbst, betrieben. Vielmehr erhält der Kunde einen Zugang zum Server von Aareon, über den die Funktionen der Software bereitgestellt werden. Die Leistung von Aareon beinhaltet die Bereitstellung des Zugangsrechts sowie analog zum Wartungsvertrag die Durchführung regelmäßiger Updates und die Erbringung von Support-Services. Im Rahmen von Hosting-Verträgen übernimmt der Kunde zwar selbst die Software, beauftragt aber wiederum Aareon, die Server bereitzustellen. Die Realisierung von Erlösen aus Wartungs- sowie SaaS- und Hosting-Leistungen erfolgt zeitanteilig (pro rata temporis) über den vertraglichen Leistungserbringungszeitraum. Der Beginn des vertraglichen Leistungszeitraums ist hierbei der Zeitpunkt der Produktivsetzung. Die Mehrzahl der Kunden zahlt ihre Wartungs- und Hosting-Gebühren für einen bestimmten Zeitraum (maximal ein Jahr) im Voraus. Die Vorauszahlungen werden für den Teil der noch nicht erfüllten Leistungsverpflichtung unter den Vertragsverbindlichkeiten abgegrenzt und entsprechend den künftigen Leistungserbringungen ratierlich umsatzwirksam aufgelöst. Dem Kunden fließt der Nutzen aus der Leistung zu, und er nutzt gleichzeitig die Leistung, während sie erbracht wird. Betriebliche Aufwendungen werden mit Inanspruchnahme der Leistung bzw. zum Zeitpunkt ihrer wirtschaftlichen Verursachung ergebniswirksam. Zinserträge und -aufwendungen werden periodengerecht erfasst. Neben dem länderspezifischen ERP-Geschäft in der Immobilienwirtschaft sowie der Energiewirtschaft bietet Aareon digitale Lösungen an - zum Teil länderübergreifend - im Bereich CRM (Customer Relationship Management), WRM (Workforce Relationship Management), SRM (Supplier Relationship Management) und BRM (Building Relationship Management). Darüber hinaus hat Aareon weitere Produkte und Services in ihrem Angebotsportfolio, wie Versicherungsmanagement mit BauSecura und Aareon Cloud Services. 4 Erläuterungen zur Gesamtergebnisrechnung der Aareon Gruppe4.1 Umsatzerlöse
Die Umsatzerlöse des Geschäftssegments D ACH sind um 4.710 T€ und des Geschäftssegments Internationales Geschäft um 1.468 T€ gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Der Anteil des Internationalen Geschäfts am Konzernumsatz beträgt 36,5 % (im Vorjahr 36,8 %). Die Lizenzerlöse bewegten sich trotz eines Anstiegs des SaaS-Geschäftsmodells (Teil der wiederkehrenden Erlöse) auf Vorjahresniveau. Die Beratungserlöse waren aufgrund der Covid-19-Pandemie rückläufig. Dies führte auch zu einem Rückgang bei den Umsätzen mit ERP-Produkten. Bei den digitalen Lösungen und Services konnte dies durch das Voranschreiten der Durchdringung der Kundenbasis mit weiteren digitalen Lösungen sowie durch die Akquisition von CalCon mehr als ausgeglichen werden. Sämtliche Umsatzerlöse stammen aus Verträgen mit Kunden und spiegeln den Teil des Gesamttransaktionspreises wider, für den die Leistung bereits erfüllt ist. In der Berichtsperiode wurden Erlöse von 1.435 T€ erfasst, die Leistungsverpflichtungen früherer Perioden betreffen. 4.2 Sonstige Erträge
Die Entwicklung der Erträge aus der Anpassung der Kaufpreisverbindlichkeiten wird in Kapitel 5.16 erläutert. Aufgrund der Covid-19-Pandemie wurden Messe- und Kongressveranstaltungen abgesagt, sodass es in diesem Jahr nur geringe Erlöse gab. 4.3 Materialaufwand
Der Materialaufwand im Jahr 2020 liegt um 1.450 T€ über dem Vorjahr. 4.4 Personalaufwand/Mitarbeiter
