Tengelmann Warenhandelsgesellschaft KG
MünchenStammdaten
Grundlegende Informationen zum Unternehmen
Finanzübersicht
Kennzahlen extrahiert aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Historie
Öffentliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister
Management
Gesetzliche Vertreter dieser Organisation
Managementdaten für KG sind nur für registrierte Nutzer zugänglich.
Gesellschafter
Eigentümer- und Gesellschafterstruktur des Unternehmens
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Beteiligungen
Unternehmen, an denen diese Organisation direkt beteiligt ist
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Bilanzkonten
Bilanzkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Konzern- und Jahresabschlüsse
Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
Tengelmann Warenhandelsgesellschaft KGMünchenKonzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023Konzernbilanz zum 31. Dezember 2023Aktiva
Passiva
Konzernanhang für das Geschäftsjahr 2023Allgemeine Grundsätze Die Tengelmann Warenhandelsgesellschaft KG, München (TW), eingetragen beim Amtsgericht München, HRA 115189, ist als Personenhandelsgesellschaft nach den Vorschriften des PublG verpflichtet, einen Konzernabschluss sowie einen Konzernlagebericht aufzustellen und offenzulegen. Auf die Inanspruchnahme der Erleichterung gemäß § 13 Abs. 3 Satz 1 und 2 PublG bei der Aufstellung wird verzichtet. Der Konzernabschluss der TW ist nach den für Kapitalgesellschaften geltenden Vorschriften des HGB aufgestellt. Die Gliederung der Bilanz erfolgte grundsätzlich gemäß § 266 Abs. 2 und 3 HGB. Für die Gliederung der Gewinn- und Verlustrechnung wurde das Gesamtkostenverfahren gemäß § 275 Abs. 2 HGB angewandt. Zur Erhöhung der Klarheit der Darstellung werden in der Konzernbilanz und Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung Posten zusammengefasst und im Konzernanhang gemäß § 265 Abs. 7 Nr. 2 HGB gesondert ausgewiesen. Die Abschlüsse der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen werden grundsätzlich nach den Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden der TW erstellt. Soweit abweichende Wertansätze aus dem Jahresabschluss einer Tochtergesellschaft übernommen wurden, sind diese für die Vermittlung eines den tatsächlichen Verhältnissen entsprechenden Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns von untergeordneter Bedeutung. Der Konzernabschluss wird auf den Stichtag des Jahresabschlusses des Mutterunternehmens aufgestellt. Konsolidierungskreis In den Konzernabschluss wurden neben TW alle wesentlichen Tochterunternehmen einbezogen, auf die TW unmittelbar oder mittelbar einen beherrschenden Einfluss ausüben kann. Der Kreis vollkonsolidierter Unternehmen umfasst 101 (i. Vj. 96) inländische und 79 (i. Vj. 79) ausländische Gesellschaften. Im Berichtsjahr wurden elf (i. Vj. neun) Tochterunternehmen erstmalig in den Konzernabschluss einbezogen und sechs (i. Vj. 16) Unternehmen, sind ausgeschieden. Von den sechs ausgeschiedenen Gesellschaften wurden fünf Gesellschaften des Teilkonzerns Trei aufgrund von Verkäufen entkonsolidiert. Aufgrund ihrer insgesamt untergeordneten Bedeutung für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns wurde analog Vorjahr bei zwei (i. Vj. zwei) inländischen und zwei (i. Vj. zwei) ausländischen Gesellschaften gemäß § 296 Abs. 2 HGB auf eine Einbeziehung verzichtet. Weitere sieben (i. Vj. acht) Unternehmen im Ausland werden gemäß § 296 Abs. 1 Nr. 1 HGB nicht einbezogen und wie ein assoziiertes Unternehmen nach der Equity-Methode einbezogen. Die Bilanzsumme dieser Unternehmen beträgt zusammen TEUR 45.482 (i. Vj. TEUR 33.111). Die Erhöhung der Bilanzsumme dieser Unternehmen im Vergleich zum Vorjahr ist durch Kapitaleinzahlungen in drei Gesellschaften begründet. Die Einbeziehung dieser Gesellschaften in den Kreis der vollkonsolidierten Gesellschaften erfolgt in dem Geschäftsjahr, in welchem nachhaltiges Wachstum der Umsatzerlöse erzielt wird, die Aufstellung des Jahresabschlusses nicht unangemessen verzögert oder unverhältnismäßig ist und wesentlicher Einfluss auf die Vermögens- und Ertragslage des Konzerns genommen wird. Im laufenden Geschäftsjahr werden 24 (i. Vj. 25) inländische und neun (i. Vj. neun) ausländische assoziierte Unternehmen, an denen die Unternehmensgruppe Tengelmann im Regelfall zwischen 20 % und 50 % der Anteile hält und bei denen sie einen maßgeblichen Einfluss auf die Geschäfts- und Finanzpolitik ausübt, nach der Equity-Methode in den Konzernabschluss einbezogen. Eine Übersicht aller Beteiligungsgesellschaften der Unternehmensgruppe Tengelmann, inklusive der Angaben des § 313 Abs. 2 HGB, ist als Anlage 2 diesem Anhang beigefügt. Des Weiteren hält der Konzern dauerhaft die folgenden Beteiligungen mit einem Anteilsbesitz größer 20 %:
Durch den Verkauf der Landesgesellschaften im Teilkonzern Trei ergab sich eine Änderung im Konsolidierungskreis. Dabei sind die Trei Real Estate Portugal, Lda., Sétubal, Portugal, Trei Real Estate Slovakia s.r.o., Bratislava, Slowakei sowie Trei Real Estate Czech Republic s.r.o., Prag, Tschechische Republik abgegangen. Konsolidierungsgrundsätze Die Kapitalkonsolidierung erfolgt gemäß § 301 Abs. 1 und 2 HGB nach der Neubewertungsmethode zu dem Zeitpunkt, an dem das Unternehmen erstmals Tochterunternehmen geworden ist. Der Wertansatz der dem Mutterunternehmen mittel- und unmittelbar gehörenden Anteile wird hierbei mit dem auf diese Anteile entfallenden Betrag des Eigenkapitals des Tochterunternehmens, wie es sich aus der zum maßgeblichen Zeitpunkt aufgestellten Neubewertungsbilanz ergibt, verrechnet. Die bei der Erstkonsolidierung entstandenen aktiven Unterschiedsbeträge werden als Geschäfts- oder Firmenwert ausgewiesen und planmäßig abgeschrieben. Einzelbeträge bis TEUR 25 werden sofort abgeschrieben. Ein sich ergebender passiver Unterschiedsbetrag wird in einem gesonderten Posten unterhalb des Eigenkapitals ausgewiesen und entsprechend den Vorschriften des § 309 Abs. 2 HGB fortgeschrieben. In Vorjahren entstandene passive Unterschiedsbeträge bleiben, sofern sie auf Gewinnthesaurierungen zwischen dem Zeitpunkt des Erwerbs und der Erstkonsolidierung zurückzuführen und damit technisch bedingt sind, weiterhin Bestandteil der Gewinnrücklagen. Seit dem Geschäftsjahr 2016 werden statuswahrende Auf- und Abstockungen von Anteilen als erfolgsneutrale Kapitalvorgänge gemäß DRS 23 dargestellt. Dies bedeutet, dass eine Neubewertung der Vermögensgegenstände und Schulden sowie die Aktivierung oder Passivierung eines Unterschiedsbetrags und dessen erfolgswirksame Folgebilanzierung entfällt. Stattdessen wurden die Anschaffungskosten der weiteren Anteile mit dem hierauf entfallenden nicht beherrschenden Anteil am Eigenkapital zum Zeitpunkt des Erwerbs dieser Anteile verrechnet. Ein sich hieraus ergebender Unterschiedsbetrag (aktiv oder passiv) ist erfolgsneutral mit dem Konzerneigenkapital, vorrangig mit den Gewinnrücklagen, zu verrechnen. Die Beteiligungen an assoziierten Unternehmen werden in der Konzernbilanz gemäß § 312 Abs. 1 Satz 1 HGB nach der Buchwertmethode bewertet, wobei ein verbleibender Unterschiedsbetrag zusammen mit der Beteiligung ausgewiesen wird. Die Ermittlung des Unterschiedsbetrages erfolgt zum Zeitpunkt der erstmaligen Einbeziehung des Unternehmens als assoziiertes Unternehmen in den Konzernabschluss. Der Anteil am Jahresergebnis dieser Unternehmen, einschließlich der Abschreibungen des Geschäfts- oder Firmenwerts, wird im Beteiligungsergebnis des Konzerns gezeigt. Auf eine Anpassung an die konzerneinheitlichen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden bei den Jahresabschlüssen der assoziierten Unternehmen wurde verzichtet. Zwischenergebnisse, Aufwendungen und Erträge sowie Forderungen und Verbindlichkeiten zwischen den konsolidierten Unternehmen werden eliminiert. Auf ergebniswirksame Konsolidierungen werden Steuerabgrenzungen vorgenommen. Währungsumrechnung Die Vermögens- und Schuldposten der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen, die ihre Abschlüsse in ausländischer Währung aufstellen, werden, mit Ausnahme des Eigenkapitals, zum Devisenkassamittelkurs gemäß § 308a HGB am Bilanzstichtag in Euro umgerechnet. Die Posten der Gewinn- und Verlustrechnung einschließlich des Jahresergebnisses werden zum Durchschnittskurs des Geschäftsjahres in Euro umgerechnet. Die sich ergebenden Währungsumrechnungsdifferenzen werden erfolgsneutral in einen gesonderten Posten innerhalb des Eigenkapitals eingestellt. Eine Auflösung des Postens erfolgt ergebniswirksam bei teilweisem oder vollständigem Ausscheiden des Tochterunternehmens aus dem Konsolidierungskreis. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögensgegenstände - einschließlich der Geschäfts- oder Firmenwerte - sowie das Sachanlagevermögen werden zu Anschaffungskosten aktiviert und linear über die voraussichtliche Nutzungsdauer abgeschrieben. Soweit der nach den vorstehenden Grundsätzen ermittelte Wert der Anlagegüter über dem Wert liegt, der ihnen am Abschlussstichtag beizulegen ist, wird dem durch außerplanmäßige Abschreibungen Rechnung getragen. Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögensgegenstände - ohne Geschäfts- und Firmenwerte -werden über eine Nutzungsdauer zwischen 3 und 15 Jahren abgeschrieben.
Im Teilkonzern Olympics Baumarkt Holding GmbH, Wermelskirchen (OBH), bestehen für drei Standorte Sale-and-Lease-Back-Verträge, nach denen diese Standorte von den jeweiligen Marktbetreibergesellschaften für eine Dauer von 15 Jahren (ohne Verlängerungsoptionen) geleast werden. Hieraus resultierende Vermögensgegenstände werden weiterhin im Anlagevermögen ausgewiesen. Korrespondierend wird unter den sonstigen Verbindlichkeiten eine Verbindlichkeit gegenüber dem Leasinggeber ausgewiesen. Die Abschreibung der Geschäfts- oder Firmenwerte aus der Kapitalkonsolidierung erfolgt linear über fünf, acht und 15 Jahre. Die voraussichtliche Nutzungsdauer der Geschäfts- oder Firmenwerte aus der Kapitalkonsolidierung im Teilkonzern OBH beträgt aufgrund des durchschnittlichen Innovationszyklus des OBI-Marktauftrittes acht Jahre. Die Geschäfts- oder Firmenwerte aus der Kapitalkonsolidierung der anderen Gesellschaften werden über 15 Jahre entsprechend der durchschnittlichen Laufzeit der Filialmietverträge abgeschrieben. Geschäfts- oder Firmenwerte aus der Kapitalkonsolidierung von im Bereich Online-Shopping tätigen Gesellschaften werden über fünf Jahre entsprechend der zum Zugangszeitpunkt geltenden Fassung des § 253 Abs. 3 Satz 3 und 4 HGB abgeschrieben. Die Geschäfts- und Firmenwerte aus den Einzelabschlüssen werden im Teilkonzern OBH über einen Zeitraum von 15 Jahren linear abgeschrieben. Die Abschreibungsdauer für die Geschäfts- und Firmenwerte ist auf die durchschnittliche Laufzeit der Mietverträge der Marktgesellschaften zurückzuführen. Im Teilkonzern KiK Textilien und Non-Food GmbH (KiK), Bönen, wird ein Geschäfts- oder Firmenwert entsprechend der zum Zugangszeitpunkt geltenden Fassung des § 253 Abs. 3 Satz 3 und 4 HGB über fünf Jahre abgeschrieben. Die Bewertung der Anteile an nicht konsolidierten verbundenen Unternehmen, der übrigen Beteiligungen sowie der Wertpapiere erfolgt zu Anschaffungskosten des Konzerns oder zu niedrigeren beizulegenden Werten. Die Beteiligungen an assoziierten Unternehmen sind zu fortgeschriebenen Anschaffungskosten, erhöht oder vermindert um die anteiligen, noch nicht vereinnahmten Ergebnisse der Gesellschaft und vermindert um (außer-)planmäßige Abschreibungen des aktiven Unterschiedsbetrags, bewertet. Die Geschäfts- oder Firmenwerte aus der Equity-Bewertung im Teilkonzern OBH werden aufgrund des durchschnittlichen Innovationszyklus des OBI-Marktauftrittes über acht Jahre planmäßig linear abgeschrieben. Sämtliche übrigen Geschäfts- oder Firmenwerte aus der Equity-Bewertung werden planmäßig mangels zuverlässiger Schätzung über die typisierte Nutzungsdauer von fünf Jahren entsprechend der zum Zugangszeitpunkt geltenden Fassung des § 253 Abs. 3 Satz 3 und 4 HGB abgeschrieben. Im Geschäftsjahr zugegangene Geschäfts- oder Firmenwerte werden grundsätzlich ebenfalls über fünf Jahre abgeschrieben, da es sich hierbei um Investitionen in Venture Capital-Beteiligungen handelt, welche in einem frühen Stadium getätigt werden und somit Unsicherheiten hinsichtlich deren operativer Entwicklung bestehen. Ausleihungen sind zum Nennwert bzw. dem Betrag angesetzt, der ihnen bei einer Wertminderung beizulegen ist. Ausleihungen mit eigenkapitalähnlichen Charakter an verbundene Unternehmen, die aufgrund ihrer untergeordneten Bedeutung für den Konzern at equity bewertet werden, werden bei der Fortschreibung eines negativen Equitywertes einbezogen. Vorräte werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten bzw. niedrigeren Tages- oder Marktpreisen angesetzt. Lagerhaltungs- und Marktrisiken werden durch Wertabschläge berücksichtigt. Im Teilkonzern KiK werden die Vorräte artikelgenau anhand des gleitenden Durchschnittspreises bewertet. Zur einheitlicheren Darstellung von steuerlichen und handelsrechtlichen Wertansätzen werden im Teilkonzern OBH nur noch einzeln zugeordnete Anschaffungspreisminderungen bei der Bewertung des Vorratsvermögens berücksichtigt. Nachträglich gewährte Anschaffungspreisminderungen werden unmittelbar ertragswirksam erfasst. Zum Verkauf bestimmtes, selbst entwickeltes Immobilienvermögen wird zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten angesetzt, sofern dieses nicht in seinem beizulegenden Zeitwert gemindert ist. Fremdkapitalzinsen werden nicht in die Herstellungskosten einbezogen. Der Ansatz der Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände erfolgt zu Nennwerten. Erkennbaren Einzelrisiken und dem allgemeinen Kreditrisiko wird durch angemessene Wertberichtigungen Rechnung getragen. Die Bewertung von kurzfristigen Fremdwährungsforderungen erfolgt unter Berücksichtigung des Devisenkassamittelkurses am Abschlussstichtag. Die sonstigen Wertpapiere des Umlaufvermögens erfolgen zu Anschaffungskosten oder dem niedrigeren beizulegenden Zeitwerten. Kassenbestände und Guthaben bei Kreditinstituten werden zum Nennwert angesetzt. Als Rechnungsabgrenzungsposten werden auf der Aktivseite Ausgaben vor dem Abschlussstichtag ausgewiesen, sofern sie Aufwand für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen. Latente Steuern werden für sämtliche zukünftig abzugsfähigen bzw. zukünftig zu versteuernden temporären Unterschiede zwischen den handelsrechtlichen und steuerlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten ermittelt. Diese können zum einen aus unterschiedlichen Wertansätzen zwischen Handels- und Steuerbilanz, aus Anpassungen von Bilanzansätzen an konzerneinheitliche Bilanzierung und Bewertung sowie aus Konsolidierungsmaßnahmen entstehen. Zusätzlich zu diesen Bilanzierungs- und Bewertungsunterschieden werden steuerliche Verlustvorträge berücksichtigt. Bei den Verlustvorträgen wird darauf abgestellt, ob eine Nutzung innerhalb der auf das Berichtsjahr folgenden fünf Geschäftsjahre zu erwarten ist. Die entsprechende Beurteilung erfolgt auf der Basis einer Planungsrechnung, die sich aus historischen Erfahrungswerten, wirtschaftlicher Entwicklung der Gesellschaft sowie des Umfeldes und sonstigen bekannten Trends zusammensetzt. Bei neuen Erkenntnissen wird die Planung entsprechend angepasst. Sofern aktive latente Steuern in Folgejahren voraussichtlich nicht realisiert werden können, erfolgt eine Wertberichtigung. Bei der Ermittlung der latenten Steuern wird von den nach derzeitiger Rechtslage geltenden Steuersätzen zum Zeitpunkt der voraussichtlichen Realisierung ausgegangen. Aktive und passive latente Steuern werden saldiert ausgewiesen, sofern sie gegenüber derselben Steuerbehörde bestehen. Die Auswirkungen von Steuersatzänderungen werden im Jahr der Gesetzesänderung ergebniswirksam berücksichtigt. Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen werden versicherungsmathematisch unter Zugrundelegung biometrischer Wahrscheinlichkeiten (Richttafeln Heubeck 2018 G) nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren ("Projected-Unit-Credit-Methode") ermittelt. Zukünftige erwartete Entgelt- und Rentensteigerungen werden bei der Ermittlung der Verpflichtungen berücksichtigt. Dabei wird derzeit von jährlichen Anpassungen von 1,7 % bis 2,0 % bei den Renten ausgegangen. Gemäß § 253 Abs. 2 Satz 1 HGB wurde bei der Berechnung der Pensionsverpflichtungen die Abzinsung mit dem durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen zehn Geschäftsjahre vorgenommen. Der von der Deutschen Bundesbank ermittelte und veröffentlichte durchschnittliche Marktzinssatz beträgt zum 31. Dezember 2023 1,83 % (i. Vj. 1,79 %). Die Verpflichtungen aus Barlohnumwandlung wurden ebenfalls unter Zugrundelegung des Rechnungszinssatzes für einen Zehn-Jahres-Durchschnittszeitraum ermittelt. Der Unterschiedsbetrag aus den versicherungsmathematischen Barwerten zu den Rechnungszinssätzen auf Basis des Sieben- bzw. Zehn-Jahres-Durchschnittszeitraums beträgt für beide Rückstellungen insgesamt TEUR 8.449 (i. Vj. TEUR 8.835). Vermögensgegenstände, die gemäß § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB nur der Erfüllung der Schulden aus Altersvorsorgeverpflichtungen dienen und dem Zugriff aller Gläubiger entzogen sind, sind in Höhe ihres beizulegenden Zeitwerts mit den Pensionsverpflichtungen zu verrechnen. Im Geschäftsjahr wurden Aktivwerte mit beizulegenden Zeitwerten (= Anschaffungskosten) in Höhe von TEUR 763 (i. Vj. TEUR 1.209) mit Rückstellungen für Pensionsverpflichtungen in Höhe von TEUR 24.493 (i. Vj. TEUR 23.845) verrechnet. Zinsaufwendungen in Höhe von TEUR 19 (i. Vj. TEUR 20) wurden mit Zinserträgen in Höhe von TEUR 9 (i. Vj. TEUR 10) verrechnet. Die Steuerrückstellungen und sonstigen Rückstellungen werden in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrags angesetzt und berücksichtigen alle bis zur Bilanzaufstellung erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden und von der Deutschen Bundesbank herausgegebenen durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Jahre zum 31. Dezember 2023 abgezinst. Die sonstigen Rückstellungen wurden in Höhe von TEUR 959 (i. Vj. TEUR 976) mit dem beizulegenden Zeitwert (= Anschaffungskosten) von verpfändeten Bankguthaben verrechnet. Verbindlichkeiten werden mit dem Erfüllungsbetrag passiviert. Die Bewertung von Fremdwährungsverbindlichkeiten erfolgt unter Berücksichtigung des Devisenkassamittelkurses am Abschlussstichtag. Bei Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr werden das Anschaffungskostenprinzip des § 253 Abs. 1 Satz 1 HGB und das Realisationsprinzip des § 252 Abs. 1 Nr. 4 HGB nicht angewendet. Die nicht eingeforderten Einzahlungsverpflichtungen auf