Der Personalaufwand ist gegenüber dem Vorjahr um 14.083 T€ gestiegen. Dies beruht im Wesentlichen auf dem Zugang von CalCon sowie weiteren Personaleinstellungen. Die Zahl der Beschäftigten von Aareon - ohne Aushilfen, Auszubildende und Praktikanten - stellt sich zum 31. Dezember 2020 wie folgt dar:
4.5 Sonstige Aufwendungen
Die sonstigen Aufwendungen liegen auf dem Niveau des Vorjahres. Aufgrund der Covid-19-Pandemie sind insbesondere die Reise- und Werbekosten stark gesunken. Deutlich angestiegen sind die Beratungskosten durch die M&A-Aktivitäten von Aareon sowie das Anlaufen des Wertschöpfungsprogramms (Value Creation Program). Sämtliche Wertberichtigungen stammen aus Verträgen mit Kunden. 4.6 Finanzergebnis
In den Finanzaufwendungen sind Aufzinsungen von Leasingverbindlichkeiten in Höhe von 1.212 T€ enthalten. Die Finanzerträge enthalten Negativzinsen aus den Guthaben auf den Bankkonten der Aareal Bank. 4.7 Steuern vom Einkommen und Ertrag
Die folgende Tabelle zeigt die Überleitungsrechnung zwischen den aus dem Jahresüberschuss vor Steuern abgeleiteten Ertragsteuern und dem tatsächlichen Ertragsteuerausweis. Zur Ermittlung des erwarteten Steueraufwands wird der im Geschäftsjahr 2020 gültige Konzernsteuersatz von 31,7 % (Vorjahr: 31,7 %) mit dem Ergebnis vor Steuern multipliziert.
5 Erläuterungen zur Bilanz der Aareon Gruppe5.1 Immaterielle Vermögenswerte Der Goodwill resultiert im Wesentlichen aus dem Erwerb von Unternehmen der Softwarebranche. Er wird den Cash Generating Units zugeordnet, die aus den Synergien des Erwerbs Nutzen ziehen und auf denen der Goodwill durch das Management für interne Steuerungszwecke überwacht wird. Diese Cash Generating Units werden in den Geschäftssegmenten zusammengefasst. Die fortgeführten Buchwerte des Goodwills teilen sich wie folgt auf die Geschäftssegmente auf:
Der Posten "Selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte" betrifft die Aktivierung von internen und externen Kosten für die Entwicklung, die in Übereinstimmung mit IAS 38 aktiviert wurden. Die Bewertung der aktivierten Entwicklungsleistungen erfolgte innerhalb der einzelnen Länder mit einem einheitlichen Tagessatz. Die aktivierten Buchwerte ergeben sich wie folgt:
Der Anstieg der Buchwerte erklärt sich im Wesentlichen durch die Entwicklung der neuen Produktgeneration Wodis Yuneo im Geschäftssegment DACH. Selbst erstellte Software von 28.751 T€ ist bereits fertiggestellt, wohingegen selbst erstellte Software von 9.348 T€ sich noch in Entwicklung befindet. Insgesamt wurden im Berichtsjahr 41.913 T€ Entwicklungskosten für Forschung und Entwicklung für Updates, Wartung und Pflege bestehender Funktionen sowie für die Schaffung neuer Funktionen und neuer Produkte aufgewendet. Die aktivierten Eigenleistungen des Berichtsjahres betragen 8.177 T€. Hinzu kamen Aktivierungen von fremdbezogenen Leistungen von 4.672 T€. 5.2 Sachanlagen, Nutzungsrechte und Leasingverbindlichkeiten Aareon mietet insbesondere Immobilien sowie Betriebs- und Geschäftsausstattung, bei denen zum Teil längerfristige Mietverträge mit hinreichend sicheren Verlängerungsoptionen von bis zu 10 Jahren bestehen. Bei den Leasingverhältnissen wurden keine wesentlichen Restwertgarantien abgegeben.
Der Zinsaufwand aus Leasingverbindlichkeiten beläuft sich auf 1.212 T€. Die gesamten Zahlungsmittelabflüsse der aktuellen Periode aus Leasingnehmerverhältnissen betragen zum Bilanzstichtag 9.866 T€.
Bei Mietverhältnissen, die sowohl kurzfristig, geringwertig und/oder variabel sind, erfolgt die Priorisierung der Zuordnung in absteigender Reihenfolge. Die folgende Übersicht zeigt die Fristigkeiten der Leasingverbindlichkeiten.