Kommanditbeteiligungen (insbesondere gegenüber Leasingobjektgesellschaften) werden in Ausübung eines Ansatzwahlrechts nicht als Verbindlichkeit passiviert, sondern nachrichtlich im Anhang im Rahmen der Haftungsverhältnisse aufgeführt. Die Ausübung des Ansatzwahlrechts führt zu einer entsprechend niedrigeren Bilanzsumme. Zum Bilanzstichtag betragen die nicht eingeforderten Einzahlungsverpflichtungen insgesamt TEUR 4.178 (i. Vj. TEUR 6.214). In dem passiven Rechnungsabgrenzungsposten werden Einnahmen vor dem Abschlussstichtag ausgewiesen, die Erträge für einen bestimmten Zeitraum nach dem Abschlussstichtag darstellen. Erläuterungen zur Konzernbilanz (1) Anlagevermögen Die Zusammensetzung und Entwicklung des Anlagevermögens sind dem als Anlage 1 zu diesem Anhang beigefügten Bruttoanlagenspiegel zu entnehmen. Im Geschäftsjahr 2023 wurden Geschäfts- oder Firmenwerte aus der Kapitalkonsolidierung in Höhe von TEUR 0 aktiviert (i. Vj. TEUR 700). Die Abschreibungen auf Firmenwerte aus der Kapitalkonsolidierung betrugen im Berichtsjahr insgesamt TEUR 2.234 (i. Vj. TEUR 6.934). Im Geschäftsjahr wurden TEUR 4.194 (i. Vj. TEUR 5) außerplanmäßige Abschreibungen auf Firmenwerte aus der Kapitalkonsolidierung sowie den Einzelabschlüssen notwendig. Geschäfts- oder Firmenwerte aus den Einzelabschlüssen resultieren mit TEUR 34.719 (i. Vj. TEUR 44.401) aus dem Teilkonzern OBH. Die Anschaffungskosten des Berichtsjahres für Equity-Gesellschaften betragen insgesamt TEUR 60.471 (i. Vj. TEUR 56.244). Aus der erstmaligen Kapitalaufrechnung sowie aus Anpassungen von Kapitalaufrechnungen des Vorjahres ergaben sich Firmenwerte von TEUR 22.062 (i. Vj. TEUR 7.266). Der Restbuchwert der Geschäfts- oder Firmenwerte aus der Equity-Bewertung beträgt zum Bilanzstichtag TEUR 16.293 (i. Vj. TEUR 6.689); die Abschreibungen des Berichtsjahres betragen TEUR 10.511 (i. Vj. TEUR 6.294), davon außerplanmäßig TEUR 803 (i. Vj. TEUR 1.365) Die Summe der negativen Equity-Werte beträgt TEUR 10.803 (i. Vj. TEUR 22.510). Die außerplanmäßigen Abschreibungen auf Restbuchwerte der at-equity bewerteten Beteiligungen betragen TEUR 9.569 (i. Vj. TEUR 732) Hinsichtlich der jeweiligen Anteile am Kapital an Gesellschaften, die nach der Equity-Methode einbezogen werden, verweisen wir auf Anlage 2 zu diesem Anhang. Der Börsenkurs der Wertpapiere des Anlagevermögens notierte am Bilanzstichtag um TEUR 0 (i. Vj. TEUR 3.733) geringer als die angesetzten Anschaffungskosten von TEUR 8.980 (i. Vj. TEUR 40.772). (2) Vorräte Die Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe betreffen überwiegend Grundstücke zur Bebauung und späteren Veräußerung der Trei. Die unfertigen Erzeugnisse enthalten noch nicht fertiggestellte, zum Verkauf bestimmte Eigentumswohnungen der Trei. Die Reduktion der Vorräte im Geschäftsjahr 2023 basiert auf Optimierungsmaßnahmen bei OBI sowie KiK. (3) Sonstige Vermögensgegenstände Die sonstigen Vermögensgegenstände beinhalten Forderungen aus Lieferantenvergütungen in Höhe von TEUR 74.242 (i. Vj. TEUR 82.250), debitorische Kreditoren in Höhe von TEUR 72.626 (i. Vj. TEUR 81.294) sowie Forderungen aus Steuern in Höhe von TEUR 35.464 (i. Vj. TEUR 101.523). (4) Latente Steuern Die latenten Steuern setzen sich entsprechend ihrer Verursachung wie folgt zusammen:
Die Wertberichtigung betrifft in Höhe von TEUR 60.126 (i. Vj. TEUR 71.036) die latenten Steuern auf Verlustvorträge In den latenten Steuern nicht enthalten sind Beträge, die auf permanenten Differenzen beruhen. Aktive Latenzen resultierten im Wesentlichen aus unterschiedlichen Wertansätzen bei den immateriellen Vermögensgegenständen, Sach- und Finanzanlagen, Vorräten und sonstigen Rückstellungen. Passive Latenzen ergaben sich im Wesentlichen aus unterschiedlichen Wertansätzen bei den Sachanlagen, Forderungen und sonstigen Vermögensgegenständen. Die latenten Steuern auf Konsolidierungsmaßnahmen betreffen im Wesentlichen temporäre Differenzen aus Zwischengewinneliminierungen aus internen Veräußerungen von Sachanlagen sowie Finanzanlagen. Die latenten Steuern (saldiert) entwickelten sich wie folgt:
Bei der Berechnung der latenten Steuern wurden die voraussichtlichen, zum Zeitpunkt des Abbaus der Differenzen geltenden individuellen Steuersätze der jeweiligen Konzernunternehmen verwendet, die sich wie folgt darstellen:
(5) Kapitaleinlagen Bei den ausgewiesenen Kapitaleinlagen handelt es sich - wie im Vorjahr - ausschließlich um das gesellschaftsvertraglich bestimmte Festkapital der Tengelmann Warenhandelsgesellschaft KG, München, in Höhe von TEUR 61.277. Von dem Festkapital entfallen TEUR 40.238 (i. Vj. TEUR 40.238) auf die Komplementäre und TEUR 21.039 (i. Vj. TEUR 21.039) auf die Kommanditisten. (6) Gewinnrücklagen
In den sonstigen Gewinnrücklagen sind wie in den Vorjahren Unterschiedsbeträge aus der Kapitalkonsolidierung, die vor Einführung des Bilanzrechtsmodernisierungsgesetzes entstanden sind, in Höhe von TEUR 28.175 enthalten. (7) Unterschiedsbetrag aus der Kapitalkonsolidierung Aus der Fortschreibung der passiven Unterschiedsbeträge gemäß §§ 309 Abs. 2 i. V. m. 301 Abs. 3 HGB wurde ein Ertrag in Höhe von TEUR 6.749 (i. Vj. TEUR 14.249) realisiert. (8) Verbindlichkeiten In den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind neben verschiedenen Bankdarlehen Schuldscheindarlehen (SSD) der OBI GmbH, Wermelskirchen, in Höhe von TEUR 269.500 (i. Vj. TEUR 269.500) enthalten. Im Geschäftsjahr 2021 erfolgte eine Marktplatzierung von SSD in Höhe von insgesamt TEUR 250.000 durch den TK OBI. Die Darlehen sind in sieben endfällige Tranchen aufgeteilt und haben Laufzeiten von drei bis zehn Jahren. Da es sich bei einem der Darlehensgeber nicht um ein Kreditinstitut handelt, wird ein Betrag von TEUR 3.500 unter den sonstigen Verbindlichkeiten ausgewiesen. Insgesamt sind von den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten TEUR 561.397 (i. Vj. TEUR 163.246) durch Hypotheken, Grundpfandrechte und Grundschulden (Immobilien) gesichert. Die Erhöhung ist durch die Investitionstätigkeit des Teilkonzerns Trei begründet. Von den sonstigen Verbindlichkeiten sind TEUR 0 (i. Vj. TEUR 27.213) mit Hypotheken, Garantien oder Abtretung von Mietforderungen gesichert. Der Rückgang beruht auf der vollständigen Reduktion des Finance-Leasings beim Teilkonzern Trei. (9) Derivative Finanzinstrumente und Bewertungseinheiten Im Rahmen der operativen Geschäftstätigkeit sowie der Finanzierung ist der Konzern insbesondere Zahlungsstromrisiken aus Wechselkurs- und Zinssatzänderungen ausgesetzt, die vor allem durch den Abschluss von derivativen Finanzinstrumenten begrenzt werden. Die Unternehmensgruppe Tengelmann steuert diese Finanzmarktrisiken im Rahmen eines bestehenden Risikomanagementsystems. Die Ausgestaltung des Risikomanagementsystems obliegt den einzelnen Unternehmen der Unternehmensgruppe Tengelmann bzw. dem Mutterunternehmen bei bestehenden Teilkonzernen. Die jeweiligen Risikomanagementsysteme sind schriftlich festgehalten, wobei deren Einhaltung durch die Interne Revision der Unternehmensgruppe geprüft wird. Zur Begrenzung des Zinsänderungsrisikos aus variabel verzinslichen Darlehen werden Zinssatzswaps und -caps eingesetzt. Zur Absicherung von Fremdwährungsrisiken, die aus auf Fremdwährung lautenden Vermögensgegenständen und Schulden, schwebenden Geschäften und antizipierten Transaktionen stammen, werden Devisentermingeschäfte eingesetzt. Bei den antizipierten Transaktionen handelt es sich überwiegend um Einkäufe in Fremdwährungen. Der Umfang der antizipierten Einkäufe in Fremdwährung wurde auf der Basis der Einkaufsplanung der jeweiligen Gesellschaft ermittelt. Dabei liegt eine Vielzahl von Einkäufen gleicher Art vor, deren Realisierungswahrscheinlichkeit nahezu sicher ist. Zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2023 werden vom Konzern folgende Bilanzposten, schwebende Geschäfte und hochwahrscheinliche Transaktionen zusammen mit derivativen Finanzinstrumenten in Bewertungseinheiten einbezogen:
Der Zeitraum der Absicherung beträgt dabei für die Währungsabsicherungen bis zu 24 Monate und für die Zinssicherungen längstens acht Jahre. Bei den abgesicherten antizipativen Transaktionen handelt es sich im Wesentlichen um geplante Einkaufsgeschäfte in fremder Währung, die als höchstwahrscheinlich eingeschätzt werden. Die Sicherungsinstrumente in Bewertungseinheiten werden auf das abzusichernde Risiko abgestimmt abgeschlossen, wodurch ein hochwirksamer Ausgleich der gegenläufigen Zahlungsströme aus Sicherungsinstrument und abgesichertem Risiko, vor dem Hintergrund einer Prolongationsstrategie, über die Laufzeit sichergestellt wird. Die Effektivität der Sicherungsbeziehungen bei den Bewertungseinheiten wird prospektiv und retrospektiv grundsätzlich anhand der Übereinstimmung der wesentlichen wertbestimmenden Bedingungen und Parameter von Grund- und Sicherungsgeschäft überprüft ("critical terms match"-Methode). Die Höhe der mit den Bewertungseinheiten abgesicherten Risiken beläuft sich zum Bilanzstichtag auf insgesamt TEUR 0 (i. Vj. TEUR 27.781). Der vollständige Rückgang beruht auf der Entkonsolidierung der im Geschäftsjahr veräußerten Ländergesellschaften sowie aus einem ausgelaufenen Finance-Lease Verhältnis. Die zum Bilanzstichtag im Bestand befindlichen derivativen Finanzinstrumente werden in nachfolgender Tabelle dargestellt:
Die sich zum Bilanzstichtag des Vorjahres im Bestand befindlichen derivativen Finanzinstrumente werden in nachfolgender Tabelle dargestellt.