Aareon tritt als Leasinggeber bei der Vermietung von Immobilien auf. Es besteht ein wesentlicher Mietvertrag, der als Finance Leasing zu klassifizieren ist. Die Finanzerträge auf die Nettoinvestition aus der Vermietung betrugen im Berichtsjahr 30 T€. Nicht in die Bewertung aus Finance Leasing als Leasinggeber einbezogen wurden variable Mieten von Betriebs- und Geschäftsausstattung in Höhe von 189 T€. Die Mindestleasingzahlungen betragen für jedes der nächsten vier Jahre 471 T€ und für die Summe des verbleibenden Jahres 235 T€. 5.3 Finanzanlagen Die Finanzanlagen beinhalten sonstige Ausleihungen sowie Beteiligungen, die at-equity oder zum Fair Value bewertet werden. Ein Teil der Beteiligungen wird gemäß IFRS 9 als Eigenkapitalinstrument erfolgsneutral bewertet.
Die Termingeldanlage dient der Bürgschaftserklärung zur Absicherung von bestehenden und zukünftigen Verpflichtungen im Rahmen der Mitgliedschaft in zwei Zusatzversorgungskassen. 5.4 Angaben zu assoziierten Unternehmen Die nachstehende Tabelle enthält Finanzinformationen zu dem assoziierten Unternehmen OFI Group GmbH sowie den in 2020 gegründeten assoziierten Unternehmen Refurbio GmbH und Ecaria GmbH:
5.5 Angaben zum Anteilsbesitz
5.6 Latente Steuern
* Vorjahr angepasst Der Rückgang der aktiven latenten Steuern beruht auf der Saldierung innerhalb des deutschen Organkreises der Aareon AG. Die nicht genutzten steuerlichen Verlustvorträge, für die keine aktiven latenten Steuern berücksichtigt wurden, betragen im Inland 4.377 T€. 5.7 Vertragsvermögenswerte und Kundenforderungen
Der noch nicht erfüllte Teil der Leistungsverpflichtungen aus Projekten in Höhe von 7.130 T€ wird voraussichtlich mit 7.083 T€ in 2021 sowie mit 47 T€ in 2022 ff. realisiert. Auf die Angabe des nicht erfüllten Teils der Leistungsverpflichtung aus Wartungs- und SaaS-Verträgen wird verzichtet, da die Gegenleistung des Kunden der erbrachten Leistung von Aareon entspricht. Für die ausgewiesenen Forderungen bestehen keine Eigentums- und Verfügungsbeschränkungen. Ausfallrisiken wird durch Wertberichtigungen Rechnung getragen. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen beinhalten Wertberichtigungen, die sich wie folgt entwickelt haben:
Überfällige, aber nicht wertberichtigte Forderungen betreffen im Inland ausschließlich Forderungen mit einer Überfälligkeit bis zu 90 Tagen. 5.8 Sonstige Vermögenswerte
Die sonstigen kurzfristigen nicht finanziellen Vermögenswerte beinhalten im Wesentlichen die abgegrenzten Vorauszahlungen von 5.481 T€ für die Folgeperioden. 5.9 Liquide Mittel In dem Bilanzposten sind wie im Vorjahr Kassenbestände sowie Guthaben bei Kreditinstituten enthalten.