Der Marktwert der Derivate entspricht dem Betrag, den die Unternehmensgruppe Tengelmann bei Beendigung des Finanzinstruments entweder erhalten würde (positive Marktwerte) oder zahlen müsste (negative Marktwerte). Die Ermittlung der Marktwerte der zum Bilanzstichtag offenen Devisentermingeschäfte beruht auf Bewertungsmodellen unter Berücksichtigung von Forward-Wechselkursen zum Bilanzstichtag. Die Ermittlung der Marktwerte der Zinsswaps basiert auf der Diskontierung der zukünftigen Zahlungsströme. Als Eingangsparameter werden, soweit möglich, die am Bilanzstichtag beobachteten relevanten Marktdaten verwendet. Die variablen Zinsen werden auf der Grundlage der Forward-Zinsen ermittelt. Die Bilanzierung der oben genannten Finanzinstrumente ist dabei wie folgt: Die Zinsswaps in Bewertungseinheiten werden mit den zugrunde liegenden variabel verzinslichen Darlehen als Mikro-Hedges betrachtet und nicht bilanziert (Einfrierungsmethode). Für die negativen Marktwerte der Zinsswaps, die nicht in Bewertungseinheiten enthalten sind, werden Rückstellungen gebildet. Die Zinscaps werden nicht als Bewertungseinheit mit den zugrunde liegenden Darlehen betrachtet und somit separat im Posten sonstige Vermögensgegenstände und Forderungen bilanziert. Die gezahlte Prämie für den Zinscap, der der Absicherung eines variabel verzinslichen Darlehens dient, wird aktiviert, ratierlich über die Laufzeit abgeschrieben und gegebenenfalls mit dem am Bilanzstichtag niedrigeren Zeitwert bewertet. Im Geschäftsjahr entspricht der Buchwert dem niedrigeren beizulegenden Zeitwert. Bei den zur Sicherung eingesetzten Devisentermingeschäften und den gesicherten Grundgeschäften erfolgt nach der Einfrierungsmethode keine gesonderte Bilanzierung der positiven und negativen Marktwerte. Die Bildung von Bewertungseinheiten für Devisentermingeschäfte und der gesicherten Grundgeschäfte erfolgt im Rahmen von Mikro- und Portfolio-Hedges. Bei den Devisentermingeschäften werden Rückstellungen für drohende Verluste aus schwebenden Geschäften für diejenigen Geschäfte gebildet, die am Bilanzstichtag einen negativen Marktwert aufwiesen und nicht in einem Sicherungszusammenhang mit einem entsprechenden Grundgeschäft standen bzw. die Bewertungseinheit zwischen Grundgeschäft und Sicherungsgeschäft einen negativen Marktwert hat. Positive Marktwerte aus Devisentermingeschäften werden nicht bilanziert. Im Geschäftsjahr wurden für derivative Geschäfte Rückstellungen für drohende Verluste in Höhe von TEUR 2.142 (i. Vj. TEUR 705) gebildet. (10) Haftungsverhältnisse
Die Bestellung von Sicherheiten resultiert aus der Übernahme des Delkredererisikos gegenüber Lieferanten im Teilkonzern OBH. Dies betrifft Lieferantenverbindlichkeiten von Franchisepartnern in Deutschland und Österreich. Eine zeitlich unbefristete Patronatserklärung besteht im Teilkonzern OBH und ist wie im Vorjahr auf TEUR 1.000 beschränkt. Diese wurde nicht in Anspruch genommen. Bei den sonstigen Haftungsverhältnissen handelt es sich analog Vorjahr um nicht geleistete Hafteinlagen gemäß § 264c Abs. 2 Satz 9 HGB gegenüber verbundenen nicht konsolidierten sowie assoziierten Unternehmen im Teilkonzern OBH. Von einer Inanspruchnahme aus Patronatserklärungen, Bürgschaften oder Garantien ist derzeit nicht auszugehen, weil die betreffenden Gesellschaften über ausreichende Möglichkeiten zur Liquiditätsbeschaffung verfügen. (11) Sonstige finanzielle Verpflichtungen
Die sonstigen finanziellen Verpflichtungen werden nicht abgezinst. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung (12) Umsatzerlöse
(13) Zahl der Beschäftigten Zahl der Mitarbeiter nach Köpfen (Durchschnitt)
Nachtragsbericht Im Zuge der Umsetzung der Strategie wurden drei Immobilienobjekte der Trei Real Estate GmbH in Berlin verkauft. Aus den Verkäufen ist mit einem deutlichen Ergebnisbeitrag im niedrigen dreistelligen Millionenbereich zu rechnen. Sonstige Angaben Die gewährten Gesamtbezüge der Mitglieder des Beirats betragen im Geschäftsjahr TEUR 700 (i. Vj. TEUR 569). Angaben der Befreiung der Personenhandelsgesellschaften im Sinne des § 264a Abs. 1 HGB von der Pflicht zur Aufstellung eines Jahresabschlusses nach den für Kapitalgesellschaften geltenden Vorschriften Eine Personenhandelsgesellschaft im Sinne des § 264a Abs. 1 HGB ist unter bestimmten Voraussetzungen (§ 264b HGB) von der Verpflichtung befreit, einen Jahresabschluss und einen Lagebericht nach den Vorschriften der für Kapitalgesellschaften geltenden Regeln aufzustellen, prüfen zu lassen und offenzulegen. Folgende Personenhandelsgesellschaften im Sinne des § 264a Abs. 1 HGB nehmen diese Erleichterungsvorschrift teilweise in Anspruch und legen den Jahresabschluss (und gegebenenfalls Lagebericht) nicht offen:
Angaben der Befreiung der Kapitalgesellschaft im Sinne des § 264 Abs. 3 HGB von der Pflicht zur Aufstellung eines Jahresabschlusses nach den für Kapitalgesellschaften geltenden Vorschriften Folgende Kapitalgesellschaften im Sinne des § 264 Abs. 3 HGB nehmen diese Erleichterungen zur Aufstellung teilweise in Anspruch und legen auch den Jahresabschluss (und gegebenenfalls Lagebericht) nicht offen:
Bekanntmachung Der Konzernjahresabschluss und der Konzernlagebericht werden im elektronischen Unternehmensregister bekannt gemacht.
München, den 28. Mai 2024 Tengelmann Verwaltungs- und Beteiligungs GmbH Christian Wilhelm Erich Haub Entwicklung des Konzern-Anlagevermögens (erweiterte Bruttodarstellung) im Geschäftsjahr 2023
Anteilsbesitz der Tengelmann Warenhandelsgesellschaft KG zum 31. Dezember 2023
Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 20231 Grundlagen und Geschäftsmodell der Unternehmensgruppe Tengelmann Die Unternehmensgruppe Tengelmann agiert als Family Equity Investor mit Schwerpunkt europäischer Handelsunternehmen in den Branchen Do-It-Yourself, Textildiscount, Non- Food-Discount und E-Commerce. Weitere wesentliche Bestandteile des Portfolios sind eine international tätige Immobiliengesellschaft und zwei global investierende Venture- Capital-Gesellschaften. Seit ihrer Gründung im Jahr 1867 wird die Unternehmensgruppe Tengelmann von Familienmitgliedern geführt und geprägt. Fünf Generationen - jede beeinflusst durch die Besonderheiten ihrer Zeit - haben das Unternehmen erhalten und zu wirtschaftlichem Erfolg geführt. Die Tengelmann Warenhandelsgesellschaft KG übt in ihrer Funktion als geschäftsleitende Holding die Führung der Unternehmensgruppe aus. In dieser Funktion ist sie verantwortlich für das Portfoliomanagement in den einzelnen Geschäftsbereichen der Unternehmensgruppe Tengelmann. Gesteuert wird die Gesellschaft dabei von der Tengelmann Twenty-One KG. Die Tengelmann Twenty-One KG erbringt dabei im Wesentlichen Dienstleistungen in den Bereichen Business Development, Tax, Legal, Talent Development, Sustainability und Finance. Die Unternehmensgruppe Tengelmann unterteilt sich dabei in drei operativ tätige Geschäftsfelder sowie das Management von Liquid Assets. Im Bereich Dividend & Growth sind die bedeutenden Geschäftsfelder OBI, KiK und Tengelmann Growth Partners angesiedelt. Die operative Führung der Geschäfte liegt in der Verantwortung der einzelnen, voneinander unabhängig agierenden Unternehmen. Die Trei bildet das Standbein für den Bereich Real Estate und dient als Stabilitätsanker im Gesamtportfolio der Unternehmensgruppe Tengelmann. Seit Ende 2009 beteiligt sich die Unternehmensgruppe Tengelmann erfolgreich an schnell wachsenden, jungen Unternehmen in Europa und Nordamerika. Die Aktivitäten der in Europa, hauptsächlich Deutschland, agierenden Tengelmann Ventures sowie der überwiegend auf dem nordamerikanischen Kontinent investierenden Emil Capital Partners werden im Bereich der Venture Capital gebündelt. Der Bereich Liquid Assets dient der langfristigen Sicherstellung der Liquidität innerhalb der Tengelmann-Gruppe und besteht aus den Teilbereichen Geldmarkt und Kapitalmarkt. Dividend & Growth
Gemessen am Umsatz agiert OBI als Marktführer neben den bedeutendsten Märkten wie Deutschland und Österreich auch in den meisten zentraleuropäischen Ländern die Bau- und Heimwerkermarktbranche. Dabei setzt OBI Trends in Auswahl, Marktformat und Einkaufserlebnis. OBI war 2023 in zehn Ländern mit insgesamt 644 Märkten (Filialmärkte und Franchisepartnermärkte) vertreten, davon 348 hierzulande. Neben Deutschland war OBI in Österreich, Polen, Italien, Tschechien, Ungarn, Slowakei, Schweiz, Slowenien und in Bosnien-Herzegowina aktiv. Zur Kundengruppe von OBI zählen in erster Linie Endverbraucher wie Familien, klassische Heimwerker sowie professionelle und semiprofessionelle Handwerker.
KiK ist eine Textilhandelsgruppe und gleichzeitig Anbieter von umfangreichen Haushaltswaren, die in vierzehn Ländern ihr operatives Geschäft betreibt. Im Fokus stehen preisgünstige Bekleidung, Heimtextilien sowie Haushaltswaren und Gebrauchsgegenstände des täglichen Bedarfs. Neben dem traditionellen Kernmarkt Deutschland war KiK 2023 in Österreich, Slowenien, Tschechien, Ungarn, Slowakei, Kroatien, Polen, Niederlande, Italien, Rumänien, Bulgarien, Spanien und Portugal mit insgesamt 4.187 Filialen tätig.
Mit der Schaffung der Tengelmann Growth Partners GmbH (TGP), in 2022 erweitert die Unternehmensgruppe Tengelmann ihr Geschäftsportfolio. TGP tritt nach außen als Family Equity Investor auf und soll zukünftig in wachstums- und langfristig ertragsstarke Unternehmen investieren. Die Investitionen der TGP sollen in bereits etablierte, nachhaltig wachsende und profitable Unternehmen mit dem Ziel der Mehrheitsbeteiligung erfolgen. Der regionale Investmentfokus liegt in Nordamerika und der DACH Region. Die zukünftige Investmentstrategie ist auf die Leitgedanken Preservation, Simplification und Individualisation (sogenannte "PSI-Strategie") ausgerichtet. Zum 31. Dezember 2023 zählen zum Portfolio der TGP die No Meat Factory Inc., die babymarkt GmbH sowie die Tengelmann Energie GmbH. Real Estate
Trei Real Estate (Trei) besitzt und verwaltet Immobilien in Deutschland und Polen. Der Schwerpunkt liegt dabei auf dem Bereich Einzelhandelsimmobilien und wird zunehmend durch den Bereich Wohnen ergänzt. Darüber hinaus positioniert sich die Trei in der Projektierung und dem Bau von Wohnimmobilien in Deutschland, Polen und den USA sowie neuer Einzelhandels-Fachmarktzentren in Polen. Der Immobilienbestand setzt sich aus 231 Objekten zusammen, von denen 195 operativ in Betrieb sind. Weitere 36 Objekte finden sich in unterschiedlichen Stadien der Projektentwicklung. Venture Capital Seit Ende 2009 beteiligt sich die Unternehmensgruppe Tengelmann an schnell wachsenden, jungen Unternehmen in Europa und Nordamerika. Diese Unternehmensbeteiligungen werden im Bereich Venture Capital gebündelt. Der Bereich Venture Capital verfolgt hierbei einen aktiven, diversifizierenden Investitionsansatz und vorrangig finanzielle Ziele. Ein strategischer Mehrwert dieser Aktivitäten entsteht durch den Zugang zu innovativen Geschäftsmodellen und neuen Technologien sowie den Erfahrungsaustausch und Netzwerkeffekte über die Unternehmensgruppe hinweg. Der aktive Investitionsansatz des Bereiches zeigt sich im Anspruch durch die Hinzuziehung interner und externer Experten zusätzliches Wertsteigerungspotenzial zu generieren.
Tengelmann Ventures gehört zu den Early- und Later-Stage Venture-Capital-Investoren in Deutschland. Der Fokus der Investitionen liegt dabei auf Investments in hochinnovative Unternehmen entlang der verbraucherbezogenen Wertschöpfungskette (B2C, B2B) mit zukunftsweisenden Produkten und Dienstleistungen, disruptiven Geschäftsmodellen und innovativen Technologien. Im Rahmen der Auswahl und Bewertung möglicher Investments orientiert sich Tengelmann Ventures an klar definierten Investitionshypothesen die sich unter den Begriffen Erhaltung, Vereinfachung und Individualisierung zusammenfassen lassen.
Mit Emil Capital Partners beteiligt sich die Unternehmensgruppe seit dem Geschäftsjahres 2011 an jungen, erfolgversprechenden und überwiegend US- amerikanischen Startup-Unternehmen, die verschiedene Geschäftsmodelle für den stark wachsenden Markt des gesunden und nachhaltigen Lebensstils des modernen Konsumenten ("New American Consumer") entwickeln und aufbauen. Liquid Assets Der Bereich Liquid Assets dient der langfristigen Sicherstellung der Liquidität innerhalb der Tengelmann-Gruppe und besteht aus den Teilbereichen Geldmarkt und Kapitalmarkt. Die Geldmarkt-Anlagen umfassen das tägliche Liquiditätsmanagement, Tages- und Termingelder sowie die Anlage in weitere Geldmarktinstrumente. Die Kapitalmarkt-Anlagen enthalten Beteiligungen an börsennotierten Unternehmen, wie beispielsweise IPOs aus dem Bereich Venture Capital. 2 Wirtschaftsbericht 2.1 Entwicklung Gesamtwirtschaft Das bescheidene Wirtschaftswachstum in der EU in Höhe von +0,2% war geprägt durch eine sinkende Kaufkraft der privaten Haushalte, verhaltener Auslandsnachfrage, restriktive Zinspolitik sowie einem Auslaufen von fiskalpolitischen Maßnahmen. 1 Positive Ausreißer waren Kroatien (2023: +4,3%) und Dänemark (2023: +3,1%). Als große Volkswirtschaft konnte auch Spanien ein überdurchschnittliches Wachstum (2023: +2,0%) vermelden. Einen erheblichen Rückgang verzeichnete dagegen Irland (2023: -9,1%). 2 Die deutsche Wirtschaft konnte im Vergleich zur gesamten EU kein Wachstum vermelden. Das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt sank im Jahr 2023 um -0,3% gegenüber dem Vorjahr. Die Entwicklung der Bruttowertschöpfung unterscheidet sich zwischen den einzelnen Wirtschaftsbereichen. Während Handel, Verkehr und Gastgewerbe einen preisbereinigten Rückgang von -1,0% feststellte, erreichte das Baugewerbe ein kleines Plus von 0,2% und der Bereich "Information und Kommunikation" +2,6%. 3 Die Inflationsrate in der EU lag im Jahresdurchschnitt bei +6,4%. Gegenüber dem Vorjahr (2022: +9,2%) nahm die Inflationsdynamik ab, verblieb jedoch auf einem deutlich überdurchschnittlichen Niveau. 4 Auf Länderebene zeigte sich ein sehr gemischtes Bild. Während in Ungarn (2023: +17,0%), Tschechien (2023: +12,0%) und Slowakei (2023: +11,0%) die Verbraucherpreise sehr stark zunahmen, verzeichneten einige europäische Länder eine moderate Steigerung. So vermeldete Spanien und Dänemark jeweils einen Anstieg für 2023 von +3,4%. Die großen Volkswirtschaften Deutschland, Frankreich und Italien bewegten sich auf dem Niveau von ca. +6%. Die Kerninflation, ohne Energie, Nahrungsmittel, Alkohol und Tabak, zeigte innerhalb der EU einen Zuwachs ggü. Vorjahr von +4,0%. In der Kategorie "Bekleidung und Schuhe" stiegen die Preise um +2,8%. 5 Um die Inflation weiterhin zu bekämpfen, hielten alle wesentlichen Notenbanken die Leitzinsen auf einem verhältnismäßig hohen Niveau. So lag der Leitzins der EZB für den Euroraum zum Jahresende bei 4,50% und der der US Notenbank bei 5,50%. Der Nominallohn in Deutschland konnte aufgrund deutlicher Steigerungen der Löhne und Gehälter, im Wesentlichen bedingt durch Zahlungen der Inflationsausgleichsprämie sowie der Mindestlohnerhöhung auf 12 Euro im Oktober 2022, um +6,0% zum Vorjahr zunehmen, was zugleich den stärksten Nominallohnanstieg seit 2008 bedeutet. Gegenläufig stiegen im gleichen Zeitraum auch Verbraucherpreise um +5,9%. Trotzdem konnte sich der Reallohn, das erste Mal wieder seit 2019, mit +0,1% positiv entwickeln. In den vorangegangen Jahren zehrte Kurzarbeit und Inflation den Nominallohnanstieg auf. 6
1 Europäische Union, Februar 2024
6 Statistisches Bundesamt, Februar 2024
Der preisbereinigte Einzelhandelsumsatz in der EU, ohne Nahrungs- und Genussmittel, Getränke und Tabakwaren, ging im Jahr 2023 leicht um -0,1% gegenüber Vorjahr zurück. 7 Angesichts hoher Verbraucherpreise nahm der private Konsum in Deutschland preisbereinigt um -0,8% gegenüber dem Vorjahr ab. Der Rückgang war vor allem in Bereichen spürbar, in denen die Preise im Jahresverlauf auf einem erhöhten Niveau blieben oder sogar noch weiter anstiegen. Besonders betroffen waren die Ausgaben für langlebige Güter, wie Einrichtungsgegenstände und Haushaltsgeräte, welche sich preisbereinigt um -6,2% reduzierten. 8 Der reale Umsatz im Einzelhandel mit Nicht-Lebensmitteln sank im Jahr 2023 real um -3,1%. Der Einzelhandel mit Textilien, Bekleidung, Schuhen und Lederwaren setzte 2023 seine Erholung von den Folgen der Corona-Pandemie fort und erwirtschafte real +2,6% mehr Umsatz als im Vorjahr. Dennoch lag der Umsatz real noch - 4,6% unter dem Niveau des Jahres 2019. 9 2.2 Entwicklung Tengelmann Unternehmensgruppe Das Jahr 2023 war geprägt durch Krieg, Krise und Konsumflaute. Der seit Februar 2022 anhaltende Ukrainekrieg sowie die im Oktober 2023 erneute Eskalation in Nahost führten zu geopolitischen Spannungen, die sich negativ auf die weltweite Wirtschaftsentwicklung auswirkten. Die Ausprägung der Konjunkturhemmung zeigte im internationalen Vergleich ein gemischtes Bild. Während sich die Konjunktur in den USA robust entwickelte und sich Chinas Wirtschaft schneller als erwartet erholte, stagnierte die Wirtschaftstätigkeit in der Europäischen Union. Vor allem für die industriestarken Regionen Mitteleuropas wirkte der Energiepreisschock aus dem Jahr 2022 weiterhin belastend. Trotz nachlassender Inflationsrate sowie einem Anstieg der Lohneinkommen wurde kein spürbarer Impuls beim privaten Konsum in Deutschland verzeichnet. Das negative Konsumklima mit hoher Unsicherheit bei den Verbrauchern war dabei insbesondere im Bereich Dividend & Growth sichtbar. Bei OBI war die Umsatzentwicklung geprägt von einer spürbaren Konsumentenzurückhaltung in Folge eines inflationsbedingten Rückgangs der verfügbaren Einkommen in den meisten Ländern, sowie einem verspäteten Start in die Frühjahrssaison. Mit einem Anteil von 53,0 % am Gesamtumsatz, hat der deutsche Markt die höchste Relevanz für OBI. Im Online-Handel konnten die Umsätze verglichen zum Vorjahr um insgesamt 5,0 % gesteigert werden. Mit einem leicht gestiegenen Anteil am Gesamtumsatz von 2,6 % (i. Vj. 2,2 %) spielt der Online-Handel noch eine untergeordnete Rolle.
7 Eurostat, März 2024
Im Vergleich zum Vorjahr verzeichnete Deutschland auf Länderebene mit dem größten Marktstamm einen Umsatzrückgang von -5,2 %. In Österreich gingen die Umsätze um -3,9 % zurück. Auch in Ungarn (-13,6 %), Polen (-11,5 %), Tschechien (-7,1 %), der Schweiz (-3,0 %) und der Slowakei (-1,0 %) gingen die Umsätze verglichen zum Vorjahr zurück. Lediglich in Italien (2,8 %) sowie in Slowenien (0,1 %) konnten Umsatzsteigerungen verzeichnet werden. KiK konnte den Umsatz trotz des herausfordernden Umfelds mit hoher Inflationsdynamik und sinkenden verfügbaren Einkommen im Geschäftsjahr 2023 weiter ausbauen. Die Entwicklung wurde dabei unterstützt durch entfallene Filialzugangsbeschränkungen (z.B. "2G-Nachweis") und höhere durchschnittliche Verkaufspreise. Im Vorjahresvergleich konnte neben dem Gesamtumsatz (+9,8 %) auch der Umsatz auf vergleichbarer Fläche um 7,2 % übertroffen werden. Mit einem Anteil von 58,9 % am Gesamtumsatz hat der deutsche Markt die höchste Relevanz für KiK. Im Vergleich zum Vorjahr konnte der Umsatz in allen Ländern, in den KiK aktiv ist, weiter ausgebaut werden. Das Filialportfolio umfasste am Ende des Jahres 4.187 Filialen und lag damit +57 Filialen über Vorjahr. Die Beteiligungen der TGP konnte sich der negativen Konsumentwicklung nicht entziehen und insbesondere babymarkt wird zudem durch rückläufige Geburtenzahlen in Deutschland negativ beeinflusst. 10 Insgesamt reduziert sich der Umsatz des TGP-Portfolios um -11,7 % im Vorjahresvergleich. Trei konnte den Verkauf der Landesgesellschaften Portugal, Tschechien und Slowakei, trotz der herausfordernden Rahmenbedingungen in der Immobilienbranche, erfolgreich abschließen. Auch das Vermietungsgeschäft entwickelte sich aufgrund von Wertsicherungsklauseln stabil. Im Bereich Ventures erweiterten sowohl die TEV als auch die ECP ihr Bestandsportfolio unter anderem durch Neuinvestitionen in den Logistikdienstleister Quivo und die Edutainment Plattform Edurino. Mit einem Konzernumsatz von EUR 8.447 Mio im Geschäftsjahr 2023 verzeichnet die Unternehmensgruppe einen Umsatzrückgang in Höhe von -2,2 % im Vergleich zum Vorjahr. Die deutliche Umsatzsteigerung von KiK kann dabei den Umsatzrückgang von OBI nicht vollständig ausgleichen.