Zum 31. Dezember 2020 bestehen keine Darlehensverbindlichkeiten. 5.10 Gezeichnetes Kapital Das gezeichnete Kapital der Aareon AG ist voll eingezahlt und setzt sich per 31. Dezember 2020 wie folgt zusammen:
Auf jede Aktie entfällt ein rechnerischer Nennwert von 1 €. 5.11 Kapitalrücklage Die Kapitalrücklage ist gegenüber dem Vorjahr unverändert. 5.12 Erwirtschaftetes Konzernergebnis Das erwirtschaftete Konzernergebnis beinhaltet andere Gewinnrücklagen im Sinne handelsrechtlicher Ausweisvorschriften. Sie enthalten Einstellungen aus den Ergebnissen des Geschäftsjahres oder früherer Jahre und Differenzen aus der erfolgsneutralen Währungsumrechnung von Abschlüssen ausländischer Tochterunternehmen. Bei der Aareon AG bestehen keine satzungsmäßigen Bestimmungen zur Bildung von Rücklagen. 5.13 Anteile nicht beherrschender Gesellschafter Die Anteile anderer Gesellschafter werden im Konzernabschluss als gesonderter Posten innerhalb des Konzerneigenkapitals ausgewiesen. Sie entfallen auf die anderen Gesellschafter der BauSecura Versicherungsmakler GmbH, Hamburg, der FIRE B.V., Utrecht, Niederlande, und der CalCROM S.R.L., Iasi, Rumänien. 5.14 Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen Entwicklung der Nettopensionsverpflichtung:
Das Planvermögen besteht ausschließlich aus Rückdeckungsversicherungen. Der Ermittlung der Verpflichtungen wurden folgende Annahmen zugrunde gelegt:
Die Berechnungen der Pensionsverpflichtungen wurden im Berichtsjahr unter Verwendung der © Richttafeln 2018 G von Klaus Heubeck durchgeführt. Die Veränderung der Annahmen führt zu folgenden Auswirkungen:
Die Sensitivitätsanalyse basiert auf der Änderung einer Annahme, während alle anderen Annahmen konstant gehalten werden. Es ist unwahrscheinlich, dass sich dieses in der Realität ereignet und Veränderungen in einigen Annahmen korrelieren könnten. Bei der Berechnung der Sensitivität der leistungsorientierten Verpflichtung zu versicherungsmathematischen Annahmen wurde dieselbe Methode verwendet, mit der Pensionsrückstellungen in der Bilanz ermittelt werden (siehe Kapitel 3.7). Die Methoden und Arten von Annahmen zur Vorbereitung der Sensitivitätsanalyse haben sich im Vergleich zur Vorperiode nicht geändert. Eine Sensitivitätsanalyse unter Veränderung der Fluktuations- und erwarteten Inflationsrate wurde nicht durchgeführt, da es sich bei diesen um nicht erhebliche versicherungsmathematische Annahmen handelt. Die Leistungsverpflichtung untergliedert sich in folgende Kategorien nach Planteilnehmern:
Die Auswirkungen auf den Cashflow in den folgenden Jahren stellen sich wie folgt dar:
Die Service- bzw. Interest Costs werden im Personalaufwand ausgewiesen. Der als Aufwand für beitragsorientierte Versorgungspläne erfasste Betrag beläuft sich auf 9.487 T€. Dieser beinhaltet hauptsächlich die Arbeitgeberanteile zur gesetzlichen Rentenversicherung. Aus Wesentlichkeitsgründen wird auf eine Aufteilung der Pensionsrückstellung nach Fristigkeiten verzichtet. Aareon besitzt Altersversorgungspläne in Deutschland sowie in Frankreich. Die Altersversorgungspläne bei der Aareon AG und der Aareon Deutschland GmbH sind geschlossen, sodass keine weiteren Mitarbeiter mehr aufgenommen werden. Sie stellen allesamt leistungsorientierte Pläne im Sinne von IAS 19 dar. Dies bedeutet, dass dem Begünstigten in Abhängigkeit von bestimmten Bedingungen die Höhe des jeweiligen Versorgungsanspruchs seitens der Aareon AG garantiert wird. Die Höhe des Versorgungsanspruchs hängt je nach Versorgungstyp von verschiedenen Faktoren ab, wie pensionsfähiges Gehalt, Dauer der Betriebszugehörigkeit, Höhe der gesetzlichen Rente sowie Leistungen aus einer Direktversicherung. 5.15 Sonstige Rückstellungen