10 Statistisches Bundesamt, Februar 2024
Das Filialnetz der Unternehmensgruppe Tengelmann im Bereich Dividend & Growth umfasste zum Geschäftsjahresende 4.673 Filialen und wuchs im Vergleich zum Vorjahr um +56 Filialen erneut, was insbesondere auf die fortwährende Expansion von KiK zurückzuführen ist. Zum Stichtag 31. Dezember 2023 war die Unternehmensgruppe Tengelmann in den USA und 22 europäischen Ländern aktiv. 2.3 Ertragslage Das Konzernergebnis wurde 2023 erneut durch deutliche einmalige Sondereffekte negativ beeinflusst. Insbesondere Restrukturierungsaufwand bei OBI und erhöhte Standgelder sowie zusätzlicher Anmietungen von Außenlägern bei KiK führten zu deutlichen Ergebnisbelastungen. Wertberichtigungen auf Finanzanlagen (EUR -17 Mio) und der Equity- Bewertung (EUR -38 Mio), sowie Abschreibungen auf Wertpapiere des Umlaufvermögens (EUR -5 Mio) im Bereich Ventures führten ebenfalls zu negativen Ergebnisbeiträgen. Auf Ebene der Beteiligungen im Bereich Dividend & Growth wurde das Geschäftsjahr 2023 ebenfalls durch externe Faktoren in Form gestiegener Energiepreise, hoher Inflationsraten und unsicherer Wirtschaftsbedingungen deutlich negativ beeinflusst. OBI erzielte aufgrund der Erhöhung von Verkaufspreisen sowie der Reduzierung von Rabatten insgesamt eine höhere Rohertragsmarge als im Vorjahr. Darüber hinaus wurde durch signifikant geringere Betriebskosten, höhere Lieferanteneinkommen sowie eine höhere Aufwandsaktivierungsquote von IT-Kosten das Ergebnis positiv beeinflusst. Insgesamt wurde trotz ungeplanter Restrukturierungsaufwendungen ein positives Ergebnis über Plan erzielt. Bei KiK wirkten sich insbesondere die USD-Entwicklung und Kosten für Stand-/Lagergelder (Containerstandkosten) negativ aus. Daneben wurden mehr Preisabschriften als geplant realisiert, da insbesondere im ersten Quartal aufgrund des hohen Warenbestands hohe Rabatte gewährt wurden. Dagegen entwickelten sich unter anderem die Frachtkosten deutlich besser als geplant. Die höher kalkulierte Ware wurde jedoch aufgrund des unterplanmäßigen Absatzes noch nicht im vollen Umfang abverkauft, weshalb sich dieser positive Effekt noch nicht vollständig im Geschäftsjahr 2023 erfolgswirksam realisierte. Kostenseitig konnte bei Personal-, Raum- und Werbekosten zum Plan eingespart werden. Damit konnte jedoch nur ein kleiner Teil der Rohertragseinbuße kompensiert werden, weshalb das Ergebnis den Plan deutlich verfehlte. Im Bereich Real Estate verzeichnete Trei einen deutlich positiven Ergebnisbeitrag aus den zu Beginn des Jahres umgesetzten Länderverkäufen Portugal und Tschechien/Slowakei. Ergänzt wurde das sehr gute Ergebnis von einem stabilen Vermietungsgeschäft, welches von Wertsicherungsklauseln aufgrund der höheren Inflation profitierte. Bei Venture Capital wurden durch Veräußerungen von Finanzanlagevermögen (EUR 31 Mio) positive Ergebnisbeiträge insbesondere durch den Verkauf von Zalando- Aktien (EUR 21 Mio) realisiert. 2.4 Vermögens- und Finanzlage Die konsolidierte Bilanzsumme hat sich im Geschäftsjahr 2023 im Vergleich zum Vorjahr um EUR -736 Mio reduziert. Dabei veränderten sich die einzelnen Bilanzposten wie folgt:
Das Anlagevermögen hat sich im abgelaufenen Geschäftsjahr 2023 um EUR -95 Mio auf insgesamt EUR 1.877 Mio reduziert. Dabei führt insbesondere der Verkauf der Trei Landesgesellschaften Portugal und Tschechien/Slowakei zu einer Reduzierung des Sachanlagevermögens, welcher durch weitere Investitionen im Bereich Real Estate teilweise kompensiert wurden. Das Finanzanlagevermögen reduziert sich im Wesentlichen aufgrund von geringeren Sonstigen Ausleihungen der Trei und Umgliederungen von Wertpapieren des Anlagevermögens ins Umlaufvermögen im Bereich Ventures. Im Umlaufvermögen ist die deutliche Reduzierung der Vorräte mit EUR -325 Mio überwiegend auf KiK und OBI zurückzuführen. Die Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände reduzieren sich im Wesentlichen durch geringere Forderungen aus Steuern, zudem reduzieren sich die Forderungen gegenüber Komplementären aufgrund der Ergebnisverteilung aus dem Jahresabschluss 2023. Ein Teil der Flüssigen Mittel inkl. Wertpapiere wurde 2023 insbesondere bei der TW KG eingesetzt, um bestehende Bankverbindlichkeiten zurückzuführen und erklären damit größtenteils den Rückgang um EUR - 183 Mio. Das Eigenkapital reduziert sich im Wesentlichen aufgrund der Ergebniszuführung auf den Gesellschafterkonten bei TW KG. Der Rückgang der Verbindlichkeiten ggü. Kreditinstituten in Höhe von EUR -283 Mio wird durch TW KG, OBI und Trei stark beeinflusst, lediglich bei KiK erhöht sich die Position. Die Erhöhung bei KiK ist dabei auf Working-Capital Effekte zurückzuführen. Die übrigen Verbindlichkeiten reduzieren sich um EUR -379 Mio im Vergleich zum Vorjahr zum größten Teil aufgrund geringerer Verbindlichkeiten aus Lieferung und Leistung und steht in Verbindung mit den geringeren Vorräten bei KiK. Die Eigenkapitalquote erhöht sich auf 23,3 % (im Vorjahr 21,3 %) Den Flüssigen Mittel inkl. Wertpapieren des Umlaufvermögens von EUR 385 Mio stehen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten von EUR 1.759 Mio gegenüber. Insgesamt sind von den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten EUR 588 Mio dem Bereich Real Estate zuzuordnen und resultieren überwiegend aus besicherten, langfristigen Immobilienfinanzierungen. Die Entwicklung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des abgelaufenen Geschäftsjahres auf der operativen Ebene ist vor dem oben dargestellten Hintergrund hoher Inflation und allgemeiner Unsicherheiten der Gesamtwirtschaft als akzeptabel zu beurteilen. 3 Prognose-, Chancen- und Risikobericht 3.1 Prognose Gesamtwirtschaft Für den Euroraum erwartet der IWF ein Wirtschaftswachstum von +0,9% im Jahr 2024 sowie +1,7% für 2025. Die Erholung basiert auf einem stärkeren Konsum der privaten Haushalte, da der Energiepreisschock nachlässt und die Inflation sinkt. Eine schwächere Wirtschaftsentwicklung zum Ende 2023 führte zu Abwärtskorrekturen der Konjunkturprognosen bei OECD und Weltbank. So spiegeln die aktuellen Prognosen der Weltbank (2024: +0,7%) und OECD (2024: +0,6%) im Vergleich zum IWF eine verhaltenere Entwicklung wider. 11 Für den deutschen Wirtschaftsraum sieht die Bundesregierung eine leichte Zunahme des Bruttoinlandsprodukts von +0,2% für 2024 gegenüber dem Vorjahr. 12 Das ifo Institut bestätigt die stagnierende Wirtschaftsentwicklung und erwartet ebenso nur ein Wachstum von +0,2%. 13 Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft bewegt sich laut ifo Geschäftsklima oder auch dem GfK Konsumklimaindex auf sehr niedrigem Niveau. Während die Inflation an Dynamik verliert, Reallöhne steigen und der Arbeitsmarkt sich robust entwickelt, ist der Außenhandel aufgrund geopolitischer Krisen und Spannungen sowie wachstumsdämpfender Zinspolitik bei wichtigen Handelspartnern risikobehaftet. Es ist anzunehmen, dass die belastenden Faktoren über den Jahresverlauf nachlassen und die positiven Effekte sich zunehmend stärker entfalten. Die Inflation setzt laut Europäischer Kommission ihren Abwärtstrend fort. So soll die Inflationsrate im Jahr 2024 in der EU auf +3,0% sinken. Für 2025 wird ein weiterer Rückgang auf +2,5% erwartet. Überdurchschnittliche Inflation wird weiterhin in den Ländern Rumänien (2024: +5,8%), Polen (2024: +5,2%) und Ungarn (2024: +4,5%) erwartet. 14 Der Rat der Europäischen Zentralbank ist entschlossen, für eine zeitnahe Rückkehr der Inflation zum mittelfristigen Ziel von 2% zu sorgen. Aktuell erwarten die meisten Marktteilnehmer, dass aufgrund der weiterhin rückläufigen Inflationsraten die Europäische Zentralbank im 2024 die ersten Zinssenkungen vornehmen wird. Eine günstige Lohn- und Beschäftigungsentwicklung spricht für eine Stärkung der Binnenwirtschaft in Deutschland. Der historische Höchststand an Erwerbstätigen von knapp 46 Millionen Personen wird sich auch für 2024 fortsetzen. Steigende Löhne, Inflationsausgleichsprämien, Anhebung des Mindestlohns sowie Erhöhung des Bürgergelds führen, insbesondere in den unteren Einkommensgruppen, zu Realeinkommenszuwächsen. Die Inflation wird sich auf eine jahresdurchschnittliche Rate von +2,8% im Jahr 2024 reduzieren. Dies dürfte in Verbindung mit einer stabilen Beschäftigungsentwicklung zu einem Zuwachs des privaten Konsums von +1,1% führen. 15
11 Bundesministerium für Wirtschaft und
Klimaschutz, März 2024
15 Bundesministerium für Wirtschaft und
Klimaschutz, Februar 2024
Nach dem herausfordernden Jahr 2023 rechnet der Handelsverband Deutschland (HDE) mit leicht verbesserten Umsätzen. So soll sich der Umsatz für den Einzelhandel real um 1,0% gegenüber Vorjahr verbessern. Auch wenn das Jahr 2024 die negativen Effekte der letzten beiden Jahre nicht ausgleicht, so ist zumindest eine positive Signalwirkung für die Branche festzustellen. Der Onlinehandel, welcher während der Corona Jahre enorme Zuwächse verzeichnete, ist auf dem Wachstumsniveau des Einzelhandels zu erwarten. 16 Eine spürbare Erholung des Konsums ist erst für das zweite Halbjahr zu erwarten, wobei auch ein Zuwachs des Realeinkommens keine Garantie für vermehrte Konsumausgaben ist. So ist die Sparneigung der Konsumenten aufgrund der hohen Verunsicherung immer noch auf einem hohen Niveau und eine Erholung des Konsumklimas verläuft sehr schleppend. Darüber hinaus sind Kriege und geopolitische Krisen ein erhebliches Risiko für den Warenverkehr. 3.2 Prognose Tengelmann Unternehmensgruppe Die Unternehmensgruppe Tengelmann geht mit verhaltener Zuversicht in das Jahr 2024, ist sich aber der beschriebenen wirtschaftlichen Herausforderungen bewusst. Die dargelegten politischen und wirtschaftlichen Risikofaktoren können zu Veränderungen der Rahmenbedingungen und somit zu Abweichungen von der Umsatz- und Ergebniserwartung führen. Insgesamt erwartet die Unternehmensgruppe für das Geschäftsjahr 2024 im Bereich Dividend & Growth für alle Portfoliounternehmen ein organisches Umsatzwachstum und erwartet einen operativen Umsatz moderat über dem Vorjahr. Unterstützt wird das Umsatzwachstum dabei von dem anhaltenden Expansionskurs insbesondere bei KiK mit Schwerpunkt in Süd- und Osteuropa. Aufgrund des Expansionskureses wird gleichzeitig auch eine moderate Steigerung der Filialanzahl erwartet. Das laufende Vermietungsgeschäft im Bereich Immobilen wird weiterhin als stabil erwartet, darüber hinaus sind für das Geschäftsjahr 2024 weitere Immobilienverkäufe vorgesehen. Zugleich werden erneut deutliche Investitionen in Immobilienprojekte auf dem Niveau des Vorjahres erwartet. Im Bereich Ventures wird das bestehende Beteiligungsportfolio durch weitere Investitionen weiterentwickelt. Gleichzeitig werden einzelne erfolgreiche Exits mit einem positiven Ergebnisbeitrag erwartet. Insgesamt wird auf Konzernebene eine moderate Umsatzsteigerung erwartet.