Entwicklung im Jahr 2020 (Vorjahreswerte in Klammern) In der Aareon AG bestehen aktienbasierte Vergütungspläne mit Barausgleich im Sinne von IFRS 2 für Mitglieder des Vorstands. Die Bilanzierung der Verpflichtungen, die aus den Vergütungsplänen resultieren, erfolgt über den Personalaufwand und entsprechende Rückstellungen. Der Anspruch auf die virtuellen Aktien der Aareal Bank wird in bar ausgezahlt. Die Auszahlung verteilt sich über drei bzw. fünf Kalenderjahre ab dem Zuteilungszeitpunkt. Die Rückstellung für die aktienbasierte Vergütung wird ab dem Zusagezeitpunkt in voller Höhe angesetzt. Die Höhe der Rückstellung entspricht dem beizulegenden Zeitwert der jeweiligen Verpflichtung am Bilanzstichtag. Bei Kursänderungen werden die Rückstellungen angepasst. Die Rückstellungen für die aktienbasierte Vergütung (SAR) beträgt 551 T€. Zum Ende des Berichtsjahres sind 14.970 Stück bei einem Durchschnittspreis von 28,36 € (Vorjahr: 12.494 Stück, 33,14 €) ausstehend. Von den ausstehenden Aktien sind 9.207 (Vorjahr: 8.282 Stück) ausübbar bzw. 8.503 Aktien (Vorjahr: 5.674 Aktien) gewährt. Die Ausübungspreise der ausstehenden Aktien bewegen sich zwischen 25,42 € und 39,10 €. Die übrigen Rückstellungen werden ebenfalls nach IAS 37 für alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen in Höhe ihres wahrscheinlichen Eintritts berücksichtigt. Die Aufzinsung der langfristigen Rückstellungen im Berichtsjahr betrug 42 T€. Sonstige Rückstellungen nach Fristigkeiten:
5.16 Kaufpreisverbindlichkeiten
Die Kaufpreisverbindlichkeiten haben sich wie folgt entwickelt:
5.17 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sind vollständig kurzfristig. Sicherheiten für Verbindlichkeiten werden mit Ausnahme der branchenüblichen Eigentumsvorbehalte und vergleichbarer Rechte nicht gestellt. 5.18 Vertragsverbindlichkeiten Die Vertragsverbindlichkeiten bestehen aus abgegrenzten Erlösen sowie aus Projekten, bei denen die erhaltenen Anzahlungen den Vertragsvermögenswert übersteigen. Zum 1. Januar 2020 betrugen die Vertragsverbindlichkeiten 14.721 T€. Von diesen Verbindlichkeiten wurden 13.872 T€ in der laufenden Berichtsperiode erfolgswirksam erfasst. 5.19 Sonstige Verbindlichkeiten
Die übrigen sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten beinhalten im Wesentlichen Verbindlichkeiten aus Lohn und Gehalt. Die sonstigen Steuerverbindlichkeiten beinhalten im Wesentlichen Umsatz- und Lohnsteuerverbindlichkeiten. 6 Sonstige Erläuterungen6.1 Sonstige finanzielle Verpflichtungen Gliederung der Nominalwerte der sonstigen finanziellen Verpflichtungen nach Fälligkeiten:
6.2 Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen Neben den in den Konzernabschluss einbezogenen Tochterunternehmen steht die Aareon AG unmittelbar oder mittelbar in Ausübung der normalen Geschäftstätigkeit mit Tochtergesellschaften des Aareal Bank Konzerns in Beziehung, die in den Konzernabschluss der Aareal Bank einbezogen werden. Ein Großteil der Geschäftsbeziehungen wird mit der Aareal Bank vorgenommen. Dies betrifft im Wesentlichen für erbrachte Leistungen
Der Umfang der Geschäftsbeziehungen mit der Aareal Bank sowie mit Tochtergesellschaften der Aareal Bank (außerhalb der Aareon Gruppe) beinhaltet im Berichtsjahr Umsatz und sonstige Erträge in Höhe von 19.362 T€ sowie Materialaufwand bzw. sonstige Aufwendungen in Höhe von 463 T€. Die Kompensation der Aufwendungen aus dem Verkaufsprozess der Aareal Bank von 625 T€ wurde mit den zugehörigen Aufwendungen saldiert. Gegenüber der Aareal Bank und ihren Tochtergesellschaften (außerhalb der Aareon Gruppe) bestehen offene Forderungen zum Abschlussstichtag in Höhe von 1.084 T€ sowie Verbindlichkeiten in Höhe von 182 T€. Zum Auf- und Ausbau der Geschäftsmodelle der Equity-Gesellschaften wurden Darlehen in Höhe von 3.809 T€ an diese vergeben. Nahestehende Unternehmen, die von der Aareon AG beherrscht werden oder auf die von der Aareon AG ein maßgeblicher Einfluss ausgeübt werden kann, sind in den Konzernabschluss einbezogen und in der Anteilsbesitzliste mit Angaben zum Beteiligungsanteil in Kapitel 5.5 verzeichnet. Alle Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen bzw. Personen sind auf Grundlage internationaler Preisvergleichsmethoden gemäß IAS 24 zu Bedingungen ausgeführt worden, wie sie auch mit konzernfremden Dritten üblich sind. Unter Mitgliedern des Managements in Schlüsselpositionen werden in der Aareon Gruppe die Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats verstanden. Die Gesamtbezüge der Mitglieder des Vorstands belaufen sich auf 2.697 T€, worin Beiträge an beitragsorientierte Versorgungspläne in Höhe von 89 T€ enthalten sind. Der Gesamtaufwand für die aktienbasierte Vergütung beträgt 94 T€. Sämtliche Bezüge sind kurzfristig - bis auf die aktienbasierte Vergütung in Höhe von 90 T€. 6.3 Honorare des Konzernabschlussprüfers In der Berichtsperiode wurden 543 T€ für Leistungen im Rahmen der Abschlussprüfungen, 2 T€ im Rahmen von Steuerberatungsleistungen sowie 59 T€ für sonstige Leistungen erfasst. 6.4 Befreiung inländischer Konzerngesellschaften gemäß § 264 Abs. 3 HGB Die in den Konzernabschluss der Aareon AG einbezogenen Gesellschaften Aareon Deutschland GmbH, Mainz, phi-Consulting GmbH, Bochum, sowie Aareon RELion GmbH, Augsburg, sind mit Zustimmung der Gesellschafterversammlungen gemäß § 264 Abs. 3 HGB von der Pflicht zur Offenlegung eines den Vorschriften für Kapitalgesellschaften entsprechenden Jahresabschlusses sowie der Aufstellung eines Lageberichts befreit. 6.5 Ereignisse nach dem Bilanzstichtag Am 23. Dezember 2020 hat die Aareon AG einen Vertrag zum Erwerb von 100 % der Anteile an der Arthur unterzeichnet. Der Erwerb fand mit Wirkung zum 29. Januar 2021 statt (siehe Kapitel 2.4). 7 Organe der Gesellschaft7.1 Aufsichtsrat
Die Vergütung für die Mitglieder des Aufsichtsrats beläuft sich für das Geschäftsjahr auf 10 T€. 7.2 Vorstand
Mainz, den 05. März 2021 Aareon AG Der Vorstand Dr. Manfred Alflen Dr. Imad Abdallah Sabine Fischer Dr. André Rasquin Christian M. Schmahl Entwicklung des Konzernanlagevermögens 2020
BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERSAn die Aareon AG, Mainz Prüfungsurteile Wir haben den Konzernabschluss der Aareon AG, Mainz, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2020, der Konzerngesamtergebnisrechnung, der Konzerneigenkapitalveränderungsrechnung und der Konzernkapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2020 sowie dem Konzernanhang, einschließlich einer Zusammenfassung bedeutsamer Rechnungslegungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der Aareon AG für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2020 geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat. Grundlage für die Prüfungsurteile Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen. Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist. Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, es sei denn, es besteht die Absicht den Konzern zu liquidieren oder der Einstellung des Geschäftsbetriebs oder es besteht keine realistische Alternative dazu. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können. Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns zur Aufstellung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.