16 Handelsverband Deutschland, Januar 2024
3.3 Chancen und Risikobericht Risikomanagement Die international agierende Unternehmensgruppe Tengelmann ist den unterschiedlichsten Risiken ausgesetzt, die mitunter kurze Reaktionszeiten erfordern. Um diesem Gefahrenpotenzial erfolgreich zu begegnen, pflegt die Unternehmensgruppe ein Risikomanagementsystem, das Risiken, die den Fortbestand eines Unternehmens gefährden, frühzeitig erkennen lässt. In den Zentralen nehmen alle Fachbereiche - koordiniert vom Finanzbereich - ihre Verantwortung zur Erkennung von Risiken wahr. Alle Unternehmensbereiche sind in einen Strategie-, Planungs- und Budgetprozess eingebunden. Dieser Prozess umfasst die Einschätzung des Markt- und Wettbewerbsumfelds sowie die Erarbeitung von Maßnahmen für mindestens ein Geschäftsjahr. Darüber hinaus wird auf Gesamtunternehmensebene rollierend eine geringstenfalls dreijährige Mittelfristperspektive mit den maßgeblichen Eckdaten erstellt. Diese Planung umfasst auch die Einflussfaktoren auf die Entwicklung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Geschäftsfelder. Planabweichungen werden analysiert und den jeweiligen Führungsgremien zur Gegensteuerung bei Fehlentwicklungen und zur Nutzung von Chancen zugeleitet. Bereits im Vorfeld der Strategie- und Planungsprozesse werden anstehende Risiken und Chancen konsequent analysiert und - falls notwendig - neue Handlungsalternativen entwickelt. Das Risikomanagement ermöglicht einen proaktiven Umgang mit Risiken und leistet einen wichtigen Beitrag zur Sicherung des Fortbestands der Unternehmensgruppe. Wesentliche Risiken bestehen vor allem in den verschiedenen Geschäftsbereichen und sind dort unterschiedlich ausgeprägt. Hierauf wird in der Darstellung des jeweiligen Risikos Bezug genommen. Ökonomische und politische Risiken Mit der Präsenz in europäischen Ländern ist die Unternehmensgruppe Tengelmann eng in die ökonomische Entwicklung Europas eingebunden. Positive wie negative Tendenzen in den nationalen Märkten wirken sich auch auf die Entwicklung der Geschäfte der Unternehmensgruppe aus. Im Berichtsjahr 2023 entfalteten sich die Inflations- und Rezessionseffekte mit steigenden Zinsen und rückläufiger Einkommenserwartung und dem steigenden, allgemeinen Kostendruck. Dies hatte in der Folge deutliche Auswirkung, sowohl auf die Kosten der Betriebsführung als auch das Kaufverhalten der Kunden und damit auf die Umsatzentwicklung. Auch die anhaltende Verunsicherung um das deutsche Gebäudeenergiegesetz und seinem erheblichen Investitionsbedarf von Seiten der Wohngebäudeeigentümer wird vorübergehend einen negativen Einfluss auf die Verbraucherstimmung und private Investitionen nehmen, solange die Rahmenbedingungen nicht einvernehmlich und verbindlich geregelt sind. Langfristige Investitionen werden weiterhin sehr sorgfältig abgewogen, um in der Lage zu bleiben, flexibel auf Ereignisse zu agieren und kurzfristig Kosten steuern zu können. In der Planung werden entsprechend der politischen und ökonomischen Risiken konservative Annahmen zugrunde gelegt und sowohl Aufwendungen als auch Investitionen daran angepasst. Zusätzlich werden aktuelle Marktentwicklungen bewertet und berücksichtigt. Unterjährig werden die Plan-Annahmen regelmäßig über Plan-Ist-Vergleiche und Vorschauen auf das Jahresende überprüft und bei Abweichungen Gegenmaßnahmen ergriffen. Die Aufgaben des Risikomanagements sind in diesen Fällen: Auswirkungen künftiger Entwicklungen antizipieren, genau beobachten, die tatsächliche Entwicklung kontinuierlich gegen die Planung spiegeln und so ein flexibles Umsetzen von Gegenmaßnahmen zur Ergebnissicherung in allen Bereichen gewährleisten. Den Risiken und Auswirkungen von Veränderungen im ökonomischen und politischen Umfeld misst die Unternehmensgruppe eine hohe Bedeutung bei. Markt- und Branchenrisiken Um Risiken aus dem Markt- und Branchenumfeld zu begegnen, ist es die Aufgabe der Unternehmensgruppe Tengelmann - gemeinsam mit den operativen Verantwortlichen ihrer Geschäftsfelder -, Markt und Wettbewerber laufend zu beobachten, Planungen und Entscheidungen der Wettbewerber in langfristige Unternehmensentscheidungen zu integrieren, um auf kurzfristige Änderungen mit Anpassungsfähigkeit und Flexibilität reagieren zu können. Ein Risiko stellt der seit Jahren bestehende intensive Preis- und Wettbewerbsdruck dar, der durch die hohen Rohstoff- und Energiepreise verschärft wurde. Die Marktverschiebung in den Online-Markt hat in den letzten Jahren deutlich zugenommen und wird zukünftig durch die zunehmende Digitalisierung das Kaufverhalten der Kunden verändern. Die Unternehmensgruppe hat in den letzten Jahren durch den Ausbau des bestehenden Filialnetzes und Multi-Channel-Aktivitäten als Unterstützung für das stationäre Geschäft auf diese Entwicklung reagiert und wird zukünftig einen Fokus auf diese Bereiche legen, um die Risiken zu reduzieren. Das Wetter ist ein wesentliches und unbeeinflussbares Risiko sowohl für die Textil- als auch für die Baumarktbranche. Ungünstige Wetterbedingungen können zu einer rückläufigen Kundennachfrage und einer negativen Absatz- bzw. Umsatzentwicklung führen, insbesondere in den Saisonübergängen. Dieses Phänomen müssen sich OBI und KiK in ihrer jeweiligen Branche stellen. Das Risiko wird aus den genannten Sachverhalten und der gegenläufig ergriffenen Maßnahmen als moderat eingestuft. IT-Risiken Eine effiziente und reibungslos funktionierende IT-Infrastruktur und die gestiegene Konsumentenerwartung aufgrund der fortschreitenden Digitalisierung der Gesellschaft stellen für die Unternehmensgruppe Tengelmann - wie prinzipiell für jedes Unternehmen heutzutage - einen kritischen Erfolgsfaktor dar. Mit der zunehmenden Digitalisierung wird auch eine größer werdende Anzahl an Cyberattacken mit Fokus auf die Unternehmen selbst, auf deren Lieferketten und Zahlungsdienstleister verzeichnet. Besonders größere und komplexere Unternehmen sind häufiger betroffen. Die Beteiligungen analysieren ständig die sich ändernden Bedrohungsszenarien und ergreift geeignete Maßnahmen zur Sicherstellung eines angemessenen Schutzniveaus. Auch wenn unter wirtschaftlichen Aspekten betrachtet eine 100%ige Sicherheit nicht jederzeit erreichbar ist, bereitet sich die Unternehmensgruppe Tengelmann vor, um sich gegen Bedrohungen abzusichern und diesen zu effektiv zu begegnen. Zur wirksamen Abhärtung gegen gezielte, erpresserische Angriffe auf IT-Systeme wurde beispielsweise bei OBI eine interne Abteilung aus Experten für Informationssicherheit gegründet, welche Sicherheitsmaßnahmen und -systeme ganzheitlich entwickeln und in die OBI Gruppe ausrollen. KiK wird weiterhin gezielt in den Ausbau und die Weiterentwicklung des IT-Systems investieren, um die jederzeitige Funktionsbereitschaft der Systeme sowie die Effektivität der Prozesse zu gewährleisten. Den Risiken eines Ausfalls oder einer wesentlichen Störung der IT-Systeme und eine signifikante Beeinträchtigung der Geschäftsprozesse wird aktiv entgegengesteuert. Babymarkt begegnet diesem Risiko durch ein entsprechendes Sicherheitskonzept und die Auslagerung der Shop-Server in ein gesichertes Rechenzentrum bei einem Spezialdienstleister. Auch unter Berücksichtigung der aufgeführten Gegenmaßnahmen zur Abwehr von IT- Risiken misst die Unternehmensgruppe, vor allem aufgrund der möglichen schädlichen Auswirkungen externer Attacken, eine moderate Bedeutung zu. Risiken aus Venture-Capital-Beteiligungen Die Investitionen in Start-up-Unternehmen bergen das inhärente Risiko, dass sich ein Geschäftsmodell am Markt nicht wie erwartet entwickelt. Daher werden die Kennzahlen sowie der Markt durch das Controlling des jeweiligen Geschäftsfeldes ständig analysiert, um rechtzeitig den Investitionsfokus anzupassen. Zudem werden jährlich die Beteiligungen im Hinblick auf ihre Zukunft des Geschäftsmodells und ihrer Entwicklung beurteilt und bei Bedarf wertberichtigt. Das Risiko von Abwertungen auf das Ventures-Portfolio und der gegenläufig ergriffenen Maßnahmen für die Unternehmensgruppe als gering eingestuft. Finanzwirtschaftliche Risiken Finanzwirtschaftliche Risiken, insbesondere Liquiditäts-, Kredit- und Zinsänderungsrisiken sowie Risiken aus Wechselkursveränderungen, werden durch die eigenverantwortlich handelnden Beteiligungen kontinuierlich überwacht, um frühzeitig geeignete Maßnahmen ergreifen zu können. Aus Zinsänderungen können Risiken und Chancen sowohl für das operative Geschäft als auch für Finanztransaktionen entstehen. Die Unternehmensgruppe Tengelmann nutzt eine Vielzahl zinssensitiver Finanzinstrumente dazu, die Liquiditätsanforderungen der einzelnen Geschäftsfelder zu erfüllen. Durch eine auf die Laufzeiten der Finanzierungsverträge abgestimmte Refinanzierung wird das Risiko der Fristeninkongruenz sowohl unter Zins- als auch unter Liquiditätsgesichtspunkten minimiert. Verbleibende Zinsänderungsrisiken werden durch den Einsatz derivativer Finanzinstrumente gesteuert. Bei den international tätigen Geschäftsfeldern treten Ergebnisbeeinflussungen durch Wechselkursveränderungen im Wesentlichen im Bereich des internationalen Einkaufs auf. Darüber hinaus wirken sich abgeschlossene Miet- und Leasingverträge in Euro und US-Dollar bei den operativen ausländischen Geschäftsbereichen auf das Ergebnis aus. In Fällen einer aufgenommenen Fremdfinanzierung außerhalb der Eurozone können zum Stichtag Währungsrisiken aus der Bewertung auftreten. OBI begrenzt die vorgenannten Risiken durch eine stringente Hedging Policy. Als derivative Finanzinstrumente kommen hier Devisentermingeschäfte, Devisenswaps und Devisenoptionen zum Einsatz. Die Einhaltung der Policy wird durch eine Funktionstrennung von Handel und Risiko-Controlling sichergestellt. Auch KiK schließt zur Absicherung des Devisenrisikos aus dem Wareneinkauf Devisentermingeschäfte in US-Dollar auf den voraussichtlichen Zahlungszeitpunkt ab. Die Sicherungsgeschäfte bilden zusammen mit den Verbindlichkeiten und den Cash-Beständen in fremder Währung eine geschlossene Position, sofern ein eindeutiger Sicherungszusammenhang mit Aufträgen besteht. Die offenen Devisentermingeschäfte werden fortlaufend überwacht. Die Trei Real Estate schließt die Mietverträge im Ausland mit den Hauptmietern überwiegend in Euro ab. Die Finanzierung der Immobilien erfolgt grundsätzlich in der gleichen Währung, in der die Mietverträge abgeschlossen sind, so dass Wechselkursrisiken minimiert werden können. Aufgrund der aufgezählten Maßnahmenpakete misst die Unternehmensgruppe den verbliebenen Finanzwirtschaftlichen Risiken eine geringere Bedeutung bei. Personalbeschaffung und -entwicklung Ein permanentes Risiko ist die Rekrutierung von geeigneten Mitarbeitenden sowie die erfolgreiche Bindung von bereits Mitarbeitenden an das Unternehmen. Alle Geschäftsfelder haben eine Vielzahl von Maßnahmen ergriffen, um die Zufriedenheit der Mitarbeitenden zu erhöhen und damit an die Unternehmensgruppe zu binden. Um neue Mitarbeitende für die Unternehmensgruppe zu gewinnen und insbesondere Schlüsselpersonal zu halten, arbeitet die Unternehmensgruppe darauf hin, als Arbeitgeber noch attraktiver zu werden. Mit Karrierepfaden, die Entwicklungsperspektiven aufzeigen, transparenter Leistungsbeurteilung und persönlichen Entwicklungsplänen wird die Unternehmensgruppe im Wettbewerb um die besten Arbeitskräfte werben. Aufgrund der schnell ansteigenden Lebenshaltungskosten und der hohen Verbraucherpreisinflation entwickeln sich die notwendigen Personalkostensteigerungen für die Mitarbeitenden ebenfalls überdurchschnittlich und erzeugen zusätzlichen Kostendruck. Die Unternehmensgruppe Tengelmann steuert dieser Entwicklung mit umfassenden Maßnahmen entgegen und verbessert die Prozesse und die Organisation, um Effizienzpotential zu generieren. Die Unternehmensgruppe bewertet die verbliebenen Risiken in diesem Bereich mit geringer Bedeutung. Strategische Chancen Die Unternehmensgruppe Tengelmann evaluiert regelmäßig ihre strategische Ausrichtung des Portfolios. Durch Zukäufe und Verkäufe von Unternehmen soll das Tengelmann- Beteiligungsportfolio nachhaltig und wertschöpfend optimiert werden. Neue Beteiligungen sollen dauerhaft zum wirtschaftlichen Erfolg der Gruppe beitragen und ökologischen und gesellschaftlichen Werten entsprechen. Die bereits existierenden, verschiedenen Geschäftsmodelle der Tengelmann Portfoliounternehmen und Finanzbeteiligungen sind in Europa etabliert. Die Unternehmensgruppe sieht darüber hinaus weiteres Wachstumspotenzial in der Stärkung seiner Position in diesen Märkten sowie in den schnell wachsenden Volkswirtschaften weltweit. Dazu liegt ein Fokus der Unternehmensgruppe insbesondere auf den osteuropäischen Ländern. Die Expansionsmöglichkeiten können dabei in Form von bestehenden Beteiligungen, Neugründungen, Unternehmensübernahmen oder Finanzbeteiligungen wahrgenommen werden. Für die bestehenden Beteiligungen wird die Digitalisierung der Gesellschaft und folglich die Bedeutung des Internet-Handels und Entwicklung neuer Ertragsströme weiter steigen. Des Weiteren ist spürbar, dass sich die Kunden vermehrt online auf stationäre Käufe vorbereiten, um die Verweildauer im Markt zu verkürzen. Neben ausschließlichen Online-Anbietern (Pure Player) profitieren auch etablierte Handelsunternehmen von dieser Entwicklung, indem sie ganzheitliche Cross Channel-Strategien implementieren. Durch die Verknüpfung von E-Commerce und traditionellen Absatzmärkten wird der Kundennutzen erhöht, Marktanteile werden somit nachhaltig gesichert und ausgebaut. Mit der "heyOBI App", "Alles Machbar" und den "Beratungscentern" erarbeitete OBI bereits heute Wege zur gezielten Ansprache seiner Kunden, bietet ihnen umfassende Informationen zum Sortiment, Dienstleistungen und Angeboten und baute die Vernetzung der Vertriebskanäle zur Verbesserung des Kundenerlebnisses aus. Mit der "Connected Store" Initiative plant OBI eine weitergehende Vernetzung der digitalen und stationären Einkaufswelt zu fokussieren und die Kundenzufriedenheit zu steigern. Darüber hinaus baut OBI kontinuierlich seine Fähigkeit aus, das Kundenverhalten immer besser zu verstehen und daraus attraktivere, kundenorientierte Angebote zu entwickeln, um sich damit entscheidende Wettbewerbsvorteile zu sichern. Für KiK ergeben sich weitere strategische Chancen insbesondere aus den geplanten Flächen- und Länderexpansionen sowie der voranschreitenden Digitalisierung. Die durch die Corona-Pandemie bedingten Filialschließungen in den Jahren 2020 und 2021 sowie die beiden weiteren Krisenjahre 2022 und 2023 beschleunigten den Strukturwandel im Modehandel und führten zu einer sichtbaren Marktbereinigungen. Für KiK ergeben sich aus weiteren Marktbereinigungen und Kundenabwanderungen Chancen für eine weiterhin positive Umsatzentwicklung. Darüber hinaus bestehen für KiK weitere Chancen aus der weiteren Kundengewinnung und einem Wachstum auf vergleichbarer Fläche sowie dem Ausbau des Filialnetzes. Bei Trei bestehen Chancen im Bestandportfolio vor allem bei einzelnen Objekten, die sich grundsätzlich für eine Nachverdichtung bzw. Aufstockung mit Wohnbebauung eignen. Darüber hinaus werden im Rahmen des Asset Managements konsequent Möglichkeiten geprüft, erfolgreiche Handelsstandorte durch den Ankauf von geeigneten Nachbargrundstücken zu erweitern. Zudem geben die Investitionen im Bereich Venture-Capital und Tengelmann Growth Partners der Unternehmensgruppe Tengelmann die Chance an der erfolgreichen Entwicklung von wachstumsstarken Unternehmen Start-ups teilzuhaben. Zudem kann die Marktentwicklung im Bereich Venture und Liquid Assets dazu führen, dass vorgesehene Maßnahmen verschoben werden, aber dafür sich andere neue Opportunitäten ergeben und diese zu Exits im Venture Bereich und/oder zum Kauf Verkauf von Liquid Assets führen können. Gesamtbeurteilung Neben den beschriebenen Risiken kann es unvorhersehbare Ereignisse geben, die sich negativ auf die Geschäftstätigkeit und somit auf die Ertrags -, Finanz- und Vermögenslage der Unternehmensgruppe Tengelmann auswirken können. Insgesamt hat die geschäftsmodellbezogene und regionale Diversifikation des Gesamtportfolios der Unternehmensgruppe einen positiven Effekt auf die Gesamtrisikobewertung. Viele Risiken betreffen nur einzelne Portfoliounternehmen oder Regionen und sind in der Gesamtsicht für die Unternehmensgruppe von geringer Bedeutung. Die aktuellen Herausforderungen beeinflussen - zwar unterschiedlich - alle Bereiche der Unternehmensgruppe. Mittel- und langfristig betrachtet kann beispielsweise die Inflation zur nachhaltigen Veränderung beim Konsumentenverhalten führen. Eine mögliche Rezession kann zur deutlichen Veränderung auf dem Arbeitsmarkt führen. Darüber hinaus ist der weitere Verlauf des Russland - Ukraine Kriegs schwer absehbar woraus sich wie oben beschrieben weitreichende Risiken ergeben könnten. Die Risikolage hat sich im Vergleich zum Vorjahreszeitraum nicht wesentlich verändert. Sowohl die systematische Identifikation, Bewertung und Steuerung der Risiken als auch das zentrale Controlling und Rechnungswesen sowie der umfassende Versicherungsschutz tragen dazu bei, den Fortbestand der Unternehmensgruppe Tengelmann zu sichern. Alle gegenwärtigen Maßnahmen zum Umgang mit den bislang identifizierten Risiken wurden berücksichtigt. Die verbleibenden Restrisiken werden von der Geschäftsleitung als akzeptabel angesehen. Auch in Anbetracht der zum Teil ungünstigen Rahmenbedingung ergibt die Beurteilung der Gesamtrisikosituation, dass keine den Fortbestand der Unternehmensgruppe gefährdenden Risiken bestehen. Bescheinigung zur Offenlegung In dem vorstehenden, zur Offenlegung bestimmten verkürzten Konzernabschluss (Konzernbilanz, Anlage zur Konzernbilanz und Konzernanhang) nebst verkürztem Konzernlagebericht wurden die Erleichterungen nach § 13 Abs. 3 PubIG i. V. m. § 5 Abs. 5 PubIG zutreffend in Anspruch genommen. Zu dem vollständigen Konzernabschluss nebst Konzernlagebericht haben wir den folgenden Bestätigungsvermerk erteilt: "Bestätigungsvermerk des unabhängigen AbschlussprüfersAn die Tengelmann Warenhandelsgesellschaft KG, München Prüfungsurteile Wir haben den Konzernabschluss der Tengelmann Warenhandelsgesellschaft KG, München, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2023, der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, dem Konzerneigenkapitalspiegel und der Konzernkapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Konzernanhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der Tengelmann Warenhandelsgesellschaft KG für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat. Grundlage für die Prüfungsurteile Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen. Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den nach § 13 PubIG anzuwendenden deutschen handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d. h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist. Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen."
München, den 28. Mai 2024 KPMG
AG
Hanshen, Wirtschaftsprüfer Osburg, Wirtschaftsprüfer |
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