Frankfurt am Main, den 8. März 2021 PricewaterhouseCoopers
GmbH
Christian F. Rabeling, Wirtschaftsprüfer ppa. Thomas Körner, Wirtschaftsprüfer Bericht des Aufsichtsrats für das Geschäftsjahr 2020der Aareon AG, MainzDer Aufsichtsrat hat während des Berichtszeitraums die Geschäftsführung der Gesellschaft und des Konzerns laufend überwacht. Er hat sich vom Vorstand durch schriftliche und mündliche Berichte, insbesondere durch die schriftliche Quartalsberichterstattung, über die Entwicklung der Geschäfte, die Lage des Unternehmens, die beabsichtigte Geschäftspolitik und Unternehmensplanung, über bedeutsame Geschäftsvorfälle und das interne Kontrollsystem unterrichten lassen und die nach Gesetz oder Satzung zustimmungsbedürftigen Vorgänge behandelt. Es fanden insgesamt vier Sitzungen des Aufsichtsrats statt, hiervon zwei im ersten und zwei im zweiten Halbjahr 2020, die durch zwei Beschlussfassungen im Umlaufverfahren ergänzt wurden. In allen Sitzungen des Aufsichtsrats berichtete der Vorstand detailliert über Geschäftspolitik, wirtschaftliche Entwicklung, strategische Ausrichtung und Vertriebstätigkeiten der Gesellschaft und des Konzerns sowie über die Auswirkungen und Maßnahmen in Verbindung mit der Covid-19-Pandemie. Die Tätigkeit und Prüfungsfeststellungen der Innenrevision der Konzerngesellschaften wurden dem Aufsichtsrat erläutert. Regelmäßig wurden dem Aufsichtsrat das Risikoreporting und das interne Kontrollsystem vorgestellt. Der Aufsichtsrat wurde vom Vorstand über die Produkte der Konzerngesellschaften sowie deren Implementierung und Einführung bei Kunden unter Hervorhebung größerer Kunden- und Akquisitionsprojekte unterrichtet. Besondere Schwerpunkte bildeten dabei die Wachstumsstrategie, die strategische Planung, mögliche Akquisitionen sowie das ERP-Produkt Wodis Sigma mit der neuen Produktgeneration Wodis Yuneo, die Stärkung des Geschäfts mit den übrigen ERP-Lösungen, der weitere Ausbau der Aareon Smart World und die Geschäftsentwicklung der digitalen Lösungen, das Consulting-Angebot sowie das Internationale Geschäft, insbesondere die Geschäftsentwicklung in Großbritannien und den skandinavischen Ländern. Der Vorstand hat mit dem Aufsichtsrat die internationale Strategie der Gesellschaft erörtert. Das Marktumfeld, die Wettbewerbssituation, die Produkte, die erwarteten Entwicklungen und Wachstumspotenziale der Konzerngesellschaften wurden diskutiert. Dem Aufsichtsrat wurden der Status des Strategieprogramms "Aareon Flight Plan" sowie das im vierten Quartal entwickelte Wertschöpfungsprogram (Value Creation Program) umfassend erläutert. Informiert wurde hierbei unter anderem über die Wachstumsstrategie im Bereich der digitalen Lösungen und die Entwicklung von Ampolon Ventures (AV Management GmbH).. Der Vorstand stellte dem Aufsichtsrat die markt- und kundennahe Organisationsstruktur in Matrixform ausführlich vor und erläuterte regelmäßig den Status des hierfür aufgesetzten Projekts "New Governance". Der Vorstand unterrichtete den Aufsichtsrat kontinuierlich über aktuelle M&A-Projekte. Der Aufsichtsrat wurde vom Vorstand über die Maßnahmen der Gesellschaft zur Veräußerung einer Minderheitsbeteiligung an einen Finanzinvestor informiert. Er hat der Übertragung von 7.500.000 Namensaktien zu je 1 EUR an die AI Houses (Luxembourg) S.à r.l., ein Unternehmen von Advent International Corporation, Boston, USA, per Umlaufbeschluss zugestimmt. Im Zuge hiervon erfolgte eine Anpassung der Satzung der Gesellschaft- Im Aufsichtsrat wurde die Geschäftsplanung erörtert und genehmigt. Der Vorstand hat dem Aufsichtsrat laufend Bericht über die wirtschaftliche Entwicklung im Verhältnis zur Geschäftsplanung erstattet. Der Aufsichtsrat hat einen Personalausschuss sowie einen Bilanz- und Prüfungsausschuss gebildet. Im Geschäftsjahr 2020 hat der Personalausschuss drei und der Bilanz- und Prüfungsausschuss zwei Sitzungen durchgeführt. Die PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Frankfurt am Main, die vom Aufsichtsrat den Prüfungsauftrag erhielt, hat den nach HGB erstellten Jahresabschluss und den Lagebericht der Aareon AG sowie den nach IFRS erstellten Konzernabschluss und den Konzernlagebericht zum 31. Dezember 2020 geprüft. Auf Basis der Ergebnisse der Prüfung hat die PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft den Jahres- und den Konzernabschluss mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen. Das Geschäftsjahr wurde ausweislich des nach HGB erstellten Jahresabschlusses mit einem Bilanzgewinn von 11.247.174,06 € abgeschlossen. Hiervon werden 0 € an den Gesellschafter ausgeschüttet und 11.247.174,06 € werden auf neue Rechnung vorgetragen. Eine Einstellung in die Gewinnrücklagen erfolgt nicht. Der Aufsichtsrat behandelte den jeweils vom Abschlussprüfer mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehenen Jahresabschluss der Gesellschaft, den Lagebericht der Gesellschaft, den Konzernabschluss nach IFRS und den Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2020 sowie den Gewinnverwendungsvorschlag des Vorstands am 16. März 2021. Zur Vorbereitung standen den Aufsichtsratsmitgliedern umfangreiche Unterlagen rechtzeitig zur Verfügung. Der Aufsichtsrat hat diese Unterlagen eingehend behandelt. Die Vertreter der Prüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft standen für ergänzende Fragen und Auskünfte zur Verfügung. Nach den abschließenden Ergebnissen der Prüfungen durch den Aufsichtsrat schloss sich dieser den Ergebnissen der Prüfungen durch den Abschlussprüfer an. Er stellte fest, dass Einwendungen nicht zu erheben waren, und billigte die vom Vorstand aufgestellten Abschlüsse und die Lageberichte für die Aareon AG und den Konzern. Damit war der Jahresabschluss 2020 der Aareon AG festgestellt und der Konzernabschluss gebilligt. Der Aufsichtsrat hat den Gewinnverwendungsvorschlag des Vorstands geprüft. Auf dieser Basis schließt sich der Aufsichtsrat dem Vorschlag des Vorstands an. Zudem hat der Aufsichtsrat den Bericht des Vorstands über die Beziehung zu verbundenen Unternehmen gemäß § 312 AktG geprüft. Beanstandungen haben sich nicht ergeben. Der Abschlussprüfer hat zu diesem Bericht folgenden uneingeschränkten Bestätigungsvermerk erteilt: "Nach unserer pflichtmäßigen Prüfung und Beurteilung bestätigen wir, dass
Der Aufsichtsrat hat nach dem abschließenden Ergebnis seiner Prüfung gegen die Erklärung des Vorstands über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen keine Einwendungen zu erheben. Mit Durchführung der ordentlichen Hauptversammlung am 16. März 2020 der Aareon AG beendete Herr Lutz Freitag seine langjährige Tätigkeit im Aufsichtsrat. Der Aufsichtsrat dankt ihm für seine wertvolle Mitarbeit und wünscht ihm alles Gute. Herr Jeffrey Paduch wurde von der AI Houses (Luxembourg) S.à r.l., dem neuen Aktionär der Gesellschaft, am 3. November 2020 als neues Mitglied des Aufsichtsrats entsandt. Der Aufsichtsrat wünscht ihm viel Erfolg bei seiner neuen Tätigkeit und sieht einer guten Zusammenarbeit entgegen. Der Aufsichtsrat dankt den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihr geleistetes Engagement.
Mainz, im März 2021 Der Aufsichtsrat Thomas Ortmanns, Vorsitzender AUSZUGNiederschriftüber die ordentliche Hauptversammlungder Aareon AGam 16.03.2021in den Geschäftsräumen derAareal Bank AG, Wiesbaden, Paulinenstraße 15TOP 2 Beschlussfassung über die Verwendung des Bilanzgewinns aus dem Geschäftsjahr 2020Der Vorstand, Herr Dr. Alflen, begründete den Vorschlag der Verwaltung. Der Vorsitzende stellte ihn zur Abstimmung. Vorstand und Aufsichtsrat schlagen vor, aus dem Bilanzgewinn in Höhe von 11.247.174,06 €
Nach Aufruf zur Abstimmung wurde hierüber durch mündliche Stimmabgabe wie folgt abgestimmt:
Der Vorsitzende stellte das Ergebnis der Abstimmung fest und verkündete, dass der Vorschlag zur Verwendung des Bilanzgewinns angenommen ist. Die Aktionärsvertreter erklärten, keiner der heutigen Beschlussfassungen zu widersprechen und erklärten weiter, dass die Alleinaktionärin auf ihr Recht zur Anfechtung eines oder mehrerer Beschlüsse verzichtet. Damit war die Tagesordnung erledigt. Der Vorsitzende schloss die Hauptversammlung um 16.25 Uhr.
Thomas Ortmanns, Vorsitzender Der Konzernabschluss zum 31. Dezember 2020 wurde am 16. März 2021 gebilligt. |